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Fernmeldekommando 900

ehemaliges Fernmeldekommando mit Sitz in Rheinbach

Das Fernmeldekommando 900 war eines der Fernmeldekommandos des Territorialheeres im Heer der Bundeswehr. Der Sitz des Stabs war Rheinbach. Das Fernmeldekommando war im Frieden dem Heeresamt unterstellt; im Verteidigungsfall dem Fernmeldeführungskommando Heer.

Fernmeldekommando 900
— FmKdo 900 —
No coats of arms.svg

(führte kein Verbandsabzeichen)
Aktiv ca. 1982 bis 1994
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Kreuz.svg Heer
Typ Fernmeldekommando
Unterstellung Verbandsabzeichen Heeresamt
Stabssitz Rheinbach

AufträgeBearbeiten

Das Fernmeldekommando bündelte auf Ebene der obersten Bundeswehrführung die Truppenteile der Fernmeldetruppe um die Verbindung zu den Führungsorganen der NATO, zu Regierungen verbündeter oder neutraler Staaten, im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit zu Fernmeldediensten anderer Organisationen und nachgeordneter Behörden zu halten. Mittelbar konnte über die Fernmeldekommandos 800, 850 und 600 Kontakt zu den Landesregierungen und ihnen nachgeordnete Behörden sowie den im Bereich der Bundesrepublik operierenden Heeresgruppen CENTAG, NORTHAG und AFNORTH gehalten werden. Eine der Hauptaufgaben war die Sicherstellung der Kommunikation mit den drei Fernmeldekommandos der deutschen Territorialkommandos, die auch im Verteidigungsfall weiter durch die oberste Bundeswehrführung geführt werden sollten. Weitere Aufgabe war die Verbindung zum unmittelbar dem Bundesministerium unterstellten Sicherungs- und Versorgungsregiment beim BMVg und die Vernetzung der Fernmeldezentren der (verbunkerten) Kriegshauptquartiere der obersten militärischen Führungsstäbe der Bundeswehr, Teilstreitkräfte und der Verfassungsorgane der Bundesrepublik im Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes. Die OpInfo-Truppe produzierte und strahlte den Soldatensender Radio Andernach aus.

Wie die meisten Truppenteile des Territorialheeres wuchs das Fernmeldekommando erst im Verteidigungsfall zu seiner vollen Personalstärke von über 4500 Mann auf. Dies entsprach in etwa der Größe einer Brigade des Feldheeres.[1]

GliederungBearbeiten

Um 1989 gliederte sich das Fernmeldekommando grob in:[1]

Hinweis: Die Führung der Luftwaffe richtete ihr Kriegshauptquartier in einer Untertageanlage bei Mechernich ein und betrieb dort ihre eigenes Fernmeldezentrum.[2]

GeschichteBearbeiten

AufstellungBearbeiten

Das Fernmeldekommando 900 wurde zur Einnahme der Heeresstruktur IV bis 1982 aufgestellt. Im Wesentlichen wurde dazu die Führungsfernmeldebrigade 900 umgegliedert.

AuflösungBearbeiten

Nach Ende des Kalten Krieges, der Lockerung der NATO-Kommandostruktur, der de-facto Aufgabe der Trennung von Feld- und Territorialheer und der Aufstellung neuer operativer Führungskommandos wie dem Kommando Operative Führung Eingreifkräfte mit eigener Fernmeldetechnik wurde das Fernmeldekommando 900 um 1994 außer Dienst gestellt. Teile wurden zur Aufstellung der Führungsunterstützungsbrigade 900 verwendet.

VerbandsabzeichenBearbeiten

Das Fernmeldekommando führte aufgrund seiner Ausplanung als unselbstständiger Truppenteil der des Fernmeldeführungskommandos Heer bzw. der obersten Bundeswehrführung kein eigenes Verbandsabzeichen. Die Soldaten trugen daher im Frieden das Verbandsabzeichen des Heeresamtes.

Als „Abzeichen“ wurde daher unpräzise manchmal das interne Verbandsabzeichen des Stabes und der Stabskompaniepars pro toto“ für das gesamte Fernmeldekommando genutzt. Es zeigte als Hinweis auf den Stationierungsraum ein schwarzes kurkölnischen Kreuz wie im Rheinbacher Wappen, eine Parabolantenne, eine stilisierte Antenne, einen Blitz wie im Barettabzeichen der Fernmeldetruppe und unten die Flagge Deutschlands, die auch in den meisten Verbandsabzeichen der oberste Dienststellen der Bundeswehr abgebildet war und für die nationale Führung des Territorialheeres stand.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b O.W. Dragoner: Die Bundeswehr 1989. Heeresamt. I. Korps. II. Korps. III. Korps. 4. Auflage. 2.1 – Heer, Februar 2012 (relikte.com [PDF; abgerufen am 3. Juli 2018]).
  2. O.W. Dragoner: Die Bundeswehr 1989. Organisation und Ausrüstung der Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland zum Ende des Kalten Krieges. 4. Auflage. Teil 3 Luftwaffenamt Luftflottenkommando Luftwaffenunterstützungskommando, Juli 2015 (relikte.com [PDF; abgerufen am 8. Februar 2019]).

Koordinaten: 50° 37′ N, 6° 57′ O