Walsrode

Gemeinde in Niedersachsen, Deutschland

Walsrode ist eine Stadt im Landkreis Heidekreis in Niedersachsen. Sie trägt seit 1935 den Namenszusatz Hermann-Löns-Stadt, weil der Heidedichter die Stadt in der Lüneburger Heide Anfang des 20. Jahrhunderts zu seiner Wahlheimat machte. Überregional bekannt ist die Stadt vor allem für den Weltvogelpark Walsrode, den weltgrößten Vogelpark.[2]

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Walsrode
Walsrode
Deutschlandkarte, Position der Stadt Walsrode hervorgehoben

Koordinaten: 52° 52′ N, 9° 35′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Heidekreis
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 334,8 km2
Einwohner: 30.081 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 29664, 29699
Vorwahlen: 05161, 05162, 05163, 05166, 05167, 05168, 04238, 04262
Kfz-Kennzeichen: HK
Gemeindeschlüssel: 03 3 58 024
Stadtgliederung: 31 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lange Straße 22
29664 Walsrode
Website: www.walsrode.de
Bürgermeisterin: Helma Spöring (parteilos)
Lage der Stadt Walsrode im Landkreis Heidekreis
Landkreis HeidekreisNiedersachsenLandkreis Nienburg/WeserRegion HannoverLandkreis VerdenLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis HarburgLandkreis LüneburgLandkreis UelzenLandkreis CelleLindwedelBuchholzSchwarmstedtEsselHademstorfGiltenGrethemEickelohHodenhagenBöhmeHäuslingenAhldenFrankenfeldWalsrodeNeuenkirchenSchneverdingenOsterheideBad FallingbostelWietzendorfSoltauMunsterBispingenKarte
Über dieses Bild
ehemaliges großes Wappen
Der Kirchplatz zwischen Stadtzentrum und Kloster

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Walsrode liegt am Fluss Böhme in der südlichen Lüneburger Heide. Die Stadt gehört mit 334,80 km² zu den flächenmäßig größten Städten in Deutschland.

StadtgliederungBearbeiten

Zur Stadt Walsrode gehören insgesamt 31 Stadtteile. Neben der Kernstadt sind dies in alphabetischer Reihenfolge:

NachbarkommunenBearbeiten

Direkte Nachbarkommunen sind die Stadt Visselhövede (Landkreis Rotenburg (Wümme)), Soltau, Bad Fallingbostel, der gemeindefreie Bezirk Osterheide, die Samtgemeinden Schwarmstedt, Ahlden und Rethem/Aller und die Gemeinde Kirchlinteln (Landkreis Verden).

Verden
29 km
Visselhövede
15 km
Soltau
21 km
Dörverden
32 km
  Bad Fallingbostel
9 km
Nienburg/Weser
40 km
Hannover
62 km
Celle
54 km

GeschichteBearbeiten

 
Hermann Löns als lebensgroße Bronzestatue beim Heidemuseum

MittelalterBearbeiten

Die Ursprünge des Ortes Walsrode sind nicht genau bekannt. Vermutlich wurde die Ansiedlung beim Zusammenfluss von Böhme und Fulde als sinnvoll angesehen, weil hier Furten vorhanden waren und sich die Kreuzung wichtiger Handelswege entwickelte.

Die Gründung des Klosters Walsrode durch den Grafen Wale, die um 960 erfolgte, hat die Entwicklung der Ansiedlung zweifelsohne vorangetrieben. Nach der Gründungslegende musste Graf Wale die Borger Burg an der Böhme verlassen und blieb in der Gegend des heutigen Walsrodes mit seinem Wagen im Sumpf stecken. Er sah das als göttliches Zeichen an, den Ort zu kaufen und dort ein Kloster zu gründen. Den Ort habe er dann „Walesrode“ genannt. Erstmals erwähnt wird das Kloster in einer Urkunde, die mit dem 7. Mai 986 datiert wurde. Auch wenn es sich dabei um eine mittelalterliche Fälschung handelt, sind hier offenbar echte Traditionen eingegangen. Deshalb wird das Jahr 986 nach wie vor als das Jahr der Ersterwähnung angesehen.[3]

Die bäuerliche Siedlung Walsrode geriet ab 1371 immer wieder in die militärischen Auseinandersetzungen des Lüneburger Erbfolgekrieges. Der Ort war den häufigen Plünderungen und Brandschatzungen der Truppen hilflos ausgeliefert und wurde am 28. Dezember 1381 aufgrund der Unterstützung der Sachsenherzöge von Bremer Soldaten niedergebrannt.[4] Für die Treue der Bewohner verliehen die Sachsenherzöge Kurfürst Wenzel I. und Albrecht von Sachsen-Wittenberg am 22. Juli 1383 Walsrode die Weichbildgerechtigkeit, eine Form des Stadtrechts. Damit konnten die Bürger Schutzmaßnahmen in Angriff nehmen. Als Stadtbefestigung legten sie einen großen Graben an und errichteten vier Stadttore. Das Stadtrecht wurde dann wiederholt im 15. Jahrhundert von den Herzögen von Braunschweig und Lüneburg bestätigt.

NeuzeitBearbeiten

Die Reformation Martin Luthers setzte sich im Raum Walsrode nur sehr langsam durch. Der Landesfürst Herzog Ernst (der Bekenner) schickte um 1528 den Prediger Henning Kelp nach Walsrode, damit das Kloster von den „päbstlichen Irthühmern reformiret“ werde. Die Gegenwehr der Kanonissen und das Unverständnis der Landbevölkerung hielten aber noch jahrzehntelang an. Erst 1574 galt die Reformation auch im Kloster Walsrode als abgeschlossen.

Religiöse Konflikte blieben in Europa aber an der Tagesordnung und führten 1618 schließlich in den verheerenden Dreißigjährigen Krieg, von dem auch die Heideregion nicht verschont blieb. So fielen Truppen des Feldherrn Tilly 1626 in Walsrode ein, brannten die Lange Straße mit dem Rathaus nieder und plünderten die Stadt aus. Die Soldaten brachten auch die fürchterliche Pest in die Stadt, was zahllose Todesopfer zur Folge hatte. Nur langsam erholte sich Walsrode von den Kriegsfolgen, begann aber im ausgehenden 17. Jahrhundert mit zahlreichen Handwerksbetrieben wieder aufzublühen. So errichteten die Walsroder Papiermacher 1681 einen weiteren Papiermühlenstandort an einem Zufluss der Böhme, den sie Bomlitz nannten.

Ein dramatischer Einschnitt für Walsrode bedeutete der große Stadtbrand am 6. Juli 1757, der fast 95 % aller Häuser vernichtete. In einem großen Wiederaufbauprogramm wurde das Stadtgebiet deutlich vergrößert, die Straßen erheblich verbreitert und Bauvorschriften erlassen, die das Brandrisiko verringerten. Bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert erhielt die Stadt Walsrode eine neue bauliche Gestalt, die sie bis heute in weiten Teilen prägt.  

Mitte 1803 war Walsrode erneut von kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen. Soldaten Kaiser Napoleons wurden in der Stadt einquartiert und übernahmen die Kontrolle der Verwaltung. 1810 wurde die Böhme sogar für mehrere Jahre zum Grenzfluss zwischen dem Kaiserreich Frankreich und dem 1807 neu geschaffenen Königreich Westphalen. Anfang Oktober 1813, kurz vor der entscheidenden Völkerschlacht bei Leipzig, vertrieben russische und preußische Truppen die Franzosen endgültig aus der Stadt.

Mit der Bildung des Königreichs Hannover im Oktober 1814 wurden in der Region auch wieder vermehrt Betriebe gegründet und ein wirtschaftliches Wachstum eingeleitet. So investierte der Walsroder Kaufmann August Wolff 1815 in den Aufbau der Pulvermühle in Bomlitz, aus der sich eines der bedeutendsten Unternehmen der Region entwickelte. Die Firma Wolff (heute Industriepark Walsrode) führte im Laufe der Zeit zu weiteren Industrieansiedlungen in Walsrode. Zeitweilig war die Pulverfabrik der Alleinlieferant für das Schwarzpulver der hannoverschen Armee. Aufgrund dieser bedeutenden Stellung hatte die Familie Wolff auch immer wieder Besuch von den Königen von Hannover. Im September 1863 feierte der Kronprinz Ernst August mit der ganzen königlichen Familie in Walsrode sogar seine Volljährigkeit, woran das sog. Volljährigkeitsdenkmal auf dem Kirchplatz bis heute erinnert. Mit der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen im Oktober 1866 veränderten sich die Herrschaftsverhältnisse gravierend, aber die Bevölkerung der Region blieb dem Welfenhaus noch lange mehrheitlich verbunden.

Die Firma Wolff & Co. Walsrode in Bomlitz vergrößerte sich in der Folgezeit immer mehr, wodurch der Ort 1883 als selbständiger Gutsbezirk erstmals seine kommunale Eigenständigkeit erhielt. Das Unternehmen führte in dieser erfolgreichen Zeit dann auch die elektrische Beleuchtung in Walsrode ein und zwar zunächst in der Sägerei und Tonnenfabrik. Einen starken Aufschwung erlebte Walsrode durch die Anbindung an das Eisenbahnnetz ab 1890. Es erfolgte zuerst der Anschluss an die Bahnstrecke Bremervörde–Walsrode und dann an die Strecke Hannover–Schwarmstedt–Walsrode. Auch in der medizinischen Versorgung machte die Stadt mit der Fertigstellung eines neuen Krankenhauses 1894 große Fortschritte.

20. und 21. JahrhundertBearbeiten

Im ausgehenden 19. Jahrhundert kamen zunehmend Bestrebungen auf, die Walsroder Vororte Vorbrück und Vorwalsrode mit Walsrode zu vereinigen. Doch zog sich der Prozess über 40 Jahre hin und konnte erst 1929 vollzogen werden.

Von der Aufrüstung nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten war auch Walsrode stark betroffen.  Im Raum Bomlitz entstand die neue Pulverfabrik „Eibia“, für die Tausende Arbeitskräfte erforderlich waren. So ließ die Regierung in Walsrode und Benefeld große Siedlungskomplexe und Unterkunftslager für die Fremd- und Zwangsarbeiterinnen  und -arbeiter aus über 20 Ländern errichten. Nach dem Krieg fanden in diesen Siedlungen und Lagern zahllose Flüchtlinge eine neue Bleibe und veränderten die Bevölkerungsstruktur in der Region nachhaltig.

In der Zeit des sog. Wirtschaftswunders wuchs das Bomlitzer Unternehmen Wolff & Co. Walsrode rasch zum größten Arbeitgeber der Region heran, wovon auch die Stadt Walsrode profitierte. In der Nähe des Bahnhofs etablierte sich 1957 ein Standort des Bundesgrenzschutzes, aus dem sich ein Aus- und Fortbildungszentrum (AFZ) der Bundespolizei entwickelte. Der Ausbau des Autobahnnetzes wurde vorangetrieben und mit dem Walsroder Autobahndreieck entstand 1964 ein verkehrstechnischer Knotenpunkt, der u. a. für eine hervorragende Anbindung an die umliegenden Großstädte sorgt. Die Landesregierung begann zeitgleich verstärkt über die kommunale Neuordnung nachzudenken. In der Nachbargemeinde Bomlitz schlossen sich bereits 1968 vier Gemeinden freiwillig zur Großgemeinde Bomlitz zusammen. Walsrode folgte 1970 mit dem Zusammenschluss von neun Gemeinden zur Samtgemeinde Walsrode. In der 1974 abgeschlossenen Gebietsreform wurden in der Gemeinde Bomlitz vier weitere und in der Stadt Walsrode insgesamt 22 Gemeinden eingegliedert. Schon im Jahr zuvor gab es im niedersächsischen Landtag Überlegungen, eine weitergehende Gebietsreform im Raum Walsrode, Fallingbostel und Bomlitz vorzunehmen. Ernstlich verfolgt wurde diese Idee allerdings erst ab 2007, scheiterte aber im Jahr darauf am „Nein“ der Stadt Bad Fallingbostel. Daraufhin intensivierten die Stadt Walsrode und die Gemeinde Bomlitz ihre Zusammenarbeit, die ab 2017 in einen Fusionsprozess mündete,[5] der in bemerkenswert kurzer Zeit erfolgreich abgeschlossen werden konnte.[6][7] Seit dem 1. Januar 2020 gehört die ehemalige Gemeinde Bomlitz zur Stadt Walsrode, die nun aus 31 Stadtteilen besteht.[8]

ReligionBearbeiten

Die Mehrzahl der konfessionell gebundenen Einwohner gehören zur Evangelisch-lutherischen Kirche. Im Stadtgebiet gibt es mehrere Kirchengemeinden, die zum Kirchenkreis Walsrode gehören.

Die Angehörigen der römisch-katholischen Konfession gehören zur römisch-katholischen Pfarrgemeinde „Sankt Maria vom heiligen Rosenkranz“ in Walsrode, der im August 2004 die bis dahin selbstständigen katholischen Kirchengemeinden „Sankt Maria von den sieben Schmerzen“ in Bad Fallingbostel und „Heilig Geist“ in Bomlitz-Benefeld mit „Herz Jesu“ in Visselhövede angegliedert wurden. Die Gemeinde gehört zum Dekanat Verden im Bistum Hildesheim.

Im Stadtteil Krelingen befindet sich das überregional bekannte Werk Geistliches Rüstzentrum Krelingen.

Mit der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten), der „Agape evangelische Gemeinschaft“ und der Auferstehungsgemeinde im Ortsteil Uetzingen gibt es drei evangelische Freikirchen im Walsroder Stadtgebiet.

Südlich der Innenstadt befindet sich der ehemalige Jüdische Friedhof Walsrode, auf dem zwischen 1783 und 1938 Bestattungen stattfanden.

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Der Rat der Stadt Walsrode besteht aus 34 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.001 und 25.000 Einwohnern.[9] Die 34 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Stimmberechtigt im Stadtrat ist außerdem die hauptamtliche Bürgermeisterin.

Die nächsten allgemeinen Kommunalwahlen in Niedersachsen finden voraussichtlich im Herbst 2021 statt.

Gemeindewahl Walsrode 2020[10]
Wahlbeteiligung: 46,54 %
 %
40
30
20
10
0
27,3 %
32,3 %
17,2 %
13,3 %
1,8 %
3,7 %
4,0 %
0,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,0 %p
+3,5 %p
-0,5 %p
+3,6 %p
+1,8 %p
± 0,0 %p
-4,8 %p
+0,4 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Bürgerliste Walsrode

In Walsrode wurden wegen der Fusion mit der Gemeinde Bomlitz zum 1. Januar 2020 aber bereits am 8. März 2020 Rats- und Bürgermeisterwahlen durchgeführt. Die Wahlperiode dauert hier bis zum 31. Oktober 2026.[11]

Nach dem Ergebnis der Kommunalwahl am 8. März 2020 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

Sitzverteilung ab 2020 im Rat der Stadt Walsrode
1
12
5
1
7
10
2
12 10 
Insgesamt 38 Sitze
 
(Ehemaliges) Rathaus von 1758

BürgermeisterinBearbeiten

Hauptamtliche Bürgermeisterin der Stadt Walsrode ist Helma Spöring (parteilos). Sie trat ihr Amt am 1. November 2014 an und löste die bisherige Amtsinhaberin Silke Lorenz (parteilos) ab, die nicht mehr kandidiert hatte. Bei der Kommunalwahl 2020 wurde Helma Spöring ohne Mitbewerber mit 84,16 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.[12]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Das Wappen der Stadt Walsrode hat die Form eines Dreiecksschilds. Der Hauptschild enthält die mittelalterliche Klosterkirche in rot auf goldenem (gelbem) Grund mit drei romanischen Fenstern und einer Tür in der Fassade. Im Westwerk der Kirche befinden sich zwei Rundtürme mit je einem romanischen Fenster. Der Ostgiebel weist ein romanisches Fenster und eine Wetterfahne auf. Die Kirche steht auf einem Fundament aus zwei Ziegelreihen. Im Schildfuß befindet sich ein blaues Wellenband, von Schildrand zu Schildrand ziehend, in zwei Schwüngen ein "W" andeutend, und darunter ein Mühlrad mit vier Speichen.“[13]
Wappenbegründung: Das Wappen basiert auf der ältesten bekannten farblichen Darstellung des Walsroder Stadtwappens (rote Kirche auf goldenem Grund). Es wurde im Rahmen des Zusammenschlusses der Stadt Walsrode mit der Gemeinde Bomlitz vom Historiker Thorsten Neubert-Preine neu gestaltet. Es zeigt die mittelalterliche Klosterkirche wie sie auch auf dem ersten, nach der Stadtrechtsverleihung 1383 jahrhundertelang benutzten Siegel der Stadt Walsrode zu sehen ist. Das Mühlrad ist dem alten Wappen der bedeutenden Walsroder Kaufmannsfamilie Wolff entlehnt und steht für die industrielle Entwicklung von Walsrode und Bomlitz. Der ein „W“ andeutende Flusslauf, der dem bisherigen Bomlitzer Wappen entnommen wurde, unterstreicht, dass die Wasserkraft für die Entwicklung der Stadt und ihrer Ortschaften von großer Bedeutung war. Zudem ist die Gründungslegende des Klosters Walsrode mit der im Mittelalter an der Einmündung der Warnau in die Böhme befindlichen Borger Burg verbunden.

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  00Banner:„Das Banner ist blau-rot längsgestreift mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte.“
  00Hissflagge:„Die Flagge ist blau-rot quergestreift mit dem aufgelegtem Wappen in der Mitte.“

[14]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Walsrode pflegt insgesamt vier Städtepartnerschaften: Mit Gernrode in Sachsen-Anhalt (heute Stadtteil von Quedlinburg), mit der US-amerikanischen Stadt Hibbing in Minnesota, mit der ukrainischen Stadt Kowel und mit der niederländischen Gemeinde Zaltbommel. Durch den Zusammenschluss mit der Gemeinde Bomlitz sind noch die Partnerstädte Blainville-sur-Orne in der Normandie und Kepice in Polen hinzugekommen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Hermann-Löns-Denkmal im Tietlinger Wacholderhain zwischen Walsrode und Bad Fallingbostel mit Grab des Dichters Hermann Löns unter einem Findlingsstein
  • Weltvogelpark Walsrode im Ortsteil Borg, der weltgrößte Park seiner Art
  • Kloster Walsrode, 986 erstmals urkundlich erwähnt, unveränderter Grundriss seit dem 13. Jahrhundert, ältestes der sechs Lüneklöster, wird seit der Reformation als evangelisches Damenstift genutzt
  • Rathausensemble, bestehend aus dem ehemaligen Rathaus von 1758 (Privateigentum, abgebrannte Vorgängerbauten von 1468 und 1660), dem neugotischen Alten Rathaus von 1904 (Tourist-Information, Trauzimmer des Standesamts) und dem heutigen Rathaus von 1978
  • Heidemuseum Rischmannshof am Stadtwald Eckernworth, das die Geschichte des bäuerlichen Lebens in der Heide zeigt. Das zu den ältesten deutschen Freilichtmuseen zählende Museum besteht aus einem großen Ausstellungsgebäude in Form eines Hallenhauses (volkstümlich Niedersachsen-Haus) sowie mehreren Nebengebäuden zur Handwerksgeschichte (Tischlerei, Schmiede, Imkerei, Schuhmacherei)
  • im Ortsteil Benefeld liegt die Cordinger Mühle am Ufer der Warnau. Die restaurierte Wassermühle gilt als historisch wertvoll. Sie kann für standesamtliche Trauungen genutzt werden

BaudenkmaleBearbeiten

Kunst im öffentlichen RaumBearbeiten

Im Rahmen der Aktion „Kunst in der Stadt“ wurden folgende Objekte erstellt:

  • Sisyphus“ von Mohamed Abla, Ecke Moorstraße/Brückstraße
  • Brunnenanlage (zwei Hälften eines Granitfindlings aus Helmsen) von K. M. Twinn (Künstlername), Großer Graben
  • Planetarische Kreisbahnen“, Brunnen, von Wolfgang Schroeder, auf dem Klosterseegelände

Im Rahmen der Städtepartnerschaften:

  • „Tabula Solaris“ von Anneke van der Horst (Künstlerin aus der Partnerstadt Zaltbommel), auf dem Klosterseegelände
  • „De Schipper“ von Joris Baudion, Geschenk vom Rotary-Club, Partnerstadt Zaltbommel, am Rathaus, Lange Straße 22
  • Romanische Straße“ von Wolfgang Dreysse, Partnerstadt Gernrode, in der Bürgerhalle des Rathauses, Lange Straße 22

Weitere Kunstwerke:

  • Januskopf“ von Wolfgang Schroeder, vor der Stadthalle, Robert-Koch-Straße 1
  • „3 Flamingos“ von Gwendolyn L. Blume, beim Brunnen vor dem Rathaus, Lange Straße 22
  • Edelstahlskulptur von Reinhard Mund (Eigentum der Galerie Hohmann), auf dem angemieteten Gelände der Galerie Hohmann, Ecke Hannoversche Straße/Saarstraße
  • Karyatide“ von Max Saug beim Gebäude der Deutschen Post AG, Poststraße 5
  • Kunstobjekt der Schüler eines Leistungskurses des Gymnasiums Walsrode an der Außenwand des Gebäudes an der Ecke Moorstraße/Großer Graben
  • Kunstobjekt mit Signatur: ST. 1974, Böhmebrücke, Ostdeutsche Allee (als „Kunst am Bau“ des Schulzentrums Walsrode, Eigentum des Landkreises Heidekreis)
  • Hermann Löns in Bronze von Marlies Leonardy Rex, etwa bei dem Haus Hermann-Löns-Straße 9/Eckernworth. Einweihung am 2. September 2006 (140. Geburtstag von Löns), Geschenk des Löns-Verbandes an die Stadt Walsrode

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Ansässige UnternehmenBearbeiten

BildungBearbeiten

Als allgemeinbildende Schulen verfügt Walsrode über drei Grundschulen in der Kernstadt und jeweils eine Grundschule in den Ortsteilen Benefeld, Bomlitz, Düshorn und Kirchboitzen, zwei Oberschulen und ein Gymnasium (Gymnasium Walsrode) sowie drei Förderschulen. Daneben gibt es die berufsbildenden Schulen. Seit dem Schuljahr 2012/2013 ersetzt die Oberschule Walsrode die Realschule und die Hauptschule.

  • Grundschule am Markt
  • Grundschule Benefeld
  • Grundschule Bomlitz
  • Grundschule Düshorn
  • Grundschule Süd
  • Grundschule Vorbrück
  • Gymnasium Walsrode
  • Felix-Nussbaum-Schule, Oberschule
  • Oberschule Bomlitz
  • Freie Waldorfschule Benefeld
  • Ita Wegman Schule Benefeld
  • Hans-Brüggemann-Schule, Förderschule Lernen mit Förderklassen Sprache
  • Berufsbildende Schulen Walsrode
  • Klaus-Dieter-Haehn-Schule, Tagesbildungsstätte – Schulische Förderung für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung
  • Pestalozzi-Schule, Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung, Förderschule für geistige Entwicklung
  • Montessori-Grundschule Walsrode
  • ver.di Bildungs- und Tagungszentrum

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

 
Klinikum

Walsrode ist ein Standort des Heidekreis-Klinikums.

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Walsrode

Walsrode liegt an den Autobahnen A 7 und A 27, die hier das Walsroder Dreieck bilden. Ferner ist Walsrode über die Bundesstraßen B 209 und B 440 zu erreichen.

Walsrode hat einen Bahnhof an der Heidebahn. Früher bestanden Verbindungen nach Verden (Aller) über die Bahnstrecke Verden (Aller)–Walsrode Nord (heute Güterverkehr nach Böhme), nach Bomlitz über die Bahnstrecke Bomlitz–Walsrode und nach Visselhövede über die Bahnstrecke Bremervörde–Walsrode (heute größtenteils abgebaut).

Die geplante Schnellfahrstrecke Hamburg/Bremen–Hannover („Y-Trasse“) hätte an Walsrode vorbeiführen sollen, Stadt und Landkreis forderten einen Bahnhof an dieser Fernstrecke.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt habenBearbeiten

 
Hermann Löns
  • Hermann Löns (1866–1914), Journalist und Schriftsteller, Heide-Dichter, seit 1893 viele Aufenthalte in Walsrode, 1935 Beisetzung im Tietlinger Wacholderhain bei Walsrode
  • Hubertus Schmoldt (* 1945), Vorsitzender der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie, ging in Walsrode zur Schule
  • Drafi Deutscher (1946–2006), Sänger, lebte etwa zwei Jahre in Walsrode
  • Lilo Wanders (eigentlich Ernie Reinhard; * 1955), Schauspieler und Travestiekünstler, ging in Walsrode zur Schule
  • Lisa Politt (* 1956), Kabarettistin, Trägerin des Deutschen Kleinkunstpreises 2005, ging in Walsrode zur Schule
  • Gernot Erler (1935–2011), Pädagoge und Autor zu regionalen Themen, Kunstdenkmalpfleger des Landkreises Heidekreis

LiteraturBearbeiten

  • Hans Stuhlmacher: Geschichte der Stadt Walsrode. Hrsg. im Auftrag der Stadtverwaltung, Walsrode 1964, 385 S.
  • Gernot Erler (Hrsg.): Walsrode. Ein Stadtbild wandelt sich. 55 ortsbildprägende Ansichten von der Jahrhundertwende bis zur Mitte der achtziger Jahre. Bund der Freunde des Heidemuseums, Walsrode 1985
  • Gernot Erler (Hrsg.): Walsrode. 1000 Jahre Kloster und Ortschaft. 986–1986. Bund der Freunde d. Heimatmuseums, Walsrode 1986
  • Die Hermann-Löns-Stadt Walsrode. Göttingen 1994, ISBN 3-929132-23-0
  • Gunter Gerhardt: Walsrode. Stadt und Land. Erfurt 1998, ISBN 3-89702-010-6
  • Stephan Heinemann: „In unsere Erleichterung mischte sich Angst …“. Erinnerungen von Walsroder Bürgern an das Jahr 1945. Walsrode 1995, 96 S. m. Abb.
  • Stephan Heinemann: Das waren Zeiten. 1900–1999. Bilder und Ereignisse aus dem 20. Jahrhundert in Walsrode. Walsrode 1999, 117 S. m. zahlr. Abb.
  • Stephan Heinemann: „Komm, wir geh’n ins Kino!“ 75 Jahre Kino in Walsrode. Von den „Walsroder Lichtspielen“ zum „Capitol-Theater“. Walsrode 2001, 111 S.
  • Stephan Heinemann: Walsroder Straßen und ihre Namensgeber. Eine Sammlung von 67 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Technik, Kunst und Kultur. Walsrode 2002, 64 S.
  • Wilhelm von Hodenberg: Archiv des Klosters St. Johannis zu Walsrode (= Lüneburger Urkundenbuch, Teil 15). Capaun-Karlowa, Celle 1859 (Volltext).

WeblinksBearbeiten

Commons: Walsrode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Walsrode – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Vogelpark Walsrode. In: sciencecentral.com Publisher=Science Central. Abgerufen am 17. Juni 2009.
  3. www.stadt-walsrode.de.
  4. Matthias Blazek: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900. Adelheidsdorf 2006, S. 85, ISBN 978-3-00-019837-3.
  5. Unerwarteter Paukenschlag – Walsroder Zeitung. Abgerufen am 7. Mai 2017.
  6. Seite der Stadt Walsrode zur Fusion
  7. Bomlitzer und Walsroder Rat für Antrag auf Fusionierung kreiszeitung.de, 21. Januar 2018
  8. Gesetz über die Vereinigung der Stadt Walsrode und der Gemeinde Bomlitz, Landkreis Heidekreis vom 25. Oktober 2018. In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 14 vom 1. November 2018, S. 223
  9. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 29. November 2014
  10. Ratswahl Stadt Walsrode 2020, Gesamtergebnis, abgerufen am 3. Juni 2020
  11. Website Walsrode – Politik und Wahlen in Walsrode, abgerufen am 3. Juni 2020
  12. Bürgermeisterwahl Stadt Walsrode 2020, Gesamtergebnis, abgerufen am 3. Juni 2020
  13. Das neue Wappen der Stadt Walsrode
  14. Hauptsatzung der Stadt Walsrode
  15. Der Spieker Fachwerkhäuser