Wildeshausen

Stadt in Niedersachsen

Wildeshausen (plattdeutsch Wilshusen) ist die Kreisstadt des niedersächsischen Landkreises Oldenburg mit 20.667 Einwohnern. Sie liegt an der Hunte inmitten des Naturparks Wildeshauser Geest.

Wappen Deutschlandkarte
Wildeshausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wildeshausen hervorgehoben

Koordinaten: 52° 54′ N, 8° 26′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Oldenburg
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 89,7 km2
Einwohner: 20.667 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 230 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27793
Vorwahlen: 04431, 04434, 04445
Kfz-Kennzeichen: OL
Gemeindeschlüssel: 03 4 58 014
Stadtgliederung: 21 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1
27793 Wildeshausen
Website: www.wildeshausen.de
Bürgermeister: Jens Kuraschinski[2] (parteilos / UWG)
Lage der Stadt Wildeshausen im Landkreis Oldenburg
Landkreis OldenburgNiedersachsenLandkreis VechtaLandkreis DiepholzDelmenhorstBremenLandkreis CloppenburgLandkreis AmmerlandOldenburg (Oldenburg)Landkreis WesermarschColnradeWinkelsettWildeshausenGroßenknetenPrinzhöfteBeckelnDötlingenWardenburgHattenHarpstedtHudeGanderkeseeDünsenKirchseelteGroß IppenerKarte
Über dieses Bild

LageBearbeiten

 
Wildeshausen mit der Alexanderkirche

Wildeshausen liegt an der mittleren Hunte im Bereich des Geestdurchbruchtals der Cloppenburger Geest. Es grenzt im Südwesten an den Landkreis Vechta, während das restliche Stadtgebiet an verschiedene Gemeinden des Landkreises Oldenburg grenzt. Die Stadt ist sowohl von landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen als auch von Wäldern umgeben. Die noch vor einem guten Jahrhundert vorherrschenden Heideflächen sind fast restlos verschwunden.

Wildeshausen ist Kreisstadt des Landkreises Oldenburg und Mittelzentrum der Region. Die nächsten Großstädte sind Oldenburg (Oldb) im Norden (ca. 30 km), Bremen im Nordosten (ca. 30 km) und Osnabrück im Süden (ca. 70 km). Wildeshausen befindet sich in der Metropolregion Nordwest.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbarorte sind, beginnend von Norden im Uhrzeigersinn, die Gemeinde Dötlingen, die Gemeinden Prinzhöfte, Winkelsett und Colnrade (alle Samtgemeinde Harpstedt), die Gemeinde Goldenstedt, die Gemeinde Visbek, die Ortschaft Ahlhorn (Gemeinde Großenkneten) und schließlich die Gemeinde Großenkneten.

Großenkneten (13 km) Dötlingen (6 km) Prinzhöfte (11 km)
Ahlhorn (14 km)   Winkelsett (7 km)
Visbek (10 km) Goldenstedt (11 km) Colnrade (8 km)

Die Entfernungsangaben beziehen sich auf die Entfernung bis zum Ortszentrum.

Stadtgliederung – Kerngebiet und LandgemeindeBearbeiten

Neben dem Stadtkern besteht die Stadt Wildeshausen auch aus der das Kerngebiet (Stadt I, II und III) umgebenden Landgemeinde. Dieser gehören folgende Bauerschaften an, bei denen es sich überwiegend um bäuerlich geprägte kleine Dörfer oder Weiler handelt (Einwohnerzahlen Stand vom 1. Januar 2017 in Klammern)[3]:

GeschichteBearbeiten

Anfänge und Geschichte im MittelalterBearbeiten

Die Umgebung von Wildeshausen wird auch „Quadratmeile der deutschen Vorgeschichte“ genannt.[4][5] Die Kleinenkneter Steine, die Visbeker Braut, das Pestruper Gräberfeld und andere in der Wildeshauser Geest gelegene Grabanlagen aus der Zeit vor Christi Geburt weisen auf eine frühe Besiedlung der Region hin und sind seit deren Einweihung im Mai 2009 Stationen an der Straße der Megalithkultur.

 
Erinnerung an die „Translatio Sancti Alexandri“ durch Waltbert vor dem Rathaus Wildeshausen

Etwa im Jahre 800 erfolgt eine Besiedlung im Bereich des heutigen Wildeshausen, erstmals wird Wildeshausen in der Translatio Sancti Alexandri erwähnt. Der Ortsname Wildeshausen ist vermutlich von einem Nachkommen des sächsischen Herzogs Widukind namens „Wigald“ (abgeschliffene Form von „Wigwald“) abgeleitet. Der Ort wurde demzufolge anfangs Wigaldinghus genannt.[6] Im Winter 850/851 wurden die Gebeine des Märtyrers Alexander durch Waltbert, ebenfalls Nachkomme Widukinds, von Rom nach Wildeshausen überführt. Das in dieser Zeit gegründete Alexanderstift wurde in den folgenden Jahren mit Besitzungen reich beschenkt, der Ort gelangte im Mittelalter zu einer regionalen Bedeutung, verstärkt auch durch die Lage am Hunteübergang der Flämischen Straße von Lübeck über Hamburg und Bremen nach Flandern sowie der Rheinschen Straße über Vechta und Osnabrück in das Rheinland[7].

Der kleine Ort Wildeshausen war im Jahre 988 Königshof[8] für die mittelalterlichen Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, die nicht von einer Hauptstadt aus, sondern durch den persönlichen Kontakt von Königshöfen und Kaiserpfalzen aus regierten (Reisekönigtum). Johann Renner schildert in seiner Chronica[9], dass der „Keiser Otto holt ein tidtlank hof to Wildeshusen“. Der achtjährige Kaiser Otto III. war mit seiner Mutter, der Kaiserin Theophanu Anfang März 988 zum Königshof nach Wildeshausen gekommen. Sie trafen dort mit dem hochbetagten Erzbischof Adaldag von Bremen zusammen, dem ehemaligen Kanzler und Notar von Otto I. (HRR) Der Bischof erhielt drei Diplome zugunsten Bremens[10]. Der Aufenthalt in Wildeshausen diente dazu, eine umfassende Regelung der Fragen vorzunehmen, die das Erzbistum Hamburg-Bremen berührten. Dazu hatte Adaldag eine Anzahl von Urkunden der Vorgänger von Otto III. mitgebracht, die die kaiserliche Kanzlei unter dem Herzog Bernhard von Sachsen überprüfte. Am 16., 18. und 20. März wurden die neuen Diplome, die auf Wunsch des Erzbischofs noch ergänzt wurden, ausgefertigt. In der Abhandlung von Uhlitz[11] wird der Inhalt der 3 Urkunden ausführlich beschrieben. Bemerkenswert ist, weshalb das Treffen nicht in Bremen am Sitz des Bischofs mit seinen besseren Unterkunftsmöglichkeiten stattfand. Weitere Gründe für den Besuch in Wildeshausen mit Ausnahme der Aushändigung der Diplome sind nämlich nicht erkennbar.[12]

Als Begründer der Wildeshauser Linie des Oldenburger Grafenhauses gilt Heinrich I. (Oldenburg) Während sein jüngerer Bruder Christian I. in Oldenburg residierte, richtete Heinrich I. sein Herrschaftszentrum in Wildeshausen ein, was einer faktischen Teilung der Herrschafts- und Besitzverhältnisse entsprach. Heinrichs Vater Egilmar II. war Vogt des Wildeshauser Alexanderstifts gewesen. Vermutlich hatte Heinrich I. auch bereits die Burg Wildeshausen auf dem Wildeshauser Wittekindsberg errichtet. Nach seinem Tod 1167 übernahm sein Sohn Heinrich II. die Grafschaft bis 1198. Seine Söhne Heinrich III. von Bruchhausen und Burchard von Oldenburg-Wildeshausen übertrugen Burg und Vogtei Wildeshausen an das Erzbistum Bremen, um es von ihm als Lehen zurückzuempfangen. Vorausgegangen war ein Konflikt mit der Oldenburger Linie des Grafenhauses um diverse Besitzrechte. Nach dem Tod von Burchards Sohn Heinrich IV. von Oldenburg-Wildeshausen 1270 fiel Wildeshausen dann als erledigtes Lehen an das Erzbistum Bremen.[13] 1270 erhielt die Siedlung das Bremer Stadtrecht, war aber schon in den 1230er Jahren von Propst und Graf zur Stadt erhoben worden, wie Siegel und Münzen nahelegen.[14] und ist damit die älteste Stadt im Oldenburger Land. Spätestens ab 1282 war die Stadt von einer Stadtmauer umgeben. Im Jahr 1403 wurde die Schützengilde gegründet, die bis heute zu den wichtigsten Einrichtungen der Stadt gehört.

Wildeshausen gehörte zu dieser Zeit zu Bremen, wechselte aber im Spätmittelalter zu Münster. Nach einer Auseinandersetzung mit der münsterschen Regierung in der Reformationszeit, bei der ein Pfarrer von Wildeshauser Bürgern erschlagen wurde, wurden Burg und Stadt 1529 durch Münstersche Truppen besetzt. Der Wildeshauser Bürgermeister Lickenberg wurde hingerichtet, die Stadtmauer zerstört und Wildeshausen zu einem Flecken herabgestuft. Erst 1544 wurden wieder ein Wall um die Stadt errichtet und gewisse städtische Freiheiten erreicht. Zur alten Bedeutung gelangte Wildeshausen in den folgenden Jahrhunderten aber nicht mehr.

Wildeshausen in der NeuzeitBearbeiten

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde auch Wildeshausen in Mitleidenschaft gezogen: So wurde 1623 die Heilig-Geist-Kapelle vor der Stadt zerstört und die Pest suchte Wildeshausen heim. Nach wechselnder Zugehörigkeit zu Schweden (1648–1679) und Münster (1689–1700) kamen Stadt und Amt Wildeshausen 1700 an das Kurfürstentum Hannover. Hierfür wurde das heute noch bestehende Amtshaus an der Alexanderkirche errichtet und der ebenfalls erhaltene Marktbrunnen vor dem Rathaus. Die letzten Reste der Burg wurden hingegen 1789 abgetragen, das baufällige Westertor 1808.

1803 erhielt Oldenburg Wildeshausen, welches im Mittelalter bereits Sitz einer Nebenlinie dieses Hauses war. Nach kurzer Unterbrechung in den Jahren 1810 bis 1813, in denen Wildeshausen unter französischer Herrschaft stand, blieb die Stadt bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts Teil des Großherzogtums bzw. Freistaats Oldenburg. Während der französischen Zeit erhielten die Katholiken das Recht der freien Religionsausübung, es wurde eine katholische Kirche erbaut, die bereits 1822/23 wegen Baumängeln neu errichtet werden musste. 1830 wurde auch eine jüdische Gemeinde gegründet. Weiterhin hielt die moderne Zeit Einzug nach Wildeshausen: 1838 wurde der Friedhof von der Alexanderkirche vor die Tore der Altstadt verlegt, Villen entstanden ebenfalls außerhalb der Stadt. 1873 wurde das Krankenhaus Johanneum gegründet, 1898 erhielt die Stadt Anschluss an die Eisenbahn, 1899 an das Stromnetz, schon 1895 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Während des Ersten Weltkrieges gab es von 1916 an in Wildeshausen einen Luftschiffhafen. Die Luftschiffhalle befand sich etwa an der Stelle der heutigen Zeppelinstraße. Die Halle wurde zunächst vom Heer, später von der Marine für ihre Luftschiffe genutzt und nach dem Ersten Weltkrieg abgebrochen.

