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Brasilianische Literatur ist die in portugiesischer Sprache verfasste Literatur aus Brasilien. Dabei ist die Literatur in die Zeit vor und nach der Unabhängigkeit 1822 zu unterscheiden. Die Literatur vor der Unabhängigkeit wurde zumeist von Portugiesen geprägt, die zwar oftmals in Brasilien geboren wurden, sich aber als Portugiesen betrachteten. Berühmtester Vertreter war der „Apostel Brasiliens“ António Vieira. Nach der Unabhängigkeit des Landes 1822 entwickelte sich eine seit Mitte des 19. Jahrhunderts als eigenständig wahrgenommene brasilianische Literatur, die auch Bezug auf die afrikanischen und indigenen Minderheiten nahm und bis heute stark expandiert, aber in Europa seltener wahrgenommen wird als die Literatur der spanischsprachigen Länder Lateinamerikas. Dies ist zum großen Teil der auf vier Länder (neben Brasilien) beschränkten Verbreitung der portugiesischen Sprache geschuldet, von denen drei in Afrika liegen.

Anfänge: Kolonialzeit ab 1500Bearbeiten

Allgemeines siehe auch:

Erste ReiseberichteBearbeiten

 
Brief des Pêro Vaz de Caminha

Für die Periode von 1500 bis 1700 sind vor allem Reiseberichte und insbesondere Missionsberichte aus portugiesischer Quelle überliefert. Pero Vaz de Caminha, der Steuermann des portugiesischen Seefahrers und Brasilien-Entdeckers Pedro Álvares Cabral, beschrieb als erster Europäer Brasilien überhaupt und die Landung der Flotte an der Küste von Salvador da Bahia in einem 27 Seiten langen Brief, dem Carta a el-rei D. Manuel sobre o achamento do Brasil, kurz als „Brief des Pero Vaz de Caminha“ bekannt, im Jahr 1500 an den portugiesischen König Manuel I.[1]

Viele portugiesische Reisende wie Manuel da Nóbrega (1517–1570) oder Gabriel Soares de Sousa (1540–1591) in seinen Notícia do Brasil, erst 1851 vollständig als Tratado Descriptivo do Brasil em 1587 erschienen, beschrieben Brasilien aus ethnologischer, anthropologischer und biologischer Sicht. Ihre Werke geben Einblicke in die Flora, Fauna und der Erstkontakte mit der indianischen Urbevölkerung im Brasilien des 16. Jahrhunderts.

Die Beschreibungen des deutschen Militärs und Söldnerkommandanten Hans Staden sind die ersten eines Nicht-Portugiesen zu diesem Thema. Er beschrieb darin seine Erlebnisse im Dienst der portugiesischen Gouverneure in Brasilien, untermischt mit Erzählungen über die indigene Bevölkerung des Landes.[2][3] Fernandes Brandâo schildert 1618 die landwirtschaftlichen Potenziale Brasiliens hingegen bereits aus der Sicht des sklavenhaltenden Kolonisten.

Die BarockzeitBearbeiten

Der Jesuit José de Anchieta (1537–1597) schrieb volkstümliche Mysterienspiele für die Indianer, an denen sie selbst mitwirkten. Dem nach Brasilien ausgewanderten Portugiesen Bento Teixeira (1561?–Juli 1600) werden mehrere Werke zugeschrieben. Erwiesen ist seine Autorenschaft nur für das erste barocke Epos Brasiliens, die Prosopopeia (1601), in dem er die Taten des damaligen Gouverneurs von Pernambuco, Jorge de Albuquerque Coelho, und seines Bruders Duarte in Afrika und Brasilien beschrieb, möglicherweise in Erwartung finanzieller Zuwendungen. Er verfasste das Werk in einem portugiesischen Kloster, in das er sich wegen des Mordes an seiner Ehefrau geflüchtet hatte. Diese hatte ihn der Blasphemie und der Ausübung jüdischer Rituale bezichtigt. Zu dieser Zeit wurden auch die Cristãos-novos, die bekehrten Juden verfolgt. Er bekannte schließlich, Anhänger des jüdischen Glaubens gewesen zu sein, die verhängte Todesstrafe wurde aber abgewendet und er starb im Gefängnis. Die fünfteilige Form des Werks entspricht dem portugiesischen Nationalepos Os Lusíadas (1572) von Luís de Camões; es ist als Zehnsilbler verfasst und wird durch eine latinisierte Syntax verkompliziert. In dem Werk zeigt sich zuerst (in der Beschreibung Pernambucos) der brasilianische nativismo, der sich später vor allem in der arkadischen und romantischen Landschaftsbeschreibung findet.[4]

 
Antônio Vieiras Historia do Futuro („Geschichte der Zukunft“, 1649)

In den Kämpfen gegen Engländer und Holländer (letztere hatten sich 1630–1654 in Pernambuco festgeetzt und auch den Juden Religionsfreiheit gewährt) erwachte ein frühes Nationalgefühl der Brasilianer, das das Gefühl der völligen kulturellen Abhängigkeit vom Mutterland zurückdrängte. Es schlug sich nieder in der História da custódia do Brasil (1627) des Franziskaners Vicente do Salvador (1564–1636). Zu dieser Zeit war die Hauptstadt São Salvador de Bahia das kulturelle Zentrum des Landes. Bahianer waren auch der Lyriker Manuel Botelho de Oliveira (1636–1711), der mit Música do Parnaso (1705) das lyrische Hauptwerk des Barock verfasste, der Prosadichter Nuno Marques Pereira (1652–1728) sowie Gregório de Matos (1636–1696). Dieser gilt mit seinen Sonetten, in denen er schwarze Frauen und Mulattinnen verehrte und Adel und Klerus kritisierte, als erster der bedeutenden Lyriker Brasiliens und Vertreter des Gongorismus, eines extrem verschraubt-manierierten Stils.[5] Er bekam wegen seiner scharfen Satiren den Beinamen Höllenmaul und musste wegen seiner kritischen Haltung zeitweise nach Angola ins Exil gehen.

Als Prediger, Gegner der Inquisition und Kritiker kolonialer Missstände trat der aus Portugal zugewanderte Padre Antônio Vieira hervor, der wegen Häresie angeklagt, aber rehabilitiert wurde. Der Vorläufer der Befreiungstheologie wurde offenbar auch vom jüdischen Messianismus beeinflusst. In seiner nur scheinbar paradox betitelten „Geschichte der Zukunft“ (denn diese war von Beginn der Zeit festgelegt) forderte er die Niederlassungsfreiheit für Juden, da ihre Konversion zum Christentum angesichts der bevorstehenden Apokalypse ohnehin erfolgen werde.

Das 18. Jahrhundert: ArcadismoBearbeiten

Im 18. Jahrhundert verschärften sich die Gegensätze zwischen Brasilien und dem Mutterland. In Brasilien herrschte von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1808 ein Druckverbot, da hier Schriften von durch die Inquisition verfolgten Autoren gedruckt worden waren. So gab es jahrzehntelang weder eine gedruckte Presse noch Buchverlage. Das Verbot wurde erst aufgehoben, als die königliche portugiesische Familie vor den napoleonischen Truppen nach Brasilien floh. Daher entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts keine eigenständige koloniale Literatur; vielmehr orientierte man sich wieder an Europa.

 
Caramuru Gedicht über die Entdeckung Bahias von Frei José de Santa Rita Durão, Titelseite der ersten Ausgabe 1781.

