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Bissingen (Bayern)

Gemeinde im Landkreis Dillingen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Bissingen
Bissingen (Bayern)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Bissingen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 43′ N, 10° 37′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen an der Donau
Höhe: 454 m ü. NHN
Fläche: 64,21 km2
Einwohner: 3650 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86657
Vorwahlen: 09084, 09089
Kfz-Kennzeichen: DLG, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 117
Marktgliederung: 32 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Am Hofgarten 1
86657 Bissingen
Website: www.bissingen.de
Bürgermeister: Michael Holzinger (FW / FWU / WGU / CWB / WGO)
Lage des Marktes Bissingen im Landkreis Dillingen an der Donau
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Über dieses Bild

Bissingen ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau.

GeografieBearbeiten

 
Blick auf Schloss und Pfarrkirche
 
Evangelische Kirche
St. Laurentius im Ortsteil Unterringingen
 
Katholische Pfarrkirche Peter und Paul

Bissingen liegt in der Region Augsburg und grenzt an den Landkreis Donau-Ries. Durch Bissingen und einige seiner Teilorte fließt die Kessel. Geologisch gehört das Gemeindegebiet zur Riesalb, dem östlichsten, nur mehr hügeligen Ausläufer der Schwäbischen Alb.

Die Gemeinde hat 32 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Es existieren die Gemarkungen Bissingen, Buggenhofen, Burgmagerbein, Diemantstein, Fronhofen, Gaishardt, Göllingen, Hochstein, Kesselostheim, Leiheim, Oberliezheim, Oberringingen, Stillnau, Thalheim, Unterbissingen, Unterringingen, Warnhofen und Zoltingen.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

 
Bissingen im Jahr 1947, Zeichnung Walter Kittel

Alemannische Reihengräberfunde weisen auf eine frühe Besiedelung des Ortes hin. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Bissingen um das Jahr 1140 in einer Schenkungsurkunde für das Chorherrenstift Berchtesgaden. Schon 1281 wurde der Ort erstmals als Markt bezeichnet. Bissingen war Bestandteil und später auch Sitz der Herrschaft Hohenburg-Bissingen, die schon vor dem Jahr 1281 mit weiten Teilen des Kesseltals in den Besitz der Grafen von Oettingen gelangt war. Seit 1327 hatten der Ort und die Herrschaft wechselnde Besitzer. Einer von ihnen, der Söldnerführer Sebastian Schertlin von Burtenbach, ließ in den Jahren 1558/59 das heutige Schloss Bissingen erbauen.

Im Jahre 1661 fielen der Markt Bissingen und die Herrschaft, die jetzt Hohenburg-Bissingen genannt wurde, zurück zum Fürstentum Oettingen-Wallerstein. Bissingen wurde Sitz eines Obervogtamts. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Im Jahre 1818 wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern ein fürstliches Herrschaftsgericht eingerichtet, das in den Revolutionsjahren 1848/49 aufgelöst bzw. in ein Landgericht umgewandelt wurde. Dieses wurde 1862 nach Höchstädt verlegt.

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

Die Pfarrkirche in Bissingen wurde in den Jahren 1858 bis 1860 auf den Mauern der alten, 1682 errichteten Kirche, neu erbaut. Der 45 m hohe Zwiebelturm blieb erhalten und ist ein Wahrzeichen Bissingens.

1906 entdeckte der Apotheker Max Premauer in Bissingen eine Heilquelle, die sogenannte Bissinger Auerquelle. Dies führte auch zur Entstehung mehrerer Kurhäuser in Bissingen.

EingemeindungenBearbeiten

Ehemalige
Gemeinde
Einwohner
(1970)
Datum Anmerkung
Buggenhofen 64 01.07.1971[3]
Burgmagerbein 98 01.07.1971[3]
Diemantstein 247 01.01.1972[3]
Fronhofen 163 01.01.1972[3]
Gaishardt 69 01.07.1971[3]
Göllingen 119 01.07.1971[3]
Hochstein 167 01.07.1971[3]
Kesselostheim 143 01.07.1971[3]
Leiheim 69 01.07.1971[3] Eingemeindung nach Unterringingen
Oberliezheim 181 01.05.1978[4]
Oberringingen 188 01.07.1971[3] Eingemeindung nach Unterringingen
Stillnau 194 01.05.1978[4]
Thalheim 101 01.01.1972[3]
Unterbissingen 271 01.07.1971[3]
Unterringingen 124 01.05.1978[4]
Warnhofen 145 01.01.1972[3]
Zoltingen 115 01.07.1971[3] Eingemeindung nach Unterringingen

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1959 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2017
Einwohner 3769 3426 3129 3039 2876 4061 3432 3359 3244 3346 3493 3610 3616 3465 3595 3630

(Quelle unter[5])

PolitikBearbeiten

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

Der Marktgemeinderat hat 16 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl 2014 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen:

  • CSU/Bürgerblock: 2 Sitze
  • CBU/Christliche Bürger unteres Kesseltal: 1 Sitz
  • Christlicher Wählerblock Oberes Kesseltal: 2 Sitze
  • BwB – Bürger wählen Bürger: 2 Sitze
  • Freie Wähler: 2 Sitze
  • SPD: 1 Sitze
  • Wählergemeinschaft Unterringingen: 2 Sitze
  • Freie Unabhängige Wähler Unteres Kesseltal: 1 Sitze
  • FDP/Freie Bürger: 1 Sitz
  • Wählergemeinschaft Oberliezheim: 1 Sitz
  • Wählergemeinschaft Stillnau: 1 Sitz

Bürgermeister ist seit 1990 Michael Holzinger (FW/CWB/WGU/FWU/WGO)

GemeindefinanzenBearbeiten

Im Jahr 2011 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 3.653.000 €, davon waren 1.993.000 € Gewerbesteuereinnahmen (netto).

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten; vorne geschacht von Gold und Rot; hinten in Blau ein senkrecht stehendes, goldenes Pferdegebiss mit Kinnkette.“[6]

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Partnergemeinde von Bissingen ist Oberwiera in Sachsen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schloss Bissingen

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Es gab 2011 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft fünf, im produzierenden Gewerbe 620 und im Bereich Handel und Verkehr 90 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 125 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1373. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 95 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 3347 ha. Davon waren 2356 ha Ackerfläche und 987 ha Dauergrünfläche.

BildungBearbeiten

Es gibt in Bissingen einen Kindergarten mit 100 Kindergartenplätzen und 84 betreuten Kindern (Stand 2012) sowie zwei Volksschulen, in denen 189 Schülerinnen und Schüler von 13 Lehrkräften unterrichtet werden (Schuljahr 2011/12).

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Georg Danner († 1686 in Unterbissingen), Baumeister des Barock
  • Friedrich von Schreiber (1819–1890), von 1875 bis 1890 Erzbischof von Bamberg, in Bissingen geboren
  • Alban Haas (1877–1968), katholischer Priester und Prälat, Heimat- und Kirchengeschichtler, geboren im Ortsteil Diemantstein

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Bissingen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 31. August 2019.
  3. a b c d e f g h i j k l m n Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 446.
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 770.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik: Statistik kommunal 2018. Abgerufen am 23. August 2019.
  6. Eintrag zum Wappen von Bissingen (Bayern) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte