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Bahnhof Schwetzingen

Bahnhof in Deutschland

Der Bahnhof Schwetzingen ist ein Durchgangsbahnhof in der baden-württembergischen Großen Kreisstadt Schwetzingen, unweit der Schwetzinger Stadtmitte. Er liegt an Streckenkilometer 13,6 der von Mannheim über Hockenheim und Graben-Neudorf nach Karlsruhe führenden Rheinbahn. Weiterhin mündet nördlich des Bahnhofs eine fast ausschließlich für den Güterverkehr genutzte Strecke von Neu-Edingen/Mannheim-Friedrichsfeld in die Rheinbahn ein. Bis 1967 gab es mit der Bahnstrecke Heidelberg–Speyer von Schwetzingen aus direkte Verbindungen nach Heidelberg und Speyer. Von dieser Strecke existiert heute lediglich noch die Teilstrecke Schwetzingen–Industriegebiet Hockenheim-Talhaus für den Güterverkehr.

Schwetzingen
Schwetzingen Bahnhof 20081202.jpg
Bahnhof Schwetzingen im Dezember 2008
Daten
Lage im Netz Zwischenbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung RSZ[1]
IBNR 8005494
Kategorie 4
Eröffnung 4. August 1870
Lage
Stadt/Gemeinde Schwetzingen
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 23′ 0″ N, 8° 34′ 43″ OKoordinaten: 49° 23′ 0″ N, 8° 34′ 43″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Baden-Württemberg

Der Bahnhof ist in die Bahnhofskategorie 4 der DB Station&Service eingeordnet. Er besitzt drei Bahnsteiggleise und wird ausschließlich von Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn AG (DB) bedient. Seine Anschrift lautet Bahnhofsanlage 1–3.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Mit der Eröffnung der Strecke Mannheim–Schwetzingen–HockenheimWaghäuselGraben-NeudorfEggensteinKarlsruhe der Badischen Rheinbahn am 4. August 1870 wurde der Bahnhof Schwetzingen eröffnet. Bauherrin der Strecke und des Bahnhofs waren die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen.

Durch ein badisches Gesetz vom 2. Februar 1870, eine badische Konzession vom 3. April 1872 und ein bayerisch-badischer Staatsvertrag vom 23. November 1871 wurde am 17. Juli 1873 der Streckenabschnitt HeidelbergEppelheimPlankstadt–Schwetzingen der am 10. Dezember desselben Jahres über die seit 1865 bestehende Schiffbrücke nach Speyer fertiggestellten Bahnstrecke Heidelberg–Speyer eröffnet. Bauherr und bis zur Verstaatlichung zum 1. Juli 1894 Eigentümer dieser Strecke war die Heidelberg-Speyer-Eisenbahn-Gesellschaft, Betreiber waren – wie bei der Rheinbahn – die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen. Mit Eröffnung dieser Strecke wurde der Bahnhof Schwetzingen zu einem kleinen Eisenbahnknotenpunkt.

Am 1. Juni 1880 wurde die überwiegend im Güterverkehr befahrene Strecke von Mannheim-Friedrichsfeld nach Schwetzingen in Betrieb genommen, welche in Richtung Norden von der Rheinbahn abzweigt.

Am 12. Dezember 1910 wurde eine Straßenbahnlinie von Schwetzingen nach Ketsch von der Rheinischen Schuckert-Gesellschaft eröffnet. In Schwetzingen existierte seit 1927 ein Gleisanschluss zur Straßenbahnlinie Schwetzingen–PlankstadtEppelheimHeidelberg der Heidelberger Straßen- und Bergbahn (HSB). Wegen stark rückläufiger Fahrgastzahlen wurde die Bahn bereits am 31. März 1938 stillgelegt.

Die Bahnstrecke Heidelberg–Schwetzingen–Speyer wurde im Verlauf des Zweiten Weltkrieges am 13. Oktober 1941 bombardiert,[2] aber nicht so schwer beschädigt, dass der Bahnverkehr hier unmöglich war. Die erst 1938 durch ein festes Brückenbauwerk ersetzte Speyerer Schiffbrücke wurde 1945 von sich zurückziehenden Truppen der deutschen Wehrmacht gesprengt. Nachdem der Abschnitt Oftersheim–Speyer aufgrund der Sprengung der Rheinbrücke gegen Ende des Zweiten Weltkrieges unterbrochen war, wurde dieser Abschnitt stillgelegt. 1967 endete auch der Verkehr zwischen Schwetzingen und Heidelberg. Lediglich eine kurze Stichstrecke vom Schwetzinger Bahnhof zum Industriegebiet Hockenheim-Talhaus blieb für den Güterverkehr erhalten. Dadurch büßte der Bahnhof auch seinen Status als Eisenbahnknotenpunkt ein.

In den 1950er Jahren wurde die Rheinbahn elektrifiziert.

Die zwischen 1927 und 1974 verkehrende Straßenbahnlinie Heidelberg–Eppelheim–Plankstadt–Schwetzingen der Heidelberger Straßen- und Bergbahn-Gesellschaft AG (HSB) verlief fahrgastfreundlich mitten durch die Ortschaften und stellte eine starke Konkurrenz für die Bahnstrecke Heidelberg–Schwetzingen–Speyer dar. Wegen zu geringer Nachfrage wurde der noch verbliebene Teil der Bahnlinie im Personen- und Güterverkehr am 1. Februar 1967 stillgelegt. Wenige Jahre später kam allerdings auch für die Straßenbahnlinie Heidelberg–Schwetzingen das Aus, da neben der finanziellen Situation der HSB auch die Konzessionen für diese Strecke ausliefen.

Von Februar bis September 2017 werden die Bahnsteige auf den S-Bahn-Standard erhöht und die Ausstattung entsprechend modernisiert.[3] Hierbei wird der bisher nicht barrierefreie Bahnsteigzugangstunnel mit Personenaufzügen ausgestattet.[3] Der Umbau kostet etwa 5,2 Millionen Euro, wovon die Stadt, die außerdem die Planungskosten von 1,3 Millionen Euro übernimmt, 1,3 Millionen Euro zahlt.[3]

EmpfangsgebäudeBearbeiten

Das recht stattliche Empfangsgebäude des Schwetzinger Bahnhofs beherbergt heute ein DB Reisezentrum sowie mehrere Büros. Ein seit 2008 vorhandender Zeitschriftenladen der Eckert-Gruppe wurde im Sommer 2014 geschlossen, als Hauptgrund gilt die gesunkene Rentabilität aufgrund der Eröffnung einer nahegelegenen Kaufland-Filiale im Jahre 2010.[4] 2007 wurde das 1876 erbaute Bahnhofsgebäude, dessen Fassade unter Denkmalschutz steht, von der Firma iib aufgekauft und in der Folgezeit kernsaniert.[5]

GleisanlagenBearbeiten

Der Bahnhof Schwetzingen besitzt drei Bahnsteiggleise an einem Haus- und einem Inselbahnsteig, von denen im Regelverkehr nur die Gleise 1 und 2 genutzt werden, während Gleis 5 für Überholungen langsamerer Züge beziehungsweise außerplanmäßig hier endender Züge genutzt werden kann. Die Bahnsteige sind bislang noch nicht barrierefrei, was sich jedoch mit der planmäßigen Aufnahme der S-Bahn RheinNeckar nach Karlsruhe ändern wird. Die Gleise 2 und 5 am Mittelbahnsteig können nur durch eine Personenunterführung erreicht werden, welche am Bahnhofsgebäude beginnt. Neben Gleis 5 liegen noch 7 bahnsteiglose Gleise, welche vereinzelt noch als Abstellgleise für Güterzüge dienen.

Bahnsteige[6]
Gleis Nutzbare Länge Bahnsteighöhe Aktuelle Nutzung
1 337 m 38 cm Züge in Richtung Hockenheim/Karlsruhe
2 385 m 38 cm Züge in Richtung Mannheim/Biblis
5 385 m 38 cm Ausweichgleis; nicht regelmäßig bedient

VerkehrBearbeiten

PersonenverkehrBearbeiten

Der Bahnhof wird meist im Stundentakt von Regionalbahnen der Linie RB 2 ((Biblis–)Mannheim HbfKarlsruhe Hbf) bedient. In den werktäglichen Hauptverkehrszeiten wird dieser Takt auf einen Halbstundentakt, teils sogar auf einen Viertelstundentakt, verdichtet. Dabei verkehren allerdings nicht alle Züge bis Karlsruhe, sondern enden beziehungsweise beginnen bereits in Waghäusel oder Graben-Neudorf. Außerdem verkehren in der Hauptverkehrszeit vereinzelt auch Regional-Express-Züge zwischen Mannheim und Karlsruhe, die zumindest in Graben-Neudorf, Waghäusel, Hockenheim, Oftersheim und Schwetzingen halten. Während des Internationalen Deutschen Turnfestes 2013 in der Zeit vom 18. bis 26. Mai verkehrte außerdem einer von zwei so genannten „Turnfestzügen“ zwischen Schwetzingen und Mannheim Hbf.

Reisezugverbindungen im Fahrplan 2014
Zuggattung Streckenverlauf Taktfrequenz
RB Karlsruhe HbfGraben-NeudorfWaghäuselHockenheimSchwetzingenMannheim HbfMannheim-WaldhofLampertheimBiblis Stundentakt
(zuzüglich einzelner Verstärkerzüge zum Halbstundentakt in der Hauptverkehrszeit)
RE Karlsruhe Hbf – Graben-Neudorf – Waghäusel – Hockenheim – Schwetzingen – Mannheim Hbf einzelne Züge in der Hauptverkehrszeit

GüterverkehrBearbeiten

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Über den ehemals vorhandenen Güterverkehr wird nichts ausgesagt
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Anbindung an den städtischen NahverkehrBearbeiten

Von 1910 bis 1938 verkehrte die Straßenbahn Schwetzingen–Ketsch. Zwischen 1927 und 1974 endete außerdem die Straßenbahnlinie Heidelberg–Eppelheim–Plankstadt–Schwetzingen der HSB in Schwetzingen. Heute führen Buslinien des Busverkehr Rhein-Neckar (BRN) in die Nachbargemeinden und die Städte Mannheim und Heidelberg, welche alle am Busbahnhof vor dem Bahnhof Schwetzingen halten.

Schwetzingen gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN). Innerhalb der Stadt gilt ein Sondertarif: Seit Jahresbeginn 2002 kostet die Einzelfahrt für Erwachsene im Schwetzinger Stadtbus 50 Cent, Kinder zahlen lediglich 25 Cent.

ZukunftBearbeiten

Die Einbindung der Linie RB 2 Mannheim–Karlsruhe in das System der S-Bahn RheinNeckar als neue Linie S 8 ist geplant. Auf Schwetzinger Stadtgebiet werden die neuen S-Bahn-Haltepunkte Hirschacker sowie Schwetzingen Nord errichtet. Die Bahnsteige des Bahnhofes Schwetzingen werden dabei – wie alle anderen Stationen entlang der Rheinbahn zwischen Mannheim und Karlsruhe auf 76 Zentimeter erhöht, um einen ebenerdigen Einstieg in die dann hier verkehrenden S-Bahnen zu ermöglichen. Ebenfalls wie bei den übrigen Unterwegsstationen werden die Bahnsteige auf eine einheitliche Länge von 140 Metern gebracht. Mit dem Umbau wurde Ende Februar 2017 begonnen, er soll bis September 2017 abgeschlossen sein.[7][veraltet]

LiteraturBearbeiten

  • Peter-Michael Mihailescu, Matthias Michalke: Vergessene Bahnen in Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0413-6, S. 23–25.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Abkürzung
  2. Der Kaiserdom zu Speyer – Geschichte – Zeitstrahl
  3. a b c Bahnhof Schwetzingen wird S-Bahn gerecht ausgebaut. (Nicht mehr online verfügbar.) Deutsche Bahn AG, 28. Februar 2017, archiviert vom Original am 20. März 2017; abgerufen am 19. März 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschebahn.com
  4. Volker Widdrat: Bahnfahrer können nicht mehr einkaufen. Schwetzinger Zeitung, 17. Juli 2014, abgerufen am 1. März 2017
  5. Bahnhof Schwetzingen – Entwicklung zum Null-Heizkosten-Bürogebäude. (Memento des Originals vom 2. März 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.luwoge-consult.de Informationen zur Sanierung auf der Website der durchführenden Planungsfirma, abgerufen am 1. März 2017
  6. deutschebahn.com: Bahnsteiginformationen – Station Schwetzingen. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 10. Juni 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.deutschebahn.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Volker Widdrat: „Große Sehnsucht“ geht in Erfüllung. Schwetzinger Zeitung, 1. März 2017, abgerufen am gleichen Tage.