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Wittislingen

Markt im Landkreis Dillingen an der Donau, Bayern, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wittislingen
Wittislingen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wittislingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 37′ N, 10° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen an der Donau
Verwaltungs­gemeinschaft: Wittislingen
Höhe: 450 m ü. NHN
Fläche: 17,42 km2
Einwohner: 2415 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89426
Vorwahl: 09076
Kfz-Kennzeichen: DLG, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 183
Marktgliederung: 4 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marienplatz 6
89426 Wittislingen
Website: www.wittislingen.de
Bürgermeister: Ulrich Müller (parteilos)
Lage des Marktes Wittislingen im Landkreis Dillingen an der Donau
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Über dieses Bild

Wittislingen ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wittislingen.

GeografieBearbeiten

Der Markt liegt im Egautal.

Die Gemeinde hat vier amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

GeschichteBearbeiten

 
Ortsmitte von Wittislingen

BodenfundeBearbeiten

Wittislingen liegt am Südrand der Schwäbischen Alb beidseits der Egau, die aus einem trogartigen Tal von Norden her kommend, vor dem Austritt auf die Hochterrassenebene des Jurafels in einem Engtälchen durchschneidet. Talauswärts dem Jura angelagert, befinden sich bis zu fünf Meter dicke Süßwasserkalkschichten (Kalk, Tuff, Dauch, Sand). Ort und Gemarkung sind uralter reicher Siedlungsboden. Die Bodenfunde erstrecken sich von der mittleren Altsteinzeit über alle vor- und frühgeschichtlichen Kulturstufen bis zum Hochmittelalter. Bei Wittislingen befindet sich eine Silex-Rohmaterial-Lagerstätte. Gräber aus der Zeit der Merowinger belegen, dass die Gegend schon früh besiedelt war.

Wittislingen ist durch seine Bodenfunde international bekannt und zwar einmal durch den "Wittislinger Fund von 1881", zum andern in der jüngsten Zeit ab 1951 durch die Profile der Süßwasser- oder Quellkalke (Kalktuff), aus denen sowohl das bis dahin unklare Alter der Jungsteinzeit (angenommen wurde 2500 v. Chr.) nach Radiokohlenstoffmethode (C14) auf rund 4100 v. Chr. bestimmt werden konnte. Wittislingen ist eine alemannische Gründung. Unter den Funden ragt heraus das Grab einer alemannischen Hochadeligen aus dem 7. Jahrhundert, dessen prächtige Beigaben als Wittislinger Fund heute in der prähistorischen Staatssammlung in München aufbewahrt werden.

MittelalterBearbeiten

Das Grab des Heiligen Ulrichs (890–973, Bischof von Augsburg), das sich in der Basilika St. Ulrich und Afra befindet, spricht dafür, dass Wittislingen spätestens zu dieser Zeit Sitz eines hochadeligen Geschlechtes war, dem auch der heilige Ulrich entstammte. Bezeichnend für diese Annahme ist die Lebensbeschreibung des Heiligen Ulrich in Gerhards Vita, dass der Bischof Ulrich kurz vor seinem Tode im Jahre 973 mit seinen beiden Neffen, den Grafen Richwin und Hubald, einige Tage im Oppidum „quod nominatur Uuittegislingua“ weilte, um einen Erweiterungsbau der dortigen Kirche anzuordnen. Die Gräber seiner Eltern Hubald und Burga, die bei dieser Kirche lagen, sollten nicht länger den Witterungseinflüssen ausgesetzt bleiben, sondern ins Innere der Kirche einbezogen werden.

Die Oberhoheit über Wittislingen lag seit 1261 bei Herzogtum Bayern bzw. ab 1505 bei Pfalz-Neuburg, die Niedere Gerichtsbarkeit mit eigenem Niedergericht beim Hochstift Augsburg. Vor allem in der Zeit zwischen 1455 und 1560 wuchs der Ort durch Aufteilungen an.

Neuzeit und GegenwartBearbeiten

Erst 1783 erwarb das Hochstift Augsburg durch Tausch auch die Hohe Gerichtsbarkeit dazu. Wittislingen war zu dieser Zeit auch Sitz eines Vogtes des Augsburgerischen Hochstifts. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zum Königreich Bayern. 1818 wurde Wittislingen im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern eine selbstständige politische Gemeinde.

Seit 1952 führt der Ort das abgebildete Wappen. Es weist hin auf die bedeutende Frühzeit sowie auf die große Vergangenheit des Ortes, Stammsitz und Besitz der Grafen von Dillingen und Besitz des Hochstifts Augsburg. 1955 wurde Wittislingen zum Markt erhoben.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schabringen eingegliedert.[3]

PolitikBearbeiten

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

Der Marktgemeinderat hat 14 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen:

  • CSU: 6 Sitze
  • Freie Unabhängige Wählervereinigung (FUW): 4 Sitze
  • SPD/Unabhängige Bürger: 2 Sitze
  • Freie Wähler: 2 Sitze

Erster Bürgermeister ist seit 1. Oktober 2012 Ulrich Müller (überparteilich), Zweiter Bürgermeister seit 2014 Paul Seitz (CSU).

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot ein goldener Schrägbalken, begleitet oben von einem schreitenden silbernen Löwen, unten von der großen Bügelfiebel von Wittislingen.

BaudenkmälerBearbeiten

  • Pfarrkirche St. Ulrich und Martin. Sie steht an der Stelle einer alten, im romanischen Stil gehaltenen Kirche, die 1750 abgebrochen wurde. Das Martinspatrozinium wurde 1805 durch ein Ulrichspatrozinium verdrängt.

PersönlichkeitenBearbeiten

VereineBearbeiten

  • Musikverein Wittislingen
  • TSV Wittislingen
  • Imkerverein Wittislingen
  • Storchenfreunde Wittislingen
  • Kultur-Event-Verein Schabringen

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wittislingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Wittislingen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 30. August 2019.. Dort fünf amtlich benannte Gemeindeteile, da Zöschlingsweiler fälschlicherweise zweimal aufgelistet wird.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 770.