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Die Technische Hochschule Aschaffenburg (TH Aschaffenburg) ist eine Fachhochschule im bayerischen Aschaffenburg, die 1995 gegründet wurde. Sie gehört damit zu den neueren Hochschulen in Deutschland. Die Hochschule gliedert sich in zwei Fakultäten Ingenieurwissenschaften und Wirtschaft und Recht, 13 Bachelor-Studiengänge und 7 Master-Studiengänge mit ca. 3.200 Studenten.[1]

Technische Hochschule Aschaffenburg
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Gründung 1995
Trägerschaft staatlich
Ort Aschaffenburg
Bundesland Bayern
Land Deutschland
Präsidentin Eva-Maria Beck-Meuth
Website www.th-ab.de
Blick auf das Gebäude 20 der Hochschule Aschaffenburg

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Bayerische Ministerrat beschloss im Jahre 1991, neben den Hochschulstandorten in Amberg/Weiden, Ansbach, Deggendorf, Hof, Ingolstadt und Neu-Ulm auch in Aschaffenburg eine neue Fachhochschule aufzubauen – zunächst als Abteilung der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt-Aschaffenburg, später als eigenständige Hochschule.

Im 19. Jahrhundert existierte in Aschaffenburg die Karls-Universität Aschaffenburg, an deren Tradition die heutige Hochschule jedoch nicht anknüpft.

Am 9. Oktober 1995 wird der Lehrbetrieb mit 89 Studenten der Betriebswirtschaftslehre sowie vier Professoren und acht Lehrbeauftragten unter dem Präsidenten der FH Würzburg-Schweinfurt-Aschaffenburg, Wolfgang Fechner aufgenommen. Gründungsdekan und Leiter der Hochschulabteilung Aschaffenburg ist von 1995 bis 2000 Ulrich Brunsmann. Erster gewählter Rektor ist seit 2001 der Volkswirtschaftler Wilfried Diwischek. Seit 2007 hat die Hochschule Aschaffenburg einen Präsidenten, nach seiner Wiederwahl 2012 ist dies erneut Wilfried Diwischek. Mit der Umbenennung in Technische Hochschule zum 15. März 2019 tritt Eva-Maria Beck-Meuth ihr Amt als neu gewählte Präsidentin an.

Im Wintersemester 2001/2002 zählt die Fachhochschule Aschaffenburg über 950 Studierende, 29 Professoren, rund 60 Lehrbeauftragte und 35 weitere Mitarbeiter. Im Wintersemester 2013/2014 studieren bereits mehr als 3.000 Studierende an der Hochschule. Die Zahl der Professoren ist inzwischen auf über 100 angewachsen, die Zahl der Lehrbeauftragten ebenfalls auf über 90 und die der wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter auf rund 200.

Seit 1990 unterstützt die Gesellschaft der Förderer und Freunde der Hochschule Aschaffenburg e.V. die Entwicklung der Hochschule.

Am 1. Oktober 2007 trat eine neue Grundordnung in Kraft, nach der die Fachhochschule Aschaffenburg Hochschule Aschaffenburg heißt[2]. Ab 15. März 2019 gilt die Bezeichnung Technische Hochschule Aschaffenburg (TH Aschaffenburg)[3].

AusrichtungBearbeiten

Der Schwerpunkt der Hochschule liegt im betriebswirtschaftlichen und technisch orientierten Studienangebot. Der Studiengang Betriebswirtschaft und Recht wurde in Bayern erstmals angeboten. Als einzige Hochschule in Bayern bietet die Technische Hochschule Aschaffenburg die Studiengänge Internationales Immobilienmanagement sowie Internationales Technisches Vertriebsmanagement an. Seit dem Wintersemester 2005/06 bietet die Technische Hochschule Aschaffenburg Bachelor- und Master-Studiengänge an.

Die TH Aschaffenburg setzt auf Kooperation mit Unternehmen der Region zum Austausch im Bereich anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung und beteiligt sich am Innovationsnetz Bayerischer Untermain.

Neben den üblichen Hochschuleinrichtungen stehen ein Sprachenzentrum, ein Zentrum Naturwissenschaften sowie 32 Labore[4] zur Verfügung. Mit dem berufsbegleitenden Bachelorstudiengang Elektro- und Informationstechnik und dem als Fernstudium angebotenen Masterstudiengang Elektrotechnik, der in Zusammenarbeit mit der Hochschule Darmstadt und der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen ZFH angeboten wird, haben entsprechend Qualifizierte die Möglichkeit, sich nebenberuflich weiterzubilden. Der 2012 eingerichtete Career Service berät Studieninteressierte, Studierenden und Absolventen und veranstaltet Workshops und Seminare, die auf das Studium bzw. den Weg in die Arbeitswelt vorbereiten.

Mit dem Zentrum für Wissenschaftliche Services und Transfer (ZeWiS) hat die Technische Hochschule Aschaffenburg eine praxisorientierte Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Forschung geschaffen. Sie bietet Auftragsforschung, Entwicklungsleistungen und Weiterbildungsmöglichkeiten auf folgenden Gebieten: Automotive, Wissenstransfer, Energieeffizienz, Intelligente Systeme/Automatisierung, Materials. Auf den 1000 m² Labor- und Büroflächen im Industrie Center Obernburg arbeiten rund 20 Hochschulprofessoren und ihre Mitarbeiter mit modernsten Technologien. Die Forschungsbereiche im ZeWiS bauen auf Kooperationen mit regionalen Unternehmen auf. Studierende profitieren ebenfalls von der Forschungseinrichtung und können am ZeWiS aktuelle Fragestellungen aus den Forschergruppen im Rahmen von Master- und Bachelorarbeiten sowie Promotionen behandeln.[5]

GebäudeBearbeiten

 
Bibliothek
 
Gebäude 20

Eugen Pfeifer (1858–1916), Onkel des Lehrers, Volkskundlers und Heimatschriftstellers Valentin Pfeifer, stammte aus Sommerau. Er erwarb Anfang 1884 ein bäuerliches Anwesen an der Würzburger Straße 34. Hier war er als Landwirt tätig und erwarb noch weiteres Ackerland im Umfeld. 1893 verkaufte er seine Liegenschaften an die Brüder Woerner, Besitzer eines Bau- und Steinmetzbetriebes. Diese erwarben in einem Tauschgeschäft die alte Kaserne an der Weißenburger Straße sowie einen Bauplatz in der Kolbornstraße und errichteten dafür ab 1896 eine moderne Kaserne auf dem ehemaligen Landgut von Eugen Pfeifer.

Die Hochschule Aschaffenburg hat ihren Sitz in der sog. Jäger-Kaserne, in der im 19. Jahrhundert das 2. Königlich-Bayerische Jägerbataillon stationiert war. Diesen Namen trägt die Anlage auch heute noch.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage zwar durch Bomben getroffen, war aber schnell wieder benutzbar. Noch im Jahre 1945 zog mit einem Motorpool der 1. US-Infanteriedivision die US-Armee in die Jägerkaserne ein, wo sie bis 1992 blieb.

Danach begannen die Umbauarbeiten zur Fachhochschule. Ziel war es, ältere Gebäude mit guter Bausubstanz und zum Teil denkmalgeschützter Architektur[6] funktionsgerecht zu sanieren, jüngere Bauten mit minderer Qualität abzureißen. Im ersten Bauabschnitt wurden Verwaltungsgebäude, Hörsaalgebäude und Rechenzentrum fertiggestellt. Von 1996 bis 1998 wurden im zweiten Bauabschnitt der Hörsaal, Aula, Mensa, Heizzentrale, Bibliothek, Labor, Verwaltungs- und Bürogebäude errichtet. Im Jahre 2004 wurde ein Neubau mit Laboren für die Mechatronik in Betrieb genommen.

Das alte Offizierswohnheim wurde ebenfalls im Jahre 2005 abgerissen, an seiner Stelle entstand ein Studentenwohnheim.

Im 2. Quartal 2008 begannen die Abrissarbeiten an den Gebäuden, die durch die US-Armee errichtet wurden. Im Herbst 2008 wurde mit dem Bau eines Labor- und Hörsaalgebäudes für die Mechatronik und das Wirtschaftsingenieurwesen begonnen. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 2011. Im Frühjahr 2010 wurden außerdem 3 teils aus Studienbeiträgen finanzierte Modulbauten errichtet, die zum WS 2010/2011 in Betrieb genommen wurden und den neuen Studiengängen die bisher fehlenden Raumkapazitäten zur Verfügung stellen.

Im November 2013 begannen die Arbeiten für den Neubau einer Energiezentrale. Die Grundsteinlegung erfolgte im März 2014. Die neue Energiezentrale wurde 2014 in Betrieb genommen und leistet einen Beitrag zur Energieeffizienz der Technischen Hochschule Aschaffenburg.

 
Haltepunkt Aschaffenburg Hochschule

VerkehrsanbindungBearbeiten

Am 12. September 2007 erfolgte der erste Spatenstich für den Bau des neuen, an der Maintalbahn von Aschaffenburg nach Miltenberg gelegenen Haltepunktes „Aschaffenburg – Hochschule“. Nach über 100 Jahren erhielt Aschaffenburg damit wieder einen zusätzlichen Bahnhaltepunkt. Die Inbetriebnahme des 140 m langen Bahnsteigs erfolgte zum Fahrplanjahr 2008.[7]

Fakultäten, Studiengänge und StudienschwerpunkteBearbeiten

Die Masterabschlüsse ermöglichen den Zugang zum höheren Dienst und zur Promotion.

Fakultät Betriebswirtschaft und RechtBearbeiten

Die Fakultät besteht derzeit aus 48 Professoren, 11 wissenschaftlichen sowie 16 technischen und administrativen Mitarbeitern. Unterstützt wird die Fakultät von ca. 30 externen Lehrbeauftragten.[8] Dekan ist Hartmut Webersinke.

BachelorstudiengängeBearbeiten

  • Betriebswirtschaft (Bachelor of Arts)
  • Betriebswirtschaft und Recht, Abschluss: Bachelor of Arts bzw. seit Einführung des Y-Modelles im Studiengang Betriebswirtschaft und Recht mit Wahl eines Teilstudiengangs (Wirtschaft/Recht) Bachelor of Law
  • Internationales Immobilienmanagement
  • Betriebswirtschaft für kleine und mittlere Unternehmen (Studienlernort Miltenberg)

MasterstudiengängeBearbeiten

  • Wirtschaft und Recht (Master of Business Administration and Law, als Schwerpunkt kann Finance oder Steuerrecht und Wirtschaftsprüfung gewählt werden. Bei Wahl der Vertiefung Wirtschaftsprüfung kann eine teilweise Anrechnung von Prüfungsleistungen auf das Wirtschaftsprüferexamen nach § 8 WPAnRV erfolgen.)
  • Immobilienmanagement
  • International Management

Fakultät IngenieurwissenschaftenBearbeiten

Die Fakultät besteht derzeit aus 52 Professoren, 40 wissenschaftlichen sowie 75 technischen und administrativen Mitarbeitern. Die Bachelorstudiengänge münden in 12 wählbare Studienschwerpunkte.[9] Dekan ist Michael Kaloudis.

Bachelorstudiengänge (Bachelor of Engineering)Bearbeiten

  • Elektro- und Informationstechnik
  • Erneuerbare Energien und Energiemanagement
  • Internationales Technisches Vertriebsmanagement
  • Mechatronik
  • Medical Engineering and Data Science (ab Wintersemester 2019/2020)
  • Multimediale Kommunikation und Dokumentation
  • Software Design (ab Wintersemester 2020/2021)
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • Wirtschaftsingenieurwesen in Materialtechnologien
 
Der Gumpert Apollo mit Hybridantrieb von Heinz-Harald Frentzen im Labor für Fahrzeugmechatronik

MasterstudiengängeBearbeiten

  • Master of Engineering Elektro- und Informationstechnik
  • Master of Science Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Elektrotechnik
  • Elektrotechnik (Weiterbildungsstudiengang in Kooperation mit der Hochschule Darmstadt und der Zentralstelle für Fernstudiengänge an Fachhochschulen (ZFH) im Fernstudium)
  • Zuverlässigkeitsingenieurwesen (Weiterbildungsstudiengang in Kooperation mit der Hochschule Darmstadt und der Zentralstelle für Fernstudiengänge an Fachhochschulen (ZFH) im Fernstudium)

Internationale Hochschul-KooperationenBearbeiten

Hochschulpartnerschaften innerhalb ErasmusBearbeiten

Belgien

Bulgarien

  • University of Economics Varna

Dänemark

  • Aarhus School of Marine and Technology Engineering
  • Business Academy Aarhus

Finnland

Frankreich

Griechenland

  • Technological Education Institute of Epirus

Irland

Italien

Lettland

Litauen

Niederlande

Österreich

Polen

  • University of Economics Katowice

Portugal

Rumänien

  • University Petru Maior

Schweden

Slowakei

  • University of Economics Bratislava
  • University of Zilina

Slowenien

Spanien

Tschechien

Türkei

  • Aydin-Universität Istanbul
  • TED-Universität Ankara

Ungarn

Vereinigtes Königreich

Hochschulpartnerschaften außerhalb ErasmusBearbeiten

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. Technische Hochschule Aschaffenburg - Zahlen und Fakten. Abgerufen am 3. Juni 2019.
  2. PDF bei www.h-ab.de
  3. Aschaffenburger Hochschule heißt bald Technische Hochschule, Main-Echo 7. Februar 2019 https://www.main-echo.de/regional/stadt-kreis-aschaffenburg/art490812,6616833
  4. [1] h-ab.de, abgerufen am 25. Juni 2017
  5. h-ab.de, abgerufen am 1. April 2014
  6. Denkmalliste Aschaffenburg. Bay. Landesamt für Denkmalpflege, 11. April 2019, abgerufen am 21. Mai 2019.
  7. Seit Mittwoch hängt die Bahnhofsuhr. In: Main-Netz.de, 28. März 2008. Abgerufen am 11. Juli 2011.
  8. Wirtschaft und Recht - Hochschule Aschaffenburg - University Of Applied Sciences. Abgerufen am 14. August 2016.
  9. Ingenieurwissenschaften - Hochschule Aschaffenburg - University Of Applied Sciences. In: www.h-ab.de. Abgerufen am 14. August 2016.

Koordinaten: 49° 58′ 19″ N, 9° 9′ 41″ O