Liste der Truppenteile der Fernmeldetruppe des Heeres der Bundeswehr

Wikimedia-Liste
(Weitergeleitet von Fernmeldekommando)

Die Liste der Truppenteile der Fernmeldetruppe des Heeres der Bundeswehr enthält alle aufgelösten, aktiven und nicht aktiven (Geräteeinheiten, gekaderte Bataillone) Verbände und Großverbände der Fernmeldetruppe des Heeres der Bundeswehr sowie eine kurze Übersicht über ihren Aufstellungszeitpunkt, Stationierungsorte, Unterstellung und über ihre Auflösung oder Umbenennung. Die Liste umfasst auch Verbände die nicht vollständig aber zu bedeutenden Anteilen aus Soldaten der Fernmeldetruppe bestehen, sowie die verwandten Truppenteile der EloKa-Truppe und der Truppe für Truppe für Operative Kommunikation (bzw. dessen Vorgängern).

Barettabzeichen der Fernmeldetruppe des deutschen Heeres

Einführung in die NummerierungskonventionenBearbeiten

Seit der Heeresstruktur II bis etwa 1990 erfolgte die Nummerierung der Fernmeldeverbände anhand einer stringenten Nummerierungskonvention. In dieser Zeit konnte man der Bezeichnung meist direkt die Unterstellung des Bataillons oder des Regiments entnehmen. Bei Unterstellungswechseln, Umgliederungen etc. wurde die Nummer bis auf Ausnahmefälle in der Regel jeweils konsequent angepasst. In dieser Zeit gilt umgekehrt aber auch, dass Verbände gleicher Nummer nicht immer in derselben Traditionslinie gesehen werden können. Nach 1990 und Eingliederung von Teilen der aufgelösten Nationalen Volksarmee und den erheblichen Umgliederungen in den Jahren nach Ende des Kalten Krieges wurde diese Anpassung oft nicht mehr vorgenommen; die Verbände behielten aus Tradition oft ihre Bezeichnung. Ihre Unterstellung lässt sich damit aus ihrer Nummer meist nicht mehr ableiten. Gewisse Rückschlüsse ergeben sich aber in Bezug auf ihre Herkunft und Traditionslinie. Im Folgenden wird die Systematik geordnet nach Größenordnungen der Verbände vorgestellt. Die nachfolgenden Überlegungen zur Systematik der Bezeichnung bleiben aber auch für die Zeit vor 1990 stets nur als prinzipielles Konzept zu verstehen. Im Falle von Truppenversuchen, in der Aufstellungs- und Auflösungsphase etc. sind immer wieder Abweichungen von der Regel anzutreffen.

LegendeBearbeiten

Die Legende gilt für alle folgenden Listen

Legende
Aufgelöster Verband
Teilaktiver oder nichtaktiver Verband
Aktiver Verband

KommandosBearbeiten

FernmeldekommandosBearbeiten

Die Fernmeldekommandos waren Kommandos in Brigadestärke auf Ebene der Bundeswehrführung, der Korps oder der Territorialkommandos. Jedem der deutschen Korps (I., II., III. Korps) wurde jeweils ein Fernmeldekommando als Teil der Korpstruppen in der Heeresstruktur III unterstellt. Ihre Bezeichnung glich dabei zuletzt der Nummer des übergeordneten Korps (Fernmeldekommando 1 für das I. Korps, Fernmeldekommando 2 für das II. Korps usw.). Im Territorialheer erhielten analog die korpsähnlichen Territorialkommandos jeweils ein Fernmeldekommando mit den typischen Nummern 800 (Territorialkommando Nord), 850 (Territorialkommando Süd) und 600 (Territorialkommando Schleswig-Holstein).

Für die oberste Bundeswehrführung wurde das Fernmeldekommando 900 ausgeplant, das die für die im Bereich des Heeresamtes bzw. des Bundesministeriums der Verteidigung typische 900-er Nummer erhielt.

Bezeichnung Aufstellung
(aus)
Standort Verbleib Bemerkung
  FmKdo 1 1972
(KFmKdr 1)
Münster 1994 aufgelöst unterstand I. Korps
  FmKdo 2 1973
(KFmKdr 2)
Ulm 1994 aufgelöst unterstand II. Korps
  FmKdo 3 1972
(KFmKdr 3)
Koblenz 1994 aufgelöst unterstand III. Korps
  FmKdo 600 Anfang 1980er Kiel um 1994 aufgelöst unterstand TerrKdo SH; einige Truppenteile im V-Fall zu LANDJUT
  FmKdo 800 Anfang 1980er Hilden um 1994 aufgelöst unterstand TerrKdo Nord
  FmKdo 850 Anfang 1980er Mannheim 1994 aufgelöst unterstand TerrKdo Süd
  FmKdo 900 ca. 1982
(aus FüFmBrig 900)
Rheinbach 1994 in FüUstgBrig 900 umgegliedert im Frieden Heeresamt unterstellt; im V-Fall dem FmFüKdo H.

FernmeldeführungskommandoBearbeiten

Nur als nicht aktive Geräteeinheit wurde das Fernmeldeführungskommando Heer ausgeplant, das erst im Verteidigungsfall aus einer Abteilung des Heeresamtes aufwachsen sollte und dann die oberste Kommandostelle der Fernmeldetruppe des Heeres gewesen wäre.

Bezeichnung Aufstellung
(aus)
Standort Verbleib Bemerkung
  FmFüKdo H Anfang 1980er Daun um 1994 aufgelöst nie aktivierte Geräteeinheit; im Frieden zu Heeresamt; im V-Fall direkt der obersten Heeresführung unterstellt

BrigadenBearbeiten

FührungsfernmeldebrigadenBearbeiten

Bezeichnung Aufstellung
(aus)
Standort Verbleib Bemerkung
  FüFmBrig 700 1967 Meckenheim 1970 aufgelöst, umgegliedert in FüFmBrig 900 Territorialheer
  FüFmBrig 900 1970
(aus FüFmBrig 700)
Rheinbach 1982 aufgelöst, umgegliedert in FmKdo 900 Territorialheer

FührungsunterstützungsbrigadenBearbeiten

Führungsunterstützungsbrigaden waren im Kern Fernmeldeverbände, die für die drei deutschen Korps (I., II. und IV. Korps) und das Heeresführungskommando (FüUstgBrig 900) die Kommunikationstechnik betreiben sollten. Die neuen Führungsunterstützungsbrigaden vereinten Aufgaben, die bisher von den Fernmeldekommandos in den operativ und organisatorisch getrennten Teilbereichen Territorialheer und Feldheer erbracht wurden. Neben den Fernmeldern führten die Führungsunterstützungsbrigaden aber auch andere Truppenteile im Bereich Führungsunterstützung: Truppenteile der Truppe für Operative Information, der Topographietruppe, der Frontnachrichtentruppe und Musikkorps, die bisher auf Ebene der Korps bereits zu den Korpstruppen zählten oder bisher den Territorialkommandos direkt unterstellt waren.

Bezeichnung Aufstellung
(aus)
Standort Verbleib Bemerkung
  FüUstgBrig 1/FüUstgBrig DEU-NLD Korps 1994?
(aus Tle FmKdo 1)
Eibergen (NL) 2002?/2006? umgegliedert zum Fernmeldebataillon I. Deutsch-Niederländisches Korps I. Korps/ Dt./Ndl. Korps
  FüUstgBrig 2 1994
(aus Tle FmKdo 2)
Ulm 2002 aufgelöst II. Korps
  FüUstgBrig 4 1994 Stahnsdorf, ab 1996 Berlin 2002 aufgelöst IV. Korps
  FüUstgBrig 900 1994
(aus Tle FmKdo 900 und 3)
Rheinbach 2002 aufgelöst unterstellt Heeresführungskommando: umgegliedert in Führungsunterstützungsregiment 28 (SKB)

Des Weiteren stellte das Heer Anteile an folgenden multinationalen Führungsunterstützungsbrigaden:

Fernmelde- und Elektronische AufklärungsbrigadeBearbeiten

Fernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade 94 führte mit Truppenteilen der Fernmeldetruppe EloKa den elektronischen Kampf auf Ebene der Heeresführung.

Bezeichnung Aufstellung
(aus)
Standort Verbleib Bemerkung
  Fm/EloAufklBrig 94 1992
(FmStab 94)
Daun 2003 umgegliedert in FmBer 93 ab 14. Juni 2002 unterstellt Kommando Strategische Aufklärung (SKB)

RegimenterBearbeiten

FernmelderegimenterBearbeiten

Bezeichnung Aufstellung
(aus)
Standort Verbleib Bemerkung
  FmRgt 1 aufgelöst

TruppensenderBearbeiten

Bezeichnung Aufstellung
(aus)
Standort Verbleib Bemerkung
  Radio Andernach aktiv TerrH, jetzt SKB
  Radio Oberharz aufgelöst TerrH

AbkürzungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans-Jürgen Schraut: Die Streitkräftestruktur der Bundeswehr 1956–1990. Eine Dokumentation im Rahmen des Nuclear History Programm. Stiftung Wissenschaft und Politik, Ebenhausen 1993.
  • Herbert Seifert: Die Strukturen des Heeres. In: Bundesministerium der Verteidigung, Führungsstab des Heeres I 5 (Hrsg.): Europäische Sicherheit. Bonn (1999/2000).
  • Helmut Hammerich, Michael Poppe: Das Heer 1950 bis 1970: Konzeption, Organisation und Aufstellung (= Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland. Band 3). Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2006, ISBN 3-486-57974-6, S. 821.
  • Reinhard Teuber: Die Bundeswehr 1955–1995. In: Führung und Truppe. Band 5. Patzwall, 1996, ISBN 3-931533-03-4.

WeblinksBearbeiten

  • O.W. Dragoner: Die Bundeswehr 1989. Heeresamt. I. Korps. II. Korps. III. Korps. 4. Auflage. 2.1 – Heer, Februar 2012 (relikte.com [PDF; abgerufen am 3. Juli 2018]).
  • O.W. Dragoner: Die Bundeswehr 1989. Territorialkommando SCHLESWIG-HOLSTEIN. Territorialkommando NORD. Territorialkommando SÜD. Anhang: Territoriale Gliederung. 4. Auflage. 2.2 – Heer, Februar 2012 (relikte.com [PDF; abgerufen am 10. Juli 2018]).

ReferenzenBearbeiten