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Niévroz

französische Gemeinde

Niévroz ist eine französische Gemeinde mit 1535 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Ain in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört administrativ zum Kanton Miribel im Arrondissement Bourg-en-Bresse.

Niévroz
Wappen von Niévroz
Niévroz (Frankreich)
Niévroz
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Ain
Arrondissement Bourg-en-Bresse
Kanton Miribel
Gemeindeverband Côtière à Montluel
Koordinaten 45° 50′ N, 5° 4′ OKoordinaten: 45° 50′ N, 5° 4′ O
Höhe 175–197 m
Fläche 10,46 km2
Einwohner 1.535 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 147 Einw./km2
Postleitzahl 01120
INSEE-Code
Website ville-nievroz.fr

Die Gemeindeverwaltung (mairie) von Niévroz

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Niévroz liegt auf 185 m, etwa 44 km südsüdwestlich der Präfektur Bourg-en-Bresse, 19 km nordöstlich der Stadt Lyon und 56 km südsüdöstlich der Stadt Mâcon (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich in der Talsenke der Rhone am Südrand des Départements. Nachbargemeinden von Niévroz sind La Boisse und Dagneux im Norden, Balan im Osten, Jons und Jonage im Süden sowie Thil im Westen.

TopographieBearbeiten

Die Fläche des 10,46 km2 großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt am rechten Ufer der Rhone im Süden der Landschaft Côtière und liegt vollständig in der flachen Schwemmebene zwischen dem Fluss und dem für die Côtière typischen Steilhang am Rand der Dombes. In der Südostecke der Gemeinde teilt sich die Rhone auf in den Canal de Miribel (nördlicher Arm) und den Canal de Jonage. Der Zufluss in den Canal de Miribel wird durch ein Wehr gesteuert. Am Ostrand des Gemeindegebiets verläuft die Schleife eines Altarms der Rhone, in dessen ehemaligem Flussbett sich heute Wasserflächen und Waldstreifen abwechseln. Insgesamt wird ein Anteil von 63 % der Gemeindefläche zur Feldwirtschaft genutzt. Der Waldanteil erreicht 12 % und die Siedlungsfläche 9 %.[1]

GemeindegliederungBearbeiten

Der eigentliche Ortskern von Niévroz und der westlich davon gelegene alte Weiler Bourbuel bilden nach dem Wachstum der letzten Jahrzehnte ein gemeinsames Siedlungsgebiet. Im Südwesten schließen sich die Ortsteile Le Ga und Le Petit Ga an. In einigen Kilometern Abstand in direkter Nachbarschaft zu Thil liegt die Hofgruppe Les Tuileries. Am Nordrand er Gemeinde befindet sich ein gemeindeübergreifendes Gewerbegebiet, dessen nach Niévroz zugewandter Teil Parc d’activités Les Cèdres Bleus heißt. Am Canal de Miribel erstreckt sich ein Campingplatz.

GeschichteBearbeiten

Beim Flurnamen Les Cancottes im Nordosten der Gemeinde wurden 1984 Überreste einer Behausung aus der Eisenzeit gefunden, die über die C14-Methode auf den Zeitraum 2100±140 v. Chr. datiert wurde.[2]

Im Mittelalter erschien Niévroz erstmals 1247 unter dem Namen Nevro als Standort einer Kirchgemeinde. Die Schreibweise änderte sich später über Nievro und Nièvre zu Niévroz. Das Wort „Nièvre“ bezeichnet Uferwiesen. Die Ländereien im Ort gehörten zur Herrschaft Montluel.[3]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Dorfkirche unter dem Patrozinium Mariä-Himmelfahrt ist ein 1895 fertiggestellte, einschiffige Kirche, dessen Vorgängerbau einem Brand zum Opfer gefallen war.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 364
1968 502
1975 627
1982 782
1990 1.061
1999 1.360
2006 1.485
2011 1.495

Mit 1535 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015)[4] gehört Niévroz zu den kleineren Gemeinden des Département Ain. Nachdem die Einwohnerzahl von knapp 500 im 19. Jahrhundert auf etwas über 300 in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückgegangen war, wurde seit Mitte der 1970er Jahre eine starke Bevölkerungszunahme verzeichnet.[5] Die Ortsbewohner von Niévroz heißen auf Französisch Nièvrant(e)s.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Niévroz ist bis heute ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf, das sich auf den Anbau von Öl- und Eiweißpflanzen konzentriert. Daneben gibt es heute verschiedene Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Mittlerweile hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die vor allem im Großraum Lyon ihrer Arbeit nachgehen.[6]

Die Ortschaft liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen an einer Departementsstraße, die von Montluel nach Jons führt. Eine weitere Straßenverbindung besteht mit Thil. Die Trassen der Schnellfahrstrecke LGV Rhône-Alpes und der Autobahn A432 durchqueren die Gemeinde in deren Westen. Die nächstgelegenen größeren Bahnhöfe sind Lyon Part-Dieu oder Lyon-Saint-Exupéry TGV und der nächste Autobahnanschluss an die A42 befindet sich in rund 3 km Entfernung. Als Flughafen in der Region kommt Lyon-St-Exupéry (18 km) in Frage.

AusbildungBearbeiten

In Niévroz befindet sich eine staatliche école primaire (Grundschule mit eingegliederter Vorschule).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Niévroz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Daten 2006 von CORINE Land Cover, abrufbar z. B. unter www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr.
  2. André Buisson: Carte Archéologique de la Gaule – Ain 01. Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, 1990, ISBN 2-87754-010-3, S. 113 (französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. É. Philipon: Dictionnaire Topographique du Département de l’Ain. Imprimerie Nationale, 1911, S. 292 (französisch, online [PDF; abgerufen am 4. Januar 2014]).
  4. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  5. Niévroz – notice communale. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 4. Februar 2016 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen von INSEE).
  6. Commune de Niévroz – Dossier complet. In: INSEE. Abgerufen am 4. Februar 2016 (französisch).