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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Schenkendöbern führt kein Wappen
Schenkendöbern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schenkendöbern hervorgehoben

Koordinaten: 51° 57′ N, 14° 38′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Höhe: 51 m ü. NHN
Fläche: 215,03 km2
Einwohner: 3599 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km2
Postleitzahl: 03172
Vorwahlen: 03561 (Grabko, Schenkendöbern), 035691 (Bärenklau, Grano, Groß Drewitz, Krayne, Lübbinchen, Pinnow, Sembten, Staakow), 035692 (Atterwasch, Groß Gastrose, Kerkwitz, Taubendorf), 035693 (Lauschütz), 033671 (Reicherskreuz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 337
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile und 3 Wohngebiete
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeindeallee 45
03172 Schenkendöbern
Website: www.schenkendoebern.de
Bürgermeister: Ralph Homeister
Lage der Gemeinde Schenkendöbern im Landkreis Spree-Neiße
BurgBriesenDissen-StriesowDöbernDrachhausenDrehnowDrebkauFelixseeForstGroß Schacksdorf-SimmersdorfGubenGuhrowHeinersbrückJämlitz-Klein DübenJänschwaldeKolkwitzNeiße-MalxetalNeuhausenPeitzSchenkendöbernSchmogrow-FehrowSprembergTauerTeichlandTschernitzTurnow-PreilackWelzowWerbenWiesengrundKarte
Über dieses Bild

Schenkendöbern (niedersorbisch Derbno) ist eine Gemeinde im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. Die Ortsteile Grano, Kerkwitz, Groß Gastrose und Taubendorf sowie die Gemeindeteile Albertinenaue und Klein Gastrose zählen zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden.

GeografieBearbeiten

Schenkendöbern grenzt im Osten an das Stadtgebiet von Guben.

GemeindegliederungBearbeiten

Ortsteile: Atterwasch (Wótšowaš), Bärenklau (Barklawa), Grabko (Grabk), Grano (Granow), Groß Drewitz (Wjelike Drjejce), Groß Gastrose (Gósćeraz), Kerkwitz (Keŕkojce), Krayne (Krajna), Lauschütz (Łužyca), Lübbinchen (Lubink), Pinnow (Pynow), Reicherskreuz (Rychartojce), Schenkendöbern (Derbno), Sembten (Semtyń), Staakow (Stoki) und Taubendorf (Dubojce).[2]

Bewohnte Gemeindeteile: Albertinenaue (zum Ortsteil Taubendorf), Klein Gastrose (Mały Gósćeraz; zum Ortsteil Groß Gastrose), Wilschwitz (Wólšnica; zum Ortsteil Schenkendöbern)[2]

Wohnplätze: Forsthaus Eichhorst (Gólnikaŕnja Dubina), Forsthaus Waldhof, Göhlen-Vorwerk, Hammer, Lauschützer Mühle, Neißeaue (Nysowy Ług), Neue Häuser, Schieben, Seehof, Seemühle (Jazorowy Młyn), Siedlung (Sedlišćo), Teerofen (Mazniki), Vorwerk (Forwark) und Vorwerk.[2]

GeschichteBearbeiten

14. bis 19. JahrhundertBearbeiten

 
Kirche in Pinnow

Der Ort Krayne mit 184 Einwohnern (Stand: 2004) wurde im Jahr 1465 erstmals urkundlich erwähnt. Im selben Jahr ist auch von einem Ort namens Schenkendobir die Rede. Die Bezeichnung setzt sich aus „Schenken“ und dem sorbischen „Döbern“ (Dubrawa, deutsch: Eichenwald) zusammen, was auf die Lage des Orts in einer feuchten Talmulde an einem Waldstück hindeutet. Unklar ist, ob „Schenken“ auf ein wohlhabendes Geschlecht der Schenken von Landsberg zurückzuführen ist. Der Ort war mit einem aus dem Mittelalter stammenden Schloss verbunden, das zur Herrschaft Schenkendorf gehörte, die wiederum im Besitz der Herren von Wesenburg stand. Um 1480 wurden Teile des Ortes an die Stadt Guben verkauft und wechselten von dort bereits neun Jahre später an den Landvogt Nickel von Köckritz, der die Gemeinde wiederum 1512 an den Johanniterorden verkaufte. Dort blieb sie bis zur Auflösung des Ordens 1811 in Besitz. Das Gut wurde von den Johannitern als Vasallengut weiter verliehen. In diesen Jahrhunderten wurde in geringem Umfang Handel über die Fernstraße von Guben über Lieberose und Lübben bis nach Leipzig getrieben. Daneben war die Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle der Gemeinde. Die Bauern kultivierten Roggen, Gerste, Hafer, Buchweizen, Lein, Erbsen, Hirse und Hanf, ab 1790 auch Hopfen. Seit Ende des 18. Jahrhunderts werden Kartoffeln angebaut. Ab 1520 wird eine Gastwirtschaft, bis 1750 eine Wasserburg erwähnt.[3] 1840 war das Gut im Besitz einer Witwe Breitenfeld.[4]

20. JahrhundertBearbeiten

 
Kriegerdenkmal Schenkendöbern

Das Gut wechselte mehrfach den Besitzer, bis es 1917 von der Familie Vorsteher zu einem Landwirtschaftsbetrieb mit Viehzucht und Molkerei ausgebaut wurde. Ab 1924 wurden Flaschenmilch sowie weitere Molkereiprodukte nach Guben verkauft. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Vorsteher durch die Auswirkungen der Bodenreform enteignet. Das Gebäude wurde von Umsiedlern bewohnt, später als Bürgermeisteramt, LPG-Küche und -Büro genutzt.[5] Die umliegenden Flächen wurden an Bauern und Umsiedler verteilt. Bis 1960 entstanden insgesamt vier LPGs, darüber hinaus am Ochsenberg ein Rinderkombinat und im Schenkendöberner Vorwerk ein Schweinestall. Bis 1969 wuchs die KAP „F 97“ auf sieben LPGs an – mit Groß Gastrose 1976 die letzte verbliebene LPG. In diesem Jahr wurde die LPG in eine Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion (KAP) mit dem Namen „Wilhelm Pieck“ umbenannt. Sie umfasste bis zur Wiedervereinigung eine Fläche von 6600 Hektar Ackerland und Wiese. 1989 trennte sich Groß Gastrose von Schenkendöbern; ein Jahr später Groß Drewitz.[3]

VerwaltungsgeschichteBearbeiten

Atterwasch, Bärenklau, Grabko, Grano, Groß Drewitz, Groß Gastrose, Kerkwitz, Krayne, Lauschütz, Lübbinchen, Schenkendöbern, Sembten und Taubendorf gehörten seit 1817 zum Kreis Guben, Pinnow, Reicherskreuz und Staakow zum Kreis Lübben (Spreewald) in der preußischen Provinz Brandenburg. Alle Orte wurden 1952 in den Kreis Guben im DDR-Bezirk Cottbus eingegliedert. Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße.

Die heutige Gemeinde entstand am 26. Oktober 2003 aus dem freiwilligen Zusammenschluss von sechs bis dahin selbstständigen Gemeinden.[6] Die Vorgängergemeinden hatten sich im Jahr 1998 teilweise bereits aus mehreren Gemeinden zusammengeschlossen[7], nachdem Schenkendöbern 1997 zum neuen Verwaltungssitz des Amtes erklärt worden war.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Atterwasch 26. Oktober 2003
Bärenklau 26. Oktober 2003
Gastrose-Kerkwitz 26. Oktober 2003
Grabko 26. Oktober 2003
Grano 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Lutzketal
Groß Drewitz 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Lutzketal
Groß Gastrose 28. Mai 1998 Zusammenschluss mit Kerkwitz zu Gastrose-Kerkwitz
Kerkwitz 28. Mai 1998 Zusammenschluss mit Groß Gastrose zu Gastrose-Kerkwitz
Klein Gastrose 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Groß Gastrose
Krayne 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Lutzketal
Lauschütz 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Lutzketal
Lübbinchen 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Pinnow-Heideland
Lutzketal 26. Oktober 2003
Pinnow 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Pinnow-Heideland
Pinnow-Heideland 26. Oktober 2003
Reicherskreuz 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Pinnow-Heideland
Schenkendöbern 31. Dezember 1998
26. Oktober 2003
Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Lutzketal,
Bildung der neuen Gemeinde
Sembten 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit fünf weiteren Gemeinden zu Lutzketal
Staakow 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Pinnow-Heideland
Taubendorf 1. Februar 1974 Eingemeindung nach Groß Gastrose
Wilschwitz 1. Januar 1926 Eingemeindung nach Schenkendöbern

