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Gesine Dornblüth

deutsche Hörfunkjournalistin

Gesine Dornblüth (* 1969 in Niedersachsen[1]) ist eine deutsche Slawistin und Hörfunkjournalistin. Sie war von Februar 2012 bis Anfang 2017 als Auslandskorrespondentin für das Deutschlandradio in Moskau[2] tätig sowie als Autorin und Reporterin für alle Rundfunkanstalten der ARD. Dornblüth arbeitet seither mit ihren Kollegen im Journalistenbüro Texte und Töne.[3]

LebenBearbeiten

Dornblüth studierte in Hamburg Slawistik und Journalistik. Seit 1992 arbeitet sie als freie Journalistin, zunächst für Tageszeitungen, später für den Hörfunk, und gründete zusammen mit ihrem Partner Thomas Franke das Büro texte und toene in Berlin. 1999 promovierte sie im Fach slawische Philologie über postmoderne russische Lyrik.[2]

Als Reporterin berichtete sie aus Russland, der Ukraine, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Moldawien und vom Balkan, produzierte Alltagsreportagen, Langzeitdokumentationen und politische Analysen über regionale Konflikte, Demokratisierung und Menschenrechte.[2] Seit 2003 war Dornblüth alleinige Autorin über 40 Ausgaben der Sendung „Hintergrund“ im Deutschlandfunk, die täglich ausgestrahlt wird. Sie gehörte zu den wenigen freien Journalisten, die für die ARD regelmäßig in den Südkaukasus gefahren sind. Sie hat sich damit im Hörfunk einen Namen gemacht, da „die journalistische Arbeit vor Ort ein hohes Maß an Recherchearbeit, viel Leseaufwand bezüglich der historischen Zusammenhänge und zumindest russische Sprachkenntnisse“ erfordere.[4] Auf dem Sendeplatz Gesichter Europas im Deutschlandfunk beleuchtete sie in einer einstündigen Reportage auch Alltagsthemen aus der Region.[5]

Von Februar 2012 bis Anfang 2017 war sie als Auslandskorrespondentin für das Deutschlandradio in Moskau tätig und verlegte auch ihren Wohnsitz dorthin.[1]

Seit März 2017 arbeitet sie als Journalistin im Journalistenbüro "Texte und Töne".[6]

Ihre Erlebnisse in Moskau hat sie im Radio-Feature „Drei Löcher im Pappkafka“ verarbeitet.[7] Über ihre Berichterstattung[8] wurde sie danach als „Medienmacherin“ mit „Klassenauftrag“ polemisiert,[9] zumal sie in ihrer Berichterstattung über den Arzt und damaligen Bürgermeister Ilmi Umerow der Stadt Bachtschyssaraj, der nach der Annexion der Krim durch Russland in die Psychiatrie eingewiesen wurde,[10] nicht ausgelassen hatte.

Beim Journalistenverband in Berlin-Brandenburg, dem Landesverband des Deutschen Journalisten-Verbands, leitete Gesine Dornblüth die Stilwerkstatt. Sie ist Vorsitzende des Aufnahmeausschusses dieses Berufsverbandes.[11] Am Internationalen Journalisten-Kolleg der FU Berlin und im Studienwerk der Heinrich Böll Stiftung war sie Dozentin für „Ethik im Journalismus“.

Seit 2003 hat sie als Autorin und Mitwirkende 60 Ausgaben der täglichen Sendung Hintergrund im DLF geschrieben.

Auszeichnungen und StipendienBearbeiten

  • 1999 Suchbild Deutschland, bimedialer Reportagepreis von SFB/ORB und Tagesspiegel[11]
  • 2001 Prix Europa-Hörfunkpreis (mit Thomas Franke) in der Kategorie "Current Affairs" für das Feature Bruderküsse in Demjansk, das im Deutschlandfunk lief.[12][13]
  • 2002 Marion-Gräfin-Dönhoff-Journalistenstipendium im Rahmen der Internationalen Journalisten-Programme in Georgien[11]

SchriftenBearbeiten

  • Die postmoderne Lyrik Andrej Voznesenskijs, in: Zeitschrift für Slavistische Philologie, Heft 2, 1994, S. 327–357.
  • „Poststalinizm, Postavangardizm.“ Das Subjekt und die Welt der Objekte in der postmodernen frühen Lyrik Andrej Voznesenskijs. Verlag Sagner, München 1999. ISBN 3-87690-742-X (Zugl.: Hamburg, Univ., Diss., 1999)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Übersicht über die Korrespondentenplätze des Deutschlandradios (Memento des Originals vom 26. März 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschlandradio.de, Deutschlandradio, deutschlandradio.de, abgerufen am 20. September 2015
  2. a b c Anastassija Filimonowa: 10 Fragen an Gesine Dornblüth, Interview vom März 2012, Goethe-Institut, goethe.de, abgerufen am 24. März 2016
  3. Korrespondentenwechsel bei Deutschlandradio - Thielko Grieß berichtet aus Russland. In: Deutschlandradio. (deutschlandradio.de [abgerufen am 17. Juni 2017]).
  4. Gemma Pörzgen, ebd.
  5. Gemma Pörzgen: Aus den Augen - aus dem Sinn: Der Kaukasus in den Medien, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APUz 13/2009), online: Bundeszentrale für politische Bildung, 21. März 2009
  6. [1]
  7. Thomas Franke und Gesine Dornblüth: Drei Löcher im Pappkafka Oder: Fünf Korrespondentenjahre in Moskau, DLF Kultur vom 11. November 2017
  8. http://www.deutschlandfunk.de/mythos-krim-4-5-tataren-kaempfen-gegen-die-annexion.795.de.html?dram:article_id=401470
  9. Keine Lust auf Putinologie: Akademiker möchten normale Beziehungen zu Russland, RT Deutsch vom 7. Dezember 2017
  10. Cathrin Kahlweit: „Profil: Ilmi Umerov.“ In: Süddeutsche Zeitung, 4. September 2016.
  11. a b c Informationen auf texteundtoene.de (Memento des Originals vom 3. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.archiv.texteundtoene.de, abgerufen am 22. März 2016
  12. Deutschlandfunk-Mitarbeiter ausgezeichnet, Deutschlandradio, Pressemitteilung vom 17. Juni 2002, deutschlandradio.de, abgerufen am 24. März 2016
  13. Prix Europa, Chronik der ARD, 13. Januar 2001