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GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Der Ort liegt in der Hallertau in den Ebenen der Donauauen, an deren Altwasser, welche vom Kelsbach gespeist werden. Die Donau fließt unmittelbar südlich am Ort vorbei. Nördlich erstrecken sich die sanft hügeligen Anhöhen des beginnenden Jura. Pförring ist 25 km von Ingolstadt und 95 km von München entfernt und liegt an der Grenze zu Niederbayern.

GliederungBearbeiten

Die Gemeinde hat zwölf amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden von Pförring sind: Altmannstein, Mindelstetten, Münchsmünster, Neustadt an der Donau, Oberdolling und Vohburg an der Donau.

GeschichteBearbeiten

 
Bauinschrift vom Kastell Celeusum

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Etwa 1,3 km nordöstlich der jetzigen Ortschaft stand das Castrum Celeusum, eines der 80 Kastelle, welche den Limes zwischen Rhein und Donau sicherten. Es wurde im Jahre 141 nach Christus errichtet und vermutlich 233 nach Christus in den Alemannenstürmen zerstört. In „loco Faringa“ kreuzte die Fernstraße Paris nach Byzanz die Donau.[3]

 
St. Leonhard

Der Ort soll schon im Nibelungenlied erwähnt worden sein. In Pförring, dem alten Faringa oder Vergen soll sich der Hof des Fergen, d. h. des Fährmanns befunden haben, den Hagen erschlug, weil er sich geweigert hatte, die Nibelungen über die Donau zu setzen. Das nahe Marching soll das im Nibelungenlied erwähnte Möringen gewesen sein, in welchem die Nibelungen auf ihrem Zug ins Hunnenland die Donau letztlich überquerten. Andere halten die Ortschaft Großmehring bei Ingolstadt für das im Nibelungenlied genannte Möringen.[4]

In Pförring sammelte Karl der Große sein Heer, mit welchem er den abtrünnigen bayerischen Herzog Tassilo III. besiegte, und überquerte hier die Donau.[3]

In späterer mittelalterlicher Zeit wurde Pförring als „Faringa“ im Jahr 787 von Einhard erstmals urkundlich erwähnt und gehörte zum Kelsgau. Der Name „Faringa“ wird als Siedlung an der „far“, d. h. an der Überfahrt erklärt.[3] Nach Erhebung zum Markt im Jahre 1318 erhielt Pförring von den Wittelsbachern im Jahre 1367 das Privileg zum Brückenschlag über die Donau.[3] Am 1. November 1007 schenkte der im nahen Bad Abbach geborene König Heinrich II. dem neu gegründeten Bistum Bamberg seine Besitzungen in Pförring. Aus dieser Schenkung ging die „Bambergische Propstei Pförring“ hervor. Die Propstei, welche zeitweise bis zu 23 Anwesen am Ort in Besitz hatte, übte in Pförring über viele Jahrhunderte hinweg grundherrliche und richterliche Gewalt aus.[3] Im Jahre 1560 veräußerte das Hochstift Bamberg seine Besitzungen an Georg von Gumppenberg.[3]

Der Ort gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Vohburg des Kurfürstentums Bayern. Pförring besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Die Markt gehörte zum Bezirksamt Ingolstadt und später den Landkreis Ingolstadt.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. April 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Ettling und Wackerstein eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen die Orte Gaden bei Pförring und Forchheim, Landkreis Riedenburg, hinzu.[5] Lobsing folgte am 1. Mai 1978.[6]

ReligionenBearbeiten

Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch. Am Ort befinden sich zwei katholische Kirchen und ein katholischer Friedhof. Pförring gehört zum Bistum Regensburg.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung
Jahr Bevölkerung
1961 2684
1970 2881
1987 2766
1991 2934
1995 3132
2000 3383
2005 3494
2010 3522
2015 3639

PolitikBearbeiten

MarktgemeinderatBearbeiten

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Der Marktgemeinderat von Pförring hat 16 Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Pförring ist Mitglied der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit dem 25. März 1996 Bernhard Sammiller von der CSU.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

TheaterBearbeiten

  • Theater der Kolpingfamilie Pförring (www.theater-pfoerring.de); findet jährlich statt

MuseenBearbeiten

  • Kleinhäuslermuseum Pförring
  • Kriegermuseum Pförring
  • Handwerker- u. Bauernmuseum Pförring

BaudenkmälerBearbeiten

SportBearbeiten

Der TSV Pförring 1911 e. V. (gegründet 15. November 1911) zählt etwa 1.000 Mitglieder. Er bietet Tennis, Badminton, Einrad, Volleyball, Kinderturnen, Geräteturnen, Gymnastik, Aerobic und Fußball im Senioren- sowie Juniorenbereich an. Die Sporthallen der Schule des Marktes Pförring werden von den Abteilungen genutzt. Der Verein ist Veranstalter des alljährlichen Volksfestes, das seit 1973 durchgeführt wird. Neben den sportlichen Betrieb werden viele weitere Veranstaltungen und Fahrten angeboten. Der TSV Pförring besitzt zwei Großfeldplätze und einen Kleinfeldplatz, sowie einen Beachvolleyballplatz und ein Vereinsheim mit Terrasse. Ferner vier Tennisplätze mit eigenem Vereinsheim und Umkleideräumen, sowie ein Gerätehaus. Für die Freizeitgestaltung wurden sechs Tipizelte beschafft, von denen fünf aufgestellt sind. In Planung befinden sich zwei weitere Kleinfeldplätze.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Volksfest (bis 2013)
  • Open Air Pförring
  • Georgimarkt
  • Leonhardi-Ritt
  • Radi-Fest
  • Kinderfest
  • Fischerfest
  • Faschingsumzug (alle zwei Jahre)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 3.908.000 €, davon waren umgerechnet 2.389.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Nach der amtlichen Statistik gab es 1998 im produzierenden Gewerbe 104 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 125 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1140. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 118 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3244 Hektar, davon waren 2921 Hektar Ackerfläche und 322 Hektar Dauergrünfläche.

Pförring ist Sitz des Elektronik-Versandhauses Pollin Electronic GmbH, einem der 100 umsatzstärksten Internethändler in Deutschland.[7]

VerkehrBearbeiten

Der Ort ist durch die Bundesstraßen B299 und B16a an das nationale Straßennetz angebunden. Die Linien 25 und 26 der Ingolstädter Verkehrsgesellschaft binden die Gemeinde an den Großraum Ingolstadt an.

BildungBearbeiten

Im Jahre 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 125 Kindergartenplätze mit 128 Kindern
  • Volksschulen: eine mit 21 Lehrern und 405 Schülern

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pförring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Pförring in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 14. September 2019.
  3. a b c d e f Hubert Freilinger: Historischer Atlas von Bayern. Heft 46, S. 234–237, Hrsg. Kommission für bayerische Landesgeschichte München, 1977.
  4. Georg Rieger, Kelheimer Heimatbuch für die Stadt und den Landkreis Kelheim, Seite 209 und 399, Hrsg. 1953
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 490.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 599.
  7. TOP 100 der umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland 2017