Barwedel

Gemeinde in der Samtgemeinde Boldecker Land im niedersächsischen Landkreis Gifhorn, Deutschland

Barwedel ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Boldecker Land im niedersächsischen Landkreis Gifhorn.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Barwedel
Barwedel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Barwedel hervorgehoben

Koordinaten: 52° 31′ N, 10° 47′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Boldecker Land
Höhe: 72 m ü. NHN
Fläche: 19,8 km2
Einwohner: 1038 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38476
Vorwahl: 05366
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 002
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Funkberg 5
38476 Barwedel
Bürgermeister: Siegfried Schink (BWG)
Lage der Gemeinde Barwedel im Landkreis Gifhorn
SchwülperVordorfDidderseAdenbüttelHillerseMeineWasbüttelRötgesbüttelLeiferdeIsenbüttelRibbesbüttelCalberlahWagenhoffMeinersenOsloßBokensdorfUmmernWesendorfMüden (Aller)SassenburgGifhornSchönewördeWahrenholzWahrenholzGroß OesingenSteinhorstHankensbüttelSprakensehlObernholzDedelstorfWeyhausenTappenbeckJembkeBarwedelBergfeldTiddischeRühenParsaugemeindefreies Gebiet GiebelParsauTülauBromeEhra-LessienWittingenLandkreis GifhornNiedersachsenWolfsburgBraunschweigLandkreis HelmstedtLandkreis PeineRegion HannoverLandkreis CelleLandkreis UelzenSachsen-AnhaltSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde Barwedel befindet sich im nördlichen Teil der Samtgemeinde Boldecker Land im Osten Niedersachsens. Querlinks verläuft durch den Ort die Kreisstraße 105, die in südöstlicher Richtung zur Landesstraße 291 wird und im Verlauf zur Gemeinde Tiddische, bzw. in nordwestlicher Richtung zum Ortsteil Grußendorf der Gemeinde Sassenburg führt. Die Bundesstraße 248 umgeht Barwedel in nord/südlicher Ausrichtung und schafft die Verbindung zu den Gemeinden Ehra-Lessien und Jembke.

NachbargemeindenBearbeiten

Ehra-Lessien
(Samtgemeinde Brome)
Sassenburg   Bergfeld
(Samtgemeinde Brome)

Tiddische
(Samtgemeinde Brome)
Jembke

GeschichteBearbeiten

Barwedel wurde erstmals urkundlich 1309 als Berewedel erwähnt. Die ursprüngliche Dorfform war die eines wendischen Rundlings. Laut einem Siedlungsverzeichnis um 1850 bestanden zu dieser Zeit 31 Bauernhöfe.

Ortsname

Frühere Ortsnamen von Barwedel waren in den Jahren 888 Beriuuidi, 1309 Bereweden, 1495 Barwedel, 1535 Barwedel, 1566 Barweddell und 1609 Barwede. Von 1625 die heutige Schreibweise überliefert. Die Bezeichnung gehört zu den aus Flurnamen entstandenen Ortsnamen und es liegt ein Kompositum vor, dass den Ortsnamen in „Beri-widi“ zerlegt. Die mundartlich Aussprache Barwee lässt sich auf mittelniederdeutsch wede oder altniederdeutsch widu für Wald zurückführen. Als Grundwort ist „widu“ anzusetzen. Darin wird „wede“ für „Wald“ vermutet. „Bêr, bâr, ber, beier, beer“ bedeutet „Eber“. Der Ortsname bedeutet vermutlich „Schweinewald“, bezogen auf die Eichelmast.[2]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Barwedel besteht aus zehn Ratsmitgliedern (zwei Ratsfrauen und acht Ratsherren).[3] Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1001 und 2000 Einwohnern.[4] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimm- und sitzberechtigt im Rat ist außerdem der Bürgermeister.[3]

Kommunalwahl BWG CDU SPD Gesamt
11. September 2016[3] 5 5 1 11 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister der Gemeinde Barwedel ist Siegfried Schink (BWG). Seine Stellvertreter sind Sabine Klopp (CDU) und Dennis Leusmann (SPD).[3]

WappenBearbeiten

Der Entwurf des Kommunalwappens von Barwedel stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Arnold Rabbow.[5] Das Wappen wurde am 2. Oktober 1987 vom Gemeinderat einstimmig angenommen und am 10. Juni 1988 vom Landkreis Gifhorn wunschgemäß zur 1100-Jahr-Feier genehmigt.[6]

Blasonierung: „In Grün ein schräglinker goldener (gelber) Farnwedel.“[6][7]
Wappenbegründung: Arnold Rabbow erwähnt hierzu in seinem Wappenbuch:[6]

„Der goldene Farnwedel im grünen Feld repräsentiert das in der Gemarkung Barwedel gelegene Naturschutzgebiet Vogelmoor, das sich durch zahlreiche seltene Pflanzen und reichhaltige Farnvorkommen auszeichnet, darunter Königsfarn, Frauenfarn und Adlerfarn. Er verweist darüber hinaus auf die noch weitgehend unzerstörte Natur in und um Barwedel.“

FlaggeBearbeiten

Hierzu steht in der Hauptsatzung der Gemeinde Barwedel:

„Die Flagge der Gemeinde trägt in zwei schmäleren Randstreifen die Farbe Grün und als breiten Mittelstreifen die Farbe Gelb und ist bedruckt mit dem Wappen der Gemeinde.“[7]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Ehemalige Abhöranlage

Bundeswehr-HorchpostenBearbeiten

Gekennzeichnet wird der Ort von dem ehemaligen Aufklärungsturm der Bundeswehr. Die Funkabhöranlage diente während des Kalten Krieges zum Abhören des militärischen Funkverkehrs in der DDR. Die Funkaufklärung in Barwedel gab es bereits seit 1970, allerdings als mobile Anlage. 1976 wurde die stationäre Abhöranlage auf dem höchsten Punkt errichtet, dem sogenannten Hohen Berg, der mitten in Barwedel mit 120 m ü. NHN liegt. Die Anlage besteht aus einem Turm, der rund 70 Meter hoch ist, sowie einem zweistöckigen Betriebsgebäude sowie mehreren Nebengebäuden. Während der Betriebsdauer war die Anlage streng gesichert und rund um die Uhr bewacht. Infolge der Wiedervereinigung und des Abzugs der sowjetischen Truppen aus der ehemaligen DDR wurde die Anlage mit weniger Personal betrieben und schließlich außer Dienst gestellt. Der Turm wird derzeit von Mobilfunk-Betreibern sowie von einigen ortsansässigen Vereinen genutzt. Weitere Türme der Funkabhöranlage an der ehemaligen innerdeutschen Grenze wurden nach dem Ende des Kalten Krieges gesprengt. Der Turm in Barwedel liegt aber innerhalb des Dorfes und in der Nähe eines Kindergartens: Von einer Sprengung wurde abgesehen, um die umliegende Gebäude nicht zu beschädigen.

Zwei baugleiche Bundeswehr-Abhöranlagen standen ebenfalls auf Erhebungen unmittelbar an der damaligen NATO-Ostgrenze. Die Anlage auf dem Hohen Meißner bei Kassel wurde 2002 gesprengt; nahe der Grenze zur Tschechoslowakei befand sich eine Station auf dem Großen Kornberg bei Schwarzenbach an der Saale im Fichtelgebirge.

NaturdenkmaleBearbeiten

  • Eine Eiche in der Dorfstraße (ohne Verordnungsdatum)

BildungBearbeiten

Der Ort verfügt über einen Kindergarten. Offiziell zuständige Bildungseinrichtungen sind: Grundschule Jembke, Oberschule Weyhausen, IGS Sassenburg oder das Humboldt-Gymnasium in Gifhorn.

WeblinksBearbeiten

Commons: Barwedel – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2020 (Hilfe dazu).
  2. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 28. Dezember 2014; abgerufen am 2. August 2019.
  3. a b c d Samtgemeinde Boldecker Land – Gemeinderat Barwedel. In: boldecker-land.de. Abgerufen am 5. Juli 2021.
  4. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 5. Juli 2021.
  5. Wappenentwürfe von Arnold Rabbow. In: Wikimedia Commons. Abgerufen am 5. Juli 2021.
  6. a b c Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch – Die Wappen und Flaggen der Gemeinden und Ortsteile in den Stadt- und Landkreisen Braunschweig, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel und Wolfsburg. Hrsg.: Braunschweiger Zeitungsverlag. Johann Heinrich Meyer Verlag, Braunschweig 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 52.
  7. a b Hauptsatzung der Gemeinde Barwedel – Landkreis Gifhorn. (PDF; 62 kB) § 1, Absatz 1 und 2. In: boldecker-land.de. 31. Januar 2007, abgerufen am 5. Juli 2021.