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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wellheim
Wellheim
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wellheim hervorgehoben
Koordinaten: 48° 49′ N, 11° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Eichstätt
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 33,81 km2
Einwohner: 2732 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91809
Vorwahl: 08427
Kfz-Kennzeichen: EI
Gemeindeschlüssel: 09 1 76 166
Marktgliederung: 8 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 2
91809 Wellheim
Website: www.wellheim.de
Bürgermeister: Robert Husterer (CSU)
Lage des Marktes Wellheim im Landkreis Eichstätt
Landkreis Donau-RiesLandkreis RothLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis RegensburgLandkreis KelheimLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis Neuburg-SchrobenhausenIngolstadtHaunstetter ForstAdelschlagAltmannsteinBeilngriesBöhmfeldBuxheim (Oberbayern)Denkendorf (Oberbayern)DollnsteinEgweilEichstättEitensheimGaimersheimGroßmehringHepbergHitzhofenKindingKipfenbergKöschingLentingMindelstettenMörnsheimNassenfelsOberdollingPollenfeldPförringSchernfeldStammham (bei Ingolstadt)TittingWaltingWellheimWettstettenKarte
Über dieses Bild

Wellheim (mundartlich Wöiha) ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Blick auf Wellheim
 
Wellheim von Südosten

Der Ort liegt ungefähr in der Mitte des nach ihm benannten Wellheimer Trockentals, eines Urdonau-Tals, südlich von Dollnstein und nördlich von Rennertshofen. Dort entspringt mit mehreren Quellen die Schutter, die in Ingolstadt in die Donau mündet.

MarktgliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat acht amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Wellheim wurde 1121 erstmals mit dem Ortsadel urkundlich erwähnt. In der Erbauseinandersetzung um die Hirschberger Erbschaft nach dem Tod von Graf Gebhard VII. (1305) kam Wellheim 1309 zusammen mit Dollnstein an die Grafen von Oettingen, die ihren Besitz 1360 an die Herren von Heideck verkauften. Spätestens zu dieser Zeit war der Ort zum Markt erhoben. 1393 veräußerten die Heidecker das Patronatsrecht über die Pfarrei Wellheim an das Kloster Kaisheim. 1448 wurde die Herrschaft nach einer Fehde als Kriegsbeute dem Markgrafen von Ansbach-Brandenburg Albrecht Achilles übergeben, der Hipolyt von Seckendorff damit belehnte. Dieser verkaufte die Herrschaft, so dass Wellheim 1458 bis 1627 im Besitz der Grafen von Helfenstein war. 1525 bemächtigte sich mit List der Advokat und Bauernführer Zacharias Krell der Burg. Krell wurde bei der Belagerung der Burg durch die Neuburger noch im gleichen Jahr erschossen.

1548 wurde der Ort protestantisch, nachdem der Landesherr, Graf Sebastian von Helfenstein, zur evangelischen Kirche übergetreten war. 1567 kehrte Wellheim mit seinem Bruder Sebastian zum Katholizismus zurück. 1627 kam der Ort durch Heirat an die Grafen von Oettingen-Baldern.

Im Dreißigjährigen Krieg blieb Wellheim beim des ersten Schwedeneinfall noch verschont, doch im August 1646 fielen die Schweden ein. Die wenigen Bewohner Wellheims flüchteten nach Neuburg an der Donau, kehrten erst im Jahr darauf zurück und mussten gleich wieder vor den Schweden flüchten (bis 1648).

1681 wurde Wellheim markgräflich-ansbachisch und zwei Jahre später durch Verkauf fürstbischöflich-eichstättisch.[3] Ab 1683 war der Ort Sitz eines Pflegamts des Hochstiftes Eichstätt, das 1803 mit dem größten Teil des Hochstiftes zugunsten des Herzogtums Salzburg des Erzherzogs Ferdinand von Toskana säkularisiert wurde. Seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 gehört der Ort zum Königreich Bayern. 1818 entstand mit dem Bayerischen Gemeindeedikt die heutige politische Gemeinde, die seit der Gebietsreform 1972 zum oberbayerischen Landkreis Eichstätt gehört.

20. JahrhundertBearbeiten

Wellheim ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im Naturpark Altmühltal.

Im Gemeindeteil Aicha ist ein etwa 80 Grabhügel umfassendes Gräberfeld der Mittleren Bronzezeit (1600–1200 v. Chr.) nachgewiesen; einige der zum Teil über einen längeren Zeitraum mehrfach benutzten Gräber wurden bei Grabungsaktionen 1982/1983 und 1996 erforscht.

Wellheim besaß einen Bahnhof an der 1916 eröffneten, bis 1993 befahrenen und bis 2000 vollständig abgebauten Bahnstrecke Dollnstein–Rennertshofen.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Gammersfeld und Hard eingegliedert.[4] Am 1. Mai 1978 kam Konstein hinzu.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 2440 Einwohner
  • 1970: 2493 Einwohner
  • 1987: 2452 Einwohner
  • 1991: 2705 Einwohner
  • 1995: 2736 Einwohner
  • 2000: 2739 Einwohner
  • 2005: 2754 Einwohner
  • 2010: 2635 Einwohner
  • 2015: 2700 Einwohner

PolitikBearbeiten

MarktgemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat von Wellheim hat 14 Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2008 Robert Husterer (CSU).

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Am 21. September 2011 bildeten die acht Kommunen Dollnstein, Wellheim, Nassenfels, Egweil, Oberhausen, Burgheim, Rennertshofen und Neuburg an der Donau die ARGE Urdonautal, eine Arbeitsgemeinschaft, deren Zweck in der Förderung und Koordinierung des Tourismus im Urdonautal liegt.

BauwerkeBearbeiten

 
Wellheim, Kirche und Pfarrhof.

Oberhalb des Ortes steht die aus dem 12. Jahrhundert stammende, seit dem 18. Jahrhundert verfallene Burg Wellheim auf einem zerklüfteten Jurafelsen; am besten ist noch der Bergfried erhalten.

Der Unterbau des Turmes der katholischen Pfarrkirche St. Andreas und Teile der Südwand stammen aus der Vorgängerkirche des 11./12. Jahrhunderts, die um 1618 abgebrochen wurde. Die Kirche wurde um 1700 wahrscheinlich nach Plänen des Eichstätter Hofbaumeisters Jakob Engel im Barockstil neu gebaut, am 12. Dezember 1701 konsekriert und 1945 nach Westen erweitert. Kurz vor 1900 erhielt der Turm die Zwiebelhaube mit Laterne. Hochaltar und Seitenaltäre sind barock (um 1700); das Altarbild aus dieser Zeit zeigt das Martyrium des Kirchenpatrons. Der barocke Stuck, wohl das früheste Werk des Eichstätter Stuckateurs Jakob Egg, umrahmt Deckengemälde von 1700, im Langhaus zeigt das Mittelbild Mariä Himmelfahrt. Im Westteil stammt die neuzeitliche Deckengestaltung von dem Maler und Restaurator Franz Kugelmann aus Kleinaitingen. An der Emporenbrüstung befinden sich barocke Bilder. Der reich dekorierte Hochaltar mit Andreas-Gemälde und die beiden Seitenaltäre (mit Nazarener-Bildern des 19. Jahrhunderts von Gorg Lang aus Deining) stammen von 1700/1701; auch die mit reichem Schnitzwerk versehene Kanzel ist barock. Neben zahlreichen barocken Figuren, so der Heiligen Walburga, Sebastian, Joachim, Katharina, Anna mit Maria, birgt die Kirche barockzeitliches Gestühl und verschiedene Epitaphien. Neben der Kirche steht ein barocker Pfarrhof, 1709 bis 1712 erbaut. Die Pfarrei gehört zur Diözese Augsburg. Auf dem Friedhof dürfen statt Grabsteine nur Holzkreuze aufgestellt werden.

Die Kreuzelbergkapelle, südöstlich von Wellheim auf Dolomitfelsen gelegen, wurde in der Barockzeit 1654 erbaut; kurz danach siedelte sich ein Eremit an. Noch bis 1790 sind Einsiedler nachgewiesen. Es handelt sich um eine kleine Saalkirche mit südlich sich anschließender offener Kapelle. Im Innern befindet sich Stuck im Régencestil (1720–1730) und Barockmalerein in Medaillons.

Das ehemalige Brauhaus trägt das mit 1722 bezeichnete Wappen (Obereichstätter Guss) des Eichstätter Fürstbischofs Johann Anton I. Knebel von Katzenelnbogen.

Während das östliche Torhaus des Ortes 1719 abgebrochen wurde, ist das westliche erhalten. Darin befindet sich ein Heimatmuseum.

SchutzgebieteBearbeiten

Landschafts- und Natura2000-SchutzgebieteBearbeiten

 
Der Schloßberg von Wellheim
 
Schutterquelle am Galgenberg
 
Der Dohlenfelsen bei Konstein

Große Teile des Gemeindegebietes liegen im Landschaftsschutzgebiet Schutzzone im Naturpark Altmühltal (LSG-00565.01, WDPA-396115)[6] und den Natura2000 Gebieten Mittleres Altmühltal mit Wellheimer Trockental und Schambachtal (FFH Gebiet 7132-371, WDPA-555521819), Galgenberg und Schutterquelle (FFH Gebiet 7132-372, WDPA-555521820) und Felsen und Hangwälder im Altmühltal und Wellheimer Trockental (EU-Vogelschutzgebiet 7132-471, WDPA-555537875).[7]

GeotopeBearbeiten

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich zehn vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope:

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 6, im produzierenden Gewerbe 75 und im Bereich Handel und Verkehr 52 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 79 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 938. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 1 Betrieb, im Bauhauptgewerbe 2 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 47 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1084 ha, davon waren 801 ha Ackerfläche.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.090.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 106.000 Euro.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2017):[8]

  • Kindertagesstätte: 104 Kindergartenplätze mit 102 Kindern
  • Grundschule: 1 mit 10 Lehrern und 110 Schülern

LiteraturBearbeiten

  • Burgruine Wellheim. In: Burgen und Schlösser. Hercynia, Kipfenberg 1983, S. 50f.
  • Wellheim. In: Fritz Heidingsfelder (Einleitung), Felix Mader (Hrsg.), Kurt Müllerklein (Illustrationen): Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken. Bezirksamt Eichstätt. Band 5, Heft 2, München 1928. Nachdruck: Oldenbourg, München / Wien 1982, S. 348–358.
  • Wellheim Markt. In: Hans Baier (Hrsg.): Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart. Stadt und Kreissparkasse Eichstätt 1984, S. 300f.
  • Bert Braun: Chronik Marktgemeinde Wellheim. Mit den Ortsteilen Konstein, Bieshenard, Gammerfeld und Hard. Braun Selbstverlag, Spardorf 1981.
  • Christina Grimminger, Edmund Hausfelder, Achim Bunz (Fotos): Die Kirchen der Pfarrei Wellheim. Fink, Lindenberg 2002, ISBN 3-89870-062-3.
  • Heinz Mittel (Hrsg.): Sagen und Geschichten aus dem Urdonautal. (aus alten Schriften und mündlicher Überlieferung gesammelt und von Kindern aus der Gegend illustriert), Mittel Selbstverlag, Ingolstadt 1978.
  • Heinz Mittel: Führer durch das Wellheimer Tal und seine Geschichte. Wanderungen im Wellheimer Tal. Mittel Selbstverlag, Ingolstadt 1981.
  • Karl Zecherle, Toni Murböck, Landkreis Eichstätt (Hrsg.): Sehenswerte Natur im Kreis Eichstätt. Landkreis Eichstätt, Eichstätt 1982, S. 60–70.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wellheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Wellheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 13. September 2019
  3. Historischer Atlas Bayern: Franken Reihe 1 Heft 6: Eichstätt, Seite 32
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 456.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 599.
  6. Schutzzone im Naturpark „Altmühltal“, protectedplanet.net, abgerufen am 23. Dezember 2015
  7. Schutzgebiete Wellheim, geodienste.bfn.de, abgerufen am 23. Dezember 2015
  8. Amtliche Gemeinde-Statistik. (PDF) S. 13, 14