Mit der Oldenburgischen Gebietsreform 1933 wurde das Amt Wildeshausen aufgelöst und der Landkreis Oldenburg mit Sitz in Oldenburg gegründet, die Nationalsozialisten übernehmen auch hier die Macht. Die Wildeshauser Synagoge, die bereits aufgegeben war, wurde an dem Tag nach der „Reichspogromnacht“ 1938 zerstört. Während des Zweiten Weltkriegs blieb Wildeshausen von Zerstörungen weitgehend verschont.

Die Stadt seit 1945Bearbeiten

 
Kreishaus in Wildeshausen
  • 1946: Wildeshausen wurde niedersächsisch.
  • 1960: Wildeshausen wurde mit der Wittekind-Kaserne, in der das Grenadierbataillon 313, nachmalig Fallschirmjägerbataillon 272 und das Panzerartilleriebataillon 315 stationiert waren, Garnison der Bundeswehr.
  • 1972: Am Vormittag des 13. November wurde die Stadt und Umgebung vom Orkan Quimburga mit Windgeschwindigkeiten von 200 km/h heimgesucht; es gab hohe Sachschäden an Gebäuden und Fahrzeugen; ganze Waldgebiete im Umland wurden teilweise vernichtet. Das damals noch über Land geführte Elektrizitäts- und Telefonnetz wurde zerstört, so dass zahlreiche Haushalte Tage oder Wochen ohne Strom und Telefonverbindung auskommen mussten. Die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk waren im Einsatz, um die durch umgestürzte Bäume von der Außenwelt abgeschnittenen Häuser wieder zugänglich zu machen. Noch heute zeugen mehrere Gedenksteine in der Umgebung von Wildeshausen von der Katastrophe.
  • 1977: Wildeshausen erhielt den Status eines staatlich anerkannten Luftkurortes.
  • 1988: Die Kreisverwaltung des Landkreises Oldenburg zog von Oldenburg nach Wildeshausen, das damit Kreisstadt wurde. Für die Unterbringung der Kreisverwaltung wurde ein Gebäudekomplex neu errichtet.
  • 2007: Die Bundeswehr verließ Wildeshausen, der Standort Wittekind-Kaserne wurde aufgegeben.

Die Stadt ist seither durch die kontinuierliche Schaffung von Baugebieten im Westen der Stadt und damit einhergehendem Zuzug von Neubürgern stetig gewachsen.

ReligionenBearbeiten

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Stadtratswahl 2021
Wahlbeteiligung: 52,81 %
 %
30
20
10
0
19,3 %
21,0 %
12,1 %
12,0 %
13,2 %
2,9 %
2,8 %
0,7 %
n. k. %
11,3 %
4,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
−11,4 %p
−6,61 %p
−7,95 %p
+5,14 %p
+8,15 %p
−0,65 %p
−0,06 %p
−0,97 %p
−1,61 %p
+11,3 %p
+4,8 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g Einzelbewerber Karl Schulze Temming-Hanhoff
i Einzelwahlvorschlag Müller
j Christlich Demokratische Wählergemeinschaft Wildeshausen e.V.

Der Rat der Stadt Wildeshausen besteht aus 32 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 15.001 und 20.000 Einwohnern.[16] Die 32 Ratsfrauen und Ratsherren werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.

Stimmberechtigt im Rat der Stadt ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister.

Aus den Ergebnissen der vergangenen Stadtratswahlen ergaben folgende Sitzverteilungen:

Stadtrat 2021
1
7
4
1
4
4
7
4
2
Insgesamt 34 Sitze
Partei/Gruppierung 2021[17] 2016[18]
SPD 7 9
CDU 7 4
FDP 4 2
CDW WG[19][20] 4 6
Unabh. WG Wildeshausen (UWG) 4 6
GRÜNE 4 2
AfD 2
LINKE 1 1
EB Schulze Temming-Hanhoff 1 1
PIRATEN 0 1

Im April 2018 traten vier CDU-Mitglieder aus der Fraktion aus und gründeten eine selbstständige Fraktion.[19] Anfang Mai 2018 traten zwei weitere Mitglieder der CDU aus der Fraktion aus und schlossen sich der CDW-Fraktion an.[20]

BürgermeisterBearbeiten

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Wildeshausen ist Jens Kuraschinski.[2] Er hat drei gleichberechtigte stellvertretende Bürgermeister, die ihn bei repräsentativen Aufgaben vertreten.[21]

Bei der Direktwahl zum Bürgermeister am 25. Mai 2014 konnte keiner der vier zur Wahl stehenden Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen.[22] Bei der Stichwahl am 15. Juni 2014 konnte sich der parteilose Jens Kuraschinski mit 54,45 Prozent der Stimmen gegen seine ebenfalls parteilose Konkurrentin Sabine de Buhr-Deichsel durchsetzen. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,58 Prozent.[23] Jens Kuraschinski hat das Amt am 1. November 2014 vom bisherigen Bürgermeister Kian Shahidi übernommen.

2021 wurde Kuraschinsk mit 58,24 Prozent der Stimmen gegen Marko Bahr (parteilos) im Amt bestätigt.[24]

StadtwappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber wachsend eine bis zum oberen Turmgesims schwarz gefugte, zweitürmige rote Kirchenfront mit von rotem Ziegeldach bedecktem Kirchenschiff, darin ein schwarz gefasstes, von zwei schwarzen Rundbogenfenstern beseitetem offenem, blauem Portal, darin wachsend die Büste eines nimbierten goldenen jungen Heiligen; in den mit schwarzen Dreipassöffnungen spitzbedachten, grün beknauften Turmoberteilen je ein schwarzes romanisches Zwillingsfenster, erhöht um ein griechisches schwarzes Kreuzlein innerhalb des Außenbogens, alles mittig erhöht durch eine grünbespitzte, goldenbebutzte rote Rose.“

Wappererklärung: Die Kirchenfront symbolisiert die alte Alexanderkirche, der jugendliche Heilige den Märtyrer Alexander, den Schutzpatron der Kirche.

