Fernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade 94

Die Fernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade 94 war eine Fernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade der Bundeswehr. Der Stabssitz war die Heinrich-Hertz-Kaserne in Daun.[1] Die Fernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade war zuletzt dem Kommando Strategische Aufklärung der Streitkräftebasis unterstellt. Die längste Zeit ihres Bestehens war die Brigade Teil des Heeres.

Fernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade 94
— Fm/EloAufklBrig 94 —

No coats of arms.svg

(führte kein Verbandsabzeichen)
Aktiv 1. April 1992 bis 31. Dezember 2003[1]
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Kreuz.svg Streitkräftebasis
Typ Fernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade
Unterstellung KdoStratAufkl.svgKommando Streitkräftebasis
Stabssitz Daun[1]

GeschichteBearbeiten

VorgeschichteBearbeiten

Während des Endphase Ost-West Konflikts war der Fernmeldestab 94 Herzstück der Elektronische Kampfführung der Fernmeldetruppe EloKa des Territorialheeres auf Ebene der Heeresführung. Im Frieden unterstand der Fernmeldestab 94 dem Heeresamt. Im Verteidigungsfall war die Unterstellung beim Fernmeldeführungskommando Heer vorgesehen.[2][3]

Der Fernmeldestab 94 betrieb und/oder stellte das Personal für die Aufklärungstürme des Heeres und die meisten Aufklärungstürme der Luftwaffe entlang der Zonengrenze bei Barwedel, bei Thurau, auf dem Stöberhai, auf dem Hohen Meißner, im Hohen Bogen und auf dem Großen Kornberg zur Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung des Warschauer Paktes.[3] Für die Auslandsspionage und die Aufklärung der Mobilmachung der Truppen des Warschauer Paktes hatte der Fernmeldestab 94 daher zentrale Bedeutung.[2]

AufstellungBearbeiten

Aus Teilen des Fernmeldestabes 94 wurde nach Ende des Kalten Krieges zur Einnahme der Heeresstruktur V/V(N) die Fernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade 94 am 1. April 1992 in der Heinrich-Hertz-Kaserne in Daun neu aufgestellt.[1][2]

Wechsel in die StreitkräftebasisBearbeiten

Am 14. Juni 2002 erfolgte der Wechsel in die neu konzipierte Streitkräftebasis. Dort wurde die Fernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade 94 dem etwa zeitgleich in Dienst gestellten Kommando Strategische Aufklärung unterstellt.[2]

AuflösungBearbeiten

Kurz nach dem Wechsel in die Streitkräftebasis wurde die Brigade am 31. Dezember 2003 außer Dienst gestellt.[1] Teile des Wehrmaterials und Personals wurden zur Aufstellung des Fernmeldebereichs 93 verwendet. Aus diesem ging später im Wesentlichen die Auswertezentrale Elektronische Kampfführung hervor.[2]

VerbandsabzeichenBearbeiten

Die Brigade führte anders als die meisten anderen Brigaden des Heeres kein eigenes Verbandsabzeichen. Die Soldaten trugen daher die Verbandsabzeichen der übergeordneten Dienststellen.

Als „Abzeichen“ wurde daher unpräzise manchmal das interne Verbandsabzeichen des Stabes der Fernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade 94 „pars pro toto“ für die gesamte Brigade genutzt. Es glich im Wesentlichen dem internen Verbandsabzeichen seines „Vorgängers“ Fernmeldestab 94 und des „Nachfolgers“ Fernmeldebereich 93. Das interne Verbandsabzeichen zeigte ähnlich wie das Verbandsabzeichen des die längste Zeit übergeordneten Heeresamtes ein Schwert auf rotem Grund, eine Weltkugel mit Doppelblitz ähnlich wie im Taktischen Zeichen der Fernmeldetruppe EloKa. Das Schräggitter der rechten Schildseiten ist das Dauner Gitter der Herren von Daun und findet sich ähnlich im Stadtwappen von Daun.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Standortdatenbank der Bundeswehr in der Bundesrepublik Deutschland sowie den von der Bundeswehr genutzten Übungsplätzen im Ausland. In: Webseite des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes. Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr; Militärgeschichtliches Forschungsamt, abgerufen am 28. März 2019 (Es sind aus technischen Gründen keine Direktlinks auf einzelne Suchanfragen oder Suchergebnisse möglich. Bitte das „Suchformular“ nutzen, um Informationen zu den einzelnen Dienststellen zu recherchieren).
  2. a b c d e Manfred Bischoff: Kräfte und Mittel der Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung des Heeres (FmEloAufkl H) in den 1980er und 1990er Jahren. In: Fernmelde- und Elektronische Aufklärung. Funk- und Funktechnische Aufklärung. Manfred Bischoff, abgerufen am 25. Dezember 2019.
  3. a b O.W. Dragoner: Die Bundeswehr 1989. Heeresamt. I. Korps. II. Korps. III. Korps. 4. Auflage. 2.1 – Heer, Februar 2012 (relikte.com [PDF; abgerufen am 3. Juli 2018]).

Koordinaten: 50° 12′ 43,3″ N, 6° 49′ 4,1″ O