Hauptmenü öffnen

Althüttendorf

Gemeinde im Landkreis Barnim, Land Brandenburg
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Althüttendorf führt kein Wappen
Althüttendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Althüttendorf hervorgehoben
Koordinaten: 52° 58′ N, 13° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Barnim
Amt: Joachimsthal (Schorfheide)
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 18,78 km2
Einwohner: 579 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16247
Vorwahl: 033361
Kfz-Kennzeichen: BAR, BER, EW
Gemeindeschlüssel: 12 0 60 012
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Joachimsplatz 1–3
16247 Joachimsthal
Website: www.amt-joachimsthal.de
Bürgermeister: Wilfried Kornack
Lage der Gemeinde Althüttendorf im Landkreis Barnim
AhrensfeldeAlthüttendorfBernau bei BerlinBiesenthalBreydinBritz (bei Eberswalde)ChorinEberswaldeFriedrichswaldeHohenfinowJoachimsthalLiepeLunow-StolzenhagenMarienwerderMelchowNiederfinowOderbergPanketalParsteinseeRüdnitzSchorfheideSydower FließWandlitzWerneuchenZiethenBrandenburgKarte
Über dieses Bild
Restauriertes Backhaus

Althüttendorf ist eine Gemeinde im Amt Joachimsthal (Schorfheide) am Nordrand des Landkreises Barnim im Bundesland Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Der Ort liegt im Endmoränengebiet der pommerschen Eisrandlage der Weichseleiszeit am Ostufer des Grimnitzsees.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Osten an die Gemeinde Ziethen, im Süden an die Gemeinde Chorin, im Westen an die Stadt Joachimsthal (alle Landkreis Barnim) und im Norden an die Stadt Angermünde im Landkreis Uckermark.

GemeindegliederungBearbeiten

Althüttendorf besteht aus den Ortsteilen Althüttendorf und Neugrimnitz.[2]

GeschichteBearbeiten

Althüttendorf gehörte von 1817 bis 1952 zum Landkreis Angermünde, von 1952 bis 1990 zum Kreis Eberswalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder) und ist seit 1993 Teil des Landkreises Barnim. Die Gemeinde Neugrimnitz wurde am 1. Januar 2003 nach Althüttendorf eingemeindet.[3]

AlthüttendorfBearbeiten

Das Dorf Althüttendorf entstand aus einer Glashütte, die von der Burg Grimnitz hierher verlegt wurde. Die Grimnitzer Glashütte in Althüttendorf wurde im Jahr 1653 vom kurfürstlichen Oberjägermeister gegründet, der hier böhmische und hessische Glasmacher ansiedelte. Mit der Inbetriebnahme des Bahnhofs im Jahre 1898 entwickelte sich daneben die Steinschlägerei. Hierfür wurden die bis zu acht Meter mächtigen Blockpackungen in den Ihlowbergen abgebaut. Ende der 1960er Jahre wurde der Abbau eingestellt.

Im Ortsteil wurde zu DDR-Zeiten ein Ferienlager errichtet und unterhalten.

NeugrimnitzBearbeiten

In der heutigen Ortslage von Neugrimnitz entstand während des Brandenburgisch-Schwedischen Krieges (1675–1679) eine Glashütte. Später kamen ein Brauhaus, ein Backhaus und umfangreiche Stallungen hinzu. 1682 wurde hier die dritte Grimnitzer Glashütte von Gabriel Supe errichtet.

Bis in das Jahr 1749 unterstanden die Vorwerke Neugrimnitz, Grumsin und Mellin der Verwaltung des Liebenwalder Amtes. Bis 1839 bildeten sie dann das königliche Amt Grimnitz. Im Jahr 1745 wurde eine neue Glashütte eingeweiht. Sie existierte bis Ende des 18. Jahrhunderts und stellte grüne Gläser her. Neben der Glasherstellung entwickelte sich die Landwirtschaft zum zweiten Standbein von Neugrimnitz. So wurden um 1850 883 Morgen Land von 13 Tagelöhnerfamilien bestellt. Zeitweilig wurden hier auch bis zu 2000 Schafe gehalten. Andere wichtige Einnahmen kamen aus dem Betrieb der ansässigen Brauerei und der Brennerei.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Althüttendorf Neugrimnitz Jahr Althüttendorf Neugrimnitz Jahr Althüttendorf Jahr Althüttendorf
1875 598 352 1990 540 85 2003 734 2015 614
1890 519 194 1991 536 81 2004 764 2016 564
1910 562 201 1992 626 75 2005 742 2017 585
1925 590 180 1993 672 74 2006 738 2018 579
1933 622 164 1994 694 72 2007 719
1939 630 143 1995 704 68 2008 785
1946 719 193 1996 679 69 2009 756
1950 769 197 1997 689 83 2010 749
1964 676 131 1998 698 78 2011 690
1971 654 129 1999 700 85 2012 805
1981 560 100 2000 678 88 2013 768
1985 575 89 2001 675 91 2014 675
1989 550 86 2002 646 91

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[4][5][6]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Kommunalwahl 2019
Wahlbeteiligung: 68,8 %
 %
40
30
20
10
0
37,4 %
37,2 %
10,1 %
6,4 %
TZAa
FFAb
Vogel
Gaedeke
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Tradition und Zukunft Althüttendorf
b Freiwillige Feuerwehr Althüttendorf

Die Gemeindevertretung besteht aus acht Mitgliedern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

Wählergruppe Sitze
Tradition und Zukunft Althüttendorf 3
Freiwillige Feuerwehr Althüttendorf 3
Einzelbewerberin Madita Vogel 1
Einzelbewerberin Gudrun Gaedeke 1

Stand: Kommunalwahl am 26. Mai 2019[7]

BürgermeisterBearbeiten

  • 1998–2019: Siegfried Ortlieb (Wählergruppe Tradition und Zukunft)[8]
  • seit 2019: Wilfried Kornack (Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr)

Kornack wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 61,4 Prozent der gültigen Stimmen für eine Amtsdauer von fünf Jahren[9] gewählt.[10]

 
Dorfkirche Althüttendorf

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Baudenkmale in Althüttendorf und in der Liste der Bodendenkmale in Althüttendorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde zählt die Dorfkirche, die 1803–1810 aus Stein und Holz gebaut wurde. Als „Wanderkirche“ bietet sie Wanderern und Fahrradfahrern einen Ruhepunkt. 2013 wurde am Dorfplatz eine Skulpturengruppe (drei nordische Schicksalsgöttinnen) des Metallbildhauers Eckhard Herrmann enthüllt.[11]

Naturdenkmale

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Althüttendorf ist dörflich geprägt, in den Sommermonaten gewinnt der Individualtourismus (Urlaub auf dem Bauernhof) immer mehr an Bedeutung.

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Alt Hüttendorf

Straßenverkehr

Die Bundesautobahn 11 Berlin–Stettin durchquert von Südwesten nach Norden das Gemeindegebiet. Am Südostrand des Ortsteils Althüttendorf liegt die Autobahnanschlussstelle Joachimsthal. Hier enden die von Osten aus Richtung Angermünde in die Gemeinde führende Bundesstraße 198 und die von Westen aus Richtung Joachimsthal kommende Landesstraße 220.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[12] 384 398 393 380 366 390 395 387 390
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 534 507 520 507 530 484 514 573 635
Vergleichswert Land Brandenburg 510 514 521 528 542 546 548 551 551

Eisenbahnverkehr

Am Westrand des Ortsteils Althüttendorf befindet sich der Bahnhof Alt Hüttendorf an der Bahnstrecke Britz–Templin-Fürstenberg/Havel, auf der Züge der Regionalbahnlinie RB 63 der NEB Betriebsgesellschaft mbH zwischen Eberswalde und Templin verkehren.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Althüttendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Althüttendorf
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Barnim. S. 14–17
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  6. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  8. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Barnim
  9. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  11. Drei Göttinnen und der Schöpfer. In: Märkische Onlinezeitung, 21. Juni 2013
  12. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3 (Memento des Originals vom 5. Dezember 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kba.de