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Leander Haußmann

deutscher Film- und Theaterregisseur
Leander Haußmann, 2010

Leander Haußmann (* 26. Juni 1959 in Quedlinburg) ist ein deutscher Film- und Theaterregisseur und Schauspieler.

Inhaltsverzeichnis

Leben und WerkBearbeiten

Der Sohn des Schauspielers Ezard Haußmann und der Kostümbildnerin Doris Haußmann wuchs in Berlin-Hirschgarten auf. Er machte zunächst eine Druckerlehre. 1980 leistete er seinen Wehrdienst als Matrose bei der NVA. 1982 bis 1986 besuchte er die Schauspielschule Ernst Busch in Berlin und übte seinen Beruf an mehreren Theatern der DDR aus, 1986 bis 1988 am Stadttheater Gera und 1988/89 am Landestheater Parchim. 1987 verkörperte er in Gräfin Cosel, einem Teil der Trilogie Sachsens Glanz und Preußens Gloria, den Pagen Brühl, eine Rolle, die in den vorangegangenen Teilen, welche aber zeitlich danach spielen, von seinem Vater verkörpert wurde. 1992 spielte er den Tod bei den Berliner Jedermann-Festspielen.

1990 bis 1995 war er Regisseur am Deutschen Nationaltheater Weimar.

 
Intendant Leander Haußmann bei seinem Abschied vom Schauspielhaus Bochum am 3. Juni 2000

Haußmann war von 1995 bis 2000 Intendant des Schauspielhauses Bochum. In dieser Zeit spielte er auch in Detlev Bucks Film Männerpension mit. Sein Durchbruch als Regisseur gelang ihm mit dem Film Sonnenallee (2000). Die Verfilmung des Romans Herr Lehmann (2003) von Sven Regener war sein zweiter Spielfilm. 2005 folgte dann der Film NVA, in den Haußmanns eigene Erfahrungen als Soldat einflossen.[1] Immer wieder tritt er auch als Schauspieler in Kinofilmen auf, so etwa in Soloalbum oder Eierdiebe.

Seine Inszenierung von Die Fledermaus an der Bayerischen Staatsoper München 1997 wurde ebenso ein Skandal wie seine verhinderte Peter-Pan-Inszenierung bei den Wiener Festwochen. Jahrelang erfolgreich lief dagegen seine Inszenierung von Romeo und Julia[2] (mit Ralf Dittrich in der hinzu erfundenen, durch das ganze Stück leitenden Rolle des Naso[3] nach Ovid), am Residenztheater München.

Zusammen mit Boris Naujoks drehte er 2005 für das ZDF die Fernseh-Adaption von Kabale und Liebe von Friedrich Schiller, unter anderem mit Paula Kalenberg, August Diehl, Götz George, Katja Flint, Katharina Thalbach und Detlev Buck.

Haußmanns Nachfolger von Sonnenallee mit dem Titel NVA hatte in Deutschland 2005 Kinostart. Die Dreharbeiten dazu fanden von Juli bis September 2004 im sächsischen Bad Düben statt.

2007 kam der Film Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken, der auf dem gleichnamigen Buch des australischen Schriftstellerpaars Allan und Barbara Pease beruht, in den Kinos.

2009 drehte er die von Bernhard Sinkels Lina Braake inspirierte Rentnerkomödie Dinosaurier – Gegen uns seht ihr alt aus! mit Ezard Haußmann, Eva-Maria Hagen, Ingrid van Bergen, Ralf Wolter, Walter Giller und Nadja Tiller.

2011 erschien Haußmanns Film Hotel Lux, in dem unter anderem Michael Herbig, Jürgen Vogel, Sebastian Blomberg und Thekla Reuten zu sehen sind. Der Film basiert auf einem Drehbuchentwurf von Uwe Timm.

2017 kam die Verfilmung des Bestsellers Das Pubertier von Jan Weiler in die Kinos.[4] In diesem Zusammenhang kündigte Haußmann auch seinen vorübergehenden Rückzug vom Theater an.[5]

Ende 2018 hatte sein Theaterstück Staatssicherheitstheater an der Berliner Volksbühne Premiere. Das Drehbuch für den geplanten Spielfilm ist fertig gestellt.

Haußmann lebt in Berlin-Friedrichshagen und hat einen Sohn und zwei Töchter.

Seine Großmutter war einmal mit Hermann Hesse verheiratet, der Großvater brachte es vom Karl-May-Darsteller zum Brecht-Schauspieler am Berliner Ensemble, der Vater Eduard Haußmann war ein bekannter Schauspieler in Film und Fernsehen der DDR.[6]

Theaterinszenierungen (Auswahl)Bearbeiten

FilmografieBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

VeröffentlichungBearbeiten

  • Buh. Mein Weg zu Reichtum, Schönheit und Glück (autobiografischer Roman), Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013, ISBN 978-3-462-30696-5

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Interview zum Kinostart von NVA auf outnow.ch
  2. GRIN Verlag GmbH: Inszenierungsanalyse von Leander Haußmann: Romeo und Julia anhand der dramaturgischen Kriterien der „Poetik“ von Aristoteles von Julius Pöhnert (Mainz, 2004)
  3. shakespeare-gesellschaft.de: Die Anmut des Lärmens von Henryk Goldberg (1999)
  4. gutschik.de: 6,6 Mio. Euro für 37 Projekte: FFF Bayern fördert die Literaturverfilmung „Mittelreich“, einen Thriller über Ötzi und die Fortsetzung von „Tannbach“: FFF Bayern. (Nicht mehr online verfügbar.) In: fff-bayern.de. Archiviert vom Original am 21. Juni 2016; abgerufen am 21. Juni 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fff-bayern.de
  5. Peter Zander: Leander Haußmann zieht sich vom Theater zurück. In: morgenpost.de. Abgerufen am 21. Juni 2016.
  6. Jegor Jublimov, Haußmann, Andersen1Nexö, in: junge Welt, 26. Juni 2019.
  7. Wolfgang Behrens: „Mit dem Bier in der Faust“ auf nachtkritik.de
  8. Die Welt: „Erotik und Kampf“ von Matthias Heine
  9. nachtkritik.de
  10. NDR.de: „Tschechows „Möwe“ am Thalia Theater“ von Katja Weise (Memento vom 18. Mai 2014 im Internet Archive)
  11. Kritik: Mounia Meiborg: Der Soldat als Zirkuspferd. Leander Haußmann inszeniert 'Woyzeck' im Berliner Ensemble. in: Süddeutsche Zeitung, 9. September 2014, Nr. 207, S. 13.