Isenbüttel

Gemeinde im niedersächsischen Landkreis Gifhorn

Isenbüttel ist eine Gemeinde im niedersächsischen Landkreis Gifhorn sowie eine Mitgliedsgemeinde und der Verwaltungssitz der Samtgemeinde Isenbüttel.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Isenbüttel
Isenbüttel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Isenbüttel hervorgehoben

Koordinaten: 52° 26′ N, 10° 35′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Isenbüttel
Höhe: 68 m ü. NHN
Fläche: 18,65 km2
Einwohner: 6420 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 344 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38550
Vorwahl: 05374
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 013
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Gutsstr. 11
38550 Isenbüttel
Website: www.gemeinde-isenbüttel.de
Bürgermeisterin: Tanja Caesar (IWG)
Lage der Gemeinde Isenbüttel im Landkreis Gifhorn
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Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Gemeinde Isenbüttel liegt im Städtedreieck zwischen Wolfsburg (ca. 18 km), Gifhorn (ca. 6 km) und Braunschweig (ca. 20 km) auf der Hochfläche des Papenteich an der Hehlenriede. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Isenbüttel an, die ihren Verwaltungssitz in Isenbüttel hat. Der Bahnhof Isenbüttel Dorf liegt an der Bahnstrecke Braunschweig–Wieren.

GemeindegliederungBearbeiten

Isenbüttel besteht aus drei Ortsteilen: dem Kernort, Bornsiek und Tankumsee. Die Ortsteile haben jedoch keinen offiziellen Status, etwa mit Ortsrat oder dergleichen, sondern ergeben sich lediglich aus der geographischen Lage. Bornsiek und Tankumsee liegen als Siedlungen abseits des Kernorts. Tankumsee war ursprünglich als reines Naherholungsgebiet gedacht. Heute stehen dort auch Wohnhäuser.

GeschichteBearbeiten

Der Ortsname ist auf eine Siedlungsgründung durch einen Mann mit dem Namen Iso zurückzuführen, der hier zuerst ein Haus baute. Da Isenbüttel eines von vielen so genannten „Büttel-Dörfer“ in der Region des Papenteichs ist, entstand später der Name Isenbüttel. Urkundlich erwähnt wurde Isenbüttel erstmals 1196/97 und heißt in späteren Urkunden im 14. Jahrhundert Isenbutle. Zu dieser Zeit bekam das Kloster Isenhagen vom Landesherren Rechte auf die Siedlung zugesprochen. Das Kloster erhielt auch das Patronat an der Kirche in Isenbüttel. Die Ansiedlung hatte bereits früh den Charakter eines Haufendorfes. Als Sitz des Kirchspiels zog sie neue Bürger an und begründete ihre Funktion als Zentrumsort für die umliegenden Gemeinden.

Die Besiedlungsgeschichte des Ortes ist bislang unerforscht. Ältestes Zeugnis ist ein Steinofen aus der jüngeren vorrömischen Eisenzeit (ca. 480 – 30 v. Chr.), der am Triftweg nördlich der Hehlenriede entdeckt wurde.[2]

Im 20. Jahrhundert verdankte der Ort mehreren Faktoren eine Bevölkerungszunahme. Dies waren die Nähe zu Gifhorn, die Lage nahe der Bahnstrecke Berlin–Lehrte und die Ansiedlung von Beschäftigten des Wolfsburger Volkswagenwerkes in den 1960er Jahren.

1996 wurde von April bis Oktober das 800-jährige Bestehen des Ortes gefeiert.

ReligionBearbeiten

 
St.-Marien-Kirche

Die evangelisch-lutherische St.-Marien-Kirche wurde von 1872 bis 1874 nach Plänen des Architekten Conrad Wilhelm Hase erbaut. Die zu klein gewordene Vorgängerkirche wurde abgerissen. Die Grundsteinlegung fand am 7. Juli 1872 statt, am 22. November 1874 wurde sie geweiht. Für die neue Kirche hatte Wochen zuvor die Glockengießerei Otto aus Hemelingen/Bremen zwei Bronzeglocken gegossen. Es handelte sich dabei um die ersten Glocken, die von der 1873/1874 neugegründeten Gießerei F. Otto gegossen worden waren. Sie hatten die Schlagtöne fis′ und ais′ und wogen 898 kg bzw. 475 kg. Beide Glocken existieren heute nicht mehr, sondern wurden zu Kriegszwecken eingeschmolzen.[3][4] Der 42,60 m hohe Kirchturm zeigt im Grundriss eine sechsblättrige Rose.[5] Hinter dem neugotischen Orgelprospekt aus dem 19. Jahrhundert verbirgt sich die 1972 von Rudolf Janke erbaute Orgel. Die Kirchengemeinde Isenbüttel gehört zum Kirchenkreis Gifhorn im Sprengel Lüneburg der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.[6] Die katholischen Einwohner Isenbüttels gehören zur Pfarrgemeinde St. Altfrid in Gifhorn.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Aus der letzten Kommunalwahlen am 11. September 2016 ergab sich folgende Zusammensetzung des Gemeinderates (in Klammern die Ergebnisse der Wahl 2011):

 
Rathaus
  • SPD: 44,42 % (48,11 %), 8 Sitze (9 Sitze)
  • CDU: 26,10 % (26,76 %), 5 Sitze (5 Sitze)
  • GRÜNE: 15,33 % (15,27 %), 3 Sitze (3 Sitze)
  • IWG: 14,15 % (1,34 %), 3 Sitze (0 Sitze)

Die Wahlbeteiligung betrug 58,78 %.

