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Saint-Clément-des-Baleines

französische Gemeinde

Saint-Clément-des-Baleines ist eine französische Gemeinde mit 628 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) auf der Île de Ré an der Atlantikküste. Es handelt sich um ein Dorf ohne eigenen Hafen an der Westküste (côte sauvage) der Insel, gegenüber/oberhalb der Insel Île d’Oléron und stellt zugleich den nördlichsten Punkt der Insel dar. Saint-Clement ist einer der kleineren Orte auf der Insel, der sich aus fünf kleinen Dorf-Weiler zusammensetzt: aus (1)Le Gillieux (das größte "Dorf" in dem Monsieur Julien du Collège de Mazarin lebte und dort zwei Kapellen erbaute: eine private für sich und eine öffentliche) und (2) Le Chabot (das Anwesen der "Famille Chabot),(3) La Tricherie (dort lebten die "Trichets"), (4) Le Godinand (die Familie Godin) und (5) Le Griveau ( Les Grauvrits) - alles ursprüngliche Standorte mit Süßwasserbrunnen. 1843 wurde eine zentrale Pfarrkirche für die verstreuten fünf "Dörfer" errichtet und geweiht vom Priester aus Ars getauft zu: "St.Clement"(von den Walfischen) in Erinnerung an den Papst Clement, zu dessen Lebzeiten die Region Saintonge evangelisiert wurde.

Saint-Clément-des-Baleines
Saint-Clément-des-Baleines (Frankreich)
Saint-Clément-des-Baleines
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Charente-Maritime
Arrondissement La Rochelle
Kanton Île de Ré
Gemeindeverband Île de Ré
Koordinaten 46° 14′ N, 1° 32′ WKoordinaten: 46° 14′ N, 1° 32′ W
Höhe 0–18 m
Fläche 6,80 km2
Einwohner 628 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 92 Einw./km2
Postleitzahl 17740
INSEE-Code
Website www.iledere.com

Saint-Clément-des-Baleines ist die westlichste Gemeinde des Départements Charente-Maritime. Der Küstenstreifen bei Saint-Clément-des-Baleines ist zum größten Teil ein Sandstrand mit zum Teil steinigem (felsigem) Untergrund, der es ermöglicht, bei Ebbe gut Muscheln und andere Meeresfrüchte zu sammeln. Es sind aber auch einige kleine Abschnitte Steilküste vorhanden. Östlich der Leuchttürme befindet sich die schönste Sandbucht der Insel. Allerdings wird der Strand ein wenig von den Resten der Bunkerbauwerke des Atlantikwalls aus dem Zweiten Weltkrieg verunziert. Hier wurden in den 1960er Jahren Szenen des US-Spielfilms Der längste Tag gedreht.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009 2016
Einwohner 439 490 480 516 607 728 721 628
Quellen: Cassini und INSEE

WirtschaftBearbeiten

Wie die meisten Orte der Insel lebt auch dieser im Wesentlichen von

  • Fischerei
  • Tourismus. Es gibt eine Anzahl von Campingplätzen und ein Hotel.
  • Seetourismus und Wassersport
  • Es werden überwiegend Kartoffeln, Spargel, Gemüse und Wein angebaut.

Der leichte bis mittelschwere Sandboden erlaubt den Anbau von Kartoffelsorten, die es in Frankreich sonst nicht gibt. Sie sind die einzigen Kartoffeln in ganz Frankreich, die das Prädikat A.O.C. tragen dürfen. Das Gemüse wird frankreichweit unter der eigens geschaffenen und geschützten Herkunftsbezeichnung Île de Ré vermarktet.

 
Saint-Clément-des-Baleines

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Saint-Clément-des-Baleines

  • Zum Ort gehören zwei Leuchttürme, die sich noch in Betrieb befinden, nämlich auf dem Land der Phare des Baleines (57 Meter, gebaut 1854) und im Wasser der Phare des Baleineaux. Darüber hinaus gibt es noch einen alten, 27 m hohen Leuchtturm aus dem 17. Jahrhundert, der seinerzeit von Minister Colbert in Auftrag gegeben wurde, nachdem ihm der Vorschlag dazu durch seinen Cousin, den damaligen Marineintendanten von Rochefort, Charles Colbert de Terron, unterbreitet wurde. Er wurde 1682 fertiggestellt.
 
Île de Ré, Phare des Baleines
 
Der alte Leuchtturm, erbaut von Colbert
  • Die Fischschleusen bei der Conche-des-Baleines stehen unter Denkmalschutz und werden von einer Interessengemeinschaft instand gehalten und betrieben. Der Fang steht den Mitgliedern zu. Eine Wanderung bei Ebbe über den Schleusenwall am Leuchtturm ist ein interessantes Erlebnis. Aber man muss die Gezeiten beachten, denn bei Flut liegt der Rundgang unter Wasser. Wichtig ist rutschfestes Schuhwerk; da die Schleusenköpfe mit Algen bewachsen sind.
  • Das Flügelsignal (franz. Le Sémaphore) der französischen Marine
  • Die Remise des alten Rettungsbootes (franz. Le Hangar de l’ancien Canot de Sauvetage)

GeschichteBearbeiten

In der Vergangenheit ist es immer wieder vorgekommen, dass Wale an der Insel gestrandet sind:

  • Von Plinius dem Älteren ist überliefert, dass an der Nordspitze der Insel seinerzeit etwa 300 Wale gestrandet sein sollen und daher der Name des Baleines stammt.
  • Kapitän Bruneau aus Rivedoux berichtet von einer Strandung der Wale am 31. Dezember 1582
  • Nicolas Herbin, Notar der Lehnsherren von Ars und Loix berichtet von einer Strandung in den Jahren 1584 und 1586.
  • Jehan Seignette, ein Arzt aus La Rochelle, beobachtete die Strandung und das Sterben eines Wales von 15 m Länge.
 
Bunker der deutschen Wehrmacht bei Saint-Clément-des-Baleines, in der Nähe der Leuchttürme

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes de la Charente-Maritime. Flohic Editions, Band 1, Paris 2002, ISBN 2-84234-129-5, S. 104–106.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Saint-Clément-des-Baleines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien