Verteidigungsbezirkskommando 75

Das Verteidigungsbezirkskommando 75 war ein Verteidigungsbezirkskommando der Bundeswehr mit Sitz des Stabs in Chemnitz. Hauptaufgabe des Kommandos war die Territoriale Verteidigung in seinem Verteidigungsbezirk.

Verteidigungsbezirkskommando 75
— VBK 75 —

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(führte kein Verbandsabzeichen)
Aktiv 3. Oktober 1990 bis 31. Dezember 2006
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Typ Verteidigungsbezirkskommando
Stabssitz Chemnitz

GeschichteBearbeiten

AufstellungBearbeiten

Nach der Wiedervereinigung wurden im ehemaligen Militärbezirk III der Landstreitkräfte der Nationalen Volksarmee zügig die aus Westdeutschland bekannten territorialen Strukturen geschaffen (vgl. die Gliederung des Territorialheeres um 1989). Das Verteidigungsbezirkskommando 75 wurde zur Einnahme der Heeresstruktur V Anfang der 1990er-Jahren als Teil des Territorialheeres ausgeplant und dem Befehlshaber im Wehrbereich VII unterstellt. Angelehnt an die zivile Verwaltungsgliederung in Westdeutschland sollte der Verteidigungsbezirk in etwa einem (zukünftigen) Regierungsbezirk entsprechen. Bei der Aufstellung orientierte man sich aber beim Zuschnitt des neuen Verteidigungsbezirks zunächst noch ungefähr an dem aus der Deutschen Demokratischen Republik bekannten Bezirk Karl-Marx-Stadt (kurzzeitig auch Bezirk Chemnitz). Entsprechend war auch der Standort des Stabs Chemnitz. Als im Land Sachsen Regierungsbezirke eingerichtet wurden, entsprach der Verteidiungsbezirk in etwa dem Regierungsbezirk Chemnitz.[1][2][3][4]

Wechsel in die StreitkräftebasisBearbeiten

2001 wurde das Territorialheer aufgelöst. Die Wehrbereichskommandos und Verteidigungsbezirkskommandos wurden der neu aufgestellten Streitkräftebasis unterstellt. Die Wehrbereiche und Verteidigungsbezirke wurden grundlegend neu geordnet und ihre Anzahl reduziert. Das in etwa den Regierungsbezirk Leipzig umfassende Verteidigungsbezirkskommando 74 wurde zum 30. September 1999 aufgelöst und sein Westteil dem Verteidigungsbezirk 75 eingegliedert. Das Verteidigungsbezirkskommando 75 wurden dem „neu“ aufgestellten Wehrbereichskommando III unterstellt. Die unterstellten Verteidigungskreiskommandos wurden aufgelöst und seine Aufgaben teils den neu aufgestellten Kreisverbindungskommandos übertragen.[3][5]

AuflösungBearbeiten

Das Verteidigungsbezirkskommando wurde Ende 2006 außer Dienst gestellt. Einige seiner Aufträge wurden dem neu aufgestellten Landeskommando Sachsen sowie den unterstellten Bezirksverbindungskommandos übertragen.[3][5]

VerbandsabzeichenBearbeiten

Das Verteidigungsbezirkskommando führte aufgrund seiner Ausplanung als überwiegend nicht aktiver Truppenteil kein eigenes Verbandsabzeichen. Die wenigen aktiven Soldaten trugen daher das Verbandsabzeichen des übergeordneten Wehrbereichskommandos.

Als „Abzeichen“ wurde daher unpräzise manchmal das interne Verbandsabzeichen des Stabes und der Stabskompaniepars pro toto“ für das gesamte Verteidigungsbezirkskommando genutzt. Das interne Verbandsabzeichen zeigte als Hinweis auf den Stationierungsraum Figuren mit Verbindung zur Region: der schwarz-gold geteilte Hauptschild mit dem aufgelegten grünen Rautenkranz ähnlich wie im Landeswappen Sachsens. Der aufgelegte Herzschild zeigt wie im Chemnitzer Stadtwappen den Meißner Löwen, Tannen wie in vielen Wappen im Erzgebirgskreis und im Vogtlandkreis, sowie die schönburgische rot-weiße Schildteilung wie im ehemaligen Stadtwappen des Landkreises Chemnitzer Land bzw. wie im Wappen des Landkreises Zwickau.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Korps und Territorialkommando Ost / IV. Korps. BArch BH 7-4. In: invenio. Bundesarchiv, 2004, abgerufen am 14. Juli 2018.
  2. Wehrbereichskommando VII/13. Panzergrenadierdivision. BArch, BH 40-7. In: invenio. Bundesarchiv, 2004, abgerufen am 14. Juli 2018.
  3. a b c Verteidigungsbezirkskommandos. BArch, BH 30. In: invenio. Bundesarchiv, abgerufen am 14. Dezember 2018.
  4. Verteidigungskreiskommandos. BArch, BH 32. In: invenio. Bundesarchiv, abgerufen am 14. Dezember 2018.
  5. a b Wehrbereichskommando I - Küste - (Kiel). BArch, BW 68-1. In: invenio. Bundesarchiv, 2004, abgerufen am 14. Juli 2018 (umfasst Darstellung aller vier WBKs).

Koordinaten: 50° 50′ 16″ N, 12° 54′ 33,9″ O