Hauptmenü öffnen

Saint-Martin-de-Ré ist eine französische Gemeinde mit 2288 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) und der Hauptort der Île de Ré an der französischen Atlantikküste im Département Charente-Maritime.

Saint-Martin-de-Ré
Wappen von Saint-Martin-de-Ré
Saint-Martin-de-Ré (Frankreich)
Saint-Martin-de-Ré
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Charente-Maritime
Arrondissement La Rochelle
Kanton Île de Ré (Hauptort)
Gemeindeverband Île de Ré
Koordinaten 46° 12′ N, 1° 22′ WKoordinaten: 46° 12′ N, 1° 22′ W
Höhe 0–17 m
Fläche 4,70 km2
Einwohner 2.288 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 487 Einw./km2
Postleitzahl 17410
INSEE-Code
Website www.iledere.com

Saint-Martin: Blick über die Dächer zum Hafen

Die umfangreiche Festungsanlage wurde im frühen 17. Jahrhundert gebaut und später von Vauban noch erheblich erweitert. Von der in Hafennähe gelegenen Zitadelle wurden früher die Sträflinge ins Bagno nach Französisch Guyana und Neukaledonien verschifft, (wie es etwa Henri Charrière in Papillon schildert). Während der Ruhrbesetzung wurden zahlreiche deutsche politische Gefangene in der Zitadelle inhaftiert. Ein Teil des Hafens ist tideabhängig und fällt bei Ebbe völlig trocken.

Die Befestigungsanlagen gehören seit 2008 zusammen mit anderen Werken in ganz Frankreich zum UNESCO-WeltkulturerbeFestungsanlagen von Vauban“.

Heute ist Saint-Martin ein idyllischer Ferienort mit 2288 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016). Es gibt einen Sportboothafen mitten in der Stadt um den sich Hotels, Restaurants und Bistros gruppieren. In den Festungsanlagen befindet sich heute noch immer das größte Gefängnis der Art „Maison centrale“. Dort werden Gefangene verwahrt, welche zu langen Haftstrafen verurteilt sind und deren Chancen auf eine geglückte Resozialisierung als gering erachtet werden.

Ein Streitpunkt im Jahre 1993 war die Absicherung des Gefängnisses gegen die Befreiung der Insassen durch den Einsatz von Helikoptern. Zu diesem Zwecke wurden hohe Masten installiert, die mit Stahlseilen verbunden wurden. Diese Art der Sicherung stand in krassem Gegensatz zu der ansonsten sehr malerischen Architektur der Insel. Mittlerweile sind die Masten entfernt und die Stahlseile in Höhe der Festungsmauern angebracht.

Die äußeren Festungsanlagen können besichtigt werden.

LiteraturBearbeiten

  • Gustav Ritter und Edler von Oetinger: In Ketten vom Ruhrgebiet nach Saint=Martin de Ré. Erlebnisse politischer Gefangener im Ruhrgebiet, im Rheinland und in Frankreich 1923/24. Unter Hinzuziehung von amtlichem Material, Verlag Julius Hergt, Essen 1925.
  • Le Patrimoine des Communes de la Charente-Maritime. Flohic Editions, Band 2, Paris 2002, ISBN 2-84234-129-5, S. 912–916.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Saint-Martin-de-Ré – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien