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Segringen

Ortsteil der Stadt Dinkelsbühl

Segringen ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Dinkelsbühl im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Segringen
Große Kreisstadt Dinkelsbühl
Koordinaten: 49° 3′ 38″ N, 10° 17′ 28″ O
Höhe: 483 (457–490) m ü. NHN
Einwohner: 215 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. April 1971
Postleitzahl: 91550
Vorwahl: 09851
Segringer St. Vinzenz-Kirche

GeografieBearbeiten

Das Pfarrdorf liegt weithin sichtbar auf einem schmalen Ausläufer der Frankenhöhe, unmittelbar südlich des Ortes gibt es zwei kleine Seen. Segringen liegt zwei Kilometer westlich von Dinkelsbühl und bildet mit dem nordöstlich gelegenen Weiler Rain eine geschlossene Siedlung. Südlich des Ortes fließt der Kuhweihergraben, der den Schleif- und die Scheckenweiher speist. Der Ort ist ansonsten von Acker- und Grünland umgeben. Im Westen wird die Flur Lach genannt, im Nordosten Zollfeld.[2]

GeschichteBearbeiten

Der Name „Segringen“ geht vermutlich auf einen Segro zurück und weist damit auf einen alemannischen Ursprung hin.

Segringen ist eine Dinkelsbühler Urpfarrei. Die heutige evangelische Kirchengemeinde Segringen umfasst die Orte Hausertshof, Holzapfelshof, Langensteinbach, Oberhard, Unterhard, Obermeißling, Untermeißling, Oberwinstetten, Unterwinstetten, Radwang, Rain, Seidelsdorf, Sittlingen, Wolfertsbronn und Segringen. In Segringen liegt ein seit 1978 denkmalgeschützter Friedhof mit einheitlichen schwarzen Grabkreuzen. Die Kirche St. Vinzenz stammt in Teilen aus dem 12. Jahrhundert.

In Segringen spielen drei Kalendergeschichten von Johann Peter Hebel, Eine sonderbare Wirthszeche (1805), der Barbierjunge von Segringen (1809) und der Star von Segringen (1811).

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde die Ruralgemeinde Segringen gebildet, zu der die Scheckenmühle gehörte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl, wurde dann spätestens 1820 an das Herrschaftsgericht Mönchsroth abgegeben.[3] Rain wurde erst nach 1950 von Seidelsdorf nach Segringen umgemeindet. Die Gemeinde Segringen hatte 1950 eine Gebietsfläche von 2,403 km²[4] und 1961 von 3,449 km².[5] Im Zuge der Gebietsreform wurde diese am 1. April 1971 nach Dinkelsbühl eingemeindet.[6]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Haus Nr. 1: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Vincentinus: romanischer unverputzter Saalbau mit westlich angefügtem Turm, sogenanntes Glockenhaus, um 1200/20, eingezogener gerade schließender Chor mit gotischer Sakristei an der Nordseite, 14. Jahrhundert, 1536 erhöht, Turmkranzgeschoss mit Fachwerk 1726 erneuert; mit Ausstattung; Friedhofsmauer, unverputzte Bruchsteinmauer mit eingelassenen Grabsteinen und ehemaligem Leichenhaus, spätmittelalterlich; Friedhof mit hölzernen schwarz-goldenen Grabkreuzen im einheitlichen Stil des 19. Jahrhunderts
  • Haus Nr. 2: evangelisch-lutherisches Pfarrhaus, zweigeschossiger Putzbau mit Satteldach, im Kern von 1663, westliche Erweiterung nach 1825
  • Haus Nr. 20: ehemaliger Bauernhof, erdgeschossiges Wohnstallhaus auf sehr hohem Kellergeschoss, Putzbau mit Satteldach, bezeichnet „1685“, Wohnteil zweite Hälfte 19. Jahrhundert erneuert
  • Haus Nr. 49: Gasthof und ehemalige Brauerei, zweigeschossiger Satteldachbau mit Fachwerk-Obergeschoss und Aufzugserker mit Walmdach, 18./19. Jahrhundert
  • Friedhof mit mittelalterlicher Ummauerung, hölzerne Grabdenkmäler einheitlich schwarzgold im Stil des 19. Jahrhunderts

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Segringen

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 178 201 209 201 198 196 194 212 212 202 201 195 193 201 197 197 189 188 183 291 274 238 261 284
Häuser[7] 37 39 50 45 42 42 56
Quelle [8] [9] [9] [9] [10] [9] [11] [9] [9] [12] [9] [9] [13] [9] [9] [9] [14] [9] [9] [9] [4] [9] [5] [15]

Ortsteil Segringen

Jahr 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 173 195 190 195 189 184 267 190 220 215
Häuser[7] 36 49 44 41 41 42 52
Quelle [8] [10] [11] [12] [13] [14] [4] [5] [15] [1]

VerkehrBearbeiten

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Oberwinstetten und nach Rain zur Staatsstraße 2220 und direkt zur St 2220, die nach Dinkelsbühl bzw. nach Wolfertsbronn führt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Segringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 326 (Digitalisat).
  2. Segringen im BayernAtlas
  3. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 78 (Digitalisat).
  4. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1039 (Digitalisat).
  5. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 764 (Digitalisat).
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 448.
  7. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  8. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 85 (Digitalisat). Für die Gemeinde Seegringen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Scheckenmühle (S. 95).
  9. a b c d e f g h i j k l m n o Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 168, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  10. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1002, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1167, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1099 (Digitalisat).
  13. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1164 (Digitalisat).
  14. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1202 (Digitalisat).
  15. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 168 (Digitalisat).