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Birgland

Gemeinde im Landkreis Amberg-Sulzbach in Deutschland

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Birgland liegt in der Region Oberpfalz-Nord nahe der Bundesautobahn 6, zwischen den Ausfahrten Alfeld, und Sulzbach-Rosenberg, etwa 15 km südlich der Stadt Sulzbach-Rosenberg. Die Entfernung nach Nürnberg beträgt 49 km. Die mittlere Höhenlage ist etwa 600 m ü. NN. Höchste Erhebung ist der Poppberg mit zirka 653 m ü. NN. Dieser ist zugleich die zweithöchste Erhebung der Fränkischen Alb. Durch die Gemeinde Birgland verläuft die europäische Wasserscheide zwischen Rhein und Donau. Die Kirche in Poppberg steht genau auf der Wasserscheide, das Regenwasser von der nördlichen Dachhälfte fließt zum Rhein, das von der südlichen zur Donau.

GemeindegliederungBearbeiten

Birgland hat 42 Ortsteile[2]:

Es gibt folgende Gemarkungen: Betzenberg, Eckeltshof, Frechetsfeld, Fürnried, Poppberg mit Wolfertsfeld, Gronatshof und Matzenhof, Schwend, Sunzendorf.

Größere OrtsteileBearbeiten

  • Wolfertsfeld
Um 1600 drittgrößtes Dorf und heute eines der kleinsten mit 32 Einwohnern, einer der Austragungsorte des Jura-Hills-Reggae-Festivals 1994
  • Frechetsfeld
  • Fürnried
Das Kirchdorf (evangelische Kirche Sankt Willibald mit romanischem Turm aus dem 12. Jahrhundert), 1043 als forha (vermutlich von Föhre) erstmals urkundlich erwähnt, wurde mehrmals bei Dorfverschönerungswettbewerben ausgezeichnet.
  • Poppberg
Der höchstgelegene Ort des Oberpfälzer Juras mit seiner Burgruine Poppberg auf dem Poppberg (ca. 653 m ü. NN)
  • Lichtenegg
Mit der Burgruine Lichtenegg.
  • Schwend
  • Sunzendorf

GeschichteBearbeiten

Bis zur Gründung der VorläufergemeindenBearbeiten

Nach neueren Erkenntnissen, die in der Kurz- und Langfassung zur Ortschronik Weigendorf von Heinz Leisering niedergelegt sind, ist die Burg Lichtenegg wahrscheinlich vom 11. zum 12. Jahrhundert erbaut worden. Eigentümerin der Burgruine ist die Gemeinde Birgland. Der Standpunkt der Burgruine bietet einen Ausblick nach Mittelfranken, ins Fichtelgebirge, in den Bayerischen Wald und in den Oberpfälzer Wald. Die Kelten nutzten in vorgeschichtlicher Zeit den Ort als Fliehburg. Als erste Burgherren wurden um 1050 die Sulzbacher Grafen genannt. Später wurde Lichtenegg die Stammburg der Preysings. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Vorläufer der heutigen Gemeinde, die Gemeinden Eckeltshof, Frechetsfeld, Fürnried, Poppberg und Schwend.

Gemeindefusion und EingemeindungenBearbeiten

Birgland entstand am 1. Juli 1972 durch den Zusammenschluss der vorher selbstständigen Gemeinden Eckeltshof, Frechetsfeld, Fürnried, Poppberg und Schwend.[3] Am 1. Mai 1978 schloss sich noch die Gemeinde Sunzendorf an.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 1658 Einwohner
  • 1970: 1621 Einwohner
  • 1987: 1601 Einwohner
  • 1991: 1639 Einwohner
  • 1995: 1709 Einwohner
  • 2000: 1763 Einwohner
  • 2005: 1815 Einwohner
  • 2010: 1834 Einwohner
  • 2015: 1777 Einwohner

PolitikBearbeiten

BürgermeisterinBearbeiten

Erste Bürgermeisterin ist Brigitte Bachmann (SPD). Bachmann wurde bei der Wahl im März 2014 zum ersten Mal ins Amt gewählt.

GemeinderatBearbeiten

Nach der Kommunalwahl im März 2014 hat der Gemeinderat zwölf Mitglieder. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU/Freie Wählergemeinschaft     3 Sitze  
  SPD 3 Sitze
  Bürgerblock 6 Sitze

[5] Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist die Bürgermeisterin.

WappenBearbeiten

Das Wappen besteht in der momentanen Form seit 1976.

Amtliche WappenbeschreibungBearbeiten

Blasonierung: In Rot über grünem Fünfberg eine silberne Quadermauer mit zwei Zinnen, darüber zwei silberne heraldische Lilien.

Bedeutung der SymboleBearbeiten

Die beiden sulzbachischen Lilien im Wappen symbolisieren die geschichtlichen Beziehungen des Ortes zu den Grafen von Sulzbach. Diese waren einst Besitzer der Burgen Lichtenegg und Burg Poppberg sowie des Klosters Kastl, das als Grundherrschaft im Ort dominierte. Die Zinnenmauer stammt ursprünglich aus dem Wappen der Grafen von Preysing, von welchen auf Lichtenegg eine Seitenlinie der Familie von 1580 bis 1759 ansässig war. Der heraldische Fünfberg steht für die 1972 im Rahmen der Gebietsreform zur neuen Gemeinde Birgland (Bergland) zusammengeschlossenen Orte Eckeltshof, Frechetsfeld, Fürnried, Poppberg und Schwend und deutet zugleich auf den Namen hin.

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft acht, im produzierenden Gewerbe 45 und im Bereich Handel und Verkehr 56 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 60 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 557. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 150 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2739 Hektar, davon waren 1839 Ackerfläche und 899 Dauergrünfläche.

BildungBearbeiten

Im Jahre 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 58 Kindern
  • Grundschule: 1. und 2. Klasse

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Birgland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online - Das Portal zu Geschichte und Kultur des Freistaats
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 578.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 639.
  5. http://www.birgland.de/