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GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

 
Luftaufnahme des Marktes Ebensfeld

Die vom Main geteilte Gemeinde liegt am Obermain im westlichen Oberfranken zwischen dem Coburger Land und Bamberg, im äußersten Westen des Landkreises Lichtenfels am Gottesgarten. Es ist eingebettet zwischen den sanft ansteigenden Höhen des Fränkischen Juras im Süden und den Eierbergen im Norden.

NachbargemeindenBearbeiten

Ebensfeld grenzt (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) an die Gemeinden: Itzgrund (Landkreis Coburg), Bad Staffelstein, Scheßlitz, Zapfendorf, Rattelsdorf (alle drei Landkreis Bamberg). Im Westen grenzt außerdem das gemeindefreie Gebiet Breitengüßbacher Forst an die Gemeinde.

OrtsteileBearbeiten

Der Markt Ebensfeld hat 26 Ortsteile (mit Einwohnerzahlen):[2][3]

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung von Ebensfeld war im Jahr 802, als die Brüder Gerhart und Ippin dem Kloster Fulda für ihr Seelenheil Güter in „uillis“, darunter in „Ebilihfeldono marcu“ vermachten.[4]

Das Marktrecht ist für 1426 belegt, als der Bamberger Bischof Friedrich bestätigte, dass in dem „dorff Ebensuelt“ jährlich drei Märkte abgehalten werden dürfen.[4] Der Ort gehörte zum Hochstift Bamberg. Im 18. Jahrhundert hatte das Vogteiamt Lichtenfels des Hochstifts Bamberg die Dorf- und Gemeindeherrschaft inne.

Mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke von Bamberg nach Neuenmarkt im Jahr 1846 wurde die Station Ebensfeld eröffnet. 1862 erfolgte die Eingliederung Ebensfelds, einschließlich des Ortsteils Kutzenberg, in das neu geschaffene bayerische Bezirksamt Staffelstein. Am 28. August 1892 wurde die erste feste Mainbrücke, eine Eisenbrücke mit 50 Meter lichter Weite, eingeweiht.[5]

KreiszugehörigkeitBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Staffelstein im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst und Ebensfeld dem Landkreis Lichtenfels zugeschlagen.

ReligionenBearbeiten

Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist katholisch (ca. 80 %). 10 % sind evangelisch, daneben gibt es Mitglieder anderer Konfessionen und Religionen sowie bekenntnislose Einwohner. Auf dem Gebiet des Marktes gibt es vier Pfarreien mit elf Filialen, eine Kuratie und eine Filialkirche, die nicht zu einer der Pfarreien des Gemeindegebietes gehört. Insgesamt gibt es 17 Kirchen.

  • Pfarrei Mariä Verkündigung Ebensfeld mit den Filialen Unter- und Oberbrunn, Unterneuses und Pferdsfeld
  • Pfarrei St. Martin Döringstadt mit der Filiale Wiesen und der Kapelle in Neudorf
  • Pfarrei St. Wolfgang Kleukheim mit den Filialen Oberküps und Kümmel
  • Pfarrei Mariä Unbefleckte Empfängnis Prächting mit den Filialen Sträublingshof, Kutzenberg und der Veitskapelle
  • Kuratie Mariä Schmerzen Eggenbach mit der Filiale Draisdorf

Diese Sprengel haben sich Pfingsten 2006 zum Seelsorgebereich Pfarreienverbund Ebensfeld zusammengeschlossen.

Birkach liegt zwar auf dem Gebiet des Marktes, gehört aber seelsorgerisch zur Kuratie Medlitz. Wiesen gehört seelsorgerisch zu Döringstadt, politisch zur Stadt Bad Staffelstein. Diese Besonderheiten wurden auf Wunsch der Gläubigen bei der Errichtung der Seelsorgebereiche beibehalten. Gleichzeitig entschieden sich die Gläubigen der Filiale Unterleiterbach zur Umpfarrung in die Pfarrei Zapfendorf, zur Gemeinde Zapfendorf gehören sie auch politisch. Seelsorger für den Seelsorgebereich ist Pfarrer Rudolf Scharf.

Die evangelisch-lutherische Pfarrei, zu der der überwiegende Teil des Marktes gehört, ist die Kirchengemeinde Auferstehung Zapfendorf. Ein kleiner Teil ist der Dreieinigkeitskirche in Bad Staffelstein zugeordnet.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Birkach, Messenfeld, Oberbrunn, Unterbrunn und Unterneuses eingegliedert.[6] Am 1. Januar 1978 wurden Dittersbrunn, Döringstadt, Eggenbach (mit Gebietsteilen der am 1. April 1971 aufgelösten Gemeinde Draisdorf und mit Freiberg am 1. Januar 1975), Prächting sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Unterzettlitz eingegliedert. Kleukheim kam am 1. Mai 1978 mit den eingemeindeten Orten Kümmel (am 1. Juli 1971) und Oberküps (am 1. Juli 1972) hinzu.[7]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr heutige Gemeinde damalige Gemeinde Ort
1871 4421 824 806
1885 4466 804 792
1900 4096 798 781
1925 4756 1502 846
1950 6029 1915 1393
1961 5114 1913 1446
1970 5272 3154 1935
1987 5281 1919
1991 5646
1995 5730
2005 5690
2010 5638
2015 5576

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist seit 2008 Bernhard Storath (CSU). Die weiteren Bürgermeister: Zweiter Bürgermeister Hauke Petersen (CSU) und Dritte Bürgermeisterin Gabriele Böhmer (CSU)

MarktgemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder:

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Eine Partnerschaft besteht mit Sosa im Erzgebirge.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MusikBearbeiten

Es gibt mehrere Blaskapellen, die von der traditionellen Blasmusik bis zum modernen Swing ein umfangreiches Repertoire bieten. Daneben gibt es einige Chöre und Bands, die das Angebot erweitern. Die größten Musikgruppen im Markt Ebensfeld sind:

Die beiden ehemaligen Ebensfelder Musikvereine Obermaintaler Jugendkapelle Ebensfeld e. V. und Musikverein Ebensfeld e. V. haben sich nach über 40 Jahren mit Beschluss vom 29. Juni 2012 wieder zu einem Verein zusammengeschlossen und treten als Musikvereinigung Ebensfeld e. V. mit mehreren Orchestern auf:

  • Blasorchester Ebensfeld
  • Erwachsenenbläserklasse "Bloos A-Moll"
  • Concert Band U25
  • Junior-Band

Daneben gibt es die Kelbachtaler Blasmusik Prächting und die Blaskapelle Kleukheim

  • Chöre
    • Gesangverein Liederkranz Ebensfeld
    • Kehlbachspatzen Ebensfeld, Kinder- und Jugendchor
    • Gesangverein Liederhort Birkach
    • Gospelchor Gedankensprung Kleukheim
    • Gesangverein Kleukheim
  • Bands
    • Spontan Ebensfeld
    • Mix-Dur Ebensfeld

Daneben gibt es eine Schulband, die den Instrumentalunterricht in der Schule fördert.

Die Musikvereinigung Ebensfeld e. V. bildet in Zusammenarbeit mit der Pater-Lunkenbein-Schule Ebensfeld den Bläsernachwuchs unter anderem in unterrichtsintegrierten Schulbläserklassen in der Grundschule aus (einziges Grundschulbläserklassenprojekt im Landkreis Lichtenfels), viele Musikschüler lernen aber auch in der Musikschule.

BauwerkeBearbeiten

 
Katholische Pfarrkirche Mariä Verkündigung
  • Wallfahrtskirche Maria Schmerz im Ortsteil Eggenbach
  • Veitskapelle auf dem ca. 460 m hohen Ansberg, volksmundlich auch Veitsberg genannt, 1717–1719 von Andreas Rheinthaler über älterem Kern erbaut[8]

NaturdenkmälerBearbeiten

Östlich von Ebensfeld liegt der Ansberg, wegen der dortigen St.-Veits-Kapelle im Volksmund auch Veitsberg genannt. Diese Kapelle umschließt der älteste geschlossene Lindenkranz Europas. Die rund um die Kapelle stehenden 21 Bäume sind über 200 Jahre alt.

BaudenkmälerBearbeiten

SportBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Am Faschingsdienstag findet ein Faschingsumzug statt. Über 40 Gruppen beteiligen sich zu Fuß oder mit einem Wagen daran. Veranstalter ist die Ebensfelder Karnevalsgesellschaft (EKG).
  • Am ersten Sonntag im Mai veranstaltet der Gewerbeverein einen Maimarkt. Neben gewerblichen Ständen präsentieren sich auch Gruppen, Institutionen und Vereine.
  • Am zweiten Wochenende im September veranstaltet die Musikvereinigung Ebensfeld e. V. die sogenannte Grieser Kerwa, eine dreitägige Zeltkirchweih im Ortsteil Gries.
  • Am dritten Wochenende im September findet im Markt Ebensfeld die Kirchweih statt, die traditionell mit der Aufstellung des „Kerwasbaums“ im Ortszentrum beginnt.
  • Am ersten Sonntag im Dezember veranstaltet der Gewerbeverein rund um die Kirche einen kleinen Adventsmarkt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

  • Östlich von Ebensfeld verläuft die A 73 von Bamberg nach Coburg. Diese Straße wurde erst im Januar 2008 von der ehemaligen B 173 zur Autobahn erhoben und im Jahr 2008 bis nach Coburg verlängert, während die B 173 weiterhin von Lichtenfels nach Kronach führt.
  • Der Markt hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Bamberg–Hof, die von Bamberg über den Eisenbahnknotenpunkt Lichtenfels nach Hof führt und liegt am Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8, der Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt, die Ende 2017 in Betrieb ging. Anzumerken sei, dass der Haltepunkt Ebensfeld, entgegen der öffentlichen Namenswahl der Strecke, keine Verbindung zur Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt besitzt. Die erste Betriebsstelle der Neubaustrecke ist der Bahnhof Unterleiterbach.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

  • In der Gemeinde Ebensfeld gibt es zwei Brauereien: Schwanenbräu Ebensfeld und Brauerei Leicht in Pferdsfeld. Die letztere gehört zu den kleinsten fränkischen Brauereien.
  • Größtes Unternehmen am Ort ist das Bezirksklinikum Obermain mit über 700 Arbeitnehmern.
  • Eines der Tonstudios und das Hauptlabel CRI-LEX Records der Müller-Media-Group haben ihren Sitz im Ort.
  • Darüber hinaus gibt es als größere Unternehmen die RAAB Baugesellschaft mbH & Co. KG mit über 100 Arbeitnehmern, die SYSTEAM Gesellschaft für Computersysteme, Herbst Transporte und Schedel, den „ökologischen Backspezialisten“ mit knapp unter hundert Arbeitern und Angestellten.

BildungBearbeiten

Einzige Schule im Markt Ebensfeld ist die Pater-Lunkenbein-Grundschule und -Mittelschule. Sie umfasst die klassische Volksschule mit den Jahrgangsstufen 1 bis 9. Die Schule Ebensfeld ist verknüpft mit den Schulen in Bad Staffelstein und Lichtenfels und arbeitet mit diesen eng zusammen.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Gerhard Arneth (Hrsg.): 1200 Jahre Ebensfeld. Beiträge zur Geschichte einer Marktgemeinde am Obermain. Ebensfeld 2003, darin u. a.: Thomas Gunzelmann: Ebensfeld und der Main, S. 115–128 (PDF)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ebensfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Ebensfeld in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 22. September 2016.
  3. Ortsteile und Ortsplan
  4. a b Dorothea Fastnacht: Staffelstein. Ehemaliger Landkreis Staffelstein. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Oberfranken. Band 5: Staffelstein. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2007, ISBN 978-3-7696-6861-2. S. 82f
  5. Thomas Gunzelmann: Ebensfeld und der Main
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 575.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 695.
  8. http://www.ebensfeld.de/de/tourismus/veitsberg.php