Grabenwahlsystem

Wahlrecht mit Mehrheitsmandaten und Verhältnismandaten

Das Grabenwahlsystem ist ein Wahlsystem, bei dem mehrere Wahlverfahren nebeneinander und ohne Verrechnung miteinander angewandt werden (Parallelwahl ohne Ausgleich, daher im Englischen parallel voting genannt). Meistens wird beim Grabenwahlsystem ein Teil der Sitze in Einpersonenwahlkreisen vergeben und der andere nach dem Prinzip des Verhältniswahlrechts. Dabei müssen nicht notwendigerweise zwei Stimmen abgegeben werden, entscheidend ist lediglich, dass es zwei völlig getrennte Sitzzuteilungsverfahren gibt.

Der Begriff kommt daher, dass beim Grabenwahlsystem (anders als beim heutigen bundesdeutschen Wahlsystem) die Direktmandate nicht auf die Listenmandate angerechnet werden.[1] Zwischen beiden Arten, ins Parlament zu kommen, besteht so gesehen ein Graben.

AnwendungBearbeiten

Das System findet in einer Reihe von Ländern Anwendung (wo nicht anders vermerkt in einer Kombination aus Mehrheitswahl in Einpersonenwahlkreisen und Verhältniswahl).

EuropaBearbeiten

AfrikaBearbeiten

AmerikaBearbeiten

AsienBearbeiten

LiteraturBearbeiten

BelegeBearbeiten

  1. Christoph Seils: Das neue Wahlrecht und die Krux mit den Überhangmandaten. In: bpb.de 207. 18. Juni 2013, abgerufen am 18. September 2016.
  2. Gesine Dornblüth: Duma-Wahl in Russland: Kleine Verluste für demokratischen Anstrich. In: Deutschlandfunk-Sendung „Europa heute“. 24. April 2016, abgerufen am 12. November 2019.
  3. Fida Nasrallah: How the electoral system works. In: UNMIN Newspaper: Issue 5 Feb/March 2008. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) S. 3, ehemals im Original; abgerufen am 18. September 2016.@1@2Vorlage:Toter Link/www.unmin.org.np (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)