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Leopold von Verschuer

deutscher Schauspieler

LebenBearbeiten

Leopold von Verschuer wuchs als Kind deutscher Eltern in seiner Geburtsstadt auf und besuchte dort auch das Conservatoire Royal.[1] Seine schauspielerische Laufbahn begann er an Berliner Theatern. Von 1986 bis 1993 arbeitete er am Theater an der Ruhr, mit dem er auf weltweite Tourneen ging. In den Folgejahren war von Verschuer an einer Vielzahl von Bühnen im In- und Ausland engagiert, in Deutschland unter anderem an den Theatern in Bonn und Freiburg, am Teo Otto Theater in Remscheid, in Berlin am Hebbel-Theater und an den Sophiensælen, am Staatstheater Kassel, am Münchner Residenztheater und dem Grillo-Theater in Essen. In Österreich spielte er am Wiener Volkstheater und dem Tanzquartier sowie dem Steirischen Herbst, in der Schweiz gastierte von Verschuer am Theater Basel, in Zürich am Theater an der Winkelwiese und dem Theater am Neumarkt, ferner am Théâtre Vidy-Lausanne und der Comédie de Genève. Von Verschuer, der akzentfreies Französisch spricht, hatte darüber hinaus Engagements an Bühnen in Frankreich und Portugal. An vielen der genannten Theatern wirkte von Verschuer in der Vergangenheit auch als Regisseur, so anlässlich verschiedener Ur- und deutscher Erstaufführungen.[2]

Bekannte Rollen seiner Theaterlaufbahn waren die Titelfiguren in Torquato Tasso von Johann Wolfgang von Goethe, in Molières Don Juan, Julius Caesar von William Shakespeare und Heiner Müllers Hamletmaschine.[2]

Von Verschuer ist auch als Übersetzer von Texten aus dem Französischen tätig, und zwar sowohl für die Bühne als auch für Hörfunk und Fernsehen. Hieraus entwickelten sich intensive Zusammenarbeiten mit den Schriftstellern Valère Novarina, Alvaro García de Zúñiga und Kathrin Röggla. Seine Übersetzungen erscheinen vor allem aber im Alexander Verlag Berlin und im Verlag Matthes & Seitz Berlin.[2]

Für den Hörfunk arbeitet von Verschuer seit Mitte der 1990er Jahre in verschiedenen Bereichen, überwiegend als Sprecher und Regisseur, neben seiner Übersetzertätigkeit auch als Bearbeiter (Wort). Seltener sind seine Ausflüge vor die Kamera. Sporadisch ist er seit Mitte 1980er Jahre auf dem Bildschirm zu sehen, unter anderem gastweise in verschiedenen Krimiserien, darunter Tatort, Polizeiruf 110 oder SOKO Wismar. Weiterhin veranstaltet von Verschuer Lesungen und moderiert selber Autorenlesungen oder Gesprächsreihen mit Autoren.[2]

Leopold von Verschuer lebt in Berlin-Neukölln[2] und ist verheiratet mit der Autorin Kathrin Röggla[3].

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

HörspieleBearbeiten

Als Sprecher (Auswahl)Bearbeiten

Als RegisseurBearbeiten

  • 2009: die alarmbereiten – Autorin: Kathrin Röggla
  • 2012: die unvermeidlichen – Autorin: Kathrin Röggla
  • 2013: Gilsbrod – Autorin: Sabine Bergk
  • 2014: Lärmkrieg – Autorin: Kathrin Röggla
  • 2016: Normalverdiener – Autorin: Kathrin Röggla
  • 2019: Luna Luna – Autorin: Maren Kames

Als Sprecher und RegisseurBearbeiten

  • 2008: recherchegespenst – Autorin: Kathrin Röggla
  • 2009: der tsunami-empfänger – Autorin: Kathrin Röggla
  • 2012: NICHT HIER – Autorin: Kathrin Röggla

Als Regisseur und Bearbeiter (Wort)Bearbeiten

Als Sprecher, Regisseur und AutorBearbeiten

  • 2011: publikumsberatung (Co-Autorin: Kathrin Röggla)

Als Sprecher und ÜbersetzerBearbeiten

Als Übersetzer und RegisseurBearbeiten

  • 2016: Die Rede an die Tiere, Teil 1: Das Tier der Zeit – Autor: Valère Novarina
  • 2017: Die Rede an die Tiere, Teil 2: Die Unruhe – Autor: Valère Novarina
  • 2018: Die Rede an die Tiere, Teil 3: 1111 Vögel – Autor: Valère Novarina

Als Übersetzer, Regisseur und Bearbeiter (Wort)Bearbeiten

  • 2018: Insekten und Einhörner. Der Künstlerbriefwechsel zwischen Jean Dubuffet und Valère Novarina – Autoren: Jean Dubuffet, Valère Novarina

Als Übersetzer, Sprecher und RegisseurBearbeiten

  • 2011: Dem unbekannten Gott – Autor: Valère Novarina

AuszeichnungenBearbeiten

  • 1999: Theatertransfer
  • 2000: Preis der Stiftung Kunst und Kultur Nordrhein-Westfalen
  • 2001: Bremer Übersetzerpreis für Der rote Ursprung
  • 2002: Preis der Stiftung Kunst und Kultur Nordrhein-Westfalen
  • 2009: Hörspiel des Monats August für die alarmbereiten
  • 2010: Stipendium Atelier Européen de la Traduction
  • 2011: Hörspiel des Monats Januar für publikumsberatung
  • 2013: Stipendium Atelier Européen de la Traduction
  • 2014: Special acknowledgement der Jury des Internationalen Thespis Monolog Festivals, Kiel
  • 2014: Publikumspreis des Primeur-Festivals für französischsprachige Gegenwartsdramatik, Saarbrücken
  • 2016: Hörspiel des Monats Juli für Normalverdiener

ÜbersetzungenBearbeiten

VeröffentlichungenBearbeiten

In Medien (Auswahl)Bearbeiten

  • Das Theater der Ohren, von Allen Weiss nach Valère Novarina, WDR / Studio Akustische Kunst, Köln 2002
  • Manuel I, Manuel II – La Lucha Continua, Manuel III – Letzte Worte von Alvaro García de Zúniga, WDR / Studio Akustische Kunst, Köln 2003/2004
  • Carte D'identité – Personalausweis von Diogène Ntarindwa deutsch-französisches Hörspiel (Ursendung 25. April 2012), Deutschlandradio
  • Das Tier der Zeit, Teil 1 aus Die Rede an die Tiere von Valère Novarina, Hörspiel (Ursendung 29. Mai 2016), Deutschlandradio
  • Die Unruhe, Teil 2 aus Die Rede an die Tiere von Valère Novarina, Hörspiel (Ursendung 14. April 2017), Deutschlandradio

Im Theater (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Agenturprofil, abgerufen am 25. März 2016.
  2. a b c d e Biographie bei blablalab.net, abgerufen am 26. März 2016.
  3. K. Kramer: Die Grammatik der Katastrophe. In: Badische Zeitung, Ausgabe vom 8. Oktober 2008.