Breydin

Gemeinde in Deutschland

Breydin ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Barnim in Brandenburg. Sie wird vom Amt Biesenthal-Barnim verwaltet.

Wappen Deutschlandkarte
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Breydin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Breydin hervorgehoben

Koordinaten: 52° 46′ N, 13° 50′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Barnim
Amt: Biesenthal-Barnim
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 35,27 km2
Einwohner: 801 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16230
Vorwahl: 033451
Kfz-Kennzeichen: BAR, BER, EW
Gemeindeschlüssel: 12 0 60 034
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mühlenweg 35
16230 Breydin
Bürgermeisterin: Petra Lietzau
Lage der Gemeinde Breydin im Landkreis Barnim
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GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Breydin umfasst die Ortsteile Trampe und Tuchen-Klobbicke. Hinzu kommen die Wohnplätze Karlshof, Klobbicke, Mittelmühle, Neue Mühle und Tuchen.[2]

GeschichteBearbeiten

Breydin (Breden) wurde 1308 als Hof in den schriftlichen Urkunden erstmals erwähnt. Zu dieser bäuerlichen Ansiedlung gehörten 16 Hufen Wirtschaftsland. Im Landbuch Karls IV. wird der Ort Breydin 1375 in der Liste der Burgen geführt. Der Name bedeutet nach Aussage des Brandenburger Namenbuches „Ort an einem Übergang (Furt)“ oder „Übergang an einem Fluss“. Besitzer waren die Kleinadligen von Wulkow und ab 1412 die von Sparr. Die Burg lag 6 km südlich der landesherrlichen Ebersburg in Eberswalde. Letztmals wurde Breydin 1527 genannt. Überreste der Ruine aus dem 13. Jahrhundert wurden im Gutspark Trampe ergraben.[3]

 
Gutshaus Trampe

Das Gut Trampe gehörte von 1412 bis 1771 der Familie von Sparr, danach folgte Friedrich Wilhelm von Wartenberg und von 1802 bis zur Bodenreform 1945 die Familie von der Schulenburg. Das 1657 errichtete Gutshaus wurde 1773 unter Friedrich Wilhelm von Wartenberg im Barockstil umgebaut und hat durch Überformungen in den 1960er Jahren seine heutige Form erhalten. Im 18. Jahrhundert war der zugehörige Garten eine regelmäßig geometrisch gestaltete Anlage, deren Hauptachse vom Herrenhaus in den westlich gelegenen Tiergarten führte. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts entstand mit der Umgestaltung des alten Gartens und der Neugestaltung eines wesentlich größeren Areals der landschaftlich gestaltete Gutspark, der sich in seinen Grundzügen in wesentlichen Teilen bis in die heutige Zeit erhalten hat.

Trampe, Tuchen und Klobbbicke gehörten seit 1817 zum Kreis Oberbarnim in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Eberswalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Barnim.

Die Gemeinde Breydin entstand am 27. September 1998 aus dem Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Trampe und Tuchen-Klobbicke.[4] Letztere wiederum entstand aus einem Zusammenschluss der Orte Tuchen und Klobbicke am 19. Mai 1974.[5] Die drei Orte haben die gleiche Postleitzahl. Der Name „Breydin“ ist außerhalb der drei Dörfer weitgehend unbekannt.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Trampe Tuchen-
Klobbicke
Jahr Breydin Jahr Breydin
1981 438 359 1998 827 2015 781
1990 435 307 2000 817 2016 764
1995 441 352 2005 860 2017 757
1997 451 358 2010 820 2018 760
2011 815 2019 774
2012 808 2020 801
2013 807
2014 799

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[6][7][8]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Gemeindevertretung von Breydin setzt sich aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister zusammen.

Am 26. Mai 2019 wurde die Gemeindevertretung bei einer Wahlbeteiligung von 66,5 Prozent neu gewählt. Sie setzt sich wie folgt zusammen:[9]

Partei / Wählergruppe Sitze
Bauernverband Barnim 5
Interessengemeinschaft Breydin 3
SPD 2

BürgermeisterBearbeiten

  • 1998–2003: Herbert Wagner (parteilos)[10]
  • 2003–2008: Roland Gottschalk (PDS)[11]
  • 2008–2019: Peter Schmidt (SPD)[12]
  • 2019: Dietmar Schmidt
  • seit 2020: Petra Lietzau (SPD)

Dietmar Schmidt wurde am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 81,0 Prozent der gültigen Stimmen für eine Amtsdauer von fünf Jahren[13] gewählt.[14] Er trat im November 2019 von seinem Amt zurück.[15]

Petra Lietzau wurde von der Gemeindevertretung am 16. März 2020 zu seiner Nachfolgerin gewählt.[16][17]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche Tuchen

Die Liste der Baudenkmale in Breydin und die Liste der Bodendenkmale in Breydin enthalten die geschützten Kulturdenkmäler aus der Denkmalliste des Landes Brandenburg. Darunter befindet sich die Fachwerkkirche des Ortsteils Tuchen, auch Hochzeitskirche genannt. Sie wird außer für Gottesdienste auch für öffentliche Konzerte genutzt.[18]

Naturdenkmale
  • Eiche in Trampe mit einem Brusthöhenumfang von 8,02 m (2016).[19]

VerkehrBearbeiten

Breydin liegt mit seinem Ortsteil Trampe an der B 168 etwa 7 km südlich der Kreisstadt Eberswalde.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Mit der Gemeinde verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Breydin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2020 (XLSX-Datei; 213 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Breydin
  3. Website Burg Breydin und Schlosspark Trampe e.V.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  5. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Barnim. S. 14–17
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahlen 1998 für den Landkreis Barnim (Memento des Originals vom 30. März 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  11. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 22
  12. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 8
  13. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  14. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  15. Öffentliche Bekanntmachung des Wahlleiters des Amtes Biesenthal-Barnim Gemeinde Breydin – Mandatsniederlegung des ehrenamtlichen Bürgermeisters. In: Amtsblatt für das Amt Biesenthal-Barnim. 26. November 2019, S. 2, abgerufen am 26. November 2021.
  16. Kommunalpolitik: Bürgermeisterwahl steht in Breydin bevor. In: Märkische Oderzeitung. 14. März 2020, abgerufen am 25. November 2021.
  17. Öffentliche Bekanntmachung der Gemeinde Breydin über den Übergang eines Mandates auf eine Ersatzperson. In: Amtsblatt für das Amt Biesenthal-Barnim. 28. April 2020, S. 2, abgerufen am 26. November 2021.
  18. Nachrichten aus den Ortsteilen. In: Amtsblatt für die Gemeinde Wandlitz vom 11. September 2010, Seite 42
  19. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017.