Ründeroth

Ortsteil von Engelskirchen

Ründeroth ist ein Ortsteil der Gemeinde Engelskirchen im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Bis zum 1. Januar 1975 war Ründeroth eine eigenständige Gemeinde.

Ründeroth
Gemeinde Engelskirchen
Wappen der früheren Gemeinde Ründeroth
Koordinaten: 50° 59′ 30″ N, 7° 27′ 0″ O
Höhe: 169 m ü. NHN
Fläche: 26,23 km² (ehemalige Gemeinde)
Einwohner: 3422 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 51766
Vorwahl: 02263
Ründeroth (Engelskirchen)
Ründeroth

Lage von Ründeroth in Engelskirchen

Blick auf Ründeroth
Blick auf Ründeroth
Evangelische Kirche Ründeroth
Alte Fachwerkhäuser und Kirche im Zentrum
Katholische Kirche Ründeroth
Altes Bahnhofsgebäude Ründeroth

Lage und BeschreibungBearbeiten

Der Ort liegt rund vier Kilometer östlich von Engelskirchen an der Agger sowie der ehemaligen Bundesstraße 55, welche jetzt die Landesstraße 136 ist.

GeschichteBearbeiten

ErstnennungBearbeiten

1174 wurde der Ort als Ruinede Rodhe erstmals urkundlich erwähnt im Zusammenhang mit einer Übertragung des Zehnts durch das Severinstift auf Vogt Engelbert von Berg.[1]

Vom Ende des 13. Jahrhunderts bis 1806 gehörte Ründeroth zur Reichsherrschaft Gimborn-Neustadt und war Grenzort im Dreiländereck zum Herzogtum Berg (Engelskirchen) und zur Reichsherrschaft Homburg (Drabenderhöhe). In Ründeroth lag die Aggerfurt des mittelalterlichen Fernhandelswegs Zeithstraße von Siegburg nach Dortmund. Zeitweilig war Ründeroth als Luftkurort anerkannt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot ein steigender goldener (gelber) Greif, in den Vorderklauen eine silberne (weiße) Zange haltend, im Schildfuß ein kleiner Schild; in Gold (Gelb) ein von Silber (Weiß) und Rot in drei Reihen zu acht Plätzen geschachter Balken.“[2]
Wappenbegründung: Das von Wilhelm Baumeister entworfene und vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz 1935 verliehene Wappen zeigt den statt dem in dieser Gegend üblichen Bergischen Löwen, der eigentlich auf die frühere Zugehörigkeit zum Herzogtum Berg hinweist, einen Greifen, der hier stellvertretend für den Löwen verliehen wurde, da er nach Meinung des Staatsarchivs in Berlin schon zu häufig in Wappen vertreten sei; die Zange symbolisiert die frühere Stahlherstellung in der Gemeinde und der kleine Schild mit dem märkischen Schachbalken, steht für die Zugehörigkeit zur Grafschaft Mark.

Kommunale NeugliederungBearbeiten

Am 1. Juli 1969 wurde Ründeroth um Gebietsteile der damaligen Nachbargemeinden Bielstein und Gummersbach vergrößert.[3] Am 1. Januar 1975 wurden als Ergebnis der kommunalen Neugliederung gemäß § 13 Abs. 1 des Köln-Gesetzes die bis dahin selbständigen Gemeinden Engelskirchen und Ründeroth zur neuen Gemeinde Engelskirchen zusammengeschlossen.[4]

Kirchliche EinrichtungenBearbeiten

  • Katholische Kirchengemeinde St. Jakobus
  • Katholische Pfarrjugend St. Jakobus
  • Katholische Kindertagesstätte St. Jakobus
  • Katholischer Kirchenchor St. Cäcilia
  • Caritas Kleiderstube
  • Evangelische Kirchengemeinde Ründeroth
  • CVJM Ründeroth e. V.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Aggertalhöhle
  • Kurpark
  • Haldy-Turm (Aussichtsturm)
  • Hohe Warte (Aussichtsturm)
  • Historischer Ortskern
  • Naturschutzgebiet Weinberg
  • Evangelische Kirche

FreizeitBearbeiten

Wandern und RadwegeBearbeiten

Folgende Wanderwege bietet der Sauerländische Gebirgsverein vom Wanderparkplatz Ründeroth (Freibad) an:

  • A4 (6,9 km) – A5 (2,7 km) – A6 (2,9 km)

VereineBearbeiten

In Ründeroth gibt es die Sportvereine „Volleyballclub Ründeroth e. V.“ und den „TSV Ründeroth“. In der Heimat und Brauchtumspflege engagiert sich der „Heimat und Verschönerungsverein von 1868 e. V.“ Im „Aktivkreis Ründerroth“ organisieren und unterstützen örtliche Unternehmer Veranstaltungen im Ort. Der Ründerother Karnevalsverein (RKV) besteht seit 1975.

SchulenBearbeiten

  • Leopold-Goes-Realschule Ründeroth (seit Sommer 2007 im neuen Gebäude. Auslauf der Schule 2018)
  • Sekundarschule Engelskirchen (seit 2010 in den Gebäuden der Haupt- und Realschule)
  • Gemeinschafts-Grundschule Ründeroth (seit 2015 in den Gebäuden der Haupt-, Real- und Sekundarschule)
  • Gemeinschafts-Hauptschule Ründeroth (seit Sommer 2007 im neuen Gebäude. Auslauf der Schule 2018)

TriviaBearbeiten

Insbesondere zur Karnevalszeit ist das Lied Komm mit mir nach Ründeroth von Heinz Baumeister zu hören.[5]

PersönlichkeitenBearbeiten

In Ründeroth geborenBearbeiten

(in der Reihenfolge des Geburtsjahres)

Zeitweise in Ründeroth gelebtBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Ründeroth

Im Schienenpersonennahverkehr ist Ründeroth an die Aggertalbahn von Köln über Overath und Gummersbach nach Meinerzhagen angeschlossen, auf der die Oberbergische Bahn (RB 25) verkehrt. Die Fahrzeit von Ründeroth nach Köln Hbf beträgt knapp 60 Minuten, nach Gummersbach 15 Minuten.

Linie Verlauf / Anmerkungen Takt (Mo–Fr)
RB 25 Oberbergische Bahn:
Köln Hansaring   – Köln Hbf   – Köln Messe/Deutz   – Köln Trimbornstraße – Köln Frankfurter Straße – Rösrath-Stümpen – Rösrath – Hoffnungsthal – Lohmar-Honrath – Overath – Engelskirchen – Ründeroth – Gummersbach-Dieringhausen – Gummersbach – Marienheide – Meinerzhagen – Kierspe – Halver-Oberbrügge – Lüdenscheid-Brügge – Lüdenscheid
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2019
30 min (Köln–Engelskirchen/Gummersbach)
60 min (Köln–Lüdenscheid)

Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg gilt bis Meinerzhagen, darüber hinaus der NRW-Tarif.

Im Straßenpersonennahverkehr verkehren folgende Buslinien:

Haltestelle: Ründeroth Busbahnhof

  • 310 Gummersbach – Overath (Schulzentrum Cyriax)
  • 312 Waldbröl
  • 317 Gummersbach
  • 319 Much

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Klaus Pampus: Urkundliche Erstnennungen oberbergischer Orte (= Beiträge zur Oberbergischen Geschichte. Sonderbd. 1). Oberbergische Abteilung 1924 e. V. des Bergischen Geschichtsvereins, Gummersbach 1998, ISBN 3-88265-206-3.
  2. Engelskirchen kurz und knapp - Wappen
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Ein Handbuch zur kommunalen Neugliederung mit Verzeichnis der neuen Gemeinden und Kreise und den aufgelösten Gemeinden sowie einer Karte mit den neuen Verwaltungsgrenzen (= Kommunale Schriften für Nordrhein-Westfalen. 36). Deutscher Gemeindeverlag, Köln u. a. 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 301.
  5. Lied