Das Wappen zeigt im silbernen Wappenschild die Frontansicht der alten Alexanderkirche mit zwei kurzen spitz bedachten Türmen, zwischen denen eine fünfblättrige Rose schwebt. Im blauen Torbogen das Haupt (gelb) des jugendlichen Märtyrers Alexander, des Schutzheiligen der Kirche.[25]

Heinrich II. heiratete Beatrix von Hallermund aus einem Grafengeschlecht mit Besitzungen um Springe am Deister. Unter ihrem Sohn Graf Heinrich III. wurden Ende des 12. Jahrhunderts die ursprünglich im Wappen aufgeführten ammerländischen Balken, die die Herkunft des Grafengeschlechtes aus dem Hause Oldenburg dokumentierten, gegen die drei Hallermunder Rosen ausgetauscht, um die Eigenständigkeit der Wildeshauser Linie zu betonen.[13]

StadtflaggeBearbeiten

Die Farben der Stadtflagge sind Weiß und Rot.[25]

PartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Der Remter: ältestes Gebäude in Wildeshausen
 
Altes Rathaus
 
Glockenspiel am Stadthaus

Der Tourismus konzentriert sich auf die Sehenswürdigkeiten in der Wildeshauser Altstadt und auf die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung der Stadt, die Stationen der Straße der Megalithkultur bilden.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

RathausBearbeiten

In der von einem Wallring umgebenen Altstadt ist das historische Rathaus mit einem hochgotischen Treppengiebel aus dem 13. bis 15. Jahrhundert sehenswert, das als Zeichen der aufstrebenden Stadt in direkter Blickachse zur Alexanderkirche errichtet wurde. Der obere Saal des Rathauses dient heute als Veranstaltungsraum, unter anderem für Ratsversammlungen – die Stadtverwaltung selbst ist heute im benachbarten Stadthaus untergebracht, welches ein Glockenspiel mit Szenen aus der Wildeshauser Geschichte aufweist.

Fachwerkhäuser, GebäudeensemblesBearbeiten

Zu den wenigen Fachwerkbauten in der Altstadt zählt unter anderem das Dielenhaus Sägekuhle 2 von 1775, das inzwischen saniert wird. Des Weiteren finden sich schöne Gebäudeensembles um die Herrlichkeit und die Grüne Straße.

AlexanderkircheBearbeiten

Die evangelisch-lutherische Alexanderkirche ist eine spätromanische Basilika, die als Stiftskirche in der Mitte des 13. Jahrhunderts fertiggestellt wurde und nach der Auflösung des Stiftes als Stadtkirche dient. Ursprünglich wies die Kirche zwei Türme auf, die aber kurz nach ihrer Erbauung einstürzten. Im Innern wurde der Bau in den Jahren 1907–1910 im Jugendstil gestaltet; es sind aber auch einige Ausstattungsgegenstände aus der 800-jährigen Geschichte der Kirche erhalten, wie ein Triumphkreuz aus dem 14. Jahrhundert. Zwei Armreliquiare des heiligen Alexander aus der Zeit um 1220–1230 befinden sich heute in der Propsteikirche St. Georg in Vechta. Ein weiteres Überbleibsel des Stiftes ist der Remter (Kapitelhaus) aus dem 10. Jahrhundert, der das älteste Bauwerk Wildeshausens und eines der ältesten Profanbauten in Norddeutschland darstellt. Östlich des Remters wurde am 8. Oktober 2011 ein Bibelgarten eröffnet.

Burgberg und KurparkBearbeiten

Von der im 13. Jahrhundert erbauten, ehemaligen Burg ist nur noch der Burgberg erhalten geblieben, der heute ein Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer beider Weltkriege beherbergt. Der Burgberg geht fließend in den Kurpark über, der im Osten von der Hunte begrenzt wird. Der Park bietet den Besuchern eine Konzertmuschel sowie eine Kneipp-Anlage, d. h. ein Wassertretbecken und ein Armbecken. Als Auftaktveranstaltung des Gildefestes finden im Kurpark am Pfingstsonntagabend der große Zapfenstreich und das Riesenfeuerwerk des Wildeshauser Gildefestes statt.

Unmittelbar westlich des Burgbergs steht die katholische St.-Peter-Kirche vom Anfang des 19. Jahrhunderts.

DampfkornbranntweinbrennereimuseumBearbeiten

Innerhalb der Altstadt befindet sich das Dampfkornbranntweinbrennereimuseum Wildeshausen.[26] Die ursprüngliche Brennerei wurde im Jahr 1850 von der Brennerfamilie Kolloge gegründet. Über Jahrzehnte hinweg produzierte sie etwa 200 verschiedene Spirituosen für die umliegende Region. Das fünfgeschossige Gebäude stammt aus dem Jahr 1895. Durch einen Orkan am 13. November 1972 stürzten große Teile des Schornsteins der Brennerei ein. Daraufhin stellte der letzte aktive Brennereiunternehmer Ulrich Kolloge die Produktion ein. In Privatinitiative wurde das Gebäude seit 1978 restauriert und 1982 zu einem symbolischen Preis an den eigens gegründeten Museumsverein verpachtet. Herzstück der Destille ist die funktionierende Dampfmaschine, die bis 1972 den kompletten Dampfmaschinenpark antrieb. Das Museum wird nach wie vor vom Museumsverein betrieben und zählt etwa 2000 Besucher jährlich. Seit 2010 ist das Museum Station der Route der Industriekultur im Nordwesten.[27]

DruckereimuseumBearbeiten

Das Museum in der Bahnhofstraße 13 stellt eine original eingerichtete Druckerei dar, die im Jahr 1859 gegründet wurde. Bis 1987 wurde dort die „Wildeshauser Zeitung“ (siehe Kreiszeitung#Kreiszeitung Verlagsgesellschaft) hergestellt.

Villa KnaggeBearbeiten

 
Villa Knagge vor der Sanierung

Die Villa Knagge ist ein denkmalgeschütztes Gebäude an der Ahlhorner Straße 10 in Wildeshausen. Das Landhaus Knagge in Wildeshausen wurde in den Jahren 1852–53 in den Formen des Spätklassizismus erbaut.[28] In das Giebeldreieck wurde ein Glasmosaik nach dem Entwurf der „Königlich Bayerischen Hof-Mosaik Kunstanstalt Rauecker“ in München eingefügt. Das Mosaik zeigt auf blauem Grund betende Engel zu beiden Seiten einer Herz-Jesu-Darstellung vor einem goldenen Strahlennimbus. Ebenfalls aus dem Jahr 1906 stammt der in Mettlach von der Fa. Villeroy & Boch gefertigte, auf einen Entwurf der Bremer Firma Friedrich Wachsmuth zurückgehende Jugendstilfries unter der Traufe der Südfassade. Die in kräftigen Rot-, Blau- und Ockertönen gehaltenen Wandfliesen, die im Rapport das antike Anthemionmotiv im Sinne des Jugendstils frei abwandeln, bilden einen weiteren Beleg für das Nachleben antiker Formen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, ja bis in den Jugendstil hinein. Dieser Fries gehört nach der Beurteilung von Asche zweifellos zum Qualitätvollsten, was sich an derartigem Baudekor aus dieser Zeit im westlichen Niedersachsen erhalten hat.[28]

Jüdischer FriedhofBearbeiten

Der Jüdische Friedhof in Wildeshausen ist ein Kulturdenkmal. Er ist ein gut erhaltener jüdischer Friedhof im Landkreis Oldenburg. Auf dem Friedhof nördlich vom Wildeshauser Ortskern an der Ecke „Delmenhorster Straße“ und „Im Hagen“ befinden sich 86 Grabsteine für jüdische Verstorbene aus Wildeshausen und Umgebung aus den Jahren 1787 bis 1919.

Zeugnisse der MegalithkulturBearbeiten

In der Wildeshauser Geest liegen zahlreiche sehenswerte Hügelgräber und Megalithgräber, die der Stadt den Ruf einer „Quadratmeile der Vorgeschichte“ brachten. Von hoher Bedeutung sind hierbei das Pestruper Gräberfeld, das etwa 500 Grabhügel aus der Zeit von 900 bis 200 v. Chr. aufweist, und – in der Nähe – die Kleinenkneter Steine aus der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur (TBK) (3500–2800 v. Chr.); eines der Kleinenkneter Hünengräber wurde rekonstruiert, so dass ein Einblick in das ursprüngliche Aussehen der Grabanlagen gewonnen werden kann.

Weitere exemplarische vorzeitliche Grabanlagen auf dem Gebiete Wildeshausens sind die:

Siehe auch:

WassermühlenBearbeiten

Wildeshausen liegt auch an der Niedersächsischen Mühlenstraße in der Region Oldenburger Münsterland und Wildeshauser Geest. Auf dem Gebiet der Stadt Wildeshausen liegen die Lohmühle, eine 1556 errichtete Wassermühle,[29] und die 1487 erstmals urkundlich erwähnte Wassermühle in Heinefelde.[30] Sehenswert ist auch die Aumühle mit ihrem Mühlenteich.

FernwanderwegeBearbeiten

In Wildeshausen endet der von Wilhelmshaven herkommende Jadeweg und beginnt der Pickerweg, ein Wanderweg, der bereits im Mittelalter als Handels- und Pilgerweg genutzt wurde und durch die Geestlandschaft nach Osnabrück führt. Beide Wege, die in Nord-Süd-Richtung verlaufen, werden vom Geestweg gekreuzt, der von Meppen im Westen nach Bremen im Nordosten führt. Alle drei Wanderwege werden vom Wiehengebirgsverband Weser-Ems betreut. Nicht nur für Wanderungen zu Fuß und per Fahrrad, sondern auch für Paddeltouren auf der Hunte ist Wildeshausen ein oft gewählter Ausgangspunkt.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Jährlicher Veranstaltungshöhepunkt ist das Gildefest, welches Pfingsten stattfindet. Als Gründungsjahr der Wildeshauser Schützengilde gilt das Jahr 1403. Weiterhin werden vom Handels- und Gewerbe-Verein Wildeshausen (HGV) die jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen Frühjahrsmarkt, Schnäppchenmarkt, Herbstmarkt und Gänsemarkt organisiert.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Bahnhof Wildeshausen (Rückseite vor Sanierung)
 
Wasserkraftwerk in der Hunte

WirtschaftBearbeiten

Wildeshausen ist Sitz des Landkreises Oldenburg und damit Sitz vieler Behörden und vornehmlich Dienstleistungsstandort.[31] Außerdem spielt der Handel in Wildeshausen eine große Rolle. Das Einzugsgebiet umfasst über 65.000 Bürger aus anderen Gemeinden der Landkreise Oldenburg und Vechta.[32]

Das agrarisch geprägte Umland begünstigt die Nahrungsmittelindustrie: Größter Arbeitgeber der Stadt ist die 1967 von Landwirt Reinhold Stöver aus Aldrup gegründete Agrarfrost-Gruppe, einer der zwei größten deutschen Hersteller von Tiefkühl- und Kartoffelprodukten.[33] Die in verschiedenen Sparten der Getränkeherstellung und des Getränkevertriebs tätige Unternehmensgruppe Nordmann hat ihren Stammsitz in Wildeshausen. Des Weiteren sind Unternehmen der fleischverarbeitenden Industrie hier ansässig, die unter anderem der PHW-Gruppe angehören. Wildeshausen ist Teil des Agrartechnologieclusters Cloppenburg/Vechta für Veredlungswirtschaft, indem vorgelagerte und nachgelagerte Unternehmen der Fleischindustrie konzentriert angesiedelt sind und indem Forschung gebündelt wird.[34]

Wildeshausen ist Sitz des deutschlandweit tätigen KüchenTreff Verbandes. Atlas Weyhausen, ein großes Maschinenbau-Unternehmen, beschäftigt in Wildeshausen über 200 Mitarbeiter und gehört zu den führenden Unternehmen der Maschinenbaubranche. Als Traditionsunternehmen hat auch HÜFFERMANN seinen Hauptsitz in Wildeshausen. Aktuell zählen rund 200 Mitarbeiter zum wachsenden Unternehmen der Kran- und Schwerlastlogistik.

