Thomas Bernhard

österreichischer Schriftsteller

Nicolaas Thomas Bernhard (* 9. Februar 1931 in Heerlen, Niederlande; † 12. Februar 1989 in Gmunden, Oberösterreich) war ein österreichischer Schriftsteller. 1970 erhielt er den Georg-Büchner-Preis; seit den 1980er Jahren wird er international zu den bedeutendsten österreichischen und deutschsprachigen Autoren gerechnet.[1]

Thomas Bernhard (1987)

LebenBearbeiten

FamilieBearbeiten

Thomas Bernhard wurde als nichteheliches Kind in Heerlen (Niederlande) geboren, wo seine Mutter Herta Bernhard (1904–1950) als Haushaltshilfe arbeitete. Sie war die Tochter Anna Bernhards und des Salzburger Schriftstellers Johannes Freumbichler.

Thomas Bernhards Vater war der aus Henndorf am Wallersee stammende Bauernsohn und Tischler Alois Zuckerstätter. Thomas Bernhard lernte ihn nie kennen. Zuckerstätter wurde, obwohl er die Vaterschaft bestritt, vom Jugendamt als Vater festgestellt; er weigerte sich, Alimente zu zahlen, war bei Nachforschungen oft unsteten Aufenthalts und heiratete später in Deutschland. Seine Tochter Hilda überlebte ihren Halbbruder, erfuhr aber erst kurz vor dessen Tod von seiner Existenz.

Über den Tod seines leiblichen Vaters, der am 2. November 1940 in Berlin[2] durch eine Gasvergiftung starb, wobei man Suizid vermutete, erfuhr Bernhard nichts Genaues: er vermutete, dass sein Vater mit 43 Jahren in Frankfurt an der Oder umgekommen sei, und erzählte, er habe in der Familie den Vornamen Alois nie aussprechen dürfen. Seine Mutter litt unter der äußerlichen Ähnlichkeit des Kindes mit seinem Vater.[3]

KindheitBearbeiten

 
Wohnhaus Wien 16., Wernhardtstraße 6

Bis Herbst 1931 verblieb Thomas auf einem Fischkutter bei Rotterdam.[4] Im September schickte ihn seine Mutter zu ihren Eltern; er lebte dann in der Wernhardtstraße 6 im 16. Bezirk (Ottakring) von Wien. Die schlechte finanzielle Situation veranlasste seine Großeltern 1935, gemeinsam mit dem damals 4-jährigen Thomas von Wien nach Seekirchen am Wallersee, ganz in die Nähe des Geburtsortes von Großvater und Vater, Henndorf, zu ziehen.[5] Die Zeit dort beschrieb Bernhard im Rückblick als die glücklichste seines Lebens. Seine Mutter heiratete 1936 in Seekirchen den Wiener Friseurgesellen Emil Fabjan; mit ihm und ihrem Sohn übersiedelte sie 1937 nach Traunstein in Oberbayern, wenige Kilometer jenseits der Salzburger Grenze.[2]

Nationalsozialistische ErziehungseinrichtungenBearbeiten

1941 wurde Bernhard in ein nationalsozialistisches Erziehungsheim in Saalfeld geschickt. Man hatte in der Familie das von einer Sozialbetreuerin empfohlene salzburgische Saalfelden, wo er sich erholen sollte, mit dem thüringischen Saalfeld verwechselt. Die in Saalfeld gemachten traumatischen Erfahrungen flossen in Bernhards autobiografische Erzählungen ein. Ab 1943 war er im NS-Internat „Johanneum“ in Salzburg untergebracht. Hier ermöglichte ihm sein Großvater Violinunterricht bei Georg Steiner, einem Mitglied des Mozarteum-Quartetts.[6] Nach schweren Bombenangriffen kehrte Bernhard nach Traunstein zurück. Erst nach Kriegsende besuchte er wieder das mittlerweile wie vor 1938 katholische „Johanneum“.

Nach 1945Bearbeiten

1946 übersiedelte die ganze Familie in den Salzburger Stadtteil Aiglhof in die Radetzkystraße 47. Der Großvater setzte sich nachhaltig für eine künstlerische Ausbildung Bernhards ein. 1946 endete seine Schullaufbahn im Salzburger Akademischen Gymnasium; Bernhard brach die Schule ab und absolvierte von 1947 an eine Lehre als Einzelhandelskaufmann in dem Kolonialwarenladen von Karl Podlaha in der Salzburger Scherzhauserfeldsiedlung, einer Armensiedlung. Heute ist der Gang, an dem der Laden in einem Keller lag, nach Thomas Bernhard benannt. Er schilderte diese Zeit in seinem autobiografischen Text Der Keller (1976). Er ging damals, wie er schrieb, „in die entgegengesetzte Richtung“. In seinen autobiografischen Erzählungen bezeichnete er später die Institution Schule als „Geistesvernichtungsanstalt“.

Im Jänner 1949 bekam Thomas Bernhard eine tuberkulöse, nasse Rippenfellentzündung, die ihn beinahe das Leben kostete. Der geliebte Großvater lag zur selben Zeit im St.-Johanns-Spital und starb im Februar an akutem Nierenversagen. Die Mutter starb im Herbst 1950 an Krebs.

1950er Jahre; Entwicklung zum SchriftstellerBearbeiten

1950 veröffentlichte Bernhard unter dem Pseudonym Thomas Fabian[7] die Kurzgeschichte Das rote Licht – damit begann seine lebenslange schriftstellerische Tätigkeit. Der Tod und die Relativierung aller anderen Werte angesichts der steten Bedrohung durch ihn wurden in seinen Werken zu einem der wichtigsten Motive. Seine Romane, die autobiografischen Erzählungen und ein Gedichtband tragen Titel wie In hora mortis, Frost, Die Kälte, Verstörung und Auslöschung.

Es gab in seinem Leben, wie er sagte, zwei für ihn „existenzentscheidende“ Menschen: seinen Großvater, der ihm den Sinn für die Philosophie, für das „Höchste, Allerhöchste“ mitgegeben und der ihm Montaigne, Schopenhauer und Pascal nähergebracht hatte, und seinen „LebensmenschenHedwig Stavianicek. Mit ihr verband ihn bis zu ihrem Tod 1984 eine innige Beziehung und Freundschaft.

1951 hatte die um 37 Jahre ältere Frau ihn während seines Aufenthalts in der Lungenheilstätte Grafenhof in St. Veit im Pongau in der dortigen Kirche singen gehört und fünf Jahre später auch persönlich kennengelernt. Die „Tante“ wurde für ihn zunächst zur Förderin, führte ihn in die Wiener Gesellschaft ein und unternahm mit ihm manche Reise. Ihren Tod verarbeitete er in dem Roman Alte Meister. Eine Komödie als den Tod der Frau des Protagonisten.

Während der 1950er Jahre arbeitete Bernhard als Journalist, u. a. von 1952 bis 1955 als freier Mitarbeiter bei der sozialistischen Tageszeitung Demokratisches Volksblatt, und war gleichzeitig als freier Schriftsteller tätig. Im Salzburger Mozarteum nahm er Unterricht in Schauspielkunst und Dramaturgie und in Musiktheorie bei Theodor W. Werner. Ende 1954 trat Bernhard auf Anregung des Chefredakteurs des Demokratischen Volksblatts Josef Kaut der SPÖ bei, bereute dies jedoch schon am nächsten Tag und sandte das Parteibuch zurück. Anschließend beendete er auch die Arbeit für das Volksblatt.[8]

Am 9. November 1954 hielt Bernhard in Salzburg einen Vortrag, dessen bis dahin unbekanntes Manuskript im Jahr 2009 vom Cheflektor des Suhrkamp-Verlags entdeckt wurde. Im Vortrag drückte Bernhard seine Bewunderung für Arthur Rimbaud aus; er schrieb, Rimbaud sei „keusch und tierhaft zugleich“ gewesen. Dies ist die früheste bekannte Äußerung Bernhards zu seinem Selbstverständnis als Autor sowie zum staatlichen Kulturbetrieb; er verhöhnt darin einen „Herrn vom Kulturamt“, der sich bei Dichterlesungen wichtigtuerisch vor den Autor schiebt.[9]

1957 trat Thomas Bernhard mit dem Gedichtband Auf der Erde und in der Hölle als Lyriker auf. Auf dem Tonhof des Komponisten Gerhard Lampersberg in Maria Saal kam Bernhard zwischen 1957 und 1959 (nach Oliver Bentz bis Sommer 1960) in Kontakt mit Schriftstellerkollegen wie H. C. Artmann, Christine Lavant, dem jungen Peter Turrini und Wolfgang Bauer, aber auch mit dem Maler Hundertwasser und anderen Künstlern. Lampersberg und seine Frau hegten ihm gegenüber später ambivalente Gefühle, die sich anlässlich der Veröffentlichung von Holzfällen zu einer offenen Feindschaft entwickelten. 1984 erwirkte Lampersberg, den Roman seines ehemaligen „Schützlings“ gerichtlich zu beschlagnahmen, da er sich in der Figur des Auersberger wiedererkannte.

Prägend für Bernhards Entwicklung als Schriftsteller war die Zeit, die er in frühester Kindheit bei seinem Großvater Johannes Freumbichler verbracht hatte, dazu das Gefühl, von seiner Mutter alleingelassen, ungeliebt, unerwünscht zu sein, vom Vater verleugnet. Dazu kam ein schweres Lungenleiden und später das „Boeck-Besnier-Schaumann-Syndrom“ (Morbus Boeck), in dessen Verlauf es zu einer dilatativen Kardiomyopathie, einer „Herzerweiterung“, kam.

In einem Filmgespräch an drei Tagen mit Ferry Radax, einem seiner selten gewährten Interviews, erläuterte Bernhard 1970 den Einfluss seines persönlichen Lebenshintergrundes auf sein Werk.[10]

Vierkanthof und KaffeehausBearbeiten

 
Vierkanthof in Obernathal, Innenhof

Von 1965 an lebte Bernhard, wenn er nicht in Wien oder auf Reisen war, in Obernathal (Gemeinde Ohlsdorf). Das Preisgeld des Bremer Literaturpreises, den er für seinen Roman Frost erhalten hatte, ermöglichte ihm im selben Jahr über den Realitätenhändler (= Immobilienmakler) Ignatz Hennetmair die Anzahlung zum Kauf seines Vierkanthofes. Bernhard beschrieb diesen Vorgang eingehend in seinem postum erschienenen Band Meine Preise sowie in Andeutungen im Roman Ja. Von 1974 bis 1987 war Bernhard Mitglied des Österreichischen Bauernbundes, einer Teilorganisation der konservativen ÖVP. Dies wurde erst nach seinem Tod öffentlich bekannt.[11] Bernhard liebte es, neben der Schreibarbeit ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen. Bernhards Leidenschaft für Kaffeehäuser führte ihn in Wien in das Café Bräunerhof, das sein Stammcafé wurde, auch in Gmunden und Salzburg suchte er häufig Cafés auf, die ihm zur „zweiten Wohnstube“ wurden.

TodBearbeiten

Ende November 1988 erlitt Bernhard eine Lungeninfektion. Sein Halbbruder Peter Fabjan, in Gmunden niedergelassener Facharzt für Innere Medizin, betreute ihn auf seinen ausdrücklichen Wunsch zu diesem Zeitpunkt bereits rund zehn Jahre. Am 12. Februar 1989 starb Thomas Bernhard in seiner Gmundner Wohnung an Herzversagen.

 
Grabstelle, Namenstafel geöffnet

Am 16. Februar wurde er im Grab seines „Lebensmenschen“ Hedwig Stavianicek auf dem Grinzinger Friedhof[12] in Wien beerdigt, wunschgemäß nur in Anwesenheit der engsten Angehörigen. Die Nachricht von seinem Tod sollte der Öffentlichkeit erst nach der Beerdigung bekanntgegeben werden, was nicht ganz gelang. Sein Grabstein ist mehrfach beschädigt und die Grabtafel gestohlen worden.[13]

Literarischer StilBearbeiten

Viele Romane und Erzählungen Bernhards bestehen zum Großteil oder zur Gänze aus Monologen des Ich-Erzählers und einem fiktiven stummen oder beinahe stummen Zuhörer oder Schüler, wie zum Beispiel dem Erzähler Franz-Josef Murau und seiner Schülerfigur Gambetti im späten Hauptwerk Auslöschung. Anlässlich einer häufig überspitzt und grotesk dargestellten Alltagssituation oder einer von ihm selbst konstruierten philosophischen Frage referiert der Ich-Erzähler seine Sicht der Dinge. Auch in Bernhards Dramen findet sich häufig eine ähnliche Konstellation.

Bernhard spielt bevorzugt mit den Stilmitteln der Suada, der monologisierenden Rede, der Polemik und des Kontraintuitiven. In den Prosawerken erzielt Bernhard eine Distanzierung von den Tiraden des Monologisierenden, indem er sie den stillen Zuhörer sozusagen aus zweiter Hand wiedergeben lässt. Einschaltungen wie „sagte er“, „so Reger“ etc. sind kennzeichnend für den Stil Bernhards.

Die Monologisierenden sind nicht selten Wissenschaftler, durchweg – um Bernhards eigene Terminologie zu verwenden – „Geistesmenschen“, die in langen Schimpftiraden gegen die „stumpfsinnige Masse“ Stellung beziehen und mit ihrem scharfen Verstand alles angreifen, was dem Österreicher traditionell „heilig“ ist: den Staat selbst, den Bernhard gerne als „katholisch-nationalsozialistisch“ bezeichnet; anerkannte österreichische Institutionen wie das Wiener Burgtheater, allseits verehrte Künstler etc.

Bernhards Hauptfiguren setzen in kategorischen Behauptungen ihre Aussagen oft absolut. Kennzeichnend für die Monologe seiner Protagonisten sind Ausdrücke wie „naturgemäß“, „alle“, „nichts“, „immer nur“, „fortwährend“, „durchaus“ etc. Von vornherein schalten sie mit Sätzen wie „darüber gibt es doch gar nichts zu diskutieren“, „da kann man sagen, was man will“ u. ä. jeden möglichen Einwand aus.

Ein besonderes stilistisches Merkmal von Bernhards Prosa ist eine Technik der Steigerung, der Übertreibung, des sich Hineinsteigerns beziehungsweise des sich Versteigens in fixe Ideen, was jeweils sehr kunstvoll durch eine Wiederholungstechnik orchestriert wird, in der bestimmte Themen, Versatzstücke und abfällige Bezeichnungen mit hoher Frequenz wiederholt (aber immer auch leicht variiert) und dabei immer weiter gesteigert werden. Diese Technik Bernhards ist Kompositionsmethoden der Barockmusik und der seriellen Musik verwandt, solche Passagen sind oft komische Höhepunkte seiner Werke. Seine Sprache hat eine starke melodische Wirkung.

Themen und biographische BezügeBearbeiten

 
Thomas Bernhard 1970

Bernhards Texte sind einerseits gallige oder komische Ergüsse gegen alles und jeden, andererseits aber voller autobiographischer Bezüge. Obwohl es zahlreiche Parallelen zwischen den Protagonisten und Bernhard gibt, handelt es sich immer um Rollenprosa. Es geht in den Romanen oft um die Tragik, die Vereinsamung, die Selbstzersetzung eines Menschen, der nach Vollkommenheit strebt. Ein immer wiederkehrendes Thema ist die Vollkommenheit der Kunst sowie ihre Unmöglichkeit, da nach Bernhard Vollkommenheit den Tod bedeutet. Bernhard stellt philosophischen Passagen sehr oft alltägliche, oft geradezu banale Betrachtungen gegenüber.

In seinen Werken lässt sich Bernhard immer wieder über die „bessere Gesellschaft“ Wiens und Salzburgs aus, die er oft mit ätzender und schmähender Kritik überzieht. Österreich beschreibt er gern als Land der Spießer, wobei er die Verhältnisse in finstersten Farben schildert. Viele Personen des öffentlichen Lebens, aber auch zahlreiche Bekannte Bernhards, fühlten sich parodiert oder verunglimpft. All dies bewirkte, dass viele seiner Veröffentlichungen und Theaterpremieren Skandale und Tumulte auslösten.

Bernhard verarbeitete seine Kindheit und Jugend literarisch in fünf autobiografischen Werken: Die Ursache, Der Keller, Der Atem, Die Kälte und Ein Kind.[14]

Zusammenarbeit mit Claus PeymannBearbeiten

 
Gedenktafel: Uraufführungen von Thomas-Bernhard-Stücken am Salzburger Landestheater

Die meisten Theaterstücke Thomas Bernhards wurden in der Regie Claus Peymanns uraufgeführt. Zwischen dem Theatermann und dem Autor bestand zeitlebens eine spannungsvolle Freundschaft.

Das erste Bernhard-Stück, das Claus Peymann auf die Bühne brachte, war Ein Fest für Boris. Die Uraufführung fand am 29. Juni 1969 am Deutschen Schauspielhaus Hamburg statt. Es folgte am 29. Juli 1972 die Uraufführung Der Ignorant und der Wahnsinnige am Landestheater Salzburg. Hier erfolgte der Streit um die Verdunkelung des Zuschauerraums (siehe nächster Abschnitt).

Bis 1988 verantwortete Peymann zwölf weitere Uraufführungs-Inszenierungen von Bernhards Stücken in Salzburg, Stuttgart, Bochum und Wien. Als Direktor des Wiener Burgtheaters ab 1986 begann er seine Spielzeit mit dem Theatermacher, auch das erfolgreiche und in der Öffentlichkeit vieldebattierte Stück Heldenplatz brachte er in seiner Direktion heraus. Drei Monate nach der Premiere verstarb Bernhard.

Bernhard schrieb ein Dramolett über seine Beziehung zu Peymann: Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen. In der Aufführung des Burgtheaters spielte Peymann sich selbst. Auch als Intendant des Berliner Ensembles (1999 bis 2017) inszeniert Peymann regelmäßig Thomas-Bernhard-Stücke (u. a. Der deutsche Mittagstisch, Dramolette, Premiere am 19. Dezember 2003, Die Macht der Gewohnheit mit Jürgen Holtz, 2015).

Öffentliche DebattenBearbeiten

Bernhard provozierte vor allem in seiner österreichischen Heimat immer wieder heftige Kritik, viele seiner Aufführungen wurden von publikumswirksamen Skandalen überschattet, die Politik, Boulevardpresse und Kunstbetrieb gleichermaßen in Atem hielten. Die in seinen Texten beschriebene Abneigung gegenüber Österreich[15] löste regelmäßig heftige Gegenreaktionen aus, die Kronen-Zeitung und populistisch agierende Politiker forderten lauthals Aufführungsverbote und die Ausbürgerung Bernhards – der pauschale Vorwurf des „Vaterlandsverräters“ und „Nestbeschmutzers“ war öfter zu hören. Manche seiner Kritiker erhitzten sich an der als wenig konfliktscheu und narzisstisch empfundenen Persönlichkeit Bernhards, der nicht davor zurückscheute, die Pauschalvorwürfe seiner Literatur öffentlich zu wiederholen. Die öffentliche Entrüstung steigerte den Buchabsatz Bernhards erheblich und machte ihn schnell bekannt.[16]

Der erste Vorfall, der Bernhard in die Schlagzeilen brachte, war der sogenannte Staatspreis-Skandal, der am 4. März 1968 im Wiener Unterrichtsministerium seinen Ausgang nahm: Bei der Verleihung der Staatspreise für das Jahr 1967 sagte Bernhard, statt eine Fest- und Dankesrede zu halten:

„Es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt […] Der Staat ist ein Gebilde, das fortwährend zum Scheitern, das Volk ein solches, das ununterbrochen zur Infamie und zur Geistesschwäche verurteilt ist. Das Leben Hoffnungslosigkeit, an die sich die Philosophien anlehnen, in welcher alles letztenendes verrückt werden muss. Wir sind Österreicher, wir sind apathisch; wir sind das Leben als das gemeine Desinteresse am Leben, wir sind in dem Prozess der Natur der Größenwahn-Sinn der Zukunft.“[17]

Durch die Reaktion des Unterrichtsministers Theodor Piffl-Perčević sowie durch dessen Laudatio fühlte sich Bernhard seinerseits brüskiert. In Artikeln und öffentlichen Stellungnahmen verbreiteten der Autor und sein Verleger Siegfried Unseld ihre Sicht des Geschehens;[17] dies wiederum löste Reaktionen von staatlicher Seite aus.[18] So wurde der Festakt zur Verleihung des Anton Wildgans-Preises an Bernhard abgesagt. Bernhard verarbeitete dieses Geschehen in seinen Büchern Wittgensteins Neffe und Meine Preise.

1972 kam es bei der Uraufführung seines Stückes Der Ignorant und der Wahnsinnige im Rahmen der Salzburger Festspiele zum Bruch mit der Festspielleitung, weil Bernhard am Ende der Aufführung absolute Dunkelheit verlangte und auch die Löschung des Notlichts forderte. Die feuerpolizeilichen Bestimmungen ließen dies jedoch nicht zu. Peymann und Bernhard verweigerten nach der Premiere weitere Aufführungen. Dieser Vorfall findet sich später in Bernhards Stück Der Theatermacher wieder.

Im September 1985 warf ihm anlässlich der Uraufführung des Schauspiels Der Theatermacher (zu dessen Hauptmotiven ebenfalls das Löschen des Notlichts zählt) bei den Salzburger Festspielen der damalige Finanzminister Franz Vranitzky in Anspielung auf die Kultursubventionen vor, „sich unter Einstreichung guter Steuerschillinge die eigene Verklemmung über dieses Land vom Leib zu schreiben“.

Ein weiterer Skandal mit Publikumswirksamkeit war der um seinen 1984 veröffentlichten Roman Holzfällen, Bernhards Auseinandersetzung mit Gerhard Lampersberg und seinem Kreis, die in der Beschlagnahme des Buches gipfelte.

Am meisten und auch am emotionalsten wurde das Drama Heldenplatz diskutiert, das er zum 50. Jahrestag des „Anschlusses“ Österreichs an den NS-Staat geschrieben hatte. An diesem Stück, einem Psychogramm der österreichischen Gesellschaft und ihrem latenten Antisemitismus, entzündete sich schon Wochen vor der Premiere 1988 am Wiener Burgtheater eine wüste Kampagne. Alle Versuche, Peymanns Inszenierung zu verbieten oder zu hintertreiben, scheiterten jedoch. Das Stück wurde zum triumphalen Erfolg – einem der größten, die das Burgtheater in der Direktion Peymanns erlebte.[19]

Zum letzten Mal sorgte Bernhard nach seinem Tod im Februar 1989 mit seinem Testament für Aufregung, in dem er ein allgemeines Aufführungs- und Publikationsverbot aller seiner Werke innerhalb der Grenzen Österreichs verfügt hatte.

AuszeichnungenBearbeiten

RezeptionBearbeiten

Unter dem Einfluss der Arbeit Bernhards stehen und standen viele deutschsprachige Literaten und Künstler. Einer der wenigen bekennenden Bernhard-Verehrer zu Lebzeiten war der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch, der Ende der 1970er Jahre seine Alter-Ego-Figur „Hagenbuch“ stilistisch ganz offen auf Bernhards Kunst, Figuren in verschachtelten Gedankensprüngen erzählen zu lassen, begründete.

Neben den sehr intensiv dargebotenen Bühnenfiguren, den Themen, der Gedankenführung und Sprache des Kabarettisten Georg Schramm stellt auch der Titel seines seit 2005 aufgeführten Programms „Thomas Bernhard hätte geschossen“ den direkten Bezug zu Bernhards Werk her.

In seiner Parodie „Aus den Verliesen des Suhrkamp-Verlags“ imitiert Antonio Fian die Sprache Thomas Bernhards.

Umgang mit dem AufführungsverbotBearbeiten

Thomas Bernhards Bruder und Universalerbe Peter Fabjan gestattete zunächst die weitere Aufführung bereits im Spielplan befindlicher Bernhard-Inszenierungen, was vor allem dem Wiener Burgtheater unter seinem damaligen Direktor Claus Peymann zugutekam, das zum Zeitpunkt von Bernhards Tod vier seiner Stücke im Repertoire hatte.

Später erlaubte er Ausnahmen von der testamentarischen Verfügung, so dass ab 1999 Neuinszenierungen von Bernhards Dramen möglich wurden. Bernhards Verbot „jede[r] Einmischung“ und „jede[r] Annäherung dieses österreichischen Staates“ gegenüber seiner Person und seinem Werk wird in den öffentlichen Veranstaltungen dadurch Rechnung getragen, dass diese ohne die Patronanz und ohne Anwesenheit von Politikerprominenz stattfinden.

NachlassBearbeiten

Für den Nachlass Thomas Bernhards, etwa 20.000 Originaldokumente, gründete dessen Erbe Peter Fabjan 1998 die Thomas Bernhard-Privatstiftung. Der Literaturwissenschaftler Martin Huber begann mit der Aufarbeitung der Schriften. 2001 zog das Thomas Bernhard-Archiv, unterstützt durch das Land Oberösterreich, in die denkmalgeschützte Kleine Villa Toscana in Gmunden.[23]

In Zusammenarbeit mit dem Cheflektor des Suhrkamp Verlages, Raimund Fellinger, Wendelin Schmidt-Dengler sowie Martin Huber und zahlreichen Mitarbeitern wurde bis Dezember 2015 eine zweiundzwanzigbändige Werkausgabe Thomas Bernhards erstellt.

Von 2015 bis 2018 wurden die Dokumente des Archivs für die Österreichische Akademie der Wissenschaften digital erfasst. Das Archiv befindet sich seit 2015 wieder in Thomas Bernhards ehemaliger Wohnung in Gmunden. Die Archivalien, auch die digitalisierten, sind derzeit (Stand 2019) nicht allgemein zugänglich.[23]

ErinnerungBearbeiten

In der Scherzhauserfeldsiedlung im Salzburger Stadtteil Lehen, wo Thomas Bernhard eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolvierte, ist eine Straße nach ihm benannt.

WerkeBearbeiten

Gesamtausgabe:

Postum erschienenBearbeiten

BriefwechselBearbeiten

Bearbeitungen einzelner WerkeBearbeiten

AudioproduktionenBearbeiten

ComicsBearbeiten

VerfilmungBearbeiten

VertonungenBearbeiten

  • Helmut Oehring: KALKWERK (2012/13), instrumentales Theater für Streichquintett und Vokalisten auf den gleichnamigen Roman von Thomas Bernhard unter Verwendung von Musiken Franz Schuberts. UA: Februar/März 2013 im Radialsystem V in Berlin / Biennale Salzburg mit dem ensemble mosaik
  • Hubert Steppan: DIE ZEIT IST AUSGELÖSCHT, O HERR; Text aus "In hora mortis" von Thomas Bernhard. Vertonung als Lied für mittlere Stimme und Klavier (Op. 337) und als Orchesterlied für mittlere Stimme und Orchester (Op. 338); beide Werke St. Paul/Salzburg, 2005.

DokumentarfilmeBearbeiten

  • Ferry Radax: Thomas Bernhard – Drei Tage. Filmporträt, 1970
  • Thomas Bernhard. Eine Herausforderung. Monologe auf Mallorca. Ein Portrait von Krista Fleischmann. Dokumentarfilm, ORF, 1981.
  • Thomas Bernhard. Ein Widerspruch. Die Ursache bin ich selbst. Ein Portrait von Krista Fleischmann in Madrid. Dokumentarfilm, ORF, 1986.
  • Das war Thomas Bernhard. Fernsehdokumente 1967–1988. Dokumentarfilm, Österreich, 1994, 50 Min., Buch und Regie: Krista Fleischmann, Produktion: ORF, Inhaltsangabe von 3sat.
  • Thomas Bernhard. Die Kunstnaturkatastrophe. Eine Topographie. Dokumentarfilm, Deutschland, 2010, 52 Min., Buch und Regie: Norbert Beilharz, Produktion: Eikon Südwest, WDR, arte, Erstsendung: 7. Februar 2011 bei arte, Inhaltsangabe von ARD u. a. mit Daniel Kehlmann und Stefan Hunstein.

LiteraturBearbeiten

GesamtdarstellungenBearbeiten

  • Jens Dittmar (Hrsg.): Thomas Bernhard. Werkgeschichte. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-518-38502-X.
  • Clemens Götze: "Es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt". Studien zum Werk Thomas Bernhards. Tectum, Marburg 2011, ISBN 978-3-8288-2672-4.* Joachim Hoell: Thomas Bernhard. dtv, München 2000, ISBN 3-423-31041-3.
  • Hans Höller: Thomas Bernhard. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1993, ISBN 3-499-50504-5.
  • Gitta Honegger: Thomas Bernhard. „Was ist das für ein Narr?“ Propyläen, München 2003, ISBN 3-549-07168-X.
  • Bernhard Judex: Thomas Bernhard. Epoche – Werk – Wirkung. C. H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60684-7.
  • Micaela Latini: Die Korrektur des Lebens. Studien zu Thomas Bernhard, Königshausen & Neumann, Würzburg 2017, ISBN 978-3-8260-6223-0.
  • Andreas Maier: Die Verführung. Thomas Bernhards Prosa. Wallstein, Göttingen 2004, ISBN 3-89244-859-0.
  • Sabine Mair: „Werner Schwab. Thomas Bernhard. Ein Versuch.“ Innsbruck, Univ., Dipl.-Arb. 1999.
  • Manfred Mittermayer: Thomas Bernhard. Leben Werk Wirkung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-18211-0.
  • Manfred Mittermayer: Thomas Bernhard. Metzler, Stuttgart 1995, ISBN 3-476-10291-2.
  • Alfred Pfabigan: Thomas Bernhard. Ein österreichisches Weltexperiment. Zsolnay, Wien 1999, ISBN 3-552-04921-5.
  • Johannes Frederik G. Podszun: Untersuchungen zum Prosawerk Thomas Bernhards. Die Studie und der Geistesmensch. Entwicklungstendenzen in der literarischen Verarbeitung eines Grundmotivs. Peter Lang, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-631-33979-8.
  • Wendelin Schmidt-Dengler: Der Übertreibungskünstler – Studien zu Thomas Bernhard. 4., erweiterte Auflage. Sonderzahl, Wien 2010, ISBN 978-3-85449-327-3.

Zu EinzelaspektenBearbeiten

  • Stefano Apostolo: Thomas Bernhards unveröffentlichtes Romanprojekt "Schwarzach St.Veit" : das Konvolut, die Fassungen und ihre Deutung, Mattighofen : Korrektur Verlag 2019, ISBN 978-3-9504476-4-4
  • Michael Billenkamp: Thomas Bernhard. Narrativik und poetologische Praxis. Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5508-1.
  • Ilija Dürhammer: Homoerotische Subkulturen im Schubert-Kreis, bei Hugo von Hofmannsthal und Thomas Bernhard. Böhlau, Wien 2006, ISBN 3-205-77462-0.
  • Ria Endres: Am Ende angekommen – Dargestellt am wahnhaften Dunkel der Männerporträts des Thomas Bernhard. S. Fischer, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-596-22311-3.
  • Clara Ervedosa: Vor den Kopf stoßen. Das Komische als Schock im Werk Thomas Bernhards. Aisthesis, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89528-647-6,
  • Benedikt Fuchs: Die politischen Haltungen im Leben und im Werk von Thomas Bernhard. Diplomarbeit an der Universität Wien, Wien 2010. (Volltext (PDF; 93 S.; 842 kB) (PDF) )
  • Michael Grabher: Der Protagonist im Erzählwerk Thomas Bernhards. Kovac, Hamburg 2004, ISBN 3-8300-1408-2.
  • Carola Gruber: Ereignisse in aller Kürze. Narratologische Untersuchungen zur Ereignishaftigkeit in Kürzestprosa von Thomas Bernhard, Ror Wolf und Helmut Heißenbüttel. Transcript Verlag, Bielefeld 2013.
  • Christian Katzschmann: Selbstzerstörer. Suizidale Prozesse im Werk Thomas Bernhards. Böhlau Verlag, Köln 2003, ISBN 3-412-07103-X.
  • Kay Link: Die Welt als Theater – Künstlichkeit und Künstlertum bei Thomas Bernhard. Akademischer Verlag Stuttgart, Stuttgart 2000, ISBN 3-88099-387-4.
  • Eckhart Nickel: Flaneur – Die Ermöglichung der Lebenskunst im Spätwerk Thomas Bernhards. Manutius, Heidelberg 1997, ISBN 3-925678-72-7.
  • Norbert W. Schlinkert: Wanderer in Absurdistan: Novalis, Nietzsche, Beckett, Bernhard und der ganze Rest. Eine Untersuchung zur Erscheinung des Absurden in Prosa. Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, ISBN 3-8260-3185-7, S. 96–114.
  • Nico Schulte-Ebbert: Die Gewalt des Anderen. Aggression und Aggressivität bei Thomas Bernhard. Logos Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-8325-4130-9.
  • Jan Süselbeck: Das Gelächter der Atheisten. Zeitkritik bei Arno Schmidt und Thomas Bernhard. Stroemfeld, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-86109-176-3.

Zum TheaterschaffenBearbeiten

  • Maria Fialik: Der konservative Anarchist. Thomas Bernhard und das Staats-Theater. Löcker, Wien 1991, ISBN 3-85409-189-3.
  • Clemens Götze: "Die eigentliche Natur und Welt ist in den Zeitungen". Geschichte, Politik und Medien im dramatischen Spätwerk Thomas Bernhards. Tectum, Marburg 2009, ISBN 978-3-8288-9858-5.
  • Dirk Jürgens: Das Theater Thomas Bernhards. Peter Lang, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-631-34516-X.
  • Martina Ochs: Eine Arbeit über meinen Stil / sehr interessant – Zum Sprechverhalten in Thomas Bernhards Theaterstücken. Peter Lang, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-631-55805-8.

BiografischesBearbeiten

Gespräche
  • Thomas Bernhard – Eine Begegnung. Gespräche mit Krista Fleischmann. Edition S (Österreichische Staatsdruckerei), Wien 1991, ISBN 3-7046-0184-5
    Begleitbuch zu den beiden Videokassetten Thomas Bernhard – Eine Herausforderung. Monologe auf Mallorca 1981 und Thomas Bernhard – Ein Widerspruch. „Die Ursache bin ich selbst“ (Madrid 1986) (siehe Abschnitt "Dokumentarfilme")
  • Thomas Bernhard, Peter Hamm: ‚Sind Sie gern böse?‘ – Ein Nachtgespräch zwischen Thomas Bernhard und Peter Hamm. Suhrkamp, Berlin 2011, ISBN 978-3-518-42188-8.
  • Kurt Hofmann: Aus Gesprächen mit Thomas Bernhard. Mit Photographien von Sepp Dreissinger und Emil Fabjan und einer Vorbemerkung des Verlags. Löcker, Wien 1988, ISBN 3-85409-119-2.
  • André Müller: Im Gespräch mit Thomas Bernhard. Bibliothek der Provinz, Weitra 1992, ISBN 3-900878-64-1
    auch in: Über die Fragen hinaus. dtv, München 1998, ISBN 3-423-12590-X.
Personen im Umfeld
  • Max Bläulich, Karl Ignaz Hennetmair: » … das größte Scheusal, das mir je untergekommen ist «. Karl Ignaz Hennetmair über Thomas Bernhard, Tartin Editionen, Salzburg 2002, ISBN 3-902163-09-7
  • Rudolf Brändle: Zeugenfreundschaft. Erinnerungen an Thomas Bernhard. Residenz, Salzburg 1999, ISBN 3-7017-1140-2.
  • Manuela Dressel: Thomas Bernhard und seine Verleger. danzig & unfried, Wien 2014, ISBN 978-3-902752-06-2.
  • Maria Fialik: Der Charismatiker. Thomas Bernhard und die Freunde von einst. Löcker, Wien 1992, ISBN 3-85409-211-3.
  • Dorett Funcke: Der abwesende Vater – Wege aus der Vaterlosigkeit. Der Fall Thomas Bernhard. LIT, Münster 2007, ISBN 978-3-8258-0260-8.
  • Karl Ignaz Hennetmair: Ein Jahr mit Thomas Bernhard. Das versiegelte Tagebuch 1972. Goldmann, München 2003, ISBN 3-442-72989-0. (als Hörbuch: gelesen von Karl Ignaz Hennetmair und Peter Simonischek, 2 CDs, Textfassung und Regie: Wolfgang Stockmann, Hoffmann und Campe, Hamburg 2001, ISBN 3-455-30273-4)
  • Martin Huber, Manfred Mittermayer, Peter Karlhuber (Hrsg.): Thomas Bernhard und seine Lebensmenschen – der Nachlaß. Ausstellungskatalog. Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich, Linz 2001, ISBN 3-900424-25-X.
  • Louis Huguet: Chronologie. Johannes Freumbichler – Thomas Bernhard. Genealogie Thomas Bernhards. Übersetzt und redigiert von Renate Langer. Bibliothek der Provinz, Weitra 1995, ISBN 3-85252-066-5.
  • Johann Maxwald: Thomas Bernhard. Mein eigentümlicher Nachbar. LIT, Münster 2005, ISBN 3-00-015623-2.
  • Manfred Mittermayer (Hrsg.): Thomas Bernhard – Johannes Freumbichler – Hedwig Stavianicek. Bilder, Dokumente, Essays. Die Rampe Extra. Land Oberösterreich, Amt d. Oö. Landesregierung, Institut für Kulturförderung, Linz 1999, ISBN 3-85320-995-5.
  • Erika Schmied, Hans Höller: Thomas Bernhard und der Tierpräparator Höller (Essay, Fotos), Bibliothek der Provinz 2009, ISBN 978-3852522760

WeblinksBearbeiten

Commons: Thomas Bernhard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bernhard Judex: Thomas Bernhard. Epoche – Werk – Wirkung. (= Arbeitsbücher zur Literaturgeschichte). C. H. Beck Verlag, München 2010, S. 29.
  2. a b Literaturgeschichte Thomas Bernhard. (Memento vom 12. Juli 2012 im Webarchiv archive.today) In: Open Distance Learning, abgerufen am 8. Februar 2011.
  3. Louis Huguet: Chronologie. Johanners Freumbichler, Thomas Bernhard. Bibliothek der Provinz, Weitra 1996, ISBN 3-85252-066-5, zitiert nach oe1.orf.at vom 4. Februar 2013.
  4. Siehe: "Im Grunde bin ich ein Meermensch", Thomas Bernhards erste Lebensmonate in den Niederlanden. Eine Dokumentation' in: Thomas Bernhard Jahrbuch 2009/2010, S. 155–175.
  5. Manfred Mittermayer (Hrsg.): Thomas Bernhard. Suhrkamp BasisBiographie, Frankfurt am Main, S. 11ff.
  6. nach Rudolf Brändle: Zeugenfreundschaft. Zu Steiner vgl. Barbara Boisits: Steiner, Ehepaar. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 3-7001-3067-8.
  7. Thomas Bernhard: Lebensdaten thomasbernhard.at, siehe 1950.
  8. Herbert Moritz: Lehrjahre. Thomas Bernhard, vom Journalisten zum Dichter. 1992, S. 163–168.
  9. Text in der Wochenzeitung Die Zeit, Hamburg, Nr. 21, 14. Mai 2009, S. 36 f.
  10. Bernd Mattheus: Interview mit Thomas Bernhard (Memento vom 4. Februar 2010 im Internet Archive) In: Kuckuck Network, Frühjahr 1975, abgerufen am 8. Februar 2011.
  11. Manfred Mittermayer: Thomas Bernhard. Eine Biografie. Residenz Verlag, Wien/Salzburg 2015.
  12. Gruppe 21, Reihe 6, Nr. 1
  13. Thomas Bernhards Grabtafel gestohlen. wien.orf.at; abgerufen am 3. September 2014.
  14. Thomas Combrink: Thomas Bernhard: Autobiographische Schriften. Der dunkle Dunst des Scheiterns. In: Titel. 22. November 2004, abgerufen am 8. Februar 2011.
  15. Sigrid Löffler: Hinaus mit dem Schuft! In: Der Spiegel. Nr. 42, 1988 (online).
  16. Thomas Borchert: „Wir sind Österreicher, wir sind apathisch“. Das Buch „Meine Preise“ von Thomas Bernhard. In: Die Berliner Literaturkritik. 23. Januar 2009, abgerufen am 8. Februar 2011.
  17. a b Olaf Lahayne: Beschimpft Österreich!: Der Skandal um die Staatspreisrede Thomas Bernhards im März 1968. V&R unipress, Göttingen 2016, ISBN 978-3-8471-0489-6.
  18. Hannes Blank: „Es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt.“ In: RaumK, abgerufen am 8. Februar 2011.
  19. Harenberg Schauspielführer. Harenberg Kommunikation Dortmund 2003, S. 115
  20. T. B. gibt in Meine Preise. S. 66, nur das Jahr 1967 an, für das der Preis verliehen wurde, und nennt den Preis mit seinem inoffiziellen Namen Kleiner Staatspreis
  21. Dieses Ereignis verarbeitet Bernhard in Wittgensteins Neffe
  22. Premi Feltrinelli 1950–2011. In: lincei.it. Accademia dei Lincei; (italienisch): „lo scrittore, pur dichiarandosi altamente onorato, non ha accettato il conferimento in quanto da diversi anni ha assunto tale linea di condotta nei confronti di qualsiasi pubblico riconoscimento (der Schriftsteller erklärte zwar, er fühle sich sehr geehrt, nahm die Verleihung aber nicht an, insofern er seit Jahren diese Haltung gegenüber jeglicher öffentlicher Anerkennung einnehme)“
  23. a b Thomas Bernhard-Archiv: Geschlossen, aber vollständig digitalisiert, Tiroler Tageszeitung am 1. Februar 2019, abgerufen am 21. Dezember 2020
  24. Michaela Schmitz: Grandioser Erzählband – Thomas Bernhard: „Goethe schtirbt“. Rezension in der Deutschlandfunk-Sendung „Büchermarkt“, Buch der Woche vom 21. November 2010.
  25. Korrektur eines Unkorrigierbaren. In: FAZ. 30. Oktober 2013, S. 26.
  26. Paul Jandl: Wer hätte schon Thomas Bernhards Lektorin sein wollen? Diese Frau war es! | NZZ. 15. Juli 2018, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 13. Februar 2019]).
  27. Bitte kein Lärm beim umblättern. In: FAZ, 6. November 2014, S. 12.
  28. Die Leiden des Zöglings Bernhard