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Falkenhagen (Mark)

Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland, Brandenburg, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Falkenhagen (Mark)
Falkenhagen (Mark)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Falkenhagen (Mark) hervorgehoben

Koordinaten: 52° 26′ N, 14° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Amt: Seelow-Land
Höhe: 61 m ü. NHN
Fläche: 27,23 km2
Einwohner: 691 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15306
Vorwahl: 033603
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 128
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Berliner Straße 31 a
15306 Seelow
Website: www.falkenhagen-mark.de
Bürgermeisterin: Bärbel Mede (SPD)
Lage der Gemeinde Falkenhagen (Mark) im Landkreis Märkisch-Oderland
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Über dieses Bild

Falkenhagen (Mark), früher nur Falkenhagen, ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Die (Groß-)Gemeinde Falkenhagen wurde am 1. Februar 2005 in Falkenhagen (Mark) umbenannt.[2] Der Kernort, heute ein Gemeindeteil, trägt dagegen weiterhin den Namen Falkenhagen. Falkenhagen (Mark) wird vom Amt Seelow-Land verwaltet.

GeografieBearbeiten

Der Ort liegt auf der Lebusplatte, einer Grundmoräne der Weichsel-Eiszeit, im südwestlichen Vorland der Eisrandlage der Frankfurter Staffel an einer Stelle, wo eine subglaziale Rinne diese Platte und die Eisrandlage quert. Innerhalb der Rinne ist der Ort von Nord über Ost bis Süden von sechs Seen und weiteren Kleingewässern umgeben.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus den Gemeindeteilen Falkenhagen, Regenmantel und Georgenthal sowie den Wohnplätzen Grüner Baum, Helenenruh, Jochenshof und Luisenhof.[3]

GeschichteBearbeiten

Grabfelder der frühen, mittleren und späten Bronzezeit am Seehotel Luisenhof zeugen von sehr früher Besiedlung. Während der slawischen oder polnischen Herrschaft entstand hier wahrscheinlich eines der beiden Schlösser Thorin oder Rukkowe, welche in einer Urkunde von 1336 vorkommen, aber nicht zugeordnet werden können. Die größte frühgotische Feldsteinkirche Ostbrandenburgs wurde als Basilika-Bischofssitz im 13. Jahrhundert gebaut.

Die erste urkundliche Erwähnung Falkenhagens als Castrum et districtus stammt aus dem Jahr 1313. 1321 war Falkenhagen ein oppidum an der Fernhandelsstraße MagdeburgPosen. 1375 war Ritter Johann von Wulkow und ab 1412 die Familie von Uchtenhagen, Familie von Bernfelde und die Familie von Scharpelow Besitzer. 1472 kam für über 300 Jahre die schlesische Familie von Hohendorff. 1600 hatte die Stadt Falkenhagen eine Schule. 1624 lebten in Falkenhagen 535 Einwohner. 1650 nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges bestand die Stadt nur noch aus 52 Hofstellen.

 
Schloss Falkenhagen um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Bis zum 17. Jahrhundert hatte Falkenhagen Stadtrechte. 1773 kaufte Legationrath Johann Anton von Junck Falkenhagen und baute ein Lustschloss. 1792 heiratete Albertine von Junck Franz Alexander von Kleist. Das Paar zog 1793 nach Falkenhagen in das neu erbaute Schloss. Die hier entstandene Schrift Das Glück der Ehe ist seiner Frau gewidmet. 1797 verstarb Franz Alexander von Kleist. 1796 wurde Falkenhagen an Reichsgraf zu Münster-Meinhöfel verkauft. 1799 wurde Graf von der Goltz Besitzer von Falkenhagen.

 
Kirche

Die beiden Seitenschiffe der Kirche wurden 1801 abgebrochen. 1805 erwarb Freiherr von Eckardstein das Schloss, ca. 1815 verwandelte es seine Frau Lisette, geb. von Blumenthal, in ein Herrenhaus und legte einen Park an. 1830 folgten Julius von Eckardstein und seine Ehefrau Reichsgräfin Wilhelmine Finck von Finckenstein. 1852 wurde zwischen Wasser und Wald das Neue Schloss im Tudorstil erbaut. 1862 kaufte Walter Schulz-Wulkow Schloss und Anwesen Falkenhagen.