Derzeit laufen Planungen für ein über 70 ha großes Industriegebiet direkt an der Anschlussstelle Wildeshausen-West an der Bundesautobahn 1.[35]

TourismusBearbeiten

Wildeshausen liegt im Zentrum des Naturparks Wildeshauser Geest. Der Fremdenverkehr spielt für die als Luftkurort ausgewiesene Stadt eine wichtige Rolle. Der Tourismus konzentriert sich auf die Megalith- und Hügelgräber in der Umgebung der Stadt, die Stationen der Straße der Megalithkultur bilden, und die Altstadt.

VerkehrBearbeiten

Wildeshausen liegt an der Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe und hat einen Bahnhof mit Kreuzungsmöglichkeit, an dem sich zur vollen Stunde die Züge der NordWestBahn auf der Linie RB 58 (Der Bramscher) in Richtung Osnabrück und Richtung Bremen begegnen.

Güterverladung auf die Bahn ist in Wildeshausen nicht mehr möglich; die Strecke selbst wird bis Rechterfeld noch sporadisch im Güterverkehr bedient.

Die Stadt ist über die Anschlussstellen Wildeshausen-Nord und -West an die A 1 angeschlossen. Die B 213 von Delmenhorst nach Cloppenburg umgeht den Stadtkern auf einer Neubautrasse. Über verschiedene Straßen ist die Kreisstadt mit den umliegenden Orten verbunden.

Energie und VersorgungBearbeiten

In der Stadt Wildeshausen gibt es zwei Wasserkraftwerke. Das denkmalgeschützte Wasserkraftwerk Oldenburg entstand in den Jahren 1927 bis 1929 und befindet sich nahe dem Stadtkern direkt in der Hunte. Mit zwei Turbinen von je 670 PS erzeugt das E.ON-Kraftwerk jährlich durchschnittlich zwei Millionen Kilowattstunden.[36] Ein weiteres Wasserkraftwerk befindet sich in Aumühle.[37] Die Stadt bezieht ihre elektrische Energie vollständig aus erneuerbaren Quellen.[38] In Wildeshausen befindet sich ein Wasserwerk, das vom OOWV betrieben wird. Das Wasserwerk dient der Wasserversorgung großer Teile des Landkreises Oldenburg und Teile der Stadt Bremen.

MedienBearbeiten

In Wildeshausen erscheint die Wildeshauser Zeitung, ein Kopfblatt der Kreiszeitung. Dazu erscheint wöchentlich am Donnerstag der Wildeshauser Anzeiger, der vom Aller-Weser Verlag aus Syke herausgegeben wird. Sonntags gibt es die beiden kostenlosen Wochenblätter Oldenburger Sonntagszeitung und Kreisblatt am Sonntag. Seit Anfang 2014 erscheint außerdem die tägliche Onlinezeitung Die Hunte.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

AmtsgerichtBearbeiten

Seit 1991 ist Wildeshausen wieder Sitz eines Amtsgerichts, welches neben der Stadt auch für die Gemeinden Großenkneten, Dötlingen und die Samtgemeinde Harpstedt zuständig ist. Das vorherige Gericht war 1972 trotz langer Tradition des Gerichtsstandortes Wildeshausen geschlossen und dem Amtsgericht Oldenburg zugeordnet worden.[39] Nach Wiedereinrichtung des Gerichts wurde aufgrund geänderter Planungen und damit verbundener räumlicher Überkapazitäten auch die IT-Schulung der niedersächsischen Justiz in Wildeshausen angesiedelt.[40]

BäderBearbeiten

Die Stadt Wildeshausen unterhält mit dem Krandelbad ein kombiniertes Frei- und Hallenbad. Das Hallenbad wurde neu gebaut und im September 2014 eröffnet, nachdem das alte Wildeshauser Kurbad an gleicher Stelle im Oktober 2010 geschlossen werden musste, da es aufgrund technischer und baulicher Mängel nicht mehr versicherbar war.[41] Nach mehrjährigen Überlegungen zu Sanierung oder Neubau des Bades wurde Anfang 2013 das alte Hallenbad abgerissen.

Eine früher vorhandene Sauna wurde im Krandelbad nicht wieder gebaut. Die findet man jedoch in unmittelbarer Nähe im privaten Sport-und-Wellness-Center Auszeit, das parallel zum Fitness-Angebot fünf unterschiedliche Saunen und auch ein Außenschwimmbecken (Wassertemperatur 28°) umfasst.

FeuerwehrBearbeiten

Es gibt zwei Standorte der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen, einen direkt im Stadtgebiet und einen in Düngstrup in der Landgemeinde. In der Feuerwehr stehen insgesamt über 100 Männer und Frauen für den aktiven Dienst zur Verfügung.

Des Weiteren gibt es in Wildeshausen eine Jugendfeuerwehr, die ihren Sitz im Feuerwehrhaus der Feuerwehr Wildeshausen hat. Hier werden über 30 Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren auf ihren Dienst in der aktiven Feuerwehr vorbereitet.

 
Haupteingang Krankenhaus Johanneum

Krankenhaus JohanneumBearbeiten

Heute gibt es in Wildeshausen noch ein Krankenhaus, das Krankenhaus Johanneum. Die Trägerin des Krankenhauses ist die Stiftung Johanneum (St.-Johannes-Stift) in Wildeshausen. Dieses Krankenhaus wurde in den 1970er Jahren modernisiert und erweitert, da ein früher vorhandenes zweites Krankenhaus (das evangelische Alexanderstift) aufgegeben wurde. Dort ist jetzt ein Altenheim.

Diakonie HimmelsthürBearbeiten

Diese Einrichtung betreut in Wildeshausen im Wesentlichen Menschen mit schweren Behinderungen. Sie bietet betreutes Wohnen, aber auch Arbeitsmöglichkeiten und vielerlei weitere Unterstützung. Die Diakonie Himmelsthür (früher Diakonische Werke Himmelsthür) ist der zweitgrößte Arbeitgeber der Stadt.

Weitere EinrichtungenBearbeiten

Wildeshausen ist Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Oldenburg und eines Katasteramts, welches für mehrere Gemeinden des Landkreises Oldenburg zuständig ist.

BildungBearbeiten

 
Wallschule

In Wildeshausen befinden sich sieben Kindergärten, drei Grundschulen, jeweils eine Förderschule, Hauptschule und Realschule und ein Gymnasium, das in den 1970er Jahren gegründet worden ist. Daneben gibt es eine berufsbildende Schule (BBS) und eine Volkshochschule für die Erwachsenenbildung sowie eine Musikschule.[42] Die weiterführenden Schulen, insbesondere die BBS und das Gymnasium, nehmen Schüler auch aus den benachbarten Gemeinden des Landkreises Oldenburg auf.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Johannes von Wildeshausen (* um 1180; † 1252 in Straßburg), Theologe und Ordensmeister der Dominikaner
  • Georg Aportanus (* 1495; † 1530 in Emden), Theologe und Reformator
  • Johannes Knagge (* 15. Juli 1807; † 30. März 1893 in Wildeshausen), Überseekaufmann und Erbauer der Villa Knagge
  • Peter Ernst Anton Heumann (* 16. Mai 1823; † 17. Juni 1902 in Oldenburg), Verwaltungsjurist, oldenburgischer Finanzminister
  • Eugen Bothe (* 10. Mai 1835; † 30. Juni 1912 in Oldenburg), Jurist und Präsident des oldenburgischen Oberlandesgerichtes
  • Heinrich Weltmann (* 27. Januar 1849; † 12. Januar 1921 in Wildeshausen), Textilkaufmann
  • Anton Stegemann (* 18. Oktober 1863; † 5. Januar 1931 in Lohne), katholischer Priester, Vereinsfunktionär und Politiker
  • Friedrich Kenkel (* 16. November 1885; † 1. November 1948 in Vechta), erster Leiter der Pädagogischen Akademie in Vechta
  • Fritz Strahlmann (* 19. Oktober 1887; † 14. April 1955 in Nordenham), Autor und Verleger
  • Manfred Rollié (* 5. April 1930), Ehrenbürger der Stadt, Bürgermeister von 1981 bis 1999
  • Reinhold Brinkmann (* 21. August 1934; † 10. Oktober 2010 in Eckernförde), Musikwissenschaftler
  • Burghart Schmidt (* 30. November 1942; † 13. Februar 2022), Philosoph, Professor für Sprache und Ästhetik
  • Manni Laudenbach (* 3. August 1966), Schauspieler
  • Wigald Boning (* 20. Januar 1967), Komiker, Komponist und Journalist
  • Peter Kossen (* 1968), römisch-katholischer Priester
  • Jens Roselt (* 1968), Theaterwissenschaftler, Dramatiker und Hochschullehrer
  • Horst Falk (* 15. Mai 1970), Diplom-Physiker, Politiker (CDU), Mitglied des Hessischen Landtags
  • Wilko Zicht (* 17. März 1976), Politiker (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Tobias Lagenstein (* 28. April 1980; † 28. Mai 2011 in Taloqan, Afghanistan), Berufssoldat
  • Volker K. Thomalla, Luftfahrtjournalist, Chefredakteur und Autor

LiteraturBearbeiten

  • Werner Meiners: Wildeshausen. In: Herbert Obenaus (Hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Band 1 und 2 (1668 S.), Göttingen 2005, S. 1544–1551 (mit 3 Abb.).
  • Martina Junghans: Die Armreliquiare des Heiligen Alexander. Eine kunsthistorische Einordnung. In: Heilige Helfer. Reliquien Alexanders und Reginas im Spiegel der Osnabrücker Bistumsgeschichte. Ausstellungskatalog, Diözesanmuseum Osnabrück, 2001, S. 81–93.
  • Hans-Christoph Hoffmann: Evangel.-luth. Alexanderkirche Wildeshausen. München/Zürich 1989 (16 S. m. 14 Abb.).
  • Olaf Blume, Bernd Oeljeschläger: Bildband Wildeshausen & Dötlingen. Informationen in Deutsch, Englisch und Französisch. CULTURCON medien, Wildeshausen 2008, ISBN 978-3-941092-03-7.
  • Albrecht Eckhardt: Wildeshausen: Geschichte der Stadt von den Anfängen bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert. Isensee, Oldenburg 1999.
  • Heino-Gerd Steffens: Die Anfänge der Stadt Wildeshausen, Ldkr. Oldenburg (Oldb.). In: Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte; 45 (1976), S. 477–491.
  • Albrecht Eckhardt: Die Entstehung der Stadt Wildeshausen. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte; 67 (1995), S. 139–157.

WeblinksBearbeiten

Commons: Wildeshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2021 (Hilfe dazu).
  2. a b Stadt Wildeshausen – Bürgermeister, abgerufen am 16. November 2014
  3. Stadt Wildeshausen: Bauerschaften Abgerufen am 22. September 2020.
  4. Rudolf Pörtner, Bevor die Römer kamen: Städte und Stätten deutscher Urgeschichte, 1986 S. 212 (snippet-Ansicht)
  5. Ernst Schubert, in Oldenburger Jahrbuch, 101 (2001), Besprechung des Buches von Albrecht Eckhardt, Wildeshausen, Geschichte der Stadt von den Anfängen bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert, S. 45 f, digital. Pörtner schränkt seine Bezeichnung etwas ein, dass diesen Rang allenfalls der Hümmling streitig machen kann
  6. Hans Friedl u. a. (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg. Hrsg. im Auftrag der Oldenburgischen Landschaft. Isensee, Oldenburg 1992, ISBN 3-89442-135-5 Artikel „Widukind“. S. 545ff. (PDF-Datei; 10,45 MB).
  7. http://www.stadt-land-oldenburg.de/Karten/Muenster-Nord%20um%201616.JPG sowie Werner Klohn: Stadtgeographie Vechta und Agrarwirtschaft in Südoldenburg (PDF; 4,29 MB).
  8. Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen, Das Repertorium der deutschen Königspfalzen, Karten, Niedersachsen, abgerufen am 30. Juni 2012, digital
  9. Johann Renner, Transkription von Lieselotte Klink, Chronica der Stadt Bremen, Teil 1 (1995), S. 43 R, digital
  10. Caspar Ehlers, Lutz Fenske, Thomas Zotz, Die deutschen Königspfalzen Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters, 2000, S. 206, digital
  11. Mathilde Uhlirz, Jahrbücher des Deutschen Reiches runter Otto II. und Otto III, 2. Band Otto III. 983–1002, 1954, S. 92 ff. (Wildeshauser Privlegien), digital
  12. Heinrich Schmidt, Oldenburger Jahrbuch Nr. 101(2001), Oldenburger Land um 1000. S. 36 ff, digital. Schmid befasst sich ausführlich mit der Reisetätigkeit und deren Gründe und fragt sich, wie das gesamte Königsgefolge mit Personen von um die tausend Mann, zu denen auch die Kanzlei unter einem Erzbischof gehörte, in der kleinen Ortschaft Wildeshausen angemessen untergekonmmen ist.
  13. a b Ursprung und frühe Geschichte des Oldenburger Grafenhauses, abgerufen am 11. Oktober 2011
  14. Albrecht Eckhardt: Die Entstehung der Stadt Wildeshausen. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 67, 1995, S. 139–151.
  15. Dirk Rohdenburg: Kulturzentrum und Gebetsstätte sollen erweitert werden – Muslime wünschen sich mehr Platz für den Gottesdienst. kreiszeitung.de. 30. Mai 2017
  16. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 9. Dezember 2011.
  17. Ergebnis Stadtratswahl 2021. Abgerufen am 16. August 2022.
  18. Sitzverteilung des Stadtrates nach der Kommunalwahl 2016.
  19. a b Wildeshausen: Christliche Demokraten für Wildeshausen gründen Fraktion. In: kreiszeitung.de. Abgerufen am 24. April 2018.
  20. a b Wildeshausen: Stöver und Hennken gehen zur CDW – Wildeshausen. In: kreiszeitung.de. Abgerufen am 8. Mai 2018.
  21. Stadt Wildeshausen – Ehrenamtliche Stellvertreterinnen und/oder Stellvertreter des Bürgermeisters@1@2Vorlage:Toter Link/www.wildeshausen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. , abgerufen am 28. Januar 2013
  22. Ergebnis Wahl 25.05.2014. In: wahlen.kdo.de. Abgerufen am 16. Juni 2014.
  23. Ergebnis Stichwahl 15.06.2014. In: wahlen.kdo.de. Abgerufen am 16. Juni 2014.
  24. Ergebnis Bürgermeisterwahl 2021. Abgerufen am 16. August 2022.
  25. a b Hauptsatzung der Stadt Wildeshausen vom 21. Dezember 2006@1@2Vorlage:Toter Link/www.wildeshausen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. , abgerufen am 2. August 2011
  26. Dampfkornbranntweinbrennereimuseum Wildeshausen, abgerufen am 15. November 2009
  27. Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten. Route der Industriekultur im Nordwesten. Station 3: Dampfkornbranntweinbrennereimuseum Wildeshausen (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive)
  28. a b Kurt Asche, Das Landhaus Knagge in Wildeshausen, in: Oldenburgische Familienkunde, Feb. 1976 Heft 1, S. 263 ff.
  29. Niedersächsische Mühlenstraße: Lohmühle Wildeshausen
  30. Niedersächsische Mühlenstraße: Die Wassermühle in Heinefelde
  31. Wirtschaftsstruktur der Stadt Wildeshausen (Memento vom 15. Mai 2011 im Internet Archive), abgerufen am 2. Mai 2011
  32. [1], abgerufen am 10. Mai 2015
  33. Geschichte Agrarfrost (Memento vom 4. März 2012 im Internet Archive), abgerufen am 8. März 2011
  34. [2], abgerufen am 25. Februar 2018
  35. Gewerbe- und Industriegebiet Wildeshausen-West (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  36. Hunte Natur Info, Seite 10 (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive) (PDF-Datei; 11,01 MB), abgerufen am 5. Mai 2011
  37. Die Aumühle, abgerufen am 5. Mai 2011
  38. Energymap: Stadt Wildeshausen: 101% EEG-Strom, abgerufen am 14. Mai 2013
  39. Historie des Amtsgerichts Wildeshausen, abgerufen am 5. Juni 2014
  40. ZIB Niedersächsische Justiz, abgerufen am 5. Juni 2014
  41. Sofortige Schließung des Kurbades Wildeshausen (Memento vom 15. Mai 2011 im Internet Archive), abgerufen am 6. April 2011
  42. Website der Musikschule des LK Oldenburg, ansässig in Wildeshausen, aufgerufen am 27. Januar 2013