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Buch (Schwaben)

Gemeinde im Landkreis Neu-Ulm
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Buch
Buch (Schwaben)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Buch hervorgehoben
Koordinaten: 48° 13′ N, 10° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Neu-Ulm
Verwaltungs­gemeinschaft: Buch
Höhe: 540 m ü. NHN
Fläche: 39,86 km2
Einwohner: 3996 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89290
Vorwahlen: 07343, 08282
Kfz-Kennzeichen: NU, ILL
Gemeindeschlüssel: 09 7 75 118
Marktgliederung: 15 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Friedhofweg 2
89290 Buch
Website: www.vg-buch.de
Bürgermeister: Roland Biesenberger
Lage des Marktes Buch im Landkreis Neu-Ulm
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Über dieses Bild
Die Hauptstraße in Buch mit der katholischen Pfarrkirche St. Valentin

Buch ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Buch.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Der Markt liegt in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben im Tal der Roth, rund 23 km südöstlich von Ulm und 26 km nördlich von Memmingen. Die Roth durchfließt das westliche Gemeindegebiet. Im Osten fließt die Biber, in diesem Bereich noch Biberbach genannt. Der Westen ist größtenteils unbewaldet, südlich des Ortes Buch und im Osten gibt es einige kleinere Wälder, im Südosten liegt der Oberroggenburger Wald.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat 15 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Ortstyp angegeben):[2]

Die Einöden Hetzenmühle, Lehenmühle, Riedmühle, Siede und Untermühle sind keine amtlich benannten Ortsteile.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind im Norden Weißenhorn und Roggenburg, im Osten die gemeindefreien Gebiete Ober- und Unterroggenburger Wald und Kettershausen (Landkreis Unterallgäu). Südlich liegt Unterroth, im Westen Illertissen.

GeschichteBearbeiten

Frühe GeschichteBearbeiten

Bei Buch dürfte es sich um eine hochmittelalterliche Rodungssiedlung handeln, wobei der Ortsname auf eine Siedlung bei den Buchen hindeutet. Zunächst den Herren von Biberegg-Roggenburg gehörend, ging nach deren Aussterben um 1160 der Ort an die Herren von Neuffen, die Buch zu einem wichtigen Sitz ihrer neuen Herrschaft Weißenhorn ausbauten. Nach der Heirat von Berthold II. mit Juta von Marstetten erlangten die Neuffen den Titel der Grafen von Marstetten. Beim Tode des letzten Neuffen 1342 fiel die Grafschaft Marstetten mit Hauptort Weißenhorn durch Erbschaft an die bayerischen Wittelsbacher. Diese verwalteten die Herrschaft nicht selbst, sondern verpfändeten sie zunächst an die Grafen von Werdenberg, die südlich des Bodensees erheblichen Grundbesitz hatten. 1356 erfolgte eine Weitergabe an Herzog Albrecht II. von Österreich, schließlich an die Herren von Ellerbach. Nach dem Frieden von Schärding 1369 konnte Bayern die verpfändete Herrschaft Weißenhorn zurückgewinnen, veräußerte sie aber umgehend wiederum an die Werdenberger sowie an die Herren von Rechberg. Im Jahr 1473 wurde die Verpfändung endgültig aufgelöst, so dass Ludwig IX. von Bayern-Landshut die Herrschaft direkt verwaltete. In dieser Zeit dürfte auch das Recht verliehen worden sein, regelmäßig Markttage abzuhalten. Während der unmittelbaren Herrschaft der Wittelsbacher erfolgte der Zukauf der Grafschaft Kirchberg sowie der Herrschaft Pfaffenhofen, womit sich das Territorium erheblich vergrößerte. Nach Vermittlung im Landshuter Erbfolgekrieg 1504/05 konfiszierte der deutsche König Maximilian I. die nunmehr so genannte Herrschaft Kirchberg-Weißenhorn für das Reich und verkaufte sie 1507 seinem Bankier Jakob Fugger. Der Ort Buch blieb weiterhin Sitz eines Amtmannes, hoheitlich gehörte das Gebiet jedoch zu Vorderösterreich mit der Hauptstadt Innsbruck. Wie auch Weißenhorn und Babenhausen wurde Buch Zentrum des Weberhandwerks. 1612 wurde auch eine Garnsiede an der Roth erwähnt.

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

Nach der Eingliederung in das bayerische Staatswesen 1805 behielten die Fugger lediglich das Recht, in Weißenhorn ein Patrimonialgericht zu unterhalten, das bis 1848 bestand und in den folgenden vier Jahren durch ein königlich bayerisches Gericht abgelöst wurde. 1852 wurde Buch Teil der Gerichtsbarkeit Illertissen, wobei sich der Ort nach jahrhundertelangem Bezug zu Weißenhorn allmählich zu dem emporstrebenden Markt und der späteren Kreisstadt orientierte. Diese Bezirksgerichte waren die mittelbaren Vorläufer der Landkreise.[3][4] Danach gehörte Buch zum Landkreis Illertissen.

EingemeindungenBearbeiten

 
Gasthof im Ortsteil Obenhausen
 
St. Mauritius in Gannertshofen
 
Burgstall in Buch

Am 1. Mai 1978 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die bis dahin selbstständigen Gemeinden Christertshofen, Gannertshofen, Nordholz, Obenhausen, Rennertshofen und Ritzisried mit ihren jeweiligen Ortsteilen eingegliedert.[5] Am 1. Oktober 2014 wurde das Gebiet der Lehmgrube Kettershausen (ein ehemaliger US-Stützpunkt) aus dem gemeindefreien Gebiet Oberroggenburger Wald nach Buch umgegliedert.[6]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat hat 16 Mitglieder, zuzüglich des Bürgermeisters. Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu folgenden Zusammensetzungen des Rates:

CSU Freie Bürger UWG Gesamt
2002 9 7 16 Sitze
2008 7 7 2 16 Sitze
2014[7] 6 7 3 16 Sitze

WappenBearbeiten

Die Blasonierung lautet: Gespalten von Blau und Silber; auf grünem Boden vorne ein silberner Turm, hinten eine grüne Buche.

Als inoffizielle Gemeindefahne wird eine weiß-blaue Flagge mit dem Gemeindewappen verwendet.[8]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Kirche St. Valentin: Bis 1781 stand die alte Pfarrkirche auf dem Gelände des heutigen (alten) Friedhofs. Neubau 1780 an jetziger Stelle. Frühklassizistisch mit Fresken von Konrad Huber
  • Friedhofskapelle, neubarocker Bau
  • Untere Straße, eine typische fuggersche Webersiedlung
  • Altes Brauhaus
  • Gasthaus Lamm aus dem 19. Jahrhundert. Um das Gebäude entstand ein neues Ortszentrum mit Dorfstadel zu Veranstaltungszwecken.
  • Brunnen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (gusseisern)
  • Burgstall östlich des Ortes oberhalb des alten Friedhofs, von der östlichen Vorburg sehr ausgeprägt durch einen Graben getrennt. Die Entstehungszeit ist unklar. Die Burg war vermutlich Sitz von Dienstleuten der Grafen von Neuffen. 1667 wurde sie zum Bau des Kapuzinerklosters in Weißenhorn abgetragen. Im Graben zwischen Vor- und Hauptburg befindet sich eine Mariengrotte

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

4 km westlich von Buch verläuft die Autobahn A 7 (Anschlussstelle 124 Illertissen). Im Ortsteil Obenhausen kreuzen sich die Staatsstraßen 2018 Illertissen–Krumbach und 2020 Weißenhorn–Babenhausen. Busverbindungen bestehen mit Illertissen, Weißenhorn, Babenhausen und Krumbach. Der nächste Bahnhof befindet sich im sieben Kilometer entfernten Illertissen. Der nächstgelegene Flughafen Memmingen befindet sich 30 km südlich von Buch. Die nächstgelegenen Großflughäfen sind Flughafen München und Flughafen Stuttgart.

MedienBearbeiten

In Buch erscheint die Illertisser Zeitung, eine Lokalausgabe der Augsburger Allgemeinen als Tageszeitung.

BildungBearbeiten

In Buch gibt es eine Grund- und Hauptschule. Weiterführende Schulen befinden sich in Illertissen und Weißenhorn.

SportBearbeiten

Der TSV 1889 Buch war von 1974 bis 1979 mehrfacher Deutscher Meister im Tauziehen.

SonstigesBearbeiten

In Waldreichenbach und auf dem Bucher Schlossberg fanden jedes Jahr zu Pfingsten beziehungsweise im Sommer Ritterturniere mit Mittelaltermarkt statt.

LiteraturBearbeiten

  • Heinrich Habel: Landkreis Illertissen. Deutscher Kunstverlag, München 1967.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Buch in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 22. August 2019.
  3. Sarah Hadry: Zur Geschichte Buchs und Umgebung
  4. Joseph Bürzle: Die Wirtschafts- und Rechtsverhältnisse in der Grafschaft Marstetten. In Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben, 1950.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 790.
  6. Amtsblatt Schwaben
  7. Zusammensetzung des Gemeinderats des Marktes Buch
  8. Eintrag zu Buch auf der Seite kommunalflaggen.eu