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Schardenberg

Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Schärding
Marktgemeinde
Schardenberg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Schardenberg
Schardenberg (Österreich)
Schardenberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Schärding
Kfz-Kennzeichen: SD
Fläche: 31,59 km²
Koordinaten: 48° 31′ N, 13° 30′ OKoordinaten: 48° 31′ 13″ N, 13° 29′ 51″ O
Höhe: 543 m ü. A.
Einwohner: 2.438 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 77 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4784
Vorwahl: 07713
Gemeindekennziffer: 4 14 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schärdinger Straße 4
4784 Schardenberg
Website: www.schardenberg.at
Politik
Bürgermeister: Josef Schachner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
15
7
3
15 
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Schardenberg im Bezirk Schärding
AltschwendtAndorfBrunnenthal (Oberösterreich)DiersbachDorf an der PramEggerdingEngelhartszellEnzenkirchenEsternbergFreinbergKopfing im InnkreisMayrhofMünzkirchenRaabRainbach im InnkreisRiedauSankt AegidiSt. Florian am InnSt. Marienkirchen bei SchärdingSt. RomanSt. WillibaldSchardenbergSchärdingSighartingSubenTaufkirchen an der PramVichtensteinWaldkirchen am WesenWernstein am InnZell an der PramOberösterreichLage der Gemeinde Schardenberg im Bezirk Schärding (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Die Pfarrkirche Schardenberg
Die Pfarrkirche Schardenberg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schardenberg ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Schärding im Innviertel mit 2438 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Schärding. 2009 wurde Schardenberg von der Oberösterreichischen Landesregierung zur Marktgemeinde erhoben.

GeografieBearbeiten

Schardenberg liegt auf 543 m Höhe im Innviertel und ist der Raumeinheit Sauwald zugeordnet. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 8,4 km, von West nach Ost 9,2 km. Die Gesamtfläche beträgt 31,6 km². 28,8 % der Fläche sind bewaldet, 61,1 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Auf dem Fronberg befindet sich der Sender Schardenberg, der vom ORF erbaut wurde.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 14 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Achleiten (98) samt Pyret
  • Asing (116) samt Dobling, Edt und Würm
  • Bach (51)
  • Dierthalling (44) samt Reitern
  • Englhaming (32) samt Hamberg
  • Fraunhof (79) samt Außerachleiten
  • Gattern (288) samt Mayrhof, Ohrhalling und Unedt
  • Grub (243) samt Aich, Dorf, Goldberg, Grub-Zerstreute Häuser, Huber-Siedlung und Krennbauer-Siedlung
  • Ingling (137) samt Bergkeller, Ingling-Siedlung und Schwendt
  • Lindenberg (92) samt Lindenberg-Zerstreute Häuser und Thaling
  • Luck (88)
  • Schardenberg (905) samt Berg, Buchet, Hueb, Kubing und Steinbrunn
  • Schönbach (95) samt Kneiding und Schatzedt
  • Winkl (170) samt Kugelbuchet, Neudorf, Schwendt und Wühr

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Asing, Fraunhof, Gattern, Lindenberg, Luck und Schardenberg.

NachbargemeindenBearbeiten

Passau
(DE, Bayern)
Freinberg
Neuburg am Inn
(DE, Bayern)
  Esternberg
Wernstein
Brunnenthal
Rainbach im Innkreis Münzkirchen

WappenBearbeiten

Blasonierung: Über grünem, von einer goldenen Leiste gesäumtem Dreiberg von Blau und Rot durch einen silbernen, mit einem schwarzen Pilgerstab mit goldenem Knauf und goldenem Ring belegten Balken schräg geteilt; oben eine goldene, heraldische Lilie, daraus wachsend ein goldenes Patriarchenhochkreuz mit Kleeblattenden, unten eine goldene, gestürzte Pflugschar. Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß-Rot.[2]

GeschichteBearbeiten

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war das Gebiet um Schardenberg Teil des Herzogtums. 1084 erfolgt die erste Erwähnung von Schardenberg in den sog. Schardenberger Stiftungsbriefen.

Zur Zeit der frühen Kirchenorganisation im Mittelalter gehörte Schardenberg als Filiale zur Urpfarre St. Severin. 1182 wurde St. Severin mit dem für die Verwaltung der Innbrücke zuständigen „Innbruckamt“ dem St. Ägidien-Spital in der Innstadt inkorporiert.[3] Das „Innbruckamt“ verwaltete seither auch die dem Spital inkorporierten Pfarren, die vom jeweiligen „Bruckpfarrer“ zu vergeben waren. Zu diesen zählten neben St. Severin mit Schardenberg und Wernstein auch St. Weihflorian, Kellberg, Hauzenberg, Kopfing, Münzkirchen und Tettenweis.[4] Bald nach der Inkorporation von St. Severin wurde der Sitz dieser Pfarre in die Spitalskirche St. Ägidien/St. Gilgen verlegt,[5] wo er bis 1653 verblieb.[6] Seit 1785 ist Schardenberg eine eigenständige Pfarre.

Nach dem Frieden von Teschen wurde er 1779 mit dem Innviertel – damals 'Innbaiern' – dem Erzherzogtum Österreich zugeschlagen. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bei Bayern, gehört er seit 1816 (Vertrag von München) wieder zu Oberösterreich. Im Jahr 1900 gründet der Salvatorianer-Pater Elseus Gabelseder das Kloster Hamberg als Studienkolleg für Spätberufene. 1910 wird die neue Pfarrkirche eingeweiht.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

VerkehrBearbeiten

Schardenberg wird im Ortsteil Gattern durch die Buslinie K1 der Verkehrsbetriebsgesellschaft Passau erreicht, welche dort an der Haltestelle „Mayrhof“ endet.[7] Daneben wird Schardenberg von Regionalbussen des OÖVV angefahren.[8]

PolitikBearbeiten

Bürgermeister seit 1900Bearbeiten

  • 1900–1903: Matthias Glöckl
  • 1903–1907: Josef Maier
  • 1907–1912: Matthias Maier
  • 1912–1919: Johann Kasbauer
  • 1919–1929: Matthias Maier
  • 1929–1938: Anton Himsl
  • 1938–1939: Johann Breinbauer
  • 1939–1945: Martin Auer
  • 1945–1967: Josef Knonbauer
  • 1967–1979: Georg Scharnböck
  • 1979–1993: Johann Knonbauer
  • seit 1993: Josef Schachner

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 

Der starke Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 1981 und 1991 erfolgte, da sowohl Geburtenbilanz (+133) als auch Wanderungsbilanz (+200) positiv waren. Im nächsten Jahrzehnt wurde die Wanderungsbilanz negativ (–339) und konnte durch die Geburtenbilanz (+110) nicht ausgeglichen werden, sodass die Bevölkerungszahl auf 2.384 Personen im Jahr 2001 sank.[9]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Fatimakapelle
  • Aussichtsturm: Bereits 1886 wurde am Fronberg ein 30 Meter hoher Aussichtsturm aus Holz errichtet; dieser wurde 1931 durch einen steinernen Bau ersetzt.[10] Seit Anfang 2016 ist der Turm geschlossen.[11]
  • Pfarrkirche Schardenberg: Die heutige Kirche, auch Innviertler Dom genannt, wurde 1908–1910 nach Plänen von Dombaumeister Matthäus Schlager anstelle eines abgerissenen Vorgängerbaus errichtet, von dem aber noch der barocke Turm von 1741 erhalten ist.
  • Fatimakapelle: Im Fronwald – fünf Minuten von der Pfarrkirche entfernt – stand eine alte Kapelle, in der der hl. Petrus und die Büßerin Magdalena auf einer alten Kultstätte verehrt wurden. Der so genannte Heidenstein weist noch darauf hin. 1945 erfolgte eine Erneuerung und das Bild der Mutter Gottes rückte in den Mittelpunkt. Die Zahl der Pilger wuchs, 1949 erfolgte die Grundsteinlegung der heutigen Kapelle nach Plänen von Hans Foschum und 1951 die Einweihung des Heiligtums. Die Muttergottes-Statue stammt von derselben Künstlerhand wie das Original in Fatima, Portugal. An den 13. der Monate Mai bis Oktober werden die Fatimatage gefeiert und tausende Pilger kommen zum Heiligtum im Fronwald.
  • Nahe der Grenze zu Bayern steht das ehemalige Salvatorkloster Hamberg, heute eine Studentenwohnanlage für Studenten der Universität Passau.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schardenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Land Oberösterreich, Geschichte und Geografie, Wappen. Abgerufen am 16. April 2019.
  3. Franz Mader, Pfarrgeschichte der Pfarrei St. Severin (online, Zugriff am 26. September 2018).
  4. Hugo Lerch: Der Streit des Passauer Domherrn und Innbruckmeisters Johann von Malenthein mit dem Passauer Domkapitel 1544–1549. In: Ostbairische Grenzmarken 6 (1962/1963), S. 249–261, hier S. 250–251. — Theodor Ebner, Die Antiesenmündung, in: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins 148 (2003), S. 257–284 (online), hier S. 279. — Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860 (online), S. 275–276. — Johann Ev. Lamprecht: Historisch-topographische Matrikel oder geschichtliches Ortsverzeichniß des Landes ob der Enns, als Erläuterung zur Charte des Landes ob der Ens in seiner Gestalt und Eintheilung vom VIII. bis XIV. Jahrhunderte, Wien 1863 (online), S. 133, 212.
  5. Vgl. Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860 (online), S. 276.
  6. Franz Mader, Pfarrgeschichte der Pfarrei St. Severin (online, Zugriff am 26. September 2018).
  7. Haltestellenfahrplan Mayrhof der Linie K1. (pdf; 41 kB) Website der Stadtwerke Passau, abgerufen am 5. Mai 2018.
  8. Schardenberg wird von den Linien 817 und 818 angefahren, vgl. Fahrplandownload. Website des OÖVV, abgerufen am 12. Mai 2019.
  9. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Schardenberg, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 16. April 2019.
  10. Geschichte. Webseite der Gemeinde Schardenberg, abgerufen am 2. Februar 2017.
  11. Turmareal am Fronberg verfällt. nachrichten.at, 29. Oktober 2016, abgerufen am 2. Februar 2017.
  12. Karl Bachmair. LiteraturNetz Oberösterreich, abgerufen am 6. Februar 2017.
  13. a b c d Ehrung der ausgeschiedenen Gemeinderatsmitglieder, Verleihung der Ehrenbürgerschaft. In: Gemeindenachrichten der Marktgemeinde Schardenberg. März 2016, S. 3 (schardenberg.at [PDF; abgerufen am 4. Februar 2017]).