Hauptmenü öffnen

Die Martin 4-0-4 ist ein zweimotoriges Passagierflugzeug für den Kurz- und Mittelstreckenverkehr, das von der Glenn L. Martin Company von 1950 bis 1953 gebaut wurde.

Martin 4-0-4
Martin 4-0-4 der Pacific Airlines, 2008
Die letzte lufttüchtige Martin 4-0-4 (N636X) trägt die Bemalung der 1968 aufgelösten Pacific Air Lines
Typ: zweimotoriges Passagierflugzeug
Entwurfsland:

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Hersteller:

Glenn L. Martin Company

Erstflug: 21. Oktober 1950
Produktionszeit:

1950 bis 1953

Stückzahl: 103

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und EntwicklungBearbeiten

Das Flugzeug war als wichtigste Neuerung zum Vorgängermodell Martin 2-0-2 mit einer Druckkabine ausgestattet. Seine militärische Bezeichnung bei der amerikanischen Küstenwache in dem damaligen Bezeichnungssystem der US Navy war RM-1 und ab 1962 dann VC-3A.

Die Martin 4-0-4 war nicht so erfolgreich wie die Konkurrenzmodelle Convair CV-240, 340 und 440 und wurde seinerzeit als einziges erfolgreiches amerikanisches Passagierflugzeug nicht von europäischen Fluggesellschaften bestellt.

Militärische NutzerBearbeiten

 
Martin RM-1 1958 der USCG

Zivile BetreiberBearbeiten

 
Martin 4-0-4 der Eastern Air Lines, circa 1955

ZwischenfälleBearbeiten

In der Betriebszeit der Martin 4-0-4 von 1950 bis 2008 kam es zu 27 Totalverlusten. Bei 9 davon wurden 101 Menschen getötet.[1] Beispiele:

  • Am 19. Februar 1955 prallte eine Martin 4-0-4 der TWA (Luftfahrzeugkennzeichen N40416) nach dem Start von Albuquerque nach Santa Fé in dichten Wolken gegen den Gebirgszug Sandia, in einer Höhe von rund 3000 Meter und 21 Kilometer nordöstlich des Startflughafens. Die dreiköpfige Besatzung und die 13 Passagiere waren sofort tot. Der unausgesprochene Verdacht eines erweiterten Selbstmordes durch Flugkapitän Ivan Spong konnte erst in jahrelangen Recherchen der Pilotenvereinigung ALPA ausgeräumt werden. Ursache des Unglücks war ein hängengebliebener Kurskreisel.[2][3]
  • Am 1. April 1956 stürzte eine Martin 4-0-4 der TWA (N40403) kurz nach dem Start 500 Meter südwestlich des Greater Pittsburgh Airport ab. Nach einer (nur optischen) Feuerwarnung in 30 Metern Höhe wurde das linke Triebwerk abgestellt, wobei der Propeller durch unkoordiniertes Handeln der beiden Piloten in der sehr kurzen zur Verfügung stehenden Zeit nicht in die Segelstellung gebracht wurde. Aufgrund des zu hohen Luftwiderstands kam es zur Bodenberührung. Von den 36 Insassen kamen 22 ums Leben.[4][5]

Technische DatenBearbeiten

Kenngröße Daten
Besatzung 3–4
Passagiere 40
Länge 22,73 m
Spannweite 28,42 m
Höhe 8,66 m
Flügelfläche 80,27 m²
Leermasse 13.211 kg
max. Startmasse 20.366 kg
Höchstgeschwindigkeit 502 km/h
Dienstgipfelhöhe 8.840 m
Reichweite 1.783 km
Triebwerke 2 Sternmotoren Pratt & Whitney R-2800-CB16 mit je 2.400 PS (1.765 kW)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Unfallstatistik Martin 4-0-4, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. November 2017.
  2. ICAO Aircraft Accident Digest 8, Circular 54-AN/49, Montreal 1958 (englisch), S. 13–15.
  3. Unfallbericht Martin 404 N40416, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. August 2017.
  4. ICAO Aircraft Accident Digest 8, Circular 54-AN/49, Montreal 1958 (englisch), S. 67–71.
  5. Unfallbericht Martin 404 N40403, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 7. März 2019.