Im späten 18. Jahrhundert verschob sich der kulturelle Fokus in die Goldminengegend von Minas Gerais. Dort hatte sich in Ouro Preto eine separatistisch-republikanische Bewegung gebildet. Die Dichter, die ihr angehörten, agierten verstärkt politisch. Der Beginn dieser Bewegung wird auf das Herausgabedatum 1768 der anakreontischen Dichtung Obras poéticas von Cláudio Manuel da Costa (1729–1789) angesetzt, der in Ouro Preto eine Akademie gründete. Der kulturelle Einfluss Portugals ging in der Folge zurück, der Einfluss Frankreichs – vor allem des Neoklasszismus und der Bukolik des französischen Rokoko, hier Arcadismo genannt – nahm zu.[5] Einer der Autoren der Escola Mineira, Tomás Antônio Gonzaga (1744–1810), stand mit an der Spitze der von der Regierung niedergeschlagenen Freiheitsbewegung Inconfidencia Mineira. Er wurde als bedeutendster Lyriker der Zeit durch sein Werk Marília de Dirceu bekannt und gilt auch als Autor des anonym veröffentlichten satirischen Werkes Cartas Chilenas (Chilenische Briefe), das ein Porträt der kolonialen Gesellschaft zeichnet.[6] Er starb an seinem Verbannungsort in Mosambik. Der Mönch José de Santa Rita Durâo (ca. 1722–1784) schilderte in seinem Heldenepos Caramurú (1781) die Entdeckung Bahias um 1510, das Leben eines schiffbrüchigen Portugiesen unter den Indios und die Gründung Rio de Janeiros im Versmaß der Luisaden. José Basílio da Gama stellt in seinem Blankvers-Epos O Uraguay (1769) den Kampf der Portugiesen gegen einen von den Jesuiten geschürten Indioaufstand in Uruguay dar.

Seit den 1770er Jahren entstanden weitere Akademien, Seminare und teils kurzlebige literarische Gesellschaften wie die Sociedade Literária do Rio de Janeiro, die zunächst Abbilder der entsprechenden Einrichtungen im Mutterland – wenn auch mit gewissem Modernitätsrückstand – waren, jedoch zu Sammelbecken der kritischen und freimaurerischen kreolischen Intellektuellen wurden. Die dort gehegten Gedanken der Aufklärung beeinflussten den Sklavenaufstand von Bahia 1798. Vor allem bereiteten sie aber die Revolte von Pernambuco 1817 vor, welche sich gegen die Anwesenheit des Königs João VI richtete. Dieser regierte von Rio der Janeiro aus das Vereinigte Königreich von Portugal und Brasilien, vernachlässigte aber den nach Missernten unter Hunger leidenden Nordosten des Landes und enttäuschte die Hoffnungen von São Salvador da Bahia, wieder zur Hauptstadt zu werden.

Von der Unabhängigkeit bis 1900Bearbeiten

Brasilien wurde 1822 von Portugal unabhängig und erlebte seitdem als eigenständige Nation eine reiche literarische Blüte. Gerade das 19. Jahrhundert brachte sehr berühmte brasilianische Autoren wie José de Alencar (1829–1877), Casimiro de Abreu (1839–1860) oder Joaquim Maria Machado de Assis (1839–1908), den wohl bedeutendsten Schriftsteller Brasiliens im 19. Jahrhundert, hervor.

Geprägt war das 19. Jahrhundert durch mehrere Unterepochen der Romantik (Romantismo), ab der zweiten Jahrhunderthälfte durch Naturalismus (Naturalismo) – vertreten etwa durch Aluísio Azevedo –, Realismus (Realismo) – begründet durch Machado de Assis – und Symbolismus (Simbolismo). Brasilien durchläuft diese Epochen sozusagen im Zeitraffer durch Übernahme europäischer Modelle, passt sie jedoch den eigenen Erfordernissen an.

Die Literatur während des Kaiserreiches: RomantikBearbeiten

Während sich die europäischen Romantiker thematisch oft dem Mittelalter zuwandten, thematisierten brasilianische Schriftsteller die eigene Geschichte, wobei die Situation der einheimischen „noblen Wilden“ stark idealisiert wurde (Indianismo). Die innere Widersprüchlichkeit der Gesellschaft äußerte sich in einem breiten Spektrum politischer Stellungnahmen, das von der Verteidigung der Feudalordnung bis zur Verkündung revolutionärer Ideale reicht. Die Romantik setzt in Brasilien zur Zeit des Kaiserreichs um 1830 ein; als ihr Begründer gilt der Arzt, Politiker, Psychologe und Lyriker Domingos José Gonçalves de Magalhães, Graf von Araguaia (1811–1882), der die erste Literaturgeschichte Brasiliens verfasste und – dem Beispiel der Brüder Schlegel folgend – verschiedene Zeitschriften ins Leben rief. Mit Antônio Gonçalves Dias (1823–1864) erreicht die romantische Lyrik einen ersten Höhepunkt. Der historisch-patriotischen Lyriksammlung Primeiros cantos (1846) folgten noch zwei Bände. Dias war Sohn eines portugiesischen Vaters und einer Mutter, die indianische und schwarze Vorfahren hatte. Er litt unter seiner Ausgrenzungserfahrung und gilt als früher Vertreter des Indianismo, der auch die Urbevölkerung, ihre Sprachen und Ursprungsmythen erforschte und so zur Mythologisierung der trockenen Öde des brasilianischen Nordostens, des Sertão beitrug.[7]

 
Thematisch beeinflusste die Romantik auch die Malerei:
Die erste Messe in Brasilien“, historisierendes Gemälde von Victor Meirelles, 1860

Die vom Werk Byrons beeinflusste Spätromantik konzentrierte sich in São Paulo und pflegte ihren Weltschmerz vor allem an der juristischen Fakultät.[8] Als Hauptwerk des früh verstorbenen Casimiro de Abreu (1839–1860) gilt die 1859 erschienene Lyriksammlung As primaveras (Frühling). In Reaktion auf den romantischen Subjektivismus entstand die sozial engagierte Escola Condoreira (Condoreirismo). Dazu zählte der Lyriker Antônio de Castro Alves, der sich in Os escravos (postum) ebenso wie der dem Rationalismus und Positivismus verpflichtete Philosoph und Publizist Tobias Barreto (1839–1889) aus Recife für die Sklavenbefreiung engagierte.

Von José de Alencar, einem Vertreter des von Frankreich beeinflusten romantischen, jedoch nicht idealisierenden Romans, erschien im Jahr 1857 eines seiner bedeutendsten Werke, O Guaraní, der erste Teil einer Romantrilogie über die indigene Bevölkerung Brasiliens, dem 1865 Iracema (ein Anagramm aus „America“), ein für das brasilianische Volk identitätsstiftendes Buch, und 1874 Ubirajara folgten. Der Indianismo blieb jedoch künstlerischer Ausdruck einer feudalen Oberschicht; er ignorierte das Sklavenproblem. Hingegen schilderte Antônio de Almeida (1830–1861) in seinem zuerst anonym als Fortsetzungsgechichte veröffentlichten Roman Memórias de um sargento de milícia (1854/55) erstmals das Leben der kleinen Leute in Rio de Janeiro und näherte sich damit dem Realismus und Naturalismus.[8]

Realismus und NaturalismusBearbeiten

Mit wachsender Eigenständigkeit der brasilianischen Literatur wendeten sich Dichter und Schriftsteller immer stärker von der feudalen portugiesischen Vergangenheit ab und der brasilianischen Gesellschaft zu, wobei europäische Vorbilder wie Emile Zola und Eça de Queiroz eine wichtige Rolle spielten. Das gilt vor allem für Artur Azevedo, der mehr als ein Dutzend Theaterstücke verfasste, und Júlio Ribeiro, Verfasser des antiklerikalen Romans A carne (1888), in dem er auf den Darwinismus bezug nimmt. Nach Ende des Kaiserreichs 1889 verstärkte sich der europäische Einfluss noch. Auch das Interesse an der Lage der schwarzen Sklaven auf den Plantagen wuchs in dieser Zeit; denn Brasilien hatte als letztes Land der westlichen Welt die Sklaverei endgültig erst 1888 abgeschafft. Vielleicht gerade daher erwies sich der Einfluss der afrikanischen Kultur als dauerhaft.

Inglês de Sousa (1853–1918) veröffentlichte 1877 den ersten naturalistischen Roman Brasiliens (O Coronel Sangrado). Raul Pompeia, der in seinem Roman O Ateneu (postum 1888) erstmals Probleme von Heranwachsenden behandelte, zeigt sich von Gustave Flaubert beeinflusst. Auch Aluísio Azevedo wurde nach romantischen Anfängen mit dem Roman O mulato (1881) ein Vertreter des Naturalismus.

 
Iracema, Gemälde von Antônio Parreiras, 1909

Joaquím Machado de Assis sprengte das dogmatische Korsett das Naturalismus. Seine späten Werke lassen sich keinem Genre eindeutig zuordnen. Vor allem wurde er durch seinen fiktiven witzig-tragischen Lebensrückblick aus dem Jenseits Memórias Póstumas de Brás Cubas (1880; dt. Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas erst 2004), der an die Memoiren des Tristram Shandy erinnert, indem der Autor beim Schreiben seine eigenen Mittel und Methoden ironisch reflektiert, nicht nur zum Initiator und wichtigsten Erzähler und Romancier des brasilianischen Realismus, sondern auch zu einem Vorboten des Magischen Realismus. Er war Mitbegründer der Academia Brasileira de Letras.

Parnassianismo brasileiroBearbeiten

In der Lyrik schloss an eine kurze Epoche des von Europa beeinflussten Simbolismo (Vertreter u. a. João da Cruz e Sousa) im späten 19. Jahrhundert dessen spezielle brasilianische Ausprägung des Parnasianismo brasileiro (Parnassianismus) an. Zu dieser Bewegung, die 1878 der Romantik im Streben nach formaler Perfektion den Krieg erklärte und zur „Schlacht um den Parnass“ aufrief, gehörten Teófilo Dias, Alberto de Oliveira, Raimundo Correia und Olavo Bilac, ein Vorläufer der Moderne, der durch seine Sonette (z. B. Vanitas bekannt wurde.[8] Das Werk der Vertreter des Parnassianismo war durch ästhetische Perfektion, Unpersönlichkeit und Orientierung an antiken Vorbildern (Bevorzugung des Sonetts, rigorose Metrik), aber acuch durch Pessimismus und Desillusionierung geprägt.

Das 20. JahrhundertBearbeiten

Im Allgemeinen folgten die brasilianischen Autoren des 20. Jahrhunderts den Tendenzen der lateinamerikanischen Literatur. Dazu gehörte gleich zu Beginn des Jahrhunderts die sozialkritische Aufarbeitung der eigenen Geschichte und Staatswerdung und die Entdeckung des verarmten Nordosten des Landes für die Literatur. Diese Epoche bis 1922 wird in Brasilien als die Zeit des pré-modernismo bezeichnet. Euclides da Cunha wurde durch sein 1902 erschienenes Buch Os Sertões bekannt, das auf dokumentarischer Basis die Zerstörung der Siedlung Canudos im Sertão durch das brasilianische Militär behandelte.

Die Cronistas brasileirosBearbeiten

Charakteristisch war wie in anderen lateinamerikanischen Ländern die Formenvielfalt, derer sich brasilianische Autoren bedienten, die als Journalisten arbeiten mussten, weil sie nicht von der Schriftstellerei leben konnten. So entstand seit Ende des 19. Jahrhunderts ein besonderes, bis in die neueste Zeit gepflegtes Genre des narrativen Journalismus: die Crônica, die zwischen Feuilleton und Kurzgeschichte einzuordnen ist. Der Erzählstil ist journalistisch, manchmal humoristisch oder sentimental; die Sprache ist einfach; oft sind die Texte illustriert. Für dieses Genre steht beispielhaft das Werk von Afonso Henriques de Lima Barreto, das Essays, feuilletonistische Beiträge, kurze Romane und teils bittere Satiren (Triste Fim de Policarpo Quaresma 1911) umfasst. João do Rio ist ein typischer Chronist der Belle époque. In den Arbeiten von Benjamim Costallat (1897–1961) findet das explosive Wachstum der brasilianischen Städte zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Ausdruck. Er griff Sensationsthemen wie Sex und Verbrechen (Mistérios do Rio, 1920) auf und verlegte auch Arbeiten anderer Cronistas. Das Genre der Crônica hat sich bis in die 1980er Jahre gehalten, so etwa in den Arbeiten von Millôr Fernandes (1923–2012), Lêdo Ivo, einem Kritiker des Militärregimes, oder Rubem Braga, bis es allmählich durch Film und Fernsehen verdrängt wurde.

Modernismo versus RegionalismoBearbeiten

 
„Gründungsurkunde“ des Modernismo: Plakat der Semana de Arte Moderna in São Paulo 1922

Die erste avantgardistische Generation des Modernismo brasileiro, die „Generation 22“, benannt nach dem starken Eindruck, den das Kunst-, Literatur- und Musikfestival Semana de Arte Moderna in São Paulo (Februar 1922) hinterließ, wurde vor allem vertreten durch Oswald de Andrade, der dem Futurismus nahestehende Gegenaktionen gegen die vermeintlich zerstörerische europäische Kultur entwickelte und die Sprache aus den Fesseln der Syntax zu befreien suchte. Sein in der Struktur experimenteller, im Detail oft realistischer Erzählstil (vor allem in Miramar, 1924) nimmt Anleihen bei den Satiren Machados und da Cunhas sowie bei Marinetti. Anstelle des Kulturimports aus Europa forderte Oswald einen Export der „primitiven“ brasilianischen Alltagskultur: „Was ist Wagner gegen den Karneval in Rio?“ Als Manifeste veröffentlichte Oswald de Andrade 1924 das Manifesto da Poesia Pau-Brasil und 1928 das surrealistische Manifesto antropófago der sogenannten Menschenfresserbewegung, das einem recht artifiziellen Primitivismus huldigte und Auswirkungen auch auf die bildende Kunst hatte. Kritiker versuchten ihn der Imitation von Dada und deutschem Expressionismus zu überführen.

Die Ablehnung der europäischen Vorbilder speiste sich aber auch aus der Begeisterung für die Indios. Der rechtsintellektuelle Plínio Salgado lernte in den 1920er Jahren Tupi und versuchte die brasilianische Literatur in politisch-zivilisatorischer Hinsicht zu „indianisieren“, d. h. ihr auf Basis der Tupi-Mythologie eine neue Identität zu verleihen.[9] In den 1930er Jahren sammelte er die brasilianischen Anhänger des Faschismus um sich.

Das in formaler Hinsicht modernistische Hauptwerk von Mário de Andrade, sein bedeutender Roman Macunaíma – Der Held ohne jeden Charakter von 1928, ist geprägt durch die Lebenswelt und Mythologie der indigenen Bewohnern des Nordostens Brasiliens. Neben den Eigentümlichkeiten der lokalen Sprache nimmt Andrade zahlreiche Gebräuche und Elemente des Volksglaubens der Indigenen auf, was bereits auf den Magischen Realismus verweist. Sein Ziel ist es, ein Bild des ungefestigten, stets jugendlichen und biegsamen brasilianischen Charakters zu entwerfen, der freilich ethische Defizite aufweist.

Zur Avantgarde zählte auch Manuel Bandeira. Dieser – obgleich subtiler Lyriker und Prosaist – verlieh dem Modernismo sozialkritische und dramatische Akzente und war bis in die 1950er Jahre produktiv. Allerdings zersplitterte sich die modernistische Bewegung bald in kleine Grüppchen.

Henrique Maximiano Coelho Neto verharrte mit seinem traditionellen Erzählstil und mit der Wahl „folkloristischer“ Themen aus der Amazonasregion in Opposition zum Modernismo. Dieser wurde nach der Revolution von 1930 durch den Regionalismo brasileiro abgelöst. Als initiales Werk dieser Strömung, die als brasilianische Variante des Neorealismus betrachtet werden kann, gilt der Roman A Bagaceira von José Américo de Almeida. Die Vertreter dieser Strömung wie José Lins do Rego, Graciliano Ramos („Karges Leben“, geschrieben 1938, dt. Ausgabe 2013) und der frühe Jorge Amado, der mit 19 Jahren sein erstes Buch veröffentlichte, thematisierten – angeregt durch Arbeiten des Soziologen und Anthropologen Gilberto Freyre – das anhaltende Elend der Arbeiter und Landlosen im durch die Weltwirtschaftskrise weiter verarmten Sertão, dem Nordosten Brasiliens. In psychologischer Hinsicht sind die Akteure in diesen Arbeiten weitaus schlichter gezeichnet als die komplexen Subjekte des Modernismo. Eine Ausnahme stellt Ramos dar, der als Vertreter des psychologischen Romans in der Nachfolge Dostojewskis und als Vorläufer des Existenzialismus gilt. In Angst (t. 1978) thematisiert er das Leiden an der unentrinnbaren Miitelmäßigkeit. In den 1930er und 1940er Jahren schlossen sich viele Autoren der Kommunistischen Partei an, darunter Ramos, Jorge Amado und Rachel de Queiroz.

Unter der Diktatur des Antisemiten und Antikommunisten Getúlio Dornelles Vargas verließen in den 1930er Jahren viele Autoren wie Freyre das Land, während Brasilien sich gleichzeitig als relativ großzügiges Exilland für deutsche und österreichische Emigranten zeigte (z. B. für Stefan Zweig und Willy Keller, der später viele Bücher aus dem brasilianischen Portugiesisch ins Deutsche übersetzte). Ramos wurde 1936 inhaftiert, seine Hafterinnerungen erschienen posthum. Patrícia Rehder Galvão (Pseudonym: Pagu oder Pagú) (1910–1962), die zeitweise mit Oswald de Andrade zusammen lebte und 1935 nach Paris ins Exil ging, vertrat auch als militante Kommunistin weiter die Position einer ästhetischen Avantgarde.[10]

Érico Veríssimo setzte in den 1940er Jahren die Bearbeitung sozialer Themen fort. Er gehörte zu den wichtigen Vertretern einer zweiten Phase des Modernismo (Neomodernismo). Auch die Crônica entwickelte sich in den 1940er und 1950er Jahren weiter, vor allem durch Rubem Braga, der wegen seiner kotroversen Artikel mehrfach verhaftet wurde. Der polyglotte Romancier João Guimarães Rosa kann als Vertreter des Magischen Realismus oder besser (wegen seines Rückgriffs auf europäische, nicht-indigene Mythen): einer literatura fantástica gelten (Grande Sertão, 1956).

Nach dem Zweiten WeltkriegBearbeiten

Die Nachkriegsgeneration („Generation 45“) wandte sich gänzlich ab von Romantizismus und Sentimentalismus und suchte nach neuen Ausdrucksformen. Dazu gehören vor allem der neben Carlos Drummond de Andrade als größter Lyriker Brasiliens der Neuzeit geltende Vertreter des Neomodernismo João Cabral de Melo Neto (1920–1999), der in seinen metaphernlosen nüchternen Gedichten die sozialen Probleme seines Heimatstaats Pernambuco behandelt, und der Autor avantgardistischer, vom Nouveau Roman beeinflusster Romane Osman Lins, der als ein Vertreter des magischen Realismus gelten kann. Auch Clarice Lispector überwand schon mit ihrem ersten Roman Perto do coração selvagem (1943, dt. „Nahe dem wilden Herzen“) den Regionalismo durch die Analyse des verwirrenden Innenlebens ihrer Heldin. In der erzählenden Prosa dieser Autoren verschmelzen realistische, phantastische und absurde Elemente. Wie bei Lispector ist auch das Weltbild vieler anderer Literaten von Chaos, Pessimismus und Aufstand gegen gesellschaftliche Konventionen geprägt.

In den 1950er Jahren erwachte unter Präsident Juscelino Kubitschek ein neues brasilianisches Nationalbewusstsein (Brasilidade); in Abkehr von ausländischen Vorbildern suchte man nach neuen ästhetischen Normen. In São Paolo entwickelte sich unter dem Einfluss der strukturalistischen Linguistik der Concretismo, die brasilianische Konkrete Poesie. Sie entstand weitgehend unabhängig von europäischen Entwicklungen (z. B. Gerhard Rühm) im Rahmen der 1952 gegründeten Künstlergruppe Noigandres mit Augusto de Campos, Décio Pignatari, José Lino Grünewald und Haroldo de Campos, einem herausragenden Dante-Übersetzer. Ihre Mitglieder, die auch Zeitschriften herausgaben, gehörten zu den nachdrücklichsten Vertretern des Prinzips der Konkreten Dichtung, indem sie das Laut- und Wortmaterial der Sprache in unmittelbare ästhetische Beziehung zur Druckfläche setzt.

Zu den herausragenden Dichtern gehört auch der Prémio Camões-Preisträger des Jahres 2010 Ferreira Gullar, der 1959 mit der Malerin Lygia Clark, der Bildhauerin und Filmemacherin Lygia Pape, dem Bildhauer Amilcar des Castro und anderen Künstlern die Gruppe der an geometrischer Strenge und Expressivität zugleich orientierten Neo-Konkreten (Neoconcretismo) gründete.[11] Der Sozialhistoriker und Essayist Sérgio Buarque de Holanda verfasste wichtige Essays zur Entwicklung der nationalen brasilianischen Identität.

Die Zeit der DiktaturBearbeiten

In den frühen 1960er Jahren hatte die Modernisierungseuphorie in Brasilien einen zweiten Höhepunkt nach der Vargas-Ära erreicht. Doch 1964 führte die Militärdiktatur zu harten Restriktionen. Ferreiro Gullar, der die Kulturstiftung in der neuen Hauptstadt Brasília leitete, musste ins Exil gehen. Dieses Schicksal teilte er mit dem Anthropologen und Schriftsteller Darcy Ribeiro, der eine Zivilisationstheorie am Beispiel des größten „neolateinischen“ Landes Brasilien entwickelt hatte. Kurzzeitig ins Exil begab sich auch der magische Realist und Kenner der Kultur des Nordostens João Ubaldo Ribeiro, der mit seinem Roman Sargento Getúlio (1971), einem endlosen inneren Monolog eines durch ungesetzliche Aufträge überforderten Polizisten, die von Ramos begonnene Geschichte des archaischen Sertão fortschrieb. Ebenfalls ins Exil gingen der Lyriker und Prosaist Thiago de Melo und der Musiker, Popstar (weltweit bekannt durch A banda 1966), Romancier und belesene Theaterdichter Chico Buarque (ein Sohn Sérgio Buarques), dessen Protestlied Apesar de Você erst nach dem Verkauf von 100.000 Platten von der Zensur entdeckt wurde.

In der Frühzeit der Diktatur entstand die Bewegung des Tropikalismus (tropicália, benannt nach einem Werk des Bildhauers und Umweltkünstlers Hélio Oiticica), die auf anarchistische Ideen von Oswald de Andrade zurückging. Die Bewegung fand vor allem in der Musik (v. a. durch Gilberto Gil und Caetano Veloso), aber auch im Film (Glauber Rocha) und in der Literatur (Torquato Neto, 1948–1972) ihren Ausdruck und richtete sich zunächst auch gegen die alte antiimperialistische Linke. Als sie die Militärregierung immer stärker herausforderte, wurde sie 1968 zerschlagen.

In den „post-tropikalistischen“ 1970er Jahren wurden kürzere Texte oft mit mimeographischen Verfahren oder als Umdruck verbreitet, später dann als Fotokopien, um die Zensur zu unterlaufen. Zu den jungen Vertretern dieser geração mimeógrafo („Generation der Vervielfältiger“) gehörten die Poetin Ana Cristina Cesar (1952–1983) und Waly Salomão. Die Arbeiten dieser meist aus Rio de Janeiro stammenden Autoren außerhalb des Mainstreams sind als poesia marginal bekannt, da sie von den Verlagen ignoriert wurden.

Mit den Themen des Exils, der Diaspora und der Identität jüdischer Migranten in Brasilien befasste sich Moacyr Scliar („Der Zentaur im Garten“, dt. Neuauflage 2013), dessen Werke in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Die sozial engagierte Lygia Fagundes Telles wurde durch ihre Erzählungen bekannt. Ihr Buch As meninas (1970; dt. „Mädchen am blauen Fenster“, 1984) schildert das Leben junger Mädchen unter der Militärdiktatur. Hilda Hilst, Autorin von Theaterstücken, Romanen und Kurzgeschichten, zog sich aufs Land zurück; sie kann mit ihrer Vorliebe für Übersinnliches, Absonderliches und Obszönes zu den Vertreterinnen des Magischen Realismus gezählt werden. Gilberto Freyre hingegen unterstützte die Militärdiktatur.

Nach der MilitärdiktaturBearbeiten

Der weltweit bekanntester Schriftsteller Brasiliens blieb über viele Jahre hinweg bis heute der in den 1970er Jahren ebenfalls zeitweise vom Militärregime verfolgte Romancier Paulo Coelho, dessen vom Magischen Realismus beeinflusste Bücher oft von der Suche nach spiritueller Sinngebung handeln und in vielen Ländern zu Bestsellern wurden (zuerst O Alquimista 1988, dt. Der Alchimist 1996).

Mit fortschreitender Verstädterung und der Entwicklung von São Paulo und Rio de Janeiro zu Megacities verlor der auf regionalistischem Kolorit und ländlichen Mythen basierende Magische Realismus gegen Ende des 20. Jahrhunderts an Bedeutung. Städtische Alltagsthemen dominieren seither. Die sozialen Pathologien, den Hass und die Gewalt der schnell wachsenden Städte thematisiert der bis weit über sein 80. Lebensjahr hinaus produktive ehemalige Streifenpolizist und Jurist Rubem Fonseca (Os prisioneiros, 1963; O cobrador, 1979). Der Politikwissenschaftler und Journalist Bernardo Kucinski, der aus einer polnisch-jüdischen Einwanderfamilie stammt und zwei Jahre ins Londoner Exil gehen musste, arbeitete das Erbe der Diktatur in mehreren Veröffentlichungen u. a. über die Todesschwadronen auf. In „K. oder Die verschwundene Tochter“ (dt. 2013) zeichnet er Parallelen zwischen dem Widerstand gegen die deutschen Verfolger und dem gegen die brasilianische Diktatur. Im breitgefächerten Werk der Erzählerin, Essayistin und Literaturwissenschaftlerin Luiza Lobo (* 1948) haben feministische Themen einen großen Stellenwert.

Gegenwart: Diversität, Migration und Gewalt der GroßstadtBearbeiten

Die jüngere brasilianische Literatur ist durchweg von der Großstadt fasziniert, die die Tendenz hat, sich unendlich auszudehnen[12] und zugleich zu fragmentieren. Der oft aussichtslose Kampf um individuellen Erfolg in der Konkurrenzgesellschaft, um Identitätssuche und Aufstieg im urbanen Chaos wird zu einem Dauerthema, zugleich steigt die Pluralität der Stimmen und literarischen Formen.

In Chico Buarques parabelhaftem Roman Estorvo („Der Gejagte“, dt. 1997), der an einem anonymen Ort spielt, flieht jemand vor Nachstellungen, deren Gründe er nicht kennt. Sind es politische Gegner, ist es das Rauschgiftkartell oder eine Intrige aus verschmähter Liebe? In Leite Derramado (2009; dt. Vergossene Milch 2013) thematisiert er die extrem konfliktreiche Multikulturalität Brasiliens, die sich in den widersprüchlichen Erinnerungen der hundertjährigen Hauptfigur des Romans Eulálio spiegelt.[13] 2019 erhielt Buarque den Prémio Camões.

Luiz Ruffato (* 1961), Enkel italienischer Einwanderer, früher Schlosser, Textilarbeiter und Journalist, unternimmt den Versuch einer literarischen Bearbeitung der Geschichte des brasilianischen Proletariats. Er erzählt das Leben der Zuwanderer vom Lande, die in den Armenvierteln São Paulos landen und sämtlich scheitern. Sein fünfbändiger Zyklus Inferno próvisorio (dt.: Vorläufige Hölle) erscheint auch in deutscher Sprache.[14] 2013 war er literarischer Eröffnungsredner der Frankfurter Buchmesse. Angesichts der brasilianischen Wirtschaftskrise seit 2014 ist sein ins Deutsche übersetzter Roman Ich war in Lissabon und dachte an dich (dt. 2015) von großer Aktualität. Er behandelt die Enttäuschungen von Migranten aus dem ländlichen Brasilien, die heute in immer größerer Zahl im sich abweisend verhaltenden Portugal ihr Glück suchen. Auch Paulo Scott schildert Schicksale „am Rande der Rassen- und Klassengesellschaft“.[15]

Auch die literatura gay findet immer mehr Resonanz. Santiago Nazarians Roman Feriado de mim mesmo (Ferien von mir selbst, 2005) ist ein Roman über den scheiternden Lebensentwurf eines jungen Mannes, der in Wahnsinn verfällt, weil er seine (zu Beginn des Buches nicht thematisierte) Homosexualität offenbar verdrängt.

Ein bekannter Vertreter der literatura marginal aus der periféria ist der Autor, Rapper und Aktivist Ferréz (Reginaldo Ferreira da Silva, * 1975) der in der von Gangs beherrschten Favela Capão Redondo in São Paulo lebt. In dieser Subkultur entwickelt die Identitätssuche aggressive Formen. Der auch als Übersetzer bekannte Daniel Galera gilt als einer der besten jüngeren Autoren; er behandelt Themen wie den Machismo, die Kommunikationsunfähigkeit der Männer (Flut, dt. 2013) und die Identitätsfindung und Perspektivlosigkeit jüngerer Menschen, verlegt die Handlung aber z. T. in eine dörfliche Vergangenheit. Adriana Lisboa (* 1970), die zeitweise in den USA lebt, ist fasziniert von der Diversität, die den Brasilianern außerhalb ihres vertrauten Kulturkreises begegnet.

Bernardo Carvalho bewegt sich mit seinem mit dem Prêmio Machado des Assis und dem Prêmio Jabuti ausgezeichneten Kriminalroman Neun Nächte (dt. 2006) auf dem Grat zwischen Fiktion und Realität Amazoniens. Der mehrfach prämierte Michel Laub (* 1973) schreibt in seinem fünften Roman Tagebuch eines Sturzes (dt. 2013) über Erinnerung und Vergessen nach Auschwitz. Zwei Romane von João Paulo Cuenca (* 1978) wurden bisher ins Deutsche übersetzt. Cuenca war mehrfach auf Lesereise in Deutschland und weilte als Gastautor auch in anderen europäischen Ländern und den USA. Er hat zahlreiche Anthologien herausgegeben und Theaterstücke sowie Drehbücher verfasst.[16] Die in Chile geborene Carola Saavedra schreibt Romane und Kurzgeschichten über die Sinnsuche im Alltag, die über Brasilien hinaus Leser gefunden haben.[17] Unter vielen Pseudonymen verfasst Julio Emilio Braz Krimis, Comics- und Westerngeschichten sowie Dreh- und Jugendbücher wie das 2007 in die deutsche Sprache übersetzte Jugendbuch „Kinder im Dunkeln“ über die brasilianischen Straßenkinder.

Auch andere Genres und Subgattungen wie der Abenteuerroman, der Frauenkrimi und eine spezielle „Fußballliteratur“ haben in der Prosa weite Verbreitung gefunden. Luís Fernando Veríssimo, ein populärer Meister der Crônica (kurzer, oft satirischer Alltagstexte), Zeitungs- und Kriminalautor, verkaufte bis 2006 fünf Millionen Bücher. Doch angesichts der Vielfalt der literarischen Formen hat der Roman als Flaggschiff der Literatur der Mittelschichten offenbar ausgedient.

Das brasilianische TheaterBearbeiten

Auch im Drama gab es seit Ende des 19. Jahrhunderts einige herausragende Autoren, so Artur Azevedo mit seinen Komödien, Nelson Rodrigues mit insgesamt 19 Stücken sowie Jorge de Andrade, der das Zerbrechen der Großgrundbesitzerfamilien des Südostens aus eigener Erfahrung kennen gelernt hatte. Er war der erste wirklich erfolgreiche moderne Dramatiker Brasiliens.

Die Diktatur Vargas' begünstigte die Entstehung des Amateurtheaters, da die großen kommerziellen Theater zensiert wurden. 1938 wurde das Teatro do Estudante do Brasil in Rio de Janeiro durch Carlos Magno gegründet. Nelson Rodrigues (1912–1980) gilt mit Vestido da Noiva („Das Hochzeitkleid“, 1943) als wichtigster Erneuerer des brasilianischen Theaters. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sich der Trend um: Das europäisierende Ausstattungs- und Startheater Teatro Brasileiro de Comédia (TBC) in São Paulo wurde für die Bedürfnisse reicher Bürger geschaffen.

 
Augusto Boal gibt einen Workshop des Theaters der Unterdrückten in der Riverside-Kirche in New York City am 13. Mai 2008.

Rasch setzte eine Gegenbewegung ein: Das Stück Eles não usam black-tie („Sie tragen keine schwarzen Krawatten“ (1958)) von Gianfrancesco Guarnieri handelte zum ersten Mal vom Leben der Industriearbeiter und in den Favelas.

Vom Jesuitentheater beeinflusst war Ariano Suassuna, der 1959 gemeinsam mit Hermilo Borba Filho das Teatro Popular do Nordeste in Recife gründete und dessen populäre, auf die Erweckung von starken Emotionen zielende Stücke man dem literarischen Neobarock zurechnen kann.

Die Volkskulturbewegung der frühen 1960er Jahre unter Präsident João Goulart führte zum Aufbau der Centros Populares de Cultura (CPC). Dort und in Universitäten, bei Gewerkschaftsabenden und auf der Straße wurden politische Agitationsstücke aufgeführt: „Arte para o povo e com o povo.“

1964 wurden die CPC verboten. 1968 wurde mit der Verabschiedung des Institutionellen Aktes AI-5 die juristische Grundlage für die Repression jeglicher Art und die massenhafte Verfolgung vermeintlichen Gegner geschaffen. Das Theater galt von nun an in Brasilien als Staatsfeind. Die wichtigsten Theater schlossen in der Zeit der Militärdiktatur: 1974 das Teatro de Arena unter José Celso, der nach Portugal ins Exil ging, und 1971 das Teatro Oficina unter Augusto Boal, der mit seinen theaterpädagogischen Konzepten wie dem Theater der Unterdrückten weltweite Wirkungen erzielte, aber unter zahlreichen Zensurverfügungen litt.[18][19]

Der Opposition bliebt die Popularmusik als Ausdrucksmittel. Chico Buarque wurde als Poet des Bossa Nova zur Zeit der Militärdiktatur mit doppeldeutig-anspielungsreichen Texten bekannt. Später hinterließ der Tropicalismo auf dem Theater (vertreten durch O Rei da Vela von Oswald de Andrade und Roda Viva von Chico Buarque), eine ursprünglich in der Populärmusik entstandene konsumkritische Bewegung der 1960er und 70er Jahre, seine Spuren auf dem Theater und nahm die Saturiertheit des Bürgertums auf’s Korn.[20]

In den 1990er Jahren lebte die Theaterszene vor allem in São Paulo wieder auf.[21] Hinter dem internationalen Rang der Lyrik, Erzählkunst und Essayistik brasilianischer Autoren bleibt die Bedeutung des Theaters heute jedoch zurück; der Kinofilm und die Telenovelas sowie die Musik haben dessen Rolle weitgehend übernommen.

Afrobrasilianische LiteraturBearbeiten

Neben den als Klassikern der brasilianischen Literatur eingestuften Mulatten wie Machado de Assis und anderen Autoren des 20. Jahrhunderts, erfolgte ab den 1960er-Jahren eine verstärkte Beschäftigung mit der Situation von Autoren afrikanischer Herkunft, den Afrobrasilianern. Dabei galt es nicht nur, die Eigenart dieser schriftstellerischen Leistungen zu bestimmen, sondern auch die Elemente eines eigenen schwarzen Bewusstseins herauszuarbeiten. So sind sehr viele Worte aus afrikanischen Sprachen in den Wortschatz Brasiliens geflossen. Auch Erinnerungen an andere kulturelle Elemente afrikanischen Ursprungs wie den Candomblé spiegeln sich in der Literatur. Seit Ende der 1990er Jahre kommen immer mehr Autoren aus den prekären periferias von São Paulo zu Wort, die sich in oral und vom Jargon geprägten Texten zu Themen wie Armut, Diskriminierung und Gewalt äußern. Bekannte Vertreter der afrobrasilianischen Literatur sind Geni Guimarães (* 1947), Lepê Correia (* 1952), Paulo Lins und Cuti, der in seinem Werk Consciencia negra do Brasil (2002) die allgemein als Hauptwerke zur Herausbildung eines afrobrasilianischen Bewusstseins geltenden Werke vorstellte. Als Kritikerin sozialer Exklusion trat die feministische Autorin Marilene Felinto (* 1957).[22]

 
Paolo Lins auf dem Salon du livre Paris 2015

Die afrobrasilianische Literatur verfügt heute über eigene Zeitschriften wie Afrodiásora. In deutscher und portugiesischer Sprache liegt eine Einführung in die Poesia Negra der Gegenwart vor, die von Moema Parente Augel herausgegeben wurde.[23] Augel hatte bereits früher einen ins Deutsche übersetzten Sammelband mit Prosa Negra editiert.

Indigene LiteraturBearbeiten

Bereits 1957 gab Alberto da Costa e Silva eine Anthologie mit indianischen Mythen heraus. Als indigene brasilianische Literatur kann erst der seit den 1970er-Jahren sich bemerkbar machende Zweig innerhalb der Literatur bezeichnet werden, die durch Vertreter wie Daniel Munduruku[24] gekennzeichnet ist: Sie umfasst sowohl eigene Poesie der in die brasilianische Gesellschaft eingetretenen Vertreter als auch die Förderung der schriftlichen Fixierung bisher nur mündlicher Überlieferung, des Wissens „der Alten“, das an jüngere Generationen weitergegeben muss. Dies wird inzwischen institutionalisiert und erfolgt mit entsprechendem politischem und ökologischem Anspruch, so bei Kaká Werá.

Literarisches LebenBearbeiten

Die bedeutendste Einrichtung für das literarische akademische Leben ist die Academia Brasileira de Letras (ABL). Regional existieren weitere Sprach- und Literaturakademie wie z. B. die Academia Catarinense de Letras.

Bekannte Literaturpreise sind der höchst renommierte Prêmio Machado de Assis, vergeben seit 1941 von der Academia Brasileira de Letras für das Lebenswerk eines brasilianischen Schriftstellers und dotiert mit R$ 100.000; der Prêmio Jabuti de Literatura, der seit 1959 von der Brasilianischen Buchhandelskammer Câmara Brasileira do Livro (CBL) in inzwischen 21 Sparten vergeben wird; der Prêmio Juca Pato, vergeben seit 1963 von der Folha de São Paulo und dem Brasilianischen Schriftstellerverband União Brasileira de Escritores (UBE) für dasjenige Buch, das die brasilianische Kultur am besten zum Ausdruck brachte, der Autor erhält zusätzlich den Ehrentitel Intelectual do Ano.

International bekannt ist das seit 2003 stattfindende bedeutendste brasilianische Literaturfestival Festa Literária Internacional de Paraty, an dem inzwischen auch deutsche Autoren wie z. B. Ingo Schulze teilnehmen. 2011 wurde dort heftig darüber diskutiert, wie sich die brasilianische Literatur z. B. durch Übersetzungsförderungsprogramme internationalisieren könne.[25] Durch diese und andere Aktivitäten wie Stipendien und Kolloquien hat sich das literarische Umfeld in den letzten Jahren erheblich professionalisiert.

Verlagswesen und BuchhandelBearbeiten

Der brasilianische Buchmarkt ist heute der neuntgrößte der Welt. Brasilien produziert 50 % aller Bücher Lateinamerikas. 2011 erschienen über 58.000 Titel. Etwa 20 Millionen Angehörige der neuen Mittelschichten haben seit ca. 2000 das Buch für sich entdeckt. Dennoch liest jeder Brasilianer im Durchschnitt nur vier Bücher im Jahr. Die Regierung fördert Übersetzer und ausländische Verlage bei der Übertragung und Herausgabe brasilianischer Literatur. Über das Programa Nacional do Livro Didático werden 2013 132 Millionen Bücher in 120.000 Schulen verteilt. Der brasilianische E-Book-Markt soll zu den größten der Welt gehören; Schätzungen gehen von 11.000 bis 25.000 einheimischen Titeln aus.

Jährlich finden in Brasilien rund 15 Buchmessen statt, von denen die größte wechselweise in Rio de Janeiro und São Paulo stattfindet (Bienal do Livro de Rio de Janeiro bzw. Bienal do Livro de São Paulo). Die letzte Messe zog 750.000 Besucher an (zum Vergleich: Frankfurter Buchmesse 2012: 280.000). Jedes Kind bekommt mit der Eintrittskarte einen Gutschein für ein Buch. Darüber hinaus finden verschiedene Leseförderungs- und andere Schülerprogramme statt.[26] Brasilien war im Jahr 2013 zum zweiten Mal nach 1994 Gastland der Frankfurter Buchmesse.

Etwa 500 Verlage sind auf dem brasilianischen Buchmarkt zu finden, wobei derzeit noch portugiesische und spanische Verlage dominieren. Zu den größten brasilianischen gehören Companhia das Letras, Martins Fontes, Sextante, Grupo Editorial Record, die ein Joint Venture mit dem kanadischen Harlequin Books betreibt, und Objetiva.[27][26]

Eine Sonderform bilden die als Literatura de Cordel bezeichneten kleinformatigen Hefte, den folhetos, mit brasilianischer Volksliteratur: kleine strophische Geschichten und Nachrichten, die in Teilen des Landes oft das einzige verfügbare Massenmedium waren. Der Name dieser Literaturform leitet sich davon her, dass diese folhetos mit Klammern auf Schnüren zum Verkauf angeboten werden.

Auch Comics spielen eine große Rolle, so die des Kurzgeschichtenautors Luis Fernando Veríssimo.

Das Internet wird als Medium der Verbreitung von Literatur, insbesondere der kleinen Formen, immer wichtiger. Auch indigene Literatur wird zunehmend über das Internet verbreitet.[28]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

BibliografienBearbeiten

  • Klaus Küpper: Bibliographie der brasilianischen Literatur. Prosa, Lyrik, Essay und Drama in deutscher Übersetzung. Mit einem Vorwort von Berthold Zilly. Hrsg. vom Archiv für Übersetzte Literatur aus Lateinamerika und der Karibik. Küpper, Köln, Ferrer de Mesquita, Frankfurt/M. 2012, ISBN 978-3-939455-09-7 (TFM). + 1 CD-ROM.[29]
  • Rainer Domschke u. a. (Hrsg.): Deutschsprachige Brasilienliteratur. 1500–1900. Bibliografisches Verzeichnis. Editoria Oikos, São Leopoldo 2011, ISBN 978-85-7843-158-7.[29]

AufsatzsammlungenBearbeiten

AnthologienBearbeiten

  • Die Reiher. Brasilien in den Erzählungen seiner besten zeitgenössischen Autoren. Auswahl und Übersetzung: Curt Meyer-Clason. (= Geistige Begegnungen. Bd. XVIII.) Erdmann Verlag, Herrenalp 1967.
  • Erhard Engler (Hrsg.): Erkundungen. 38 brasilianische Erzähler. Verlag Volk und Welt, Berlin 1988.
  • Christiane Freudenstein (Hrsg.): Brasilien erzählt. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 2013.
  • Aluísio de Azevedo, Lima Barreto, Machado de Assis: Der blaue Affe: und andere brasilianische Erzählungen. Sonderzahl Verlag 2013.

Lexika, Literaturgeschichte, LiteraturkritikBearbeiten

Deutsch

Portugiesisch

  • Palmira Morais Rocha de Almeida: Dicionário de autores no Brasil colonial. 2., revidierte und erweiterte Auflage. Colibri, Lisboa 2010, ISBN 978-989-689-045-2.
  • Assis Brasil: História Crítica da Literatura Brasileira. 4 Bände. Companhia Editora Americana, Rio de Janeiro 1973.
  • Antônio Cândido: Presença da Literatura Brasileira. Difusão Européia do Livro, São Paulo 1968.
  • Afrânio Coutinho (Hrsg.): A Literatura no Brasil. 6 Bände. Ed. Sul Americana, Rio de Janeiro, 1956 ff.
  • A Literatura Brasileira. 6 Bände. Ed. Cultrix, São Paulo 1964 ff. – Band 1: J. Aderaldo Castello: Período Colonial. Band 2: Antônio Soares Amora: O Romantismo. Band 3: João Pacheco: O Realismo. Band 4: Massaud Moisés: O Simbolismo. Band 5: Alfredo Bosi: O Pré-Modernismo. Band 6: Wilsons Martins: O Modernismo.
  • Luiza Lobo: Guia de escritoras da literatura Brasileira. EdUERJ, 2006. ISBN 978-857-511-099-7.
  • José Veríssimo: História da literatura brasileira. De Bento Teixeira (1601) a Machado de Assis (1908). Livraria Francisco Alves, Rio de Janeiro; A Editora, Lisboa 1916.[30] (Zuletzt: Letras & Letras, São Paulo 1998, ISBN 85-85387-78-5). (dominiopublico.gov.br PDF; 1,37 MB).
  • Nei Lopes: Dicionário literário afro-brasileiro. Pallas, Rio de Janeiro 2011, ISBN 978-85-347-0412-0.

Englisch

  • Irwin Stern (Hrsg.): Dictionary of Brazilian literature. Greenwood Press, New York 1988, ISBN 0-313-24932-6.

VerlagswesenBearbeiten

  • Hallewell, Laurence: O livro no Brasil: sua história. São Paulo: EdUSP 2005.

WeblinksBearbeiten

  • Brasilianische Literatur, Kurzeinführung, deutsch, auf Brasilienportal.ch
  • LiteraturaDigital. Biblioteca de Literaturas de Língua Portuguesa. Abgerufen am 30. April 2019 (portugiesisch, enthält: Informationen zu über 20.000 Autoren, über 7.200 digitalisierte Werke, Stand: 2019).
  • biblio.com.br. A Biblioteca Virtual de Literatura. Biografias dos maiores autores de nossa língua. Abgerufen am 30. April 2019 (portugiesisch, enthält: Biografien und Digitalisate als Onlinetexte).
  • Fundação Biblioteca Nacional. Biografias de Autores. Abgerufen am 30. April 2019 (portugiesisch, enthält: Biografien und Digitalisate als Onlinetexte).
  • Enciclopédia literatura brasileira. Itaú Cultural, abgerufen am 30. April 2019 (portugiesisch, enthält: Biografien und Bibliografien, Begriffe, Werke).
  • Jornal Rascunho, Zeitschrift zur brasilianischen Literatur
Digitalisate früher Werke
  Commons: Brief des Pero Vaz de Caminha, 1500 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eine Transkription in originaler und heutiger Schreibung findet sich in der portugiesischen WikiSource.
  2. Hans Staden: Warhaftige Historia. Zwei Reisen nach Brasilien (1548–1555). Historia de duas viagens ao Brasil. Kritische Ausgabe durch Franz Obermeier; Fontes Americanae 1; Kiel 2007, ISBN 3-931368-70-X.
  3. Franz Obermeier: Bilder von Kannibalen, Kannibalismus im Bild. Brasilianische Indios in Bildern und Texten des 16. Jahrhunderts (PDF; 114 kB). In: Jahrbuch für Geschichte Lateinamerikas. Böhlau, Köln/Weimar/Wien, 38. 2001, S. 49–72.
  4. Bento Teixeira in: Enciclopedia Itaú Cultural] (portugiesisch)
  5. a b Brasilianische Literatur. 1988, S. 287.
  6. Brasilianische Literatur im Brasilienportal, Zugriff 19. September 2013.
  7. Heinz Krumpel: Aufklärung und Romantik in Lateinamerika. Ein Beitrag zu Identität, Vergleich und Wechselwirkung zwischen lateinamerikanischem und europäischem Denken.Bern u. a. 2004, S. 236 f.
  8. a b c Brasilianische Literatur. 1988, S. 288.
  9. Rössner: Lateinamerikanische Literaturgeschichte. 2002, S. 230 ff.
  10. Thelma Guedes, Pagu – Literatura e Revoluçao. Atelié Editorial 2003
  11. Regina Célia Pinto: The NeoConcrete Movement (1959–1961). (Memento vom 16. Juni 2013 im Internet Archive) In: www.arteonline.arq.br, englisch [abgerufen am 29. November 2018].
  12. Jens Jessen: Die Gewalt der Moderne. In: Die Zeit. Nr. 41, September 2013, zeit.de
  13. Ulrich Rüdenauer: Trau keinem über 100. In: Der Tagesspiegel, 9. Oktober 2013 (tagesspiegel.de).
  14. Zuletzt der vierte Band: Das Buch der Unmöglichkeiten. Berlin, Hamburg 2019.
  15. So die TAZ, taz.de
  16. Literaturfestival 2015
  17. Deutsch: Landschaft mit Dromedar, 2013.
  18. Augusto Boal: Theater der Unterdrückten: Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler. edition suhrkamp, Frankfurt 1989
  19. Anne Vogtmann: Augusto Boals Theater der Unterdrückten: revolutionäre Ideen und deren Umsetzung. Ein Überblick. (PDF, 370 KB). In: Helikon. A Multidisciplinary Online Journal. (1), 2010, S. 23–34. Abgerufen am 11. Oktober 2013.
  20. Modernes Brasilianisches Theater. (Auszug, Rubrik Examensarbeiten, Universität Köln).
  21. Uta Atzpodien: Szenisches Verhandeln: Brasilianisches Theater der Gegenwart. Transcript, 2005.
  22. Patricia Weis-Bomfim: Afrobrasilianische Literatur – Geschichte, Konzepte, Autoren, Kempen 2002.
  23. M. P. Augel (Hrsg.), Schwarze Poesie – Poesia Negra: Afrobrasilianische Dichtung der Gegenwart. Portugiesisch – Deutsch, amazon Kindle, 2013
  24. Blog: Mundurukando (portugiesisch).
  25. Klengel u. a. 2013, Einleitung der Hrsg., S. 10.
  26. a b Auf dem Sprung in die Welt. In: NZZ. Internationale Ausgabe, 18. September 2013, S. 23.
  27. Camila Gonzatto: Das brasilianische Verlagswesen: Wachstum und digitale Medien, auf der Website des Goethe-Instituts Brasilien, Juli 2013.
  28. Eliane Fernandes Ferreira: Von Pfeil und Bogen zum „Digitalen Bogen“: Die Indigenen Brasiliens und das Internet. transcript Verlag 2009. ISBN 978-3-8376-1049-9.
  29. a b Klaus Schreiber: Rezension in: Informationsmittel für Bibliotheken IFB 12-4 (ifb.bsz-bw.de PDF; 42 kB)
  30. Maria Eunice Moreira: História da literatura e identidade nacional brasileira. In: Revista de Letras. Band 43, Nr. 2, 2003, S. 59–73. ISSN 0101-3505, JSTOR 27666775.