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Leben und WirkenBearbeiten

Jens Harzer besuchte die Otto-Falckenberg-Schule in München. Anschließend wurde er 1993 von Dieter Dorn, in dessen Ensemble er 16 Jahre arbeitete, zunächst an die Münchner Kammerspiele und danach für das Bayerische Staatsschauspiel engagiert. Unter Dorns Intendanz spielte er Hauptrollen in Roberto Zucco von Koltès (Regie: Christian Stückl), im Urfaust und im Torquato Tasso von Johann Wolfgang von Goethe sowie im Amphitryon von Heinrich von Kleist sowie in Martin Kušejs Inszenierung den Woyzeck.

Eine weitere Zusammenarbeit mit Christian Stückl führte ihn von 2001 bis 2004 jährlich nach Salzburg, wo er bei den dortigen Festspielen im Jedermann von Hugo von Hofmannsthal den Tod mimte. 2008 spielte Harzer in der Bühnenversion von Verbrechen und Strafe von Dostojewski in der Salzburger Inszenierung von Andrea Breth die Hauptrolle. Auf der Berlinale 2006 war er in zwei Filmen zu sehen: in Requiem von Hans-Christian Schmid und in der Hauptrolle des Filmdramas Der Lebensversicherer von Bülent Akıncı. 2011 spielte er die Rolle Ich in Peter Handkes Immer Noch Sturm, das bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt wurde.[1]

Neben Arbeiten fürs Fernsehen wirkt Harzer auch bei Tonaufnahmen mit. So sprach er 2012 den Stephen Dedalus im Hörspiel Ulysses nach James Joyce, dem mit einer Laufzeit von mehr als 22 Stunden bis dahin längsten Hörspiel des Südwestrundfunks und einer der aufwändigsten Hörspielproduktionen der ARD.

Seit 2009 ist Jens Harzer festes Mitglied des Ensembles am Thalia Theater in Hamburg. Auf der Mitgliederversammlung der Akademie der Künste Berlin am 25. Mai 2013 wurde er als neues Mitglied in die Sektion Darstellende Kunst gewählt.[2]

Nach dem Tod von Bruno Ganz wurde im März 2019 dessen Verfügung bekanntgegeben, mit der er Jens Harzer zum neuen Träger des Iffland-Ringes bestimmt hatte.[3] Die Übergabe erfolgte am 16. Juni 2019 im Wiener Burgtheater durch den für Kultur zuständigen Minister Alexander Schallenberg.[4]

KritikenBearbeiten

Über Jens Harzers Darstellung in Salzburg 2004 in Eines langen Tages Reise in die Nacht von Eugene O’Neill schrieb Christine Dössel in der Süddeutsche Zeitung, er besitze „… James-Dean-Qualitäten, … dieser fiebrige Schauspieler mit der Aura eines seltsamen Heiligen … Harzer zuzusehen, ist suchtgefährdend.“[5] In der Online-Ausgabe der Zeit urteilte Sigrid Neudecker über seine Darstellung eines „maliziösen Rezeptionisten“ in der letzten Folge der Serie Der Tatortreiniger, dass man sich ihn „in Dauerschleife ansehen [könne], würde man dadurch nicht Gastauftritte von Olli Dittrich, Florian Lukas, Anneke Kim Sarnau, Charly Hübner oder Bettina Stucky verpassen“.[6]

FilmografieBearbeiten

Hörspiele und HörbücherBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jens Harzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wie soll man denn das bitte spielen? In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 14. August 2011, S. 23.
  2. Akademie der Künste Berlin – AdK-Blog vom 27. Juni 2013, abgerufen am 17. Juli 2013.
  3. Iffland-Ring geht an Jens Harzer. In: orf.at. 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  4. Ovationen für neuen Iffland-Träger Harzer. ORF, 16. Juni 2019, abgerufen am selben Tage.
  5. Dössel, Christine: Guten Morgen, liebe Sorgen. In: Süddeutsche Zeitung, 16. August 2004, S. 13.
  6. Von Sigrid Neudecker: "Tatortreiniger": Bitte nicht spurlos verschwinden! Abgerufen am 5. Januar 2019.