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1875 319
1890 276
1910 240
1925 369
1933 412
1939 331
1946 606
1950 632
Jahr Einwohner
1964 464
1971 440
1981 397
1985 369
1989 367
1990 369
1991 356
1992 363
1993 372
1994 410
Jahr Einwohner
1995 424
1996 429
1997 425
1998 1 901
1999 1 889
2000 1 784
2001 1 788
2002 1 744
2003 4 457
2004 4 370
Jahr Einwohner
2005 4 264
2006 4 198
2007 4 142
2008 4 139
2009 4 062
2010 3 942
2011 3 860
2012 3 782
2013 3 732
2014 3 701
Jahr Einwohner
2015 3 662
2016 3 613
2017 3 613
2017 3 599

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[8][9][10]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Gemeindevertretung besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[11]

Partei / Wählergruppe Sitze
CDU 2
Wählergruppe Heimat und Zukunft – Hier 2
Wählergruppe Feuerwehr 2
AfD 2
Wählergruppe Lutzketal 1
Die Linke 1
SPD 1
Wählergruppe Groß Drewitz 1
Wählergruppe Bürger für Bürger – vereint gegen Betroffenheit 1
Wählergruppe Bärenklauer Sportverein 1
Wählergruppe Pinnow-Heideland 1
Wählergruppe Senioren 1

BürgermeisterBearbeiten

  • 1998–2003: Karl Krähe (SPD)[12]
  • 2003–2019: Peter Jeschke (CDU)[13]
  • seit 2019: Ralph Homeister (Wählergruppe Feuerwehr)

Homeister wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 15. September 2019 mit 52,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren[14] gewählt.[15]

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Baudenkmale in Schenkendöbern und in der Liste der Bodendenkmale in Schenkendöbern stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale.

Naturparks und NaturschutzgebieteBearbeiten

Der südliche Teil des Naturparks Schlaubetal liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Schenkendöbern. Zwischen Reicherskreuz, Staakow und Pinnow liegt die Reicherskreuzer Heide, südlich und westlich des Pinnower Sees liegt das Naturschutzgebiet Pinnower Läuche und Tauersche Eichen.

GeschichtsdenkmaleBearbeiten

Ehrenmal für sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter im Wald südwestlich von Kerkwitz entlang des Waldweges nach Grabko, das an die zahlreichen Toten eines Kriegsgefangenenlagers erinnert, dessen Geschichte noch der Aufarbeitung harrt.

Ortsteil ReicherskreuzBearbeiten

Das Dorf besteht aus einem geschlossenen Ensemble von Waldarbeiterhäusern, die überwiegend aus Feldsteinen gebaut worden sind. Es steht unter Denkmalschutz (Flächendenkmal). Sehenswert ist auch die Fachwerkkirche aus dem 18. Jahrhundert. In den Wäldern rund um das Dorf, wo man heute das Holz herholt, schoss bis zu ihrem Abzug die sowjetische Armee. Tatsächlich rollten in Reicherskreuz noch bis zur Wende sowjetische Panzer mitten durchs Dorf. Daher bekam der Ort auch erst sehr spät eine richtige Dorfstraße. Weiter rollten die Panzer auch quer durch die sehenswerte Reicherskreuzer Heide, welche sich zwischen Pinnow und Reicherskreuz befindet und einen Aussichtsturm besitzt, von dem man einen Überblick über die gesamte Heidelandschaft hat. Das Heide-Gebiet ist durch die jahrelange militärische Nutzung noch immer munitionsverseucht, weshalb man die befestigten Wege nicht verlassen sollte. Das Dorf ist von allen Seiten durch den Wald erreichbar. Reicherskreuz besitzt zurzeit ca. 54 Einwohner.

VerkehrBearbeiten

Schenkendöbern liegt an der Bundesstraße 320 zwischen Lieberose und Guben sowie an der Landesstraße L 46 zwischen den Ortsteilen Sembten und Groß Gastrose.

Der Bahnhof Kerkwitz wird von der Regionalbahnlinie RB 11 Frankfurt (Oder)Cottbus bedient.

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b c Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Gemeinde Schenkendöbern
  3. a b Chronik Schenkendöbern, Webseite der Gemeinde Schenkendöbern, abgerufen am 3. Juli 2013.
  4. Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. O. 270 S., Frankfurt a. O., Gustav Harnecker 's Buchhandlung, 1844 Online bei Google Books (S. 87)
  5. Manfred Wille: Die Vertriebenen in der SBZ, DDR. 1. Ankunft und Aufnahme 1945. Otto Harrassowitz Verlag, 1996, ISBN 978-3-447-03833-1, S. 38– (Abgerufen am 4. Juli 2013).
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  8. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße. S. 26–29
  9. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  10. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  11. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  12. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Spree-Neiße (Memento des Originals vom 17. April 2018 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  13. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 33
  14. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74
  15. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. September 2019

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schenkendöbern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien