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Kleukheim ist ein Ortsteil des oberfränkischen Marktes Ebensfeld im Landkreis Lichtenfels.

Kleukheim
Markt Ebensfeld
Koordinaten: 50° 2′ 5″ N, 11° 0′ 19″ O
Höhe: 308 m ü. NHN
Einwohner: 600 (1. Feb. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 96250
Vorwahl: 09547
Fachwerkhaus in Kleukheim
Fachwerkhaus in Kleukheim

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Kleukheim liegt in einem Hügelland östlich vom Maintal. Der Ort ist in Ost-West-Richtung angeordnet und wird vom Kellbach, einem linken Zufluss des Mains, und dem Seitenarm Froschbach durchflossen. Die Staatsstraße 2187 von Ebensfeld nach Scheßlitz führt durch Kleukheim.

GeschichteBearbeiten

Kleukheim wurde 1137 erstmals urkundlich erwähnt, als Bamberger Bischofs Otto zur Grundausstattung der von ihm gegründeten Zelle Sankt Getreu im östlichen Teil des Michelsberges Besitz eintauschte.[2]

Der in der Urkunde erwähnte Name für Kleukheim, „Clucowa“, wird als slawisch interpretiert. Die Silbe „-heim“ kann nicht wie in anderen Fällen als eine der seit der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts zahlreichen fränkischen Gründungen der Region gedeutet werden. Kleukheim wurde noch 1239 „Kliucave“ genannt, die Nachsilbe fand erst spät, das heißt, wohl unabhängig von Gründungsakten, Eingang in den Ortsnamen. Die Qualität der gewonnenen landwirtschaftlichen Böden ermöglichte das Wachstum der Siedlung. 1625 wurde Kleukheim durch den Bamberger Fürstbischof Johann Georg Fuchs von Dornheim kirchlich von Ebensfeld getrennt und zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kamen Siedler aus dem Frankenwald in den Ort, der bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts als großes Bauerndorf die Funktion eines Zentrums in einer Kleinregion ausfüllte. Zum Ort gehörten zwei Mühlen, verschiedene Handwerker und mehrere Gastwirtschaften.[3]

1862 wurde Kleukheim in das neu geschaffene bayerische Bezirksamt Staffelstein eingegliedert. Die Landgemeinde gehörte zum Landgericht Staffelstein. Ein Gemeindeteil war die damalige Einöde Peusenhof.

1871 hatte Kleukheim 514 Einwohner und 249 Gebäude. Die katholische Schule und Kirche befanden sich im Ort.[4] 1900 umfassten die beiden Orte der Landgemeinde Kleukheim eine Fläche von 666,25 Hektar, 493 Einwohner, von denen 492 Katholiken waren, und 101 Wohngebäude. 464 Personen lebten in Kleukheim in 97 Wohngebäuden[5] und 1925 476 Personen in 90 Wohngebäuden.[6] 1950 hatte Kleukheim 639 Einwohner und 95 Wohngebäude.[7] Im Jahr 1970 zählte das Pfarrdorf 477,[8] 1987 539 Einwohner sowie 138 Wohnhäuser mit 156 Wohnungen.[9]

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Staffelstein aufgelöst. Kleukheim kam zum Landkreis Lichtenfels und wurde um die Gemeinden Kümmel und Oberküps mit dem Ortsteil Unterküps erweitert. Am 1. Mai 1978 folgte die Eingliederung der Gemeinde Kleukheim nach Ebensfeld. 1979 gewann das Dorf beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ auf Bundesebene eine Goldmedaille.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
St. Wolfgang

Die katholische Pfarrkirche St. Wolfgang, eine barocke Saalkirche mit Chorseitenturm, prägt das Ortsbild. Der Chor und der Kirchturm entstanden 1625–1626 nach Plänen von Giovanni Bonalino, das Langhaus 1745–1747 entwarf Konrad Fink.

Zahlreiche Fachwerkbauten markieren den historischen Ortskern. In der Liste der Baudenkmäler in Kleukheim sind 25 Sehenswürdigkeiten aufgeführt.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. ebensfeld.de
  2. Dorothea Fastnacht: Staffelstein. Ehemaliger Landkreis Staffelstein. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Oberfranken. Band 5: Staffelstein. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2007, ISBN 978-3-7696-6861-2. S. 181
  3. Denkmalliste für Ebensfeld (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  4. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1119, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  5. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1118 (Digitalisat).
  6. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1155 (Digitalisat).
  7. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 999 (Digitalisat).
  8. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 163 (Digitalisat).
  9. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 317 (Digitalisat).