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Suben
Wappen Österreichkarte
Wappen von Suben
Suben (Österreich)
Suben
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Schärding
Kfz-Kennzeichen: SD
Fläche: 6,41 km²
Koordinaten: 48° 25′ N, 13° 26′ OKoordinaten: 48° 25′ 0″ N, 13° 26′ 0″ O
Höhe: 329 m ü. A.
Einwohner: 1.468 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 229 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4975
Vorwahl: 07711
Gemeindekennziffer: 4 14 25
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Suben 50
4975 Suben
Website: www.suben.at
Politik
Bürgermeister: Ernst Johann Seitz (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
9
4
4
2
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Suben im Bezirk Schärding
AltschwendtAndorfBrunnenthal (Oberösterreich)DiersbachDorf an der PramEggerdingEngelhartszellEnzenkirchenEsternbergFreinbergKopfing im InnkreisMayrhofMünzkirchenRaabRainbach im InnkreisRiedauSankt AegidiSt. Florian am InnSt. Marienkirchen bei SchärdingSt. RomanSt. WillibaldSchardenbergSchärdingSighartingSubenTaufkirchen an der PramVichtensteinWaldkirchen am WesenWernstein am InnZell an der PramOberösterreichLage der Gemeinde Suben im Bezirk Schärding (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Stift Suben

Suben ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Schärding im Innviertel mit 1468 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Schärding.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Suben liegt auf 329 m Höhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 3,4 km, von West nach Ost 3,3 km. Die Gesamtfläche beträgt 6,4 km². 12,5 % der Fläche sind bewaldet, 57,8 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Dorf (43)
  • Etzelshofen (425)
  • Roßbach (254)
  • Schnelldorf (155)
  • Suben (591)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Suben.

GeschichteBearbeiten

Die ersten urkundlichen Erwähnungen der einzelnen Ortschaften waren: vor 1097 (Suben), 1126 (Roßbach), ca. 1130 (Schnelldorf), ca. 1150 (Etzelshofen), 1236 (Dorf).[2] Seit Gründung des Herzogtums Bayern war der Ort bis 1779 bayerisch. Um 1050 wurde die bestehende Burg der Grafen von Formbach von Tuta, der Tochter des Heinrich von Formbach und Ehefrau des ungarischen Königs Béla I., zu einem Kollegiatstift umgewandelt. Das Stift Suben selbst wurde 1126/1142 von Bischof Altmann von Trient, Sohn Graf Udalschalks von Lurn und Urenkel Tutas, gegründet.

Das nicht dem Stift unterstehende Gebiet um Suben gehörte zur Zeit der frühen Kirchenorganisation im Mittelalter zur Urpfarre St. Weihflorian. Diese bestand, ebenso wie die Pfarre Münzkirchen, aus Gebieten, die ursprünglich zur Pfarre St. Severin in der Passauer Innstadt gehört hatten.[3] Als eine eigenständige Pfarre wurde St. Weihflorian erstmals 1182 bezeichnet, als sie dem Passauer „Innbruckamt“ inkorporiert wurde,[4] welches dem St. Ägidien-Spital in der Innstadt unterstand.[5] Der Sprengel der Pfarre St. Weihflorian war sehr ausgedehnt: Er lag zwischen dem Wirkungsbereich der Urpfarre St. Severin sowie dem der Urpfarre Münsteuer und umfasste das Gebiet der heutigen Pfarren Brunnenthal, Schärding, St. Florian am Inn, Suben, St. Marienkirchen und Eggerding,[6] dazu außerdem Anteile der heutigen Pfarren Taufkirchen, Lambrechten und Rainbach.[7] Als es im Jahr 1380 zur Verlegung des Sitzes der Pfarre St. Weihflorian nach Schärding kam, wurde das nicht dem Stift unterstehende Gebiet um Suben eine Filiale von Schärding.

Ort und Stift kamen nach dem Frieden von Teschen mit dem „Innviertel“, das bis dahin „Innbaiern“ geheißen und jahrhundertelang integraler Bestandteil des Herzogtums bzw. Kurfürstentums Bayern gewesen war, zu Österreich. Während der Napoleonischen Kriege nochmals kurzzeitig bayerisch, gehört der Ort seit 1814 endgültig zu Österreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Als Ende der 1950er Jahre das Kraftwerk Schärding-Neuhaus errichtet wurde, waren zur Vorbereitung des Stauraums besonders im Bereich der Gemeinden Suben und St. Marienkirchen bei Schärding umfassende Adaptierungsarbeiten der Uferzone notwendig. In Suben wurde das sogenannte "untere Dorf" (die ehemalige "Untere Hofmark" des Klosters Suben) geräumt und die dortigen Häuser abgerissen. An dieser Stelle befindet sich heute die "Subener Bucht".

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Blau über einem silbernen, erniedrigten Wellenbalken nebeneinander drei goldene, heraldische Lilien. Gemeindefarbe: Weiß. Das Recht zur Führung des Gemeindewappens wurde 1978 verliehen.[8]

PolitikBearbeiten

Der Gemeinderat von Suben hat insgesamt 19 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 4 FPÖ, 4 SPÖ und 2 BZÖ.

Bürgermeister
  • 1945–1961 Franz Hackl (ÖVP)
  • 1961–1970 Karl Haas (ÖVP)
  • 1970–1991 Josef Reininger (ÖVP)
  • 1991–1997 Johann Mayrhofer (ÖVP)
  • seit 1997 Ernst Seitz (ÖVP)[8]

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

 
Erinnerungstafel in St. Marienkirchen anlässlich 30 Jahren Gemeindepartnerschaft St. Marienkirchen – Suben – Stamsried

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Im Jahr 1869 verzeichnete Suben 978 Einwohner, 1900 immer noch nur 980, im Jahr 1951 1094 Einwohner, 1961 schon 1330 Einwohner. Im Jahr 1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1287 Einwohner, 2001 dann 1400 Einwohner und 2011 1398 Einwohner.[9]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Karl Stiegler (1926–2008), Konsulent, Humorist, 1970–1986 „Karl-Wirt“ in Radio OÖ[12]

EhrenringträgerBearbeiten

Söhne und TöchterBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Erich Zanzinger: Heimatbuch der Gemeinde Suben – ein Ort im Wandel der Zeiten. Herausgegeben und verlegt von der Gemeinde Suben, Suben 1987 (keine ISBN).
  • Manfred Schachinger: Die versunkene Untere Hofmark des ehemaligen Klosters Suben am Inn. Verlag Eduard Wiesner, Wernstein 2006.
  • Manfred Schachinger: Die Obere Hofmark der einstigen Klosterherrschaft Suben am Inn. Verlag Eduard Wiesner, Wernstein 2014.

Literarische BearbeitungBearbeiten

  • Von Theodor Scheibe[14] stammt der Unterhaltungsroman Die Sieben von Suben. Er wurde 1873 im Neuen Wiener Blatt und 1880/81 unter dem Namen Die Musikanten von Suben[15] im Hans-Jörgel von Gumpoldskirchen jeweils als Fortsetzungsroman veröffentlicht. Handlung: In der Strafanstalt Suben lässt ein gütiger Direktor humanen Strafvollzug praktizieren. Einige Häftlinge haben sogar ein Instrument gelernt und eine Kapelle gebildet. Als sie amnestiert werden, machen sie sich musizierend auf die Reise nach Kufstein, wo sie einen Goldschatz bergen wollen.[16]
  • In der 1962 entstandenen Erzählung Der Kulterer berichtet der österreichische Autor Thomas Bernhard vom Leben des 1911 in Aschbach geborenen Franz Kulterer, der wegen eines nicht näher bezeichneten Verbrechens in der oberösterreichischen Strafanstalt Suben einsitzt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Suben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Peter Wiesinger, Richard Reutner: Die Ortsnamen des politischen Bezirkes Schärding (Nördliches Innviertel). Wien 1994, S. 16 f.
  3. Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860 (online), S. 276.
  4. Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860 (online), S. 275.
  5. Hugo Lerch: Der Streit des Passauer Domherrn und Innbruckmeisters Johann von Malenthein mit dem Passauer Domkapitel 1544–1549. In: Ostbairische Grenzmarken 6 (1962/1963), S. 249–261, hier S. 250–251.
  6. Theodor Ebner, Die Antiesenmündung, in: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins 148 (2003), S. 257–284 (online), hier S. 279.
  7. Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860 (online), S. 276.
  8. a b www2.land-oberoesterreich.gv.at abgerufen am 21. April 2018.
  9. land-oberoesterreich.gv.at (PDF) abgerufen am 21. April 2018.
  10. vgl. UStR 2000, Umsatzsteuerrichtlinien 2000 findok.bmf.gv.at abgerufen am 21. April 2018.
  11. icon.at abgerufen am 21. April 2018.
  12. Walter Egger (PDF) im Forum OoeGeschichte.at, abgerufen am 21. April 2018
  13. Biografie von Conrad Dorn, in: Webpräsenz von Regiowiki.at; abgerufen am 21. April 2018.
  14. Biografie: de.wikisource.org abgerufen am 21. April 2018.
  15. Volltext: anno.onb.ac.at und anno.onb.ac.at abgerufen am 21. April 2018.
  16. Ankündigung des Romans 1881: anno.onb.ac.at abgerufen am 21. April 2018.