Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Treplin führt kein Wappen
Treplin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Treplin hervorgehoben
Koordinaten: 52° 23′ N, 14° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Amt: Lebus
Höhe: 88 m ü. NHN
Fläche: 11,35 km2
Einwohner: 363 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15236
Vorwahl: 033602
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 480
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Straße der Freiheit 1
15326 Lebus
Bürgermeister: Joachim Kretschmann
Lage der Gemeinde Treplin im Landkreis Märkisch-Oderland
AltlandsbergAlt TuchebandBad FreienwaldeBeiersdorf-FreudenbergBleyen-GenschmarBliesdorfBuckowFalkenbergFalkenhagenFichtenhöheFredersdorf-VogelsdorfGarzau-GarzinGolzowGusow-PlatkowHeckelberg-BrunowHöhenlandHoppegartenKüstriner VorlandLebusLetschinLietzenLindendorfMärkische HöheMünchebergNeuenhagen bei BerlinNeuhardenbergNeulewinNeutrebbinOberbarnimOderauePetershagen/EggersdorfPodelzigPrötzelRehfeldeReichenow-MöglinReitweinRüdersdorf bei BerlinSeelowStrausbergTreplinVierlindenWaldsieversdorfWriezenZechinZeschdorfBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Treplin ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland. Sie wird vom Amt Lebus verwaltet.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Treplin liegt auf der Lebuser Hochfläche, einer wald- und wasserreichen Grundmoränenlandschaft am Rand des Oderbruchs, etwa 70 km östlich von Berlin.

Nachbargemeinden

Östlich von Treplin liegt Booßen, ein Ortsteil von Frankfurt (Oder). Im Westen und Norden grenzt die Gemeinde Zeschdorf an. Im Süden liegt die Gemeinde Jacobsdorf.

GemeindegliederungBearbeiten

Treplin hat keine amtlich ausgewiesenen Ortsteile, bewohnten Gemeindeteile oder Wohnplätze.[2]

GeschichteBearbeiten

Mit dem Vordringen der askanischen Markgrafen wurden die Handelswege auf eine südlicher gelegene Linie verlegt. Diese Route verlief über Müncheberg – Frankfurt (Oder) – Posen. Entlang dieser Linie gab es eine Reihe von Gründungen neuer Siedlungen. Mit Hilfe von Lokatoren warben die Askanier Siedler an. Die ersten Ansiedlungen aus der Zeit um 1250 besaßen zumeist eine Größe von 64 Hufen, wovon vier der Kirche gehörten, so auch in Treplin,[3] und bekamen zumeist den Namen des Lokators oder ersten Lehnsherren. Um Treplin entstanden auf diese Weise einige Dörfer, wie zum Beispiel das nahe gelegene Pillgram oder Biegen. Ortsnamen, welche slawisch klingen, lassen jedoch nicht immer einen Rückschluss auf vorherige Besiedlung zu, da sich die deutschen Siedler diese Namen teilweise zu eigen machten, vor allem bei Ortsgründungen, welche nahe an Gewässern lagen, wie im Beispiel Niederjesar oder Hohenjesar.[4]

Die erste urkundliche Erwähnung von Treplin geht auf den 18. April 1341 zurück, als sich die Brüder gherardo & hinrico trepelin presbyteris in einer Appellation finden.[5] Der Name änderte seine Schreibweise in den Folgejahren nur wenig: Treppelyn (1460), Trippelin, Treppelin (1624).

1755 begann man, zwischen Treplin und Petershagen die erste Kohle in der Mark Brandenburg abzubauen. Es handelte sich dabei um Braunkohle, die im Tagebau gefördert wurde. Dieser Kohleabbau endete 1960, als die Grube „Sophie“ geschlossen wurde.

Treplin gehörte seit 1817 zum Kreis Lebus in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Seelow im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Märkisch Oderland.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1875 415
1890 394
1910 377
1925 397
1933 439
1939 407
1946 456
1950 495
Jahr Einwohner
1964 358
1971 342
1981 279
1985 285
1989 287
1990 291
1991 285
1992 270
1993 273
1994 314
Jahr Einwohner
1995 382
1996 418
1997 453
1998 462
1999 477
2000 468
2001 431
2002 445
2003 438
2004 429
Jahr Einwohner
2005 421
2006 425
2007 427
2008 423
2009 424
2010 405
2011 389
2012 391
2013 382
2014 378
Jahr Einwohner
2015 377
2016 374
2017 360
2018 363

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohner[6][7][8]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Gemeindevertretung von Treplin besteht aus sieben Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[9]

Wählergruppe Sitze
Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Treplin 5
Einzelbewerber Timo Lück 1
Wählergruppe Dorfentwicklungsverein Treplin "Glück auf 98" 1

Der Stimmenanteil von Timo Lück entspricht zwei Sitzen. Daher bleibt nach § 48 (6) des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes[10] ein Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.

BürgermeisterBearbeiten

  • 2003–2008: Joachim Kretschmann
  • 2009–2014: Kathrin Jahn[11]
  • seit 2014: Joachim Kretschmann[12]

Kretschmann wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 64,1 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[13] gewählt.[14]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Baudenkmale in Treplin stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

BauwerkeBearbeiten

In Treplin betreibt die Deutsche Telekom AG eine Sendeanlage für UKW-Rundfunk und DVB-T. Als Antennträger kommt ein 185,1 Meter hoher abgespannter Stahlfachwerkmast zum Einsatz, der 1994 errichtet wurde. Daneben befinden sich auf dem Areal noch einige Antennen für Kurzwelle, die aus DDR-Zeiten stammen. Funkamateure betreiben auf dem Gelände ihre Klubstation.

 
Trepliner Dorfkirche

In dem Ort befindet sich eine Kirche mit einem Storchennest auf der östlichen Apsis und eine Wassermühlenruine.

Die Kirche aus dem 19. Jahrhundert wurde im Zweiten Weltkrieg und durch Entnahme von Baumaterial in der Nachkriegszeit schwer beschädigt, so dass sie bis 2002 eine Ruine war. Der Kirchturm konnte in den Nachkriegsjahren wieder instand gesetzt werden. 2003 wurden Turm und Kirchendach erneuert, der Innenausbau ist geplant. In der Region bekannt ist der „Weihnachtsmarkt in der Kirche“ am 1. Adventssonntag.

In einem kleinen, neu errichteten Gemeindehaus neben der Kirche befinden sich der Kirchsaal, in dem in der Regel die Gottesdienste und die weitere Gemeindearbeit stattfinden, ferner eine Gemeindeküche sowie Sanitärräume.

ParksBearbeiten

Treplin liegt in einem Naturschutzgebiet, dem Treplin-Alt-Zeschdorfer Fließtal. Es gibt zwei Seen in einem Waldtal.

VerkehrBearbeiten

Treplin liegt an der Bundesstraße 5, die von Berlin kommend nach Frankfurt (Oder) weiterführt. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich im neun Kilometer südlich gelegenen Jacobsdorf (Richtung Berlin und Frankfurt (Oder)).

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Treplin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Treplin
  3. Herbert Ludat: Das Lebuser Stiftsregister von 1405: Studien zu den Sozial- und Wirtschaftsverhältnissen im mittleren Oderraum zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Band 9 von Osteuropastudien der Hochschulen des Landes Hessen. Verlag Otto Harrassowitz, 1965, S. 7, ISBN 9783428038077
  4. Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemahligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. In Kommission der Nauckoschen Buchhandlung, Berlin 1829, 1. Band, S. 121
  5. Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemahligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. In Kommission der Nauckoschen Buchhandlung, Berlin 1829, 1. Band, S. 459
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 34–37
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  10. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 48
  11. Bürgermeisterin Kathrin Jahn in: Amtsblatt für das Amt Lebus, 2. Juni 2009, S. 3
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  13. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  14. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019