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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Oderaue führt kein Wappen
Oderaue
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oderaue hervorgehoben

Koordinaten: 52° 47′ N, 14° 10′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Amt: Barnim-Oderbruch
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 65,91 km2
Einwohner: 1613 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16259
Vorwahl: 033457
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 371
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Freienwalder Straße 48
16269 Wriezen
Bürgermeister: Michael Rubin
Lage der Gemeinde Oderaue im Landkreis Märkisch-Oderland
AltlandsbergAlt TuchebandBad FreienwaldeBeiersdorf-FreudenbergBleyen-GenschmarBliesdorfBuckowFalkenbergFalkenhagenFichtenhöheFredersdorf-VogelsdorfGarzau-GarzinGolzowGusow-PlatkowHeckelberg-BrunowHöhenlandHoppegartenKüstriner VorlandLebusLetschinLietzenLindendorfMärkische HöheMünchebergNeuenhagen bei BerlinNeuhardenbergNeulewinNeutrebbinOberbarnimOderauePetershagen/EggersdorfPodelzigPrötzelRehfeldeReichenow-MöglinReitweinRüdersdorf bei BerlinSeelowStrausbergTreplinVierlindenWaldsieversdorfWriezenZechinZeschdorfBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Oderaue ist eine Gemeinde des Amtes Barnim-Oderbruch im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg.

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im nördlichen Teil der Landschaft Oderbruch östlich von Bad Freienwalde am linken Ufer der Oder.

Klima

Der Jahresniederschlag beträgt 489 mm (Durchschnitt der Jahre 1961–1990). Die Niederschlagsmenge liegt im unteren Zwanzigstel der in Deutschland erfassten Werte. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni (2,3-mal mehr als im Februar).

GemeindegliederungBearbeiten

 
Kirche in Altreetz

Die Gemeinde besteht aus sieben Ortsteilen[2]:

  • Altreetz
  • Mädewitz mit den Gemeindeteilen Altmädewitz, Neukietz und Neumädewitz
  • Neuküstrinchen mit den Gemeindeteilen Neuküstrinchen und Neuranft
  • Neureetz mit dem Gemeindeteil Neureetz
  • Neurüdnitz mit den Gemeindeteilen Am Bahnhof, Bienenwerder, Neurüdnitz und Spitz
  • Wustrow mit den Gemeindeteilen Altwustrow, Friedrichshof und Neuwustrow
  • Zäckericker Loose mit dem Gemeindeteil Zäckericker Loose

Hinzu kommen die Wohnplätze Altmädewitzer Loose, Altreetzer Loose, Christiansaue, Croustillier, Paulshof, Rüdnitzer Ausbau und Zollbrücke.[3]

GeschichteBearbeiten

 
Kirche in Neuküstrinchen

Die Altdörfer Altmädewitz, Altreetz und Altwustrow sind schon Jahrhunderte vor der Trockenlegung und Kolonisierung des Oderbruchs als Siedlungen damaliger Fischer entstanden. Die Kolonistendörfer Neukietz, Neuküstrinchen, Neumädewitz, Neuranft, Neurüdnitz, Neureetz und Neuwustrow stammen dagegen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Altdörfer weisen oft noch Reste der alten Rundlingsform mit eng zusammengerückten Häusern auf, während die Neudörfer meist linear angeordnet sind.[4]

Während der Ortsteil Mädewitz von 1818 bis 1952 zum Landkreis Oberbarnim (bis 1947 Provinz Brandenburg in Preußen) gehörte[5], war das übrige Gemeindegebiet bis 1945 ein Teil des Landkreises Königsberg Nm.[6] in der Neumark Es wurde nach Festlegung der Oder-Neiße-Grenze an den Landkreis Oberbarnim angegliedert. Zwischen 1952 und 1990 gehörten die Orte der heutigen Gemeinde zum Kreis Bad Freienwalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder).

Die Gemeinde Oderaue entstand am 26. Oktober 2003 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Neurüdnitz, Neuküstrinchen und Neureetz.[7] Die Gemeinden Altreetz und Zäckericker Loose wurden am selben Tag per Gesetz eingegliedert.[8]

Eingemeindungen und Zusammenschlüsse

Vor der Entstehung der Gemeinde Oderaue gab es folgende Gemeindegebietsveränderungen:[9]

  • 1950: Eingliederung von Neukietz in Neumädewitz
  • 1950: Eingliederung von Adlig Reetz in Neureetz
  • 1957: Zusammenschluss von Alt Wustrow und Neu Wustrow zu Wustrow
  • 1974: Eingliederung von Neuranft in Neuküstrinchen
  • 1974: Zusammenschluss von Altmädewitz und Neumädewitz zu Mädewitz
  • 1997: Zusammenschluss von Altreetz, Mädewitz und Wustrow zu Altreetz

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
2003 1.889
2004 1.881
Jahr Einwohner
2005 1.848
2006 1.811
2007 1.799
2008 1.792
2009 1.722
Jahr Einwohner
2010 1.706
2011 1.714
2012 1.699
2013 1.685
2014 1.657
Jahr Einwohner
2015 1.605
2016 1.584
2017 1.591
2018 1.613

