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Der Bahnhof Osthofen ist der Bahnhof der Stadt Osthofen im rheinland-pfälzischen Landkreis Alzey-Worms. Früher ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt von vier verschiedenen Bahnstrecken, handelt es sich heute nur noch um einen einfachen S-Bahnhof.

Osthofen
Empfangsgebäude von der Gleisseite
Empfangsgebäude von der Gleisseite
Daten
Lage im Netz Zwischenbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3 (ehem. 5)
Abkürzung FOHF[1]
Kategorie 4
Eröffnung 1853
Architektonische Daten
Baustil Klassizismus
Architekt Ignaz Opfermann
Lage
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 42′ 19″ N, 8° 19′ 33″ OKoordinaten: 49° 42′ 19″ N, 8° 19′ 33″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz

Bahnsteiganlagen des Bahnhofs Osthofen vor der Modernisierung für die Einführung der S-Bahn RheinNeckar auf der Bahnstrecke zwischen Mainz und dem Hauptbahnhof von Ludwigshafen am Rhein
Bahnhof Osthofen, Straßenseite
Durchfahrt des Regional-Expresses MainzKarlsruhe durch den Bahnhof Osthofen (Sommer 2018)

Inhaltsverzeichnis

Geografische LageBearbeiten

Der Bahnhof liegt an Streckenkilometer 37,7 der Bahnstrecke Mainz–Mannheim in der Oberrheinischen Tiefebene. Die Postanschrift des Bahnhofs lautet Bahnhofstraße 1, 67574 Osthofen.[3]

GeschichteBearbeiten

Der Bahnhof ging am 7. August 1853 in den planmäßigen Betrieb,[4] als die aus nördlicher Richtung von Mainz kommende Strecke bis hierhin betriebsfertig war. Bauherrin der Strecke und des Bahnhofs war die Hessische Ludwigsbahn. Am 25. August 1853 ging dann der aus dem Bahnhof nach Süden führende Streckenabschnitt bis Worms in Betrieb.[5]

Der Bahnhof erhielt im Laufe der Zeit weitere Streckenanschlüsse, die aber heute weitestgehend wieder aufgegeben sind:

Heute verkehrt die S-Bahn-Linie S6 der S-Bahn RheinNeckar zwischen Mainz und Mannheim. Seit dem Fahrplanwechsel 2018/2019 im Dezember 2018 wird die Strecke – auch am Wochenende – im Halbstundentakt bedient.[9]

BeschreibungBearbeiten

Der Bahnhof Osthofen ist ein Durchgangsbahnhof mit drei Bahnsteiggleisen. Das Empfangsgebäude steht westlich der Gleise in Seitenlage. Es gibt einen Hausbahnsteig (Gleis 1) und einen Mittelbahnsteig (Gleis 2 und 3); dieser wird über einen Tunnel mit Aufzugsanlagen erreicht. Fahrplanmäßig werden nur die Gleise 1 und 2 zum Halt der Personenzüge genutzt. Östlich der Bahnsteige gibt es noch ein Überholgleis. Südlich der Bahnsteige waren früher mehrere Abstell- und Ladegleise vorhanden. Zudem zweigten hier Gleise der Bahnstrecke nach Guntersblum ab. Der Bahnhof gehört der Kategorie 4 an.[10]

EmpfangsgebäudeBearbeiten

Das Empfangsgebäude von Osthofen ist ein standardisierter Typenbau, den der Architekt der Hochbauten der Strecke, Ignaz Opfermann, in den meisten Bahnhöfen entlang der Strecke errichten ließ. Es ist – trotz aller Veränderungen am Bauwerk und im Umfeld – in seinem äußeren Erscheinungsbild gut erhalten. An den zweigeschossigen, giebelständigen Mittelteil sind zwei parallel zum Bahnsteig liegende eingeschossige Flügel angebaut. Diese sind im Gegensatz zum Hauptgebäude traufständig. Das Hauptgebäude ist dreiachsig. Das Empfangsgebäude ist klassizistisch geprägt, weist klare kubische Formen und eine flache Dachneigung auf. Überwiegend gliedern Rundbogenfenster und Gesimse das Gebäude. Im Innern gab es getrennte Wartesäle einerseits für die erste und zweite, andererseits für die dritte Klasse. Die Bahnhofsgaststätte wurde erst nachträglich eingebaut.[11]

Das Empfangsgebäude ist ein Zeugnis künstlerischen Schaffens und der Technikgeschichte und ein ortsbildprägendes Gebäude für die Stadt Osthofen, an dessen Erhaltung, Pflege, Dokumentation und wissenschaftlicher Erforschung ein geschichtliches, wissenschaftliches, künstlerisches, städtebauliches und öffentliches Interesse besteht. Nach den Kriterien des Rheinland-Pfälzischen Denkmalschutzgesetzes[12] handelt es sich somit um ein Kulturdenkmal. Gleichwohl ist es als solches in keiner Aufstellung der Direktion Landesdenkmalpflege (Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz) gelistet.[13]

Im Empfangsgebäude sind heute unter anderem eine Polizeiwache,[14] eine Postfiliale[15] und Gastronomie[16] untergebracht.

VerkehrBearbeiten

BahnverkehrBearbeiten

Im Bahnhof Osthofen halten täglich im 30-Minuten-Takt Züge der S-Bahn-Linie S6 der S-Bahn RheinNeckar von Mainz über Worms und Frankenthal nach Mannheim. Einige Züge verkehren ab Mannheim weiter über Weinheim nach Bensheim. Die Fahrtzeit zum Mainzer Hauptbahnhof beträgt rund 40 Minuten, der Mannheimer Hauptbahnhof wird in rund 45 Minuten erreicht.

Die ehemaligen Strecken nach Westhofen und Gau Odernheim wurden 1958 und 1992 komplett stillgelegt. Auf der „Altrheinbahn“ genannten Bahnstrecke Osthofen–Rheindürkheim–Guntersblum findet heute nur noch vereinzelt Güterverkehr bis Worms-Rheindürkheim statt.

BusverkehrBearbeiten

Ab der Bushaltestelle Osthofen Bahnhof verkehren die VRN-Buslinien 431, 432, 434 und 435 nach Worms, Alzey sowie in andere Ortschaften des Landkreises Alzey-Worms.[17]

LiteraturBearbeiten

  • Reinhard Dietrich: Eine Eisenbahn wird eröffnet. In: Der Wormsgau 33 (2017). ISSN 0084-2613. ISBN 978-3-88462-380-0, S. 111–126.
  • Hans Döhn: Eisenbahnpolitik und Eisenbahnbau in Rheinhessen 1835–1914. Mainz 1957.
  • Ralph Häussler: Eisenbahnen in Worms. Von der Ludwigsbahn zum Rheinland-Pfalz-Takt. Verlag Stefan Kehl. Hamm (Rheinhessen) 2003. ISBN 3-935651-10-4.
  • Silvia Speckert: Ignaz Opfermann (1799–1866): Ausgewählte Beispiele seiner Bautätigkeit im Umkreis der Stadt Mainz = Hausarbeit zur Erlangung des Akademischen Grades eines Magister [!] Artium. Johannes Gutenberg-Universität Mainz 1989. Maschinenschriftlich. Band 1: Text, Band 2: Tafeln. Stadtarchiv Mainz: 1991/25 Nr. 11.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnhof Osthofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Abkürzung
  2. Internet-Präsentation des Bahnhofs Osthofen
  3. Internet-Auftritt des Landeshauptarchivs Koblenz: Der 24. August 1853. Die Eröffnung der Eisenbahnlinie Mainz–Worms. Aufgerufen am 16. September 2017; Dietrich: Eine Eisenbahn wird eröffnet, S. 114f.
  4. Internet-Auftritt des Landeshauptarchivs Koblenz: Der 24. August 1853. Die Eröffnung der Eisenbahnlinie Mainz–Worms. Aufgerufen am 16. September 2017; Dietrich: Eine Eisenbahn wird eröffnet, S. 115ff.
  5. Häussler, S. 144; Georg Jakob Ertel: Das Gickelche – Die Westhofener Eisenbahn. Westhofen 2002. Ohne ISBN.
  6. Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Sammlung der herausgegebenen Amtsblätter. 24. November 1900. 4. Jahrgang, Nr. 54. Bekanntmachung Nr. 514, S. 401
  7. Martin Krauss: Entwicklung der Eisenbahninfrastruktur 1997/98. In: Bahn-Report. 2/1999, S. 4–7 (7)
  8. Vorderpfalz: Neue S 6 von Mainz nach Mannheim, rheinpfalz.de, 25. Mai 2018
  9. Stationsdaten 2018 der DB
  10. Speckert, S. 74
  11. § 3 Abs. 1 RPDSchG
  12. Vgl.: Dieter Krienke und Ingrid Westerhoff: Kreis Alzey Worms. Verbandsgemeinden Eich, Monsheim und Wonnegau = Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 20.3. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2018. ISBN 978-3-88462-379-4, S. 243–288; Denkmalliste Osthofen, Landkreis Alzey-Worms.
  13. Hinweis auf der Homepage der Verbandsgemeinde Wonnegau
  14. Deutsche Post | Filialen, DHL Paketshops und Verkaufspunkte | Osthofen. Abgerufen am 25. Januar 2019.
  15. Homepage Bahnhofsrestaurant
  16. Verkehr & ÖPNV | Stadt Osthofen. Abgerufen am 28. Januar 2019.