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Leiferde

Ortsteil und Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Leiferde
Leiferde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Leiferde hervorgehoben

Koordinaten: 52° 26′ N, 10° 26′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Meinersen
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 27,89 km2
Einwohner: 4376 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38542
Vorwahl: 05373
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 015
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 1
38536 Meinersen
Website: www.leiferde.de
Bürgermeister: Stephanie Fahlbusch-Graber (SPD)
Lage der Gemeinde Leiferde im Landkreis Gifhorn
SchwülperVordorfDidderseAdenbüttelHillerseMeineWasbüttelRötgesbüttelLeiferdeIsenbüttelRibbesbüttelCalberlahWagenhoffMeinersenOsloßBokensdorfUmmernWesendorfMüden (Aller)SassenburgGifhornSchönewördeWahrenholzWahrenholzGroß OesingenSteinhorstHankensbüttelSprakensehlObernholzDedelstorfWeyhausenTappenbeckJembkeBarwedelBergfeldTiddischeRühenParsaugemeindefreies Gebiet GiebelParsauTülauBromeEhra-LessienWittingenLandkreis GifhornNiedersachsenWolfsburgBraunschweigLandkreis HelmstedtLandkreis PeineRegion HannoverLandkreis CelleLandkreis UelzenSachsen-AnhaltSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Leiferde ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn, Niedersachsen.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Der Ort liegt in einem Dreieck zwischen Hannover, Braunschweig und Wolfsburg. Bis zur Kreisstadt Gifhorn sind es etwa zehn Kilometer. Auf dem Gemeindegebiet, östlich der Ortschaft Leiferde, ist das Landschaftsschutzgebiet Viehmoor.

GeologieBearbeiten

Die Gemarkung Leiferde erstreckt sich auf einer eiszeitlichen Dünenformation zwischen Aller- und Okerurstromtal. Aus diesem Grund gibt es mehrere kleine Anhöhen (Karberg, Eggelingsberg) und sumpfige Moorlagen.

 
Dalldorfer Wappen

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Leiferde gliedert sich in folgende Ortsteile, in Klammern die ungefähre Einwohnerzahl, Stand 2015:[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Folgende Gemeinden grenzen an die Gemeinde Leiferde. Im Norden beginnend sind dies im Uhrzeigersinn: Müden (Aller), Gifhorn, Ribbesbüttel, Adenbüttel, Hillerse, Meinersen. Alle befinden sich im Landkreis Gifhorn.

GeschichteBearbeiten

Leiferde entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Zu der Zeit bestanden im Umkreis des heutigen Dorfes verschiedene kleine Siedlungen bzw. Einzelgehöfte, beispielsweise Brünsel, Bockerode, Harmbüttel. Im Laufe der Zeit siedelten deren Bewohner in die begünstigtere Lage des heutigen Leiferder Dorfgebiets um und gaben die alten Ansiedlungen auf, an die noch Straßennamen erinnern.

Leiferde bestand ursprünglich aus den Gehöften, die sich auf den eiszeitlichen Dünen angesiedelt hatten und das heutige Altdorf bilden.

Ende des 19. Jahrhunderts bekam Leiferde 2 km nördlich des Dorfes einen Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin–Lehrte. Von diesem Punkt aus entwickelte sich die Bahnhofssiedlung. Verstärkt wurde diese Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zuzug von Flüchtlingen aus den ehemaligen Ostgebieten. Diese Entwicklung dauerte bis in die 1960er Jahre an. Die Siedlung erstreckt sich seitdem auf etwa einem Quadratkilometer und beherbergt etwa 1500 Menschen.

Die beiden Ortsteile entwickelten sich getrennt voneinander, da zwischen ihnen lange Zeit ein einen Kilometer breiter Streifen aus Feldern, Wiesen und Äckern bestand. Dieser Umstand führte teilweise zu einer eigenständigen Kultur und Spannungsfeldern. Hervorgerufen wurde dieses Verhalten durch die unterschiedlichen sozialen Schichten in den beiden Ortsteilen. Während das Dorf hauptsächlich von Bauern, Bauerngehilfen und selbstständigen Handwerkern dominiert war, lebten in der Bahnhofssiedlung Arbeiterfamilien und Vertriebene. Erst Mitte der 1980er Jahre wurde begonnen, diese Lücke mit dem Baugebiet Gänseweide zu schließen. Neuere Baugebiete wurden zuletzt am alten Dorf Im Sumorgen, Zum Kötherbusch, Im Flath und Mühlenberg realisiert. Des Weiteren entstand ein kleines Gewerbegebiet am Egelingsberg.

In den 1970er Jahren kam es zu schweren Unwettern in der Leiferder Umgebung. So gab es 1970 ein schweres Hagelunwetter, bei dem faustgroße Hagelkörner niederprasselten und schwere Schäden verursachten.

Bis 1974 war Leiferde Sitz der gleichnamigen Samtgemeinde, die aus den Gemeinden Leiferde, Dalldorf, Winkel, Vollbüttel und Ribbesbüttel bestand. Im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen ging der Ort danach in den Verwaltungsbereich der Samtgemeinde Meinersen über.[3]

Im August 1975 fand ein verheerender Waldbrand zwischen Leiferde und Meinersen statt. Am 10. August 1975 starben dabei fünf Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehren Wolfsburg-Fallersleben und Hohenhameln.[4]

NamensgebungBearbeiten

Der Name Leiferde teilt sich in die Worte Lieth und Pfad. Lieth bezeichnet den leicht ansteigenden Bergrücken, auf dem sich der alte Ortskern befindet. Der Pfad erklärt sich aus der Möglichkeit, die damals moorigen Gebiete des Aller- bzw. Okerurstromtals an diesem Ort zu durchqueren.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Dalldorf eingegliedert.[5]

PolitikBearbeiten

RatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Leiferde setzt sich aus 15 Ratsmitgliedern zusammen, einschließlich des nebenamtlichen Bürgermeisters.

SPD CDU Bündnis 90/Die Grünen Gesamt
2011 6 7 2 15 Sitze
2016 7 7 1 15 Sitze

Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016

VerkehrBearbeiten

Leiferde liegt an der Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin. Die enno Eisenbahngesellschaft verkehrt ab Leiferde jeweils einmal pro Stunde auf dieser Strecke im Regionalverkehr in Richtung Hannover und in Richtung Wolfsburg. Der Busverkehr besteht im Wesentlichen aus der Buslinie 111 (Braunschweig–Gifhorn, jede Richtung einmal pro Stunde) und einem Shuttlebus, der die Haltestellen in Leiferde verdichtet und die Nachbarorte Dalldorf und Volkse bedient. Der weitere Busverkehr besteht aus individuellem Schulbusverkehr und Werkverkehr für das Volkswagenwerk Wolfsburg. Die überörtlichen Verkehrsstraßen bestehen aus zwei Landesstraßen und einer Kreisstraße. Die Landesstraße L283 (Leiferde–Eschede) verbindet in etwa fünf Kilometern Entfernung Leiferde mit der B 188 (Hannover-Wolfsburg), die L320 führt von Gifhorn in den Landkreis Peine und bietet Anschluss an die B 4 (Lüneburg-Braunschweig) und B 214 (Celle-Braunschweig). Die Kreisstraße K46 hat eine geringe verkehrliche Bedeutung und führt in Richtung Volkse und Dalldorf.

BildungBearbeiten

Leiferde hat eine Grundschule sowie seit der Abschaffung der Orientierungsstufe in Niedersachsen eine gymnasiale Außenstelle des Gymnasiums in Meinersen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche St. Viti

St.-Viti-KircheBearbeiten

Bei der St.-Viti-Kirche zu Leiferde handelt es sich um eine neugotische Backsteinkirche, die um 1860 gebaut wurde. Teile von ihr, wie zum Beispiel der Turmsockel, wurden dabei von der Vorgängerkirche übernommen. Es handelt sich mit etwa 750 Sitzplätzen um eine relativ große Kirche. So ist sie nach der St.-Nikolai-Kirche in Gifhorn die zweitgrößte Kirche im Landkreis. Zu dieser hervorstechenden Position kam es, weil sich viele Nachbarorte finanziell am Bau der neuen Kirche beteiligten, da sie damals zur Kirchengemeinde Leiferde gehörten. Dies waren im Einzelnen: Hillerse, Ettenbüttel, Gilde, Brenneckenbrück, Dalldorf, Volkse und Vollbüttel. Heute gehören noch die drei letztgenannten zur Leiferder Kirchengemeinde.

Herausragende Gegenstände der Einrichtung sind ein Taufstein aus dem 16. Jahrhundert und der neugotische Altar mit Motiven aus der Umgebung.

NABU-ArtenschutzzentrumBearbeiten

Das NABU-Artenschutzzentrum Leiferde kümmert sich neben seiner ursprünglichen Aufgabe der Vogelpflege mittlerweile um die Aufnahme und Versorgung exotischer Tiere, die geschmuggelt oder vernachlässigt wurden. Die Anlage befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Molkerei und besteht aus Volieren und einem Freigelände. Das besondere Augenmerk gilt der Storchenpflege. So gibt es ein Nest auf dem ehemaligen Molkereischornstein, das per Kamera überwacht wird. Eröffnet wurde diese Anlage im Jahr 1984.

Naturschutzgebiet ViehmoorBearbeiten

Beim Viehmoor handelt es sich um eine kultivierte Moorfläche im Osten von Leiferde. Im 19. Jahrhundert wurde begonnen, den sumpfigen Bereich mit Hilfe von Gräbensystemen zu einer Teichanlage zu entwickeln, um ihn für die Aufzucht von Fischen zu nutzen. Über weite Strecken des 20. Jahrhunderts wurde diese Anlage von der ortsansässigen Fischzucht Ebert in mehreren Generationen betrieben. Seit der Aufgabe im Jahr 2000 verlandet das Gebiet zusehends. Überregional ist das Viehmoor für seinen Artenreichtum (besonders im Bereich der Vogelwelt) bekannt.

WohlenbergBearbeiten

Am westlichen Rand von Leiferde liegt der Wohlenberg, um den sich die Sage von der goldenen Wiege vom Wohlenberg rankt. Auf dem Wohlenberg befindet sich ein trigonometrischer Punkt 1. Ordnung der Landesvermessung. Die ursprüngliche Höhe des Wohlenberges betrug 96 m. Ein örtlicher Fußball-Fanclub reduzierte diese jedoch, da die Zahl 96 in Verbindung mit einem rivalisierenden Verein gebracht werden konnte[6]. Da es anschließend noch keine Neuvermessung gab, ist die aktuelle Höhe des Wohlenberges unklar.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Leiferde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Leiferde.
  3. Zur Gebiets- und Verwaltungsreform in Niedersachsen lies ausführlich: Blazek, Matthias: Von der Landdrostey zur Bezirksregierung – Die Geschichte der Bezirksregierung Hannover im Spiegel der Verwaltungsreformen. 2. Aufl., ibidem-Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-89821-357-8.
  4. Klaus Luttermann: Die große Waldbrandkatastrophe. Celle 1976; Blazek, Matthias: 15000 Helfer aus ganz Deutschland kämpften im August 1975 gegen die Flammenhölle. In: Cellesche Zeitung, 8. August 2000. Waldbrand 1975 Chronik einer Katastrophe – Feuerwehr Fallersleben, feuerwehr-fallersleben.de. abgerufen am 14. Dezember 2017.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 226.
  6. Bericht über das Abtragen des Wohlenberges.