BürgermeisterBearbeiten

  • 1871–1879: Johann Heinrich Ernst Gaus (Ackermann)
  • 1880–1881: Ludwig Behrens (Kotsaß)
  • 1881–1889: Heinrich Rohlf (Kotsaß)
  • 1904–1908: Ernst Lüthge (Ackermann)
  • 1908–1914: Johann H. Deneke (Kotsaß)
  • 1914–1929: Christian Thielhorn (Ackermann)
  • 1929–1945: Heinrich Gaus
  • 1945–1946: Heinrich Zimmermann (DP)
  • 1946–1947: Heinrich Benstem
  • 1947–1947: Kreisangestellter Lührs (Mai–Juli)
  • 1947–1948: Heinrich Benstem
  • 1948–1952: Willi Schulz
  • 1952–1968: August Mohwinkel
  • 1968–1972: Willi Schulz
  • 1972–1973: Ernst-Joachim Schulze (SPD)
  • 1973–1974: Eberhardt von Zitzewitz
  • 1974–1976: Georg Kroll
  • 1976–1978: August Mohwinkel
  • 1978–1981: Johann Metzler (CDU)
  • 1981–1986: Ernst-Joachim Schulze (UWG)
  • 1986–1991: Johann Metzler (CDU)
  • 1991–1996: Ernst-Joachim Schulze (UWG)
  • 1996–2002: Dietmar Rösler (CDU)
  • 2002–2006: Hans Hermann Droßel (CDU)
  • 2006–2016: Peter Zimmermann (SPD)
  • seit 2016: Tanja Caesar (IWG)

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Das Wappen der Gemeinde Isenbüttel zeigt in Blau ein geflochtenes, ringförmig angeordnetes goldenes Band mit drachenähnlichem Kopf und besonders verziertem Schlussglied, in deren Scheitelkämmen rote Steine eingelegt sind.“[7]
Wappenbegründung: Das Wappen zeigt auf blauem Grund die stilisierte Darstellung der Goldkette von Isenbüttel.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Die meisten Unternehmen innerhalb der Gemeinde sind im Gewerbe- und Industriepark Isenbüttel ansässig, darunter Bereiche wie Messebau, Batteriefertigung und Achsmontage der Volkswagen-Gruppe.

NaherholungBearbeiten

 
Hehlenriede am Rathaus

Nördlich des Ortes führt die Bahnstrecke Berlin–Lehrte vorbei. In Isenbüttel, ca. 2 km nordöstlich der geschlossenen Ortschaft liegt das 222 ha große Naherholungsgebiet Tankumsee mit dem 62 ha großen Tankumsee. Östlich des Sees verläuft der Elbe-Seitenkanal, der den Mittellandkanal mit der Elbe verbindet und dahinter liegt das unter Natur- bzw. Landschaftsschutz stehende Feuchtgebiet des Barnbruchs. Der Elbeseitenkanal dient dabei nicht nur dem Schiffsverkehr, sondern kann auch ohne jeglichen Kontakt mit dem Autoverkehr für Fahrradtouren und -reisen genutzt werden. So erreicht man über die Schleuse Uelzen und das eindrucksvolle Schiffshebewerk Scharnebeck Lauenburg an der Elbe und kann von dort Richtung Osten oder gen Hamburg und Nordsee weiterfahren. Ebenso liegt das Dorf am Weser-Harz-Heide-Radfernweg. Dieser führt von Hann. Münden (Weserradweg, Werraradweg und Fuldaradweg) über den Harz nach Lüneburg und damit wiederum zum Elberadweg. In Gifhorn (7 km) von Isenbüttel kreuzt der Weser-Harz-Heide-Radfernweg den Aller-Radweg, der Elbe und Weser verbindet. Somit liegt Isenbüttel mit seiner Lage an Radfernwegen und Elbe-Seiten-Kanal gerade für den aufkommenden sanften Tourismus ideal.

BildungBearbeiten

In der Gemeinde Isenbüttel finden sich zwei Kindergärten. Der DRK-Kindergarten und die St.-Marien-Kindertagesstätte im Zentrum des Ortes. Im Schulzentrum an der Schulstraße sind die Grundschule Isenbüttel sowie der 5. und 6. Jahrgang der Haupt- und Realschule untergebracht. Seit 2005, im selben Gebäude, befindet sich dort auch die neue Dorfbücherei.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Geschichtlicher Wanderweg Isenbüttel – GWI – ZWAR. Abgerufen am 16. August 2018 (deutsch).
  3. Gerhard Reinhold: Otto-Glocken. Familien- und Firmengeschichte der Glockengießerdynastie Otto. Selbstverlag, Essen 2019, ISBN 978-3-00-063109-2, S. 588, hier S. 30 und 503.
  4. Gerhard Reinhold: Kirchenglocken – christliches Weltkulturerbe, dargestellt am Beispiel der Glockengießer Otto, Hemelingen/Bremen. Nijmegen/NL 2019, S. 556, hier insbesondere S 53. und 470, urn:nbn:nl:ui:22-2066/204770 (Dissertation an der Radboud Universiteit Nijmegen).
  5. Unsere St. Marien-Kirche. Abgerufen am 15. August 2018.
  6. http://www.kirche-isenbuettel.de/
  7. § 2 Absatz 1 der Hauptsatzung der Gemeinde Isenbüttel vom 19. März 2012, zuletzt geändert am 24. September 2018 (PDF).

WeblinksBearbeiten

Commons: Isenbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien