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Das Verfügungstruppenkommando 41 war eines der Verfügungstruppenkommandos des Territorialheeres im Heer der Bundeswehr. Der Sitz des Stabs war Schleswig. Das Verfügungstruppenkommando war dem Territorialkommando Schleswig-Holstein unterstellt.

Verfügungstruppenkommando 41
— VfgTrpKdo 41 —
No coats of arms.svg

(führte kein Verbandsabzeichen)
Aktiv 1981 bis 30. Juni 1993
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Kreuz.svg Heer
Typ Verfügungstruppenkommando
Unterstellung TerrKdo SH.svg Territorialkommando Schleswig-Holstein
Stabssitz Schleswig

AufträgeBearbeiten

Die Stäbe der Verfügungstruppenkommandos waren im Wesentlichen (gekürzte) Divisionsstäbe. Sie konnten im Verteidigungsfall je nach Lage ad-hoc zusammengestellte Kampftruppen, insbesondere Truppenteile der Heimatschutztruppe des Territorialheeres führen. Ausgeplant wurden die Verfügungstruppenkommandos 41 (Territorialkommando Schleswig-Holstein), 42 (Territorialkommando Nord) und 45 (Territorialkommando Süd). Die zunächst für die Heeresstruktur IV geplanten Verfügungstruppenkommandos 43 in Düren, 44 in Bexbach und 46 in München wurden nie aufgestellt. Die beiden Verfügungstruppenkommandos 42 und 45 führten im Frieden keine Truppenteile, waren als nicht aktive Geräteeinheiten aufgestellt und wuchsen daher erst im Verteidigungsfall aus den Kampftruppenschulen 1 und 2 auf. Sie hatten keine fest zur Unterstellung vorgesehenen Truppenteile.[1]

Wie viele andere Verbände in Schleswig-Holstein, das anders als Truppenteile südlich der Elbe zum Bereich der AFNORTH zählten, war auch das Verfügungstruppenkommando 41 bereits im Frieden anders gegliedert als die vergleichbaren Verbände der Bundeswehr südlich der Elbe. Ein Grund war, dass in der Heeresstruktur IV in Schleswig-Holstein weder ein eigenständig operierendes Wehrbereichskommando noch Verteidigungsbezirkskommandos ausgeplant waren, die wie in den anderen Wehrbereichen die entsprechenden Heimatschutzbrigaden und Heimatschutzregimenter des Territorialheeres hätte führen können.[1] Ein zweiter Grund war, dass die Kimbrische Halbinsel als Tor zu den Ostseeausgängen und zu den Häfen in Hamburg, sowie mit dem Nord-Ostsee-Kanal und als Landbrücke zwischen den NATO-Verbänden der Allied Forces Northern Europe in Skandinavien und den Allied Forces Central Europe in Mitteleuropa enorme strategische Bedeutung hatte, gleichzeitig aber sehr nah an der Zonengrenze lag, kaum bedeutende natürliche Geländehindernisse bot, eine nur geringe strategische Tiefe und eine lange Küstenlinie, die sich für Seelandungen anbot. Aus diesem Grund wurde das Feldheer durch die Heimatschutzbrigade 51 verstärkt.

Der Stab des Verfügungstruppenkommandos 41 war anders als die beiden anderen Verfügungstruppenkommandos 42 und 45 bereits im Frieden teilaktiv und führte bereits im Frieden neben aktiven Truppenteilen auch nicht aktive Truppenteile, deren Gerät im Frieden eingelagert war (Geräteeinheiten). Die nicht aktiven Truppenteile waren im Verteidigungsfall fest für das Verfügungstruppenkommando 41 zur Unterstellung vorgesehen. Nach der Mobilmachung der assignierten Heimatschutzbrigade und der beiden Heimatschutzregimenter wäre das Verfügungstruppenkommando im Kern entfernt mit einer leichten Jägerdivision zu vergleichen gewesen. Allerdings war der Mangel an fest zugewiesenen Divisionstruppen zur Kampfunterstützung offensichtlich. Es fehlten beispielsweise Divisionsartillerie, Logistikverbände und Fernmelder. Entsprechende Truppenteile im Wehrbereich I waren entweder anders verplant oder gar nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Die Mannstärke hätte nach der Mobilmachung in der vorgesehenen Gliederung etwa 9000 Mann, also grob (höchstens) 50 % der Größe einer typischen Division des Feldheeres, betragen. Auffällig war dennoch, dass die unterstellte Heimatschutzbrigade mit ihren Leopard 1 die am besten ausgestattete nicht aktive Heimatschutzbrigade des Territorialheeres war.[1] In den Vorstellungen einiger Planungsstäbe der Nationalen Volksarmee wurde das Verfügungstruppenkommando 41 sogar manchmal (auch intern nicht unumstritten) als Kader für eine angebliche „41. Infanteriedivision“ angesehen.[2]

Trotz der beschriebenen Defizite wäre der Verband nach der Mobilisierung nur mit den bereits fest eingeplanten Truppenteilen ein Kernelement der Heimatschutztruppe auf der kimbrischen Halbinsel gewesen und hätte je nach Lage um weitere Truppenteile verstärkt an Schwerpunkten örtlich, zeitlich und qualitativ eng begrenzt das Feldheer als leichter infanteristischer Großverband unterstützen können. Aufgabe der Heimatschutztruppe war unter anderem die Verteidigung des rückwärtigen Heeresgebietes, insbesondere die Sicherung wichtiger Infrastruktur wie Marschrouten, Verkehrsinfrastruktur wie Häfen und Brücken, sowie Gefechtsstände und andere Fernmeldeeinrichtungen. Im rückwärtigen Raum musste mit Luftlandetruppen, an den Ostseestränden angelandeten, eingesickerten oder durchgebrochenen Feind gerechnet werden.[1]

GliederungBearbeiten

Um 1989 gliederte sich das Verfügungstruppenkommando grob in:[1]

GeschichteBearbeiten

Das Verfügungstruppenkommando 41 wurde 1981 zur Einnahme der Heeresstruktur IV in der Kaserne Auf der Freiheit ausgeplant. Zur Aufstellung wurde möglicherweise das Verfügungstruppenkommando 600 herangezogen, das zwischen 1974 und 1981 als Geräteeinheit am Standort Schleswig ausgeplant war und seinerseits aus dem aufgelösten Verteidigungsbezirkskommando 11 hervorging. Nach Ende des Kalten Krieges wurde das Verfügungstruppenkommando Mitte 1993 etwa zeitgleich mit der Außerdienststellung des Territorialkommandos Schleswig-Holstein außer Dienst gestellt. Neu aufgestellt zur Führung des Heimatschutztruppe des Territorialheeres in Schleswig-Holstein wurden dagegen neben dem Wehrbereichskommando I das Verteidigungsbezirkskommando 11 und das Verteidigungsbezirkskommando 12.

VerbandsabzeichenBearbeiten

Das Verfügungstruppenkommando führte aufgrund seiner Ausplanung als Teil der direkt dem Territorialkommando unterstellten Truppen kein eigenes Verbandsabzeichen. Die Soldaten trugen daher das Verbandsabzeichen des übergeordneten Territorialkommandos.

Als „Abzeichen“ wurde daher unpräzise manchmal das interne Verbandsabzeichen des Stabes und der Stabskompaniepars pro toto“ für das gesamte Verfügungstruppenkommando genutzt. Als Hinweis auf den Stationierungsraum zeigte es die Schleswigschen Löwen wie im Wappen Schleswig-Holsteins und ähnlich wie in den Verbandsabzeichen der Heimatschutzbrigade 51 und der 6. Panzergrenadierdivision.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e O.W. Dragoner: Die Bundeswehr 1989. Territorialkommando SCHLESWIG-HOLSTEIN. Territorialkommando NORD. Territorialkommando SÜD. Anhang: Territoriale Gliederung. 4. Auflage. 2.2 – Heer, Februar 2012 (relikte.com [PDF; abgerufen am 10. Juli 2018]).
  2. Siegfrid Lautsch: Kriegsschauplatz Deutschland. Erfahrungen und Erkenntnisse eines NVA-Offiziers. 1. Auflage. Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Potsdam 2013, ISBN 3-941571-28-1.

Koordinaten: 54° 31′ N, 9° 35′ O