Flaach

Gemeinde in der Schweiz

Flaach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen des Schweizer Kantons Zürich.

Flaach
Wappen von Flaach
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Andelfingenw
BFS-Nr.: 0028i1f3f4
Postleitzahl: 8416
UN/LOCODE: CH FAH
Koordinaten: 688088 / 270208Koordinaten: 47° 34′ 36″ N, 8° 36′ 34″ O; CH1903: 688088 / 270208
Höhe: 360 m ü. M.
Höhenbereich: 342–454 m ü. M.[1]
Fläche: 10,17 km²[2]
Einwohner: 1430 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 141 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
15,4 % (31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Walter Staub (FDP)
Website: www.flaach.ch
Blick über Flaach

Blick über Flaach

Lage der Gemeinde
HusemerseeDeutschlandDeutschlandDeutschlandDeutschlandKanton SchaffhausenKanton SchaffhausenKanton ThurgauKanton SchaffhausenBezirk BülachBezirk WinterthurAdlikon bei AndelfingenAndelfingen ZHBenken ZHBerg am IrchelBuch am IrchelDachsenDorf ZHFeuerthalenFlaachFlurlingenHenggartHumlikonKleinandelfingenLaufen-UhwiesenMarthalenOssingenRheinau ZHStammheimThalheim an der ThurTrüllikonTruttikonVolkenKarte von Flaach
Über dieses Bild
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GeographieBearbeiten

Flaach liegt auf 360 m ü. M. im Zürcher Weinland am Nordabhang des Irchels. Das Gebiet der Gemeinde misst 1016 ha, wovon 345 ha Wald sind. 248 ha dieser Waldfläche stehen im Eigentum der Gemeinde. Flaach zählt gegen 1400 Einwohner. Ihr Mundartname: Flòòch[5]. Flaach liegt auf 360 m ü. M. im Zürcher Weinland am Nordabhang des Irchels. Das Gebiet der Gemeinde misst 1016 ha, wovon 345 ha Wald sind. 248 ha dieser Waldfläche stehen im Eigentum der Gemeinde. Flaach zählt gegen 1400 Einwohner. Ihr Mundartname: Flòòch[6].

GeschichteBearbeiten

Älteste Belege weisen in die 2. Hälfte des 5. Jh. zurück. Auf der 1993 durch Luftbildarchäologie im Chrumben entdeckten Fundstelle kamen 1997 bei Rettungsgrabungen 23 Körperbestattungen zutage. Männliche Gräber wiesen einheitlich relativ einfache Ausstattungen auf: eiserne Gürtelschnallen, Gürteltaschen mit Feuerstein und -stahl, aber keine Waffen. Weibliche Bestattungen waren zum Teil sehr kostbar mit silbernen Klein- und Bügelfibelpaaren ausgestattet, mit Armringen, Halsketten aus Glas- und Bernsteinperlen. Das reichste Grab enthielt überdies eine halbkugelige Glasschale.[7]

PolitikBearbeiten

Die SVP hat 48,30 %, die FDP 9,91 %, die Grünen 9,12 %, die SP 8,93 %, die glp 8,52 %, die EVP 6,46 %, die EDU 5,21 %, und die CVP 1,62 % der Wählerstimmen (Nationalratswahl 2019).[8]

Gemeindepräsident ist Walter Staub (FDP) (Stand Mai 2020).

WappenBearbeiten

Blasonierung:

In Rot ein Eichenzweig mit aufrechter goldener Eichel und drei grünen Blättern, überhöht von einer goldenen Hirschstange.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1467 1640 1727 1836 1860 1900 1950 1980 2000 2012
Einwohner 90 577 797 1002 1103 852 758 871 1164 1331
 
Historisches Luftbild von Werner Friedli von 1954

WirtschaftBearbeiten

In Flaach sind eine Reihe von KMUs tätig. Auch Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten bestehen: Zwei Tankstellen, eine Bäckerei, eine Volg-Filiale sowie mehrere Restaurants versorgen die lokale Bevölkerung und bieten Arbeitsplätze. Wer nicht in Flaach einen Arbeitsplatz hat, arbeitet in der Region Winterthur, im Umfeld des Flughafens Zürich-Kloten oder in der Agglomeration Zürich.

VerkehrBearbeiten

Zwei Postautolinien erschliessen die Gemeinde dem öffentlichen Verkehr. Mit dem Postauto ist die Verbindung nach Winterthur und Rafz gewährleistet. Die nächsten Bahnhöfe sind Henggart und Rafz. Die Rheinbrücke verbindet den Ort mit Rüdlingen.

Kultur und FreizeitBearbeiten

 
Auenlandschaft Thurauen

Die Thurauen sind das grösste Auengebiet des Schweizer Mittellands[9] und ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung[10]. Im Rahmen des Projekts "Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung" des Kantons Zürich wurden zwischen 2008 und 2017 die letzten fünf Kilometer der Thur vor der Mündung in den Rhein renaturiert[11]. Das Gebiet von fast 400 Hektaren beherbergt seltene Tier- und Pflanzenarten wie den Eisvogel, den Pirol und den Biber[12]. Das Naturzentrum Thurauen wurde von der Stiftung PanEco im Auftrag des Kantons gebaut und 2011 eröffnet.

In Flaach existiert ein Männerchor[13] mit längerer Tradition. Erste Aufzeichnungen über ein Chor-Gesangswesen in Flaach gehen zurück bis ins Jahr 1835[14], drei Jahre später wurde in Flaach ein Gesangstag eingeführt[15]. 1885 erhielt der Verein eine eigene Vereinsfahne (dieses Datum ist aufgrund eines Brandes 1908, bei dem auch Akten vernichtet wurden, nicht gesichert)[16], die ein Jahr später offiziell eingeweiht wurde.[17]

In Flaach gibt es die Brass Band Posaunenchor Flaach[18]. Die christliche Brass Band spielt nach englischem Vorbild. Sie nimmt seit einigen Jahren regelmässig in der 2. Stärkeklasse am Brass Band Wettbewerb in Montreux teil und war schon vermehrt sehr erfolgreich. Der Verein wurde im Jahr 1935 als christlicher Posaunenchor Flaach gegründet und behielt den christlichen Glauben bis heute.

Flaach war bereits mehrfach (zuletzt 2017) Veranstaltungsort des mehrtägigen Heavenstage Festivals[19] das vom GodiWyland organisiert wird. Dabei arbeiten die beiden evangelischen Kirchengemeinden Flaachs (reformierte Kirche Flaachtal und evangelisch-methodistische Kirche (EMK) Flaach) mit 5 umliegenden Kirchengemeinden des Zürcher Weinlands zusammen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1938. DNB 365803030.

WeblinksBearbeiten

Commons: Flaach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. 1. Auflage. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 668.
  6. Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. 1. Auflage. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 668.
  7. Christian Bader, Renata Windler: Flaach-Chrumben: Rettungsgrabung 1997.35. In: Baudirektion des Kantons Zürich, Kantonsarchäologie (Hrsg.): Berichte der Kantonsarchäologie Zürich. Nr. 15. Fotorotar AG, Zürich und Egg ZH 2000, ISBN 3-905647-28-1, S. 17.
  8. Wahlen 2019. Abgerufen am 25. Mai 2020.
  9. Auenlandschaft Thurmündung. In: zh.ch. Abgerufen am 9. April 2021.
  10. Schutzverordnung Thurauen. In: zh.ch. Abgerufen am 9. April 2021.
  11. Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung. In: zh.ch. Abgerufen am 9. April 2021.
  12. Naturzentrum Thurauen – Flora und Fauna. In: naturzentrum-thurauen.ch. Abgerufen am 9. April 2021.
  13. Männerchor Flaach
  14. Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich, Friedrich Vogel, 1841, Seite 207
  15. Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich, Friedrich Vogel, 1841, Seite 208
  16. Erwin Akeret, Andelfinger Zeitung, 1. Juli 1985, Seite 1
  17. Neues Bülacher Tagblatt, 29. Mai 1986, Rubrik „Heute vor 100 Jahren“
  18. Brass Band Posaunenchor Flaach
  19. HEVENSTAGE FESTIVAL: Dreitägige Openair im Zürcher Wyland!