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Sinbronn (Dinkelsbühl)

Ortsteil der Stadt Dinkelsbühl

Sinbronn ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Dinkelsbühl im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Sinbronn
Große Kreisstadt Dinkelsbühl
Wappen von Sinbronn
Koordinaten: 49° 3′ 51″ N, 10° 23′ 20″ O
Höhe: 491 (480–500) m ü. NHN
Einwohner: 282 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91550
Vorwahl: 09851
St. Peter

GeografieBearbeiten

Das Pfarrdorf Sinbronn liegt in Luftlinie etwa fünf Kilometer östlich der Stadtmitte von Dinkelsbühl kurz vor der Wasserscheide zwischen der näheren Wörnitz im Südwesten, welcher der im Ort entstehende Lohgraben über eine fast ununterbrochene Kette von Fischteichen zufließt, und deren großem Zufluss Sulzach im Osten. Das Dorf ist überwiegend von offener Flur umgeben, in welcher der Ackerbau dominiert. Im Nordwesten wird die Flur Schwarzfeld genannt, im Norden Bogenfeld, im Osten Aucht, im Südosten Schwarzenerde. Im Südwesten befinden sich die Anhöhen Hammerbuck und Rechenberg. Im Osten liegt das Oberholz.[2]

GeschichteBearbeiten

1802 gab es im Ort 28 Haushalte, von denen einer dem ansbachischen Amt Wassertrüdingen und 27 Fremdherren untertan waren.[3]

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde die Ruralgemeinde Sinbronn gebildet, zu der die Orte Bernhardswend, Botzenweiler, Karlsholz, Rosenhof (bis in die 1970er Jahre Fallhaus genannt), Tiefweg und Welchenholz gehörten. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl.[4] Welchenholz wurde am 1. Oktober 1827 nach Illenschwang umgemeindet. Die Gemeinde Sinbronn hatte 1961 eine Gebietsfläche von 13,870 km².[5] Im Zuge der Gebietsreform wurde Sinbronn am 1. Mai 1978 nach Dinkelsbühl eingemeindet.[6]

Name des OrtesBearbeiten

Die früheren Bezeichnungen „Siebenbrunnen“ und „Siebenbronn“ entwickelten sich über „Simbrunn“, „Sinnbronn“ und „Synbronn“ zu „Sinbronn“.[7][8][9]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Haus Nr. 16: ehemaliges Gasthaus, zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit steilem Satteldach, bezeichnet „1809“
  • Haus Nr. 31: Gasthaus der ehemaligen Brauerei, zweigeschossiger Satteldachbau mit Putzgliederungen, letztes Drittel 19. Jahrhundert, im Kern älter
  • Haus Nr. 36: im Kern ehemaliger Nordturm der Friedhofsbefestigung, 13./14. Jahrhundert
  • Haus Nr. 43: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Peter, romanische Saalkirche mit polygonalem Chorschluss, südlicher Portalvorhalle und nördlichem Chorflankenturm, frühes 13. Jahrhundert, Chor vermutlich zweites Viertel 14. Jahrhundert, Barockisierung 1667, Erhöhung um Turmokotogon 1722/23; mit Ausstattung; Friedhofsbefestigung, Bruchsteinmauer mit teilweise erhaltenen Rund- und Vierecktürmen, 13./14. Jahrhundert; Torturm, dreigeschossiger Quaderbau mit Fachwerkobergeschoss, 13./14. Jahrhundert; Rest des ehemaligen Nordturms der Friedhofsbefestigung, 13./14. Jahrhundert

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Sinbronn

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 567 503 495 500 500 504 508 505 504 501 494 491 485 506 521 518 520 501 470 605 601 582 504 519
Häuser[10] 98 84 101 99 102 94 101 99
Quelle [11] [12] [13] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [13] [5] [20]

Ortsteil Sinbronn

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 255 245 247 247 250 226 254 336 270 257 282
Häuser[10] 43 45 51 51 50 50 53 84
Quelle [11] [12] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [5] [20] [1]

KirchengemeindeBearbeiten

Sinbronn ist überwiegend evangelisch. Die evangelische Kirchengemeinde Sinbronn/Illenschwang ist Teil des evangelisch-lutherischen Dekanats Dinkelsbühl. Die Wehrkirche St. Peter wurde im 13./14. Jahrhundert erbaut.

Die katholische Bevölkerung gehört zur Pfarrei St. Georg in Dinkelsbühl.

Vereine, Sport, Freizeit und VeranstaltungenBearbeiten

Der Sportverein Sinbronn e. V., die Krieger- und Soldatenkameradschaft, der Obst- und Gartenbauverein Sinbronn sowie die Selbsthilfegruppe Brücke zur Arbeit e. V. sind in Sinbronn aktiv.

Eine sportliche Aktivität bietet auch der Deutsche Alpenverein Sektion Dinkelsbühl im alten Trafohäuschen. Dieses wurde umgebaut und dient seit 2008 als Indoor-Kletterturm[21].

Der Aeroclub Dinkelsbühl e. V. betreibt den kleinen Flugplatz Dinkelsbühl-Sinbronn mit einer 700 Meter langen Graspiste, an dem Rundflüge, Fallschirmspringen und die Ausbildung für Ultraleichtflugzeuge (SPL) sowie zur Motorfluglizenz bis PPL-A-JAR FCL angeboten wird. (Siehe auch Liste der Verkehrs- und Sonderlandeplätze in Deutschland)

Seit 5. September 2015 ist am Flugplatz der Rettungshubschrauber Christoph 65 stationiert.[22]

Seit 2006 findet in Sinbronn jährlich am dritten August-Wochenende das Summer Breeze statt, ein Open-Air-Metalfestival.

Verkehr und GewerbeBearbeiten

Sinbronn liegt an der Staatsstraße 2218 zwischen Dinkelsbühl und Wassertrüdingen. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Bernhardswend und Karlsholz.

Durch seine Nähe zu Dinkelsbühl entwickelte sich ein kleines Industriegebiet östlich des Ortes in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes. Der größte Arbeitgeber ist ein Unternehmen der Elektroindustrie mit knapp 400 Mitarbeitern. Die Erweiterung des Ortes durch das Industriegebiet machte die Einführung von Straßennamen notwendig. Zuvor wurden die Gebäude des Ortes nur durch ihre Nummerierung unterschieden.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Sinbronn (Dinkelsbühl) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 326 (Digitalisat).
  2. Sinbronn im BayernAtlas
  3. J. K. Bundschuh, Bd. 5, Sp. 497.
  4. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 29 (Digitalisat).
  5. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 764 (Digitalisat).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 707.
  7. Information zu Ortsnamen. Bayerische Staatsbibliothek München, abgerufen am 23. Dezember 2010.
  8. Information zu Ortsnamen. Bayerische Staatsbibliothek München, abgerufen am 25. Dezember 2010.
  9. Information zu Ortsnamen. (Nicht mehr online verfügbar.) Bayerische Staatsbibliothek München, ehemals im Original; abgerufen am 25. Dezember 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/bvbm1.bib-bvb.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 86 (Digitalisat). Für die Gemeinde Sinbronn zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bernhardswend (S. 9), Bozenweiler (S. 11), Carlsholz (S. 16), Fallhaus (S. 24), Tiefweg (S. 92) und Welchenholz (S. 102).
  12. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 76 (Digitalisat).
  13. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 168, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1002, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1167–1168, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1100 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1165 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1202 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1039–1040 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 171 (Digitalisat).
  21. Klettern im Trafohaus in Sinbronn. (Nicht mehr online verfügbar.) Stadt Dinkelsbühl, archiviert vom Original am 31. Mai 2012; abgerufen am 23. Dezember 2010.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dinkelsbuehl.de
  22. „Christoph 65“ startet in Dinkelsbühl. (Memento vom 25. September 2015 im Internet Archive) Bayerischer Rundfunk, 2. September 2015