1923 wurde das Seengebiet Landschaftsschutzgebiet. 1938/39 wurden die Eigentümer der Grundstücke an der Ostseite des Schwarzen Sees durch die Nationalsozialisten enteignet und das Schloss Falkenhagen 1939 abgerissen. An dieser Stelle entstand unter dem Tarnnamen Seewerk ein geheimes Rüstungswerk.[4] 1940/43 wurde ein unterirdisches Werk zur Herstellung von Chlortrifluorid (N-Stoff) und von 1943/45 eine Sarin-Großanlage errichtet. Die Fertigstellung war frühestens für Mai/Juni 1945 geplant. Im Februar 1945 wurde die komplette Chemiefabrik evakuiert und im April kampflos von sowjetischen Truppen übernommen.

1950 erfolgte der Neubau der Schule und 1954 die Gründung der LPG. Von 1958 bis 1964 wurde der Bunker Falkenhagen durch die GSSD zur ABC-sicheren Ernstfall-Einsatzkommandozentrale des Warschauer Pakts umgebaut. Zwischen 1958 und 1962 wurde in Teilen der Wehrmachtsanlage Plasma-Forschung betrieben. 1962 kam es zur Gründung des Institutes für Werkstoffbearbeitung (Halbleitertechnik). 1995 entstand mit dem Seehotel Luisenhof ein Hotelneubau am Gabelsee. Seit 1998 ist das OderlandCamp mit über 200 Betten eine der größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland, Ziel für zahlreiche Schulfahrten und Reisen von Kindertagesstätten.

Falkenhagen gehörte seit 1817 zum Kreis Lebus in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Seelow im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Märkisch Oderland.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1875 879
1890 710
1910 792
1925 874
1933 737
1939 752
1946 1 076
1950 1 238
Jahr Einwohner
1964 1 152
1971 1 110
1981 990
1985 967
1989 917
1990 930
1991 877
1992 868
1993 861
1994 878
Jahr Einwohner
1995 881
1996 787
1997 777
1998 777
1999 786
2000 781
2001 761
2002 750
2003 746
2004 754
Jahr Einwohner
2005 768
2006 794
2007 788
2008 765
2009 767
2010 752
2011 729
2012 717
2013 719
2014 718
Jahr Einwohner
2015 711
2016 697
2017 698
2018 691

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[5][6][7]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Gemeindevertretung besteht aus acht Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin.

Partei / Wählergruppe Sitze
Wählergruppe Falkenhagen 2
SPD 2
CDU 2
Einzelbewerberin Maria Plontasch 1
FDP 1

(Stand: Kommunalwahl am 26. Mai 2019)[8]

BürgermeisterBearbeiten

  • 1998–2003: Lothar Papenfuß (SPD)[9]
  • 2003–2008: Wolfgang Trohl (SPD)[10]
  • 2008–2014: Bernhard Fahndrich[11]
  • seit 2014: Bärbel Mede (SPD)[12]

Mede wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 77,0 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[13] gewählt.[14]

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Seit dem Jahr 2006 besteht eine Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Kłodawa.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Baudenkmale in Falkenhagen (Mark) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.

Die Dorfkirche wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts als Basilika mit einem dreischiffigen Langhaus errichtet. Der mächtige Feldsteinbau mit Mauern bis zu zwei Meter Stärke und einer breiten Westfassade ist eine ehemalige Bischofskirche. 1801 trugen Handwerker die Seitenschiffe ab und schlossen die Arkadenbögen. Zur Ausstattung gehören unter anderem eine Kanzel aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts sowie eine hölzerne Fünte aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

VerkehrBearbeiten

Falkenhagen (Mark) ist über die Landesstraße L 37 mit der Bundesstraße 5 und damit mit Berlin und Frankfurt (Oder) verbunden. Über die L 37 ist in nördlicher Richtung die Bundesstraße 167 und damit die Kreisstadt Seelow erreichbar.

Der Haltepunkt Falkenhagen lag an der Bahnstrecke Fürstenwalde–Wriezen. 1969 wurde der Personenverkehr eingestellt.

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Änderung des Namens der Gemeinde Falkenhagen. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 28. Dezember 2004. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 16. Jahrgang, 2005, Nummer 2, Potsdam, den 19. Januar 2005, S. 20 PDF
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Gemeinde Falkenhagen (Mark)
  4. Martin Kaule: Faszination Bunker: Steinerne Zeugnisse der europäischen Geschichte. Ch. Links Verlag, Berlin 2014, S. 92.
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 18–21
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  7. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  9. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Märkisch Oderland (Memento des Originals vom 1. April 2018 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  10. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 26
  11. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 9
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  13. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  14. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019

WeblinksBearbeiten

  Commons: Falkenhagen (Mark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien