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Werben (Spreewald)

Gemeinde im Landkreis Spree-Neiße
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Werben führt kein Wappen
Werben (Spreewald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Werben hervorgehoben
Koordinaten: 51° 49′ N, 14° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Amt: Burg (Spreewald)
Höhe: 58 m ü. NHN
Fläche: 25,01 km2
Einwohner: 1708 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km2
Postleitzahl: 03096
Vorwahl: 035603
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 412
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Hauptstraße 46
03096 Burg (Spreewald)
Website: www.werben-im-spreewald.de
Bürgermeister: Joachim Dieke (CDU)
Lage der Gemeinde Werben im Landkreis Spree-Neiße
BurgBriesenDissen-StriesowDöbernDrachhausenDrehnowDrebkauFelixseeForstGroß Schacksdorf-SimmersdorfGubenGuhrowHeinersbrückJämlitz-Klein DübenJänschwaldeKolkwitzNeiße-MalxetalNeuhausenPeitzSchenkendöbernSchmogrow-FehrowSprembergTauerTeichlandTschernitzTurnow-PreilackWelzowWerbenWiesengrundKarte
Über dieses Bild

Werben, niedersorbisch Wjerbno, ist eine Gemeinde im Landkreis Spree-Neiße im südöstlichen Teil von Brandenburg. Sie wird vom Amt Burg (Spreewald) verwaltet.

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Süden Brandenburgs zwischen Burg (Spreewald) und Cottbus im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden. Öffentliche Gebäude und Einrichtungen, Straßen, Wege, Plätze und Brücken sind zweisprachig beschriftet.

GemeindegliederungBearbeiten

Werben gliedert sich in den Kernort und die bewohnten Gemeindeteile Brahmow (sorb. Brama) und Ruben (sorb. Rubyn).[2]

GeschichteBearbeiten

 
Gutshaus Werben um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Bis zum 18. JahrhundertBearbeiten

Das Dorf wurde erstmals 1346 in einer Matrikel des Bistums Meißen erwähnt, existiert aber wahrscheinlich seit ca. 1000 und zählt somit zu den ältesten Dörfern des Spreewalds. Der Name geht auf das sorbische wjerba (deutsch: Weide) zurück. Die für die örtlichen Verhältnisse mächtige Kirche zeugt davon, dass das ehemalige Angerdorf einst ein wichtiges Kirchdorf der Region war und wichtigen Adelsfamilien als Sitz diente. Von 1464 bis 1945 war die Familie von Schönfeldt auf dem Rittergut ansässig.

Juliane von Schönfeldt aus dem Hause Werben war mit Otto Heinrich von Pannwitz verheiratet; ihre Tochter Juliane Ulrike von Pannwitz (* 1746) heiratete 1775 Joachim Friedrich von Kleist (Gutsbesitzer auf dem Werben benachbarten Rittergut Guhrow), deren Sohn war der berühmte Dichter Heinrich von Kleist.

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

Im Jahr 1826 wurde ein erstes Schulhaus gebaut, welches bis dahin übliche private Provisorien ablöste. In den 1920er Jahren entstand eine neue Schule, die heute als Kulturzentrum dient. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde im April 1945 bei den Kämpfen um Werben die Kirche schwer beschädigt. Das Gutshaus verfiel nach 1990 und wurde in der Folge abgerissen. Der Gutspark ist verwildert. Die Grablege der Familie von Schönfeldt wurde saniert.

Bis ins 20. Jahrhundert sprach ein Großteil der Bevölkerung Sorbisch. Arnošt Muka ermittelte für seine Statistik der Lausitzer Sorben 1884/85 eine Gesamteinwohnerzahl von 1703, davon 1687 Sorben (99 %) und 16 Deutsche.[3]

VerwaltungsgeschichteBearbeiten

Werben gehörte seit 1816 zum Kreis Cottbus in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Cottbus-Land im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Brahmow eingegliedert.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1875 1 630
1890 1 566
1910 1 504
1925 1 436
1933 1 478
1939 1 511
1946 1 949
1950 1 992
1964 1 590
Jahr Einwohner
1971 1 507
1981 1 627
1985 1 553
1989 1 560
1990 1 539
1991 1 511
1992 1 513
1993 1 541
1994 1 564
Jahr Einwohner
1995 1 651
1996 1 744
1997 1 838
1998 1 891
1999 1 927
2000 1 942
2001 1 926
2002 1 908
2003 1 900
Jahr Einwohner
2004 1 872
2005 1 865
2006 1 842
2007 1 843
2008 1 812
2009 1 795
2010 1 763
2011 1 719
2012 1 700
Jahr Einwohner
2013 1 689
2014 1 694
2015 1 703
2016 1 718
2017 1 693
2018 1 708

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[4][5][6]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Gemeindevertretung von Werben besteht aus 12 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

Partei / Wählergruppe Sitze
Gemeinsam für Werben 5
CDU 4
Bürgerbewegung Ruben 2
Landwirtschaft und Umwelt 1

BürgermeisterBearbeiten

  • 1998–2003: Fritz-Ulrich Werchosch[8]
  • seit 2003: Joachim Dieke (CDU)[9]

Dieke wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 69,8 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[10] gewählt.[11]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Sehenswert ist die in wendischer Backsteingotik ausgeführte Dorfkirche Werben, welche das Wahrzeichen des Ortes ist und Deckenmalereien von Feldfrüchten aufweist. Deshalb wird sie auch die „Gemüsekirche“ genannt. Der Turm hat eine Höhe bis zur Spitze von 39 Metern. Auf der Denkmalliste steht auch der an der Hauptstraße befindliche, im Jahre 2003 erneuerte Gedenkstein zu Ehren des sorbisch/wendischen Dichters Mato Kosyk.

Die nur zwei Kilometer entfernte Zosna (kleines Waldstück mit Lichtung) bietet für Wanderfreudige Möglichkeiten zur aktiven Erholung: einen Laubwald mit uralten Eichen, Hainbuchen und eine bemerkenswerte Bodenflora.

Die Bodendenkmale sind in der Liste der Bodendenkmale in Werben (Spreewald) aufgeführt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Werben liegt an der Landesstraße L 51 zwischen Burg (Spreewald) und Cottbus. Der Bahnhof Werben (Spreewald) lag an der 1970 stillgelegten Spreewaldbahn Lübben–Cottbus.

BildungBearbeiten

Werben ist Standort einer Kindertagesstätte, darüber hinaus gibt es die Spreewald-Grundschule Burg/Werben.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Weitere PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Gemeinde Werben
  3. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 75.
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße. S. 30–33
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  6. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  8. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Spree-Neiße (Memento des Originals vom 17. April 2018 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  9. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 36
  10. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019

WeblinksBearbeiten

  Commons: Werben (Spreewald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien