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Ziethen (Barnim)

Gemeinde im Landkreis Barnim in Brandenburg
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Ziethen führt kein Wappen
Ziethen (Barnim)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ziethen hervorgehoben
Koordinaten: 52° 58′ N, 13° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Barnim
Amt: Joachimsthal (Schorfheide)
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 24,38 km2
Einwohner: 450 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16247
Vorwahl: 033364
Kfz-Kennzeichen: BAR, BER, EW
Gemeindeschlüssel: 12 0 60 296
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Joachimsplatz 1–3
16247 Joachimsthal
Website: www.amt-joachimsthal.de
Bürgermeister: Michael Dupont
Lage der Gemeinde Ziethen im Landkreis Barnim
AhrensfeldeAlthüttendorfBernau bei BerlinBiesenthalBreydinBritz (bei Eberswalde)ChorinEberswaldeFriedrichswaldeHohenfinowJoachimsthalLiepeLunow-StolzenhagenMarienwerderMelchowNiederfinowOderbergPanketalParsteinseeRüdnitzSchorfheideSydower FließWandlitzWerneuchenZiethenBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Ziethen ist eine Gemeinde am nordöstlichen Rand des Landkreises Barnim, an der Grenze zur Uckermark. Sie wird vom Amt Joachimsthal (Schorfheide) verwaltet.

Inhaltsverzeichnis

GemeindegliederungBearbeiten

Ziethen besteht aus den Ortsteilen Groß-Ziethen und Klein Ziethen sowie den Wohnplätzen Albrechtshöhe, Försterei Groß-Ziethen, Luisenfelde, Sperlingsherberge und Töpferberge.[2]

GeschichteBearbeiten

Groß-Ziethen und Klein Ziethen gehörten seit 1817 zum Kreis Angermünde in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Eberswalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegen beide Orte im brandenburgischen Landkreis Barnim.

Die Gemeinde Ziethen wurde am 1. Februar 2002 aus den benachbarten Dörfern Groß-Ziethen und Klein Ziethen gebildet.[3]

In Groß Ziethen und Klein Ziethen fanden französische Glaubensflüchtlinge, sogenannte Refugiés oder Hugenotten, eine neue Heimat in Brandenburg. 1686 wurden die ersten 16 Flüchtlingsfamilien (aus dem Hennegau im heutigen Belgien) in Klein Ziethen angesiedelt. Der Ort muss zu damaliger Zeit bereits existiert haben, war jedoch weitgehend verödet. In beiden Dörfern entstanden nach und nach Kolonistengemeinden mit je einer Kirche und einem Prediger, Schule und Lehrer.

Die Zugewanderten brachten aus Frankreich feine Obst- und Gemüsesorten mit und führten in der Uckermark den Tabakanbau ein. Vor allem letzterer war ein wesentlich einträglicheres Geschäft als der Getreideanbau der einheimischen Bevölkerung. Ihr dadurch möglicher wirtschaftlicher Aufstieg und ihre Privilegien wurden von den Einheimischen mit großem Misstrauen betrachtet. Die Amtmänner der umgebenden Gemeinden versuchten, die Privilegien der Hugenottenfamilien zu beschneiden. Dagegen konnten sich die Ziethener jedoch erfolgreich wehren.

Die Kirchengemeinden von Groß-Ziethen und Klein Ziethen gehören bis heute zum Französisch-reformierten Kirchenkreis der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Groß-Ziethen Klein Ziethen Jahr Ziethen Jahr Ziethen
1875 623 439 2002 491 2018 450
1910 687 365 2005 483
1939 565 362 2010 459
1946 711 517 2011 455
1950 699 493 2012 470
1971 466 341 2013 461
1990 283 210 2014 446
1995 271 222 2015 449
2000 278 211 2016 443
2001 283 202 2017 443

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[4][5][6]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Gemeindevertretung von Ziethen besteht aus sechs Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

Wählergruppe / Einzelbewerber Sitze
Einzelbewerberin Kerstin Paal 1
Einzelbewerber Matthias Stein 1
Wählergruppe Feuerwehr Groß Ziethen 1
Einzelbewerber Hans-Jürgen Wölk 1
Einzelbewerberin Dagmar Rouvel 1
Einzelbewerber Peter Kranz 1

Der Stimmenanteil von Kerstin Paal und Matthias Stein entspricht jeweils zwei Sitzen. Daher bleiben nach § 48 (6) des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes[8] zwei Sitze in der Gemeindevertretung unbesetzt.

BürgermeisterBearbeiten

  • seit 2003: Michael Dupont[9]

Dupont wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 70,5 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[10] gewählt.[11]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Baudenkmale in Ziethen und in der Liste der Bodendenkmale in Ziethen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Kulturdenkmale.

In Groß-Ziethen befindet sich das Besucher- und Informationszentrum Geopark und in der Nähe das Naturschutzgebiet Grumsiner Forst/Redernswalde. Es ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Buchenurwälder und Alte Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas.

VerkehrBearbeiten

Ziethen liegt an der Bundesstraße 198. Westlich erreicht man über sie in 6 bis 9 Kilometer Entfernung die Anschlussstelle Joachimsthal an der Autobahn A 11 Berlin–Stettin, östlich in etwa gleicher Entfernung die Stadt Angermünde.

In Angermünde befindet sich der nächstgelegene Bahnhof mit Verbindungen nach Berlin und Stettin, Stralsund und Schwedt.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[12] 253 265 265 263 252 260 271 267 265
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 528 559 546 573 554 553 588 599 590
Vergleichswert Land Brandenburg 510 514 521 528 542 546 548 551 551

LiteraturBearbeiten

  • Wilhelm Benoit: Geschichte der Familie Benoit von 1621 bis 1909. Karlsruhe 1909. (Kap. 9: Die französischen Kolonien in Groß-Ziethen und Klein-Ziethen [S. 98–134]).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ziethen (Barnim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Ziethen
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Barnim. S. 18–21
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  6. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  8. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 48
  9. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 22
  10. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  12. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3