Hauptmenü öffnen

Hirschbach (Oberpfalz)

Gemeinde im Landkreis Amberg-Sulzbach in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hirschbach
Hirschbach (Oberpfalz)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hirschbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 33′ N, 11° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Amberg-Sulzbach
Verwaltungs­gemeinschaft: Königstein
Höhe: 390 m ü. NHN
Fläche: 31,01 km2
Einwohner: 1207 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92275
Vorwahl: 09665
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Gemeindeschlüssel: 09 3 71 128
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Oberer Markt 20
92281 Königstein
Website: www.gemeinde-hirschbach.de
Bürgermeister: Hans Durst (SPD)
Lage der Gemeinde Hirschbach im Landkreis Amberg-Sulzbach
Auerbach in der OberpfalzKönigstein (Oberpfalz)Hirschbach (Oberpfalz)EtzelwangWeigendorfBirglandKastl (Lauterachtal)EdelsfeldEdelsfeldVilseckNeukirchen bei Sulzbach-RosenbergSulzbach-RosenbergEichen (gemeindefreies Gebiet)FreihungHirschauGebenbachSchnaittenbachHahnbachIllschwangFreudenberg (Oberpfalz)UrsensollenEbermannsdorfEnsdorf (Oberpfalz)KümmersbruckRieden (Oberpfalz)HohenburgSchmidmühlenPoppenrichtAmmerthalAmbergLandkreis Neustadt an der WaldnaabWeiden in der OberpfalzLandkreis SchwandorfLandkreis BayreuthLandkreis Nürnberger LandLandkreis Neumarkt in der OberpfalzKarte
Über dieses Bild
Ortskern mit Schlosskapelle

Hirschbach ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Königstein.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

GeschichteBearbeiten

 
Ehemaliges Schloss

Hirschbach wurde angeblich von Karl dem Großen gegründet, wofür es jedoch keinen Beleg gibt. Bis 1188 gehörte der Raum um Hirschbach zur Grafschaft Sulzbach. Die erste schriftliche Nennung von Hirschbach fällt erst in das Jahr 1225, als ein „Reinger de Herisbach“ in einer Nürnberger Urkunde genannt wird (Nürnberger Urkundenbuch Nr. 203). Diese älteste Nennung belegt, dass der Ortsname sich wahrscheinlich nicht vom Tiernamen Hirsch herleitet, sondern auf den Personennamen Heri zurückgeht – also zum Bach des Heri. Bis 1505 gehörte Hirschbach den bayerischen Wittelsbachern, später zum Herzogtum Pfalz-Neuburg bzw. Pfalz-Sulzbach. Auch die Reichsstadt Nürnberg war des Öfteren an Hirschbach interessiert, vermutlich wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung (Eisen- und später auch Kupferhammerwerke). In Hirschbach bestanden bereits im 14. Jahrhundert zwei Hammerwerke, von denen der sogenannte Obere Hammer als Hammerschloss Hirschbach noch besteht.

 
Schlosskapelle

Die Kirche des Ortes wurde am 18. Juni 1460 nach mehrjähriger Bauzeit dem Heiligen Wolfgang geweiht. Sie wird seit mehreren Jahren von der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde benutzt. Ursprünglich wurde sie als Schlosskapelle für die Hammerherren und deren Gesinde erbaut. Erst 1957 wurde Hirschbach selbstständige Pfarrei. Größere Renovierungen fanden 1965/66 und 2001/02 statt.[3]

EingemeindungenBearbeiten

Bis zur Gemeindegebietsreform gehörte das heutige Gemeindegebiet zum Landkreis Sulzbach-Rosenberg. Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Achtel und Eschenfelden eingegliedert.[4] Zum 1. Januar 2003 kam ein Teil des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Ober- und Unterwald zum Gemeindegebiet hinzu.[5]

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist Hans Durst von der SPD.

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat besteht aus 13 Mitgliedern (Kommunalwahl 2014):[6]

  • SPD 5 Sitze
  • FWG 4 Sitze
  • FBL 4 Sitze

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Seit 1990 besteht eine Partnerschaft mit dem Dorf Hirschbach in Thüringen.

GemeindewappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung für das neue Wappen der Gemeinde Hirschbach lautet: „Gespalten. Vorne geteilt durch eine goldene Leiste, oben in Blau ein goldenes Mondgesicht (Halbmond), unten ein rotbekrönter und rotbezungter goldener Löwenkopf; hinten gespalten von Silber und Blau.“

Das Mondgesicht ist dem in der Hirschbacher Kirche überlieferten Wappen der Familie Meindl entnommen, die für die Geschichte Hirschbachs von großer Bedeutung war. Seit 1584 waren die Meindls Inhaber des Herrensitzes und des Hammers Hirschbach. Georg Meindl ließ 1590 eine Papiermühle errichten, die bis 1874 in Betrieb war.

Der Löwenkopf aus dem Wappen der Wittelsbacher erinnert daran, dass das Gemeindegebiet bis zum bayerischen Erbfolgekrieg zum größten Teil unter Landeshoheit der bayerischen Herzöge stand. Nach bayerischen Erbfolgekrieg wurde die Landeshoheit zwischen dem 1505 neugeschaffenem Fürstentum Pfalz-Neuburg (Landrichteramt Sulzbach) und der Reichsstadt Nürnberg (Pflegeamt Velden) geteilt.

Die silber-blaue Spaltung im hinteren Teil des Wappens entspricht dem Wappen der Breitensteiner, ein Adelsgeschlecht, das über Generationen als Hofmarksinhaber im Ortsteil Eschefelden ansässig war. Acht Mitglieder der Familie sind in Eschenfelden begraben.

Für die Gemeindefahne kommt allein die Farbfolge Gelb-Blau in Frage. Die Farbenfolge Weiß-Blau ist der bayerischen Staatsflagge vorbehalten. Das Wappen sollte der Fahne aufgelegt werden.

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Der Ort ist aufgrund der nahegelegenen Kletter- und Wandermöglichkeiten stark vom Fremdenverkehr geprägt. Bekannt sind die beiden Klettersteige Norissteig und Höhenglücksteig sowie die Klettermassive Mittelbergwand, Teufelsrissmassiv, die Hirschbacher und die Rabensteiner Wand.

In der Gegend um Hirschbach befinden sich zahlreiche Höhlen. Es wurde ein Höhlenwanderweg ausgeschildert, der den Wanderer an 30 Höhlen vorbeiführt.[7]

Sehenswert ist auch die Schlangenfichte von Großmeinfeld, ein Nadelbaum mit lang herunterhängenden lianenartigen Ästen und der Kallmünzerblock Zyprianstein bei Rinnenbrunn.

LiteraturBearbeiten

  • Lore Sporhan-Krempel: Papiermühlen auf Nürnberger Territorium, 6, Die Papiermühle zu Hirschbach. Separatdruck aus Archiv für Geschichte des Buchwesens (AGB), Bd. 21 (1980), Lfg. 5, 6. Frankfurt am Main: Buchhändler-Vereinigung, [1981], Sp. 1257–1302, ISBN 3-7657-1054-7

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111105/192306&attr=OBJ&val=890
  3. Gotteshaus wird 550, Hersbrucker Zeitung vom 10. August 2010
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 578.
  5. Auflösung des Ober- und Unterwalds zum 1. Januar 2003
  6. Ratsinformation: Gemeinderat Hirschbach. Abgerufen am 26. März 2017.
  7. Wanderwege – Rundwanderweg 3: Höhlenwanderweg (Memento vom 31. Juli 2009 im Internet Archive)