Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Behensäure

chemische Verbindung

Behensäure (n-Docosansäure) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der gesättigten höheren Fettsäuren. Sie zählt zur Untergruppe der Wachssäuren.

Strukturformel
Strukturformel von Behensäure
Allgemeines
Name Behensäure
Andere Namen
  • n-Docosansäure
  • Carbonsäure C22
Summenformel C22H44O2
CAS-Nummer 112-85-6
PubChem 8215
Kurzbeschreibung

weißes kristallines Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 340,58 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

0,54 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

72–80 °C[1]

Siedepunkt

300 °C[2]

Dampfdruck

< 1 hPa (20 °C)

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser (0,15 g·l−1 bei 25 °C)[2]
  • löslich in Chloroform (50 g·l−1) und Hexan[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten

> 2000 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Inhaltsverzeichnis

VorkommenBearbeiten

 
Meerrettichbaum (Moringa oleifera)

Behensäure kommt – als Glycerinester chemisch gebunden – natürlich in verschiedenen Pflanzen und Pflanzenölen, beispielsweise in der Erdnuss und im Raps,[3][4] aber auch in den Bohnen der Kaffeepflanze vor. Auffällig ist, dass die Säure im Kaffeebohnenöl fast ausschließlich als Ester mit den beiden Terpenen Cafestol und Kahweol gefunden wurde.[5] Behensäure kommt auch als Bestandteil des Behenöls im Meerrettichbaum vor (Moringa oleifera, nicht zu verwechseln mit dem Meerrettich),[6] dessen Beiname „Behenbaum“ sich daher ableitet. Sie ist auch im Montanwachs enthalten.[7]

BehenateBearbeiten

Behenate (systematisch auch Docosanoate) sind Salze der Behensäure. Calciumbehenat wird beispielsweise bei der Tablettenherstellung eingesetzt.[8]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Eintrag zu Docosansäure in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 17. Juni 2017 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c d e Datenblatt Behenic acid bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 17. Juni 2017 (PDF).
  3. Vorkommen Behensäure.
  4. Raps im ökologischen Landbau (PDF; 27 kB).
  5. Robert Hegnauer: Chemotaxonomie der Pflanzen: Eine Übersicht über die Verbreitung und die systematische Bedeutung der Pflanzenstoffe. Band 21, Birkhäuser, 1973, ISBN 978-3-7643-0667-0, S. 169.
  6. Axel M. Gressner, Torsten Arndt (Hrsg.): Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik. 2. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-12921-6, S. 243, Eintrag zu Behensäure, doi:10.1007/978-3-642-12921-6.
  7. Carl Zerbe: Mineralöle und verwandte Produkte: 2. Teil, 2. Auflage, Springer, 1969, ISBN 978-3-642-87510-6, S. 595.
  8. Franz von Bruchhausen: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Springer-Verlag, 1930, ISBN 978-3-540-52688-9, S. 611 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

WeblinksBearbeiten