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[10][11][12]: Stand 31. Dezember, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Gemeindevertretung besteht aus zwölf Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

Wählergruppe Sitze
Weitblick Oderaue 7
Unabhängige Wählergemeinschaft 5

(Stand: Kommunalwahl am 26. Mai 2019)[13]

BürgermeisterBearbeiten

  • 2003–2008 Heike-Doreen Ehling[14]
  • 2008–2019: Bodo Schröder (Unabhängige Wählergemeinschaft)[15]
  • seit 2019: Michael Rubin (Weitblick Oderaue)

Rubin wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 67,9 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[16] gewählt.[17]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Dorfkirche in Altwustrow
 
Alte Dammmeisterei in Zollbrücke

In der Liste der Baudenkmale in Oderaue stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

  • Im Ortsteil Altreetz befindet sich der Oderbruchzoo und eine Dorfkirche aus dem Jahr 1828.
  • Im Ortsteil Neuküstrinchen (Gemeindeteil Neuranft) befindet sich ein Flutzeichen vom Oderhochwasser 1997.
  • Im Ortsteil Neurüdnitz steht in der Dorfstraße ein Gedenkstein für den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann.
  • Im Ortsteil Wustrow (Gemeindeteil Altwustrow) befindet sich eine bäuerliche Dorfkirche von 1789 mit einer wertvollen spätklassizistischen Papierdecke von 1832. Die Kirche wurde 2001 mit Hilfe hydraulischer Pressen um 15 cm gehoben, um Schäden durch den feuchten Baugrund zu verhindern. Die Dorfkirche wurde bis 2007 mit über 800.000 Euro mit Mitteln der Stiftung KiBa, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Reemtsma-Stiftung, der evangelischen Kirche, des Landes Brandenburg, der Kommune und eines Fördervereins restauriert.
  • Im Ortsteil Zäckeritzer Loose (Wohnplatz Zollbrücke) betreiben Thomas Rühmann und Tobias Morgenstern das Theater am Rand.

InfrastrukturBearbeiten

StraßenverkehrBearbeiten

Oderaue liegt an der Landesstraße L 28 zwischen Bad Freienwalde-Gabow und dem Gemeindeteil Neukietz sowie an der L 281 zwischen Altranft und dem Ortsteil Neurüdnitz.

EisenbahnBearbeiten

 
Ehemaliger Bahnhof Neu Rüdnitz (2009)

Die 1892 eröffnete Bahnstrecke Wriezen – Jädickendorf mit den Bahnhöfen Altmädewitz, Alt Reetz und Neu Rüdnitz westlich der Oder führte durch das heutige Gemeindegebiet. Das Gleis auf dem Streckenabschnitt zwischen Wriezen und der Oder wurde 1945 als Reparationsleistung demontiert, im Zusammenhang mit dem Neuaufbau der gesprengten Oderbrücke aber um 1955 wieder aufgebaut. Im Jahr 1957 konnte der Personenverkehr zwischen Wriezen und Neu Rüdnitz wieder aufgenommen werden. Die letzten Personenzüge verkehrten 1982. Die Strecke blieb aber für militärische Zwecke betriebsbereit.

 
Oderbrücke bei Bienenwerder

Nach der Wende, um 2000 ließ die Deutsche Bahn die Strecke abbauen und auf der Trasse entstand im Jahr 2005 ein asphaltierter Radweg, Teil des Oder-Neiße-Radwegs. Die Europabrücke Neurüdnitz–Siekierki ist die längste Brücke über die Oder und wurde um 1920 gebaut. Der Viadukt besteht aus zwei hintereinander­stehenden Brücken von je 330 Metern Länge. Dieses Bauwerk ist seit Mitte der 2010er Jahre wegen massiver Schäden gesperrt. Nun hat die EU Mittel zur Sanierung freigegeben, mit deren Hilfe die Stahlträgerbrücke bis 2021 wieder nutzbar gemacht werden soll. Radtouristen und Wanderer können dann die auf polnischer Seite gelegenen Moryńer Höhen und den Moryner See auf kurzen Wegen von Neurüdnitz aus erreichen.[18]

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Oderaue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Oderaue vom 29. Januar 2009 PDF
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Oderaue
  4. Die Gemeinde Oderaue auf www.barnim-oderbruch.de
  5. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. Landkreis Oberbarnim. gemeindeverzeichnis.de, abgerufen am 4. Juli 2011
  6. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. Landkreis Königsberg (Neumark). gemeindeverzeichnis.de, abgerufen am 4. Juli 2011
  7. Bildung einer neuen Gemeinde Oderaue. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 19. Februar 2003. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 14. Jahrgang, Nummer 9, 5. März 2003, S. 276 PDF
  8. Fünftes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Uckermark (5.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003 Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S.82, geändert durch Gesetz vom 1. Juli 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 10, S. 187)
  9. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 44
  10. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 30–33
  11. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  12. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  13. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  14. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 26
  15. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 9
  16. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  17. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  18. Alte Brücke zwischen Polen und Brandenburg wird saniert. In: Berliner Zeitung, 7. Juli 2017, S. 15.