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BiografieBearbeiten

Jürgen Holtz besuchte 1948/1949 die Schulfarm Insel Scharfenberg in Berlin-Tegel und anschließend die auch als „Ost-Scharfenberg“ bezeichnete Internatsschule in Döllnkrug (1949) und Himmelpfort (1949–1952).[1] Er studierte von 1952 bis 1955 am Deutschen Theaterinstitut Weimar und dessen Nachfolgeeinrichtung, der Theaterhochschule Leipzig. Danach erhielt er erste Theaterengagements in Erfurt (1955–1957) und später in Brandenburg an der Havel. Von 1960 bis 1964 war er am Theater in Greifswald tätig, bevor er 1964 ein Engagement an der Ost-Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz erhielt. Anschließend spielte Holtz von 1966 bis 1974 nahezu acht Jahre am Deutschen Theater in Ost-Berlin. Zu seinen wichtigsten Rollen in den 1960er-Jahren zählten unter der Regie von Benno Besson die Titelrolle in der Uraufführung von Moritz Tassow von Peter Hacks (1966) und der Angelo in Adolf Dresens Inszenierung von Shakespeares Maß für Maß (1968).

Im Jahr 1974 ging Holtz ans Berliner Ensemble und spielte dort unter anderem den Diener Jean in August Strindbergs Fräulein Julie bis zum Verbot der Inszenierung nach nur wenigen Vorstellungen. Nach seiner Rückkehr an die Volksbühne (1977) und Gastspielen in Hamburg und Bochum verließ er 1983 die DDR, nachdem eine Verlängerung des Visums für die Arbeit an Heiner Müllers Drama Der Auftrag unter der Regie des Autors in Bochum auch nach einjähriger Wartezeit verweigert worden war. Bis 1985 spielte er am Münchner Residenztheater und erhielt in den 1980er- und 1990er-Jahren mehrjährige Engagements am Schauspielhaus in Frankfurt am Main. 1993 wurde er für seine Darstellung in Rainald Goetz’ Stück Katarakt von der Theaterzeitschrift Theater heute zum Schauspieler des Jahres gewählt. Ab 1995 war er wieder am Deutschen Theater Berlin beschäftigt, seit 2000 am Nationaltheater Mannheim.

In den 2000er-Jahren spielte er regelmäßig am Berliner Ensemble, 2007 die Rolle des Buttler in der Wallenstein-Inszenierung von Peter Stein, danach den Peachum in Robert Wilsons Inszenierung der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht.

Neben seiner Theaterarbeit war Holtz auch häufig für Rundfunk, Film und Fernsehen tätig. Im Westen Deutschlands wurde er vor allem als der Nörgler Motzki in der gleichnamigen ARD-Serie von 1993 einem breiteren Publikum bekannt. In dem Kinofilm Good Bye, Lenin! trat er in einer Nebenrolle auf.

Im Jahr 2012 wirkte er als Erzähler im Hörspiel Ulysses nach James Joyce mit, dem mit einer Laufzeit von mehr als 22 Stunden bis dahin längsten Hörspiel des Südwestrundfunks und einer der aufwändigsten Hörspielproduktionen der ARD.

Im Alter von 86 Jahren spielte Holtz seit Januar 2019 in der sechsstündigen Inszenierung Galileo Galilei. Das Theater und die Pest von Frank Castorf am Berliner Ensemble die Hauptrolle des Astronomen Galileo Galilei teilweise splitternackt.[2][3]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

TheaterBearbeiten

Ausstellungen als bildender KünstlerBearbeiten

  • 2017: Jürgen Holtz. Zeichnungen, Aquarelle, Schriftfiguren – 15. Juli bis 23. September 2017. Galerie Bernet Bertram, Berlin [2][4]
  • 2019: Wege der Abstraktion. Gruppenausstellung mit Rolf Behm, Jürgen Holtz, Mathias Wild, Li Zhi – 9 Februar bis 23. März 2019. Galerie Bernet Bertram, Berlin

HörspieleBearbeiten

HörbuchBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ingrid Kirschey-Feix: Holtz, Jürgen. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  2. Anke Dürr: Castorf-Premiere in Berlin: Er raubt uns den Verstand. In: Spiegel Online. 20. Januar 2019 (spiegel.de [abgerufen am 23. Januar 2019]).
  3. Castorf inszeniert Brechts «Galileo Galilei». 20. Januar 2019, abgerufen am 23. Januar 2019.
  4. [1] Marleen Stoessel, Fünf Striche, ein Universum. Tagesspiegel vom 23. August 2017