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Osterheide

gemeindefreier Bezirk im Landkreis Heidekreis
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des gemeindefreien Gebiets Osterheide
Osterheide
Deutschlandkarte, Position des gemeindefreien Gebiets Osterheide hervorgehoben

Koordinaten: 52° 51′ N, 9° 44′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Heidekreis
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 177,99 km2
Einwohner: 2105 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 29664, 29683
Vorwahlen: 05162, 05163, 05167
Kfz-Kennzeichen: HK
Gemeindeschlüssel: 03 3 58 501
Adresse der
Gebietsverwaltung:
Gillweg 7
29683 Oerbke
Website: www.osterheide.bundesimmobilien.de
Bezirksvorsteher: Andreas Ege
Lage des gemeindefreien Gebiets Osterheide im Landkreis Heidekreis
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Über dieses Bild
Wappenähnliches Logo des gemeindefreien Bezirks. Die Steine im unteren Teil symbolisieren die Sieben Steinhäuser

Die Osterheide ist ein bewohnter gemeindefreier Bezirk im Landkreis Heidekreis am Südrand der Lüneburger Heide in Niedersachsen. Das Gebiet liegt südlich und östlich von Bad Fallingbostel und etwa 20 km westlich des Naturparks Südheide.

GeographieBearbeiten

Das 178,53 km²[2] große Gebiet hat 2105 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2018). Sitz der Verwaltung ist das Dorf Oerbke; weiter gehören die Dörfer Ostenholz und Wense zu dem gemeindefreien Bezirk. Die kommunale Verwaltung des NATO-Truppenübungsplatzes (TrÜbPl) Bergen erfolgt durch den gemeindefreien Bezirk Osterheide gemeinsam mit dem östlich angrenzenden gemeindefreien Bezirk Lohheide.

Nachbargemeinden des Gebiets sind, aufgelistet im Uhrzeigersinn:

GliederungBearbeiten

Der gemeindefreie Bezirk gliedert sich in zehn Gemarkungen[3]: f1  Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap

Gemar-
kungs-
Nr.
Gemarkung Fläche
(km²)
Koordinaten Bemerkungen PLZ Vorwahl
2342 Becklinger Holz !552.8666675509.850000552° 52′ N, 009° 51′ O  
2343 Fuhrhop !552.9286115509.820556552° 56′ N, 009° 49′ O  
2344 Wense !552.9197225509.816389552° 55′ N, 009° 49′ O Dorf 29683 05163
2346 Untereinzingen !552.8833335509.783333552° 53′ N, 009° 47′ O  
2347 Obereinzingen !552.8666675509.800000552° 52′ N, 009° 48′ O  
2348 Oerbke !552.8519445509.725000552° 51′ N, 009° 44′ O Verwaltungssitz 29683 05162
2349 Hartem !552.8166675509.733333552° 49′ N, 009° 44′ O Dorf Ostenholz 29664 05167
2350 Oberndorfmark !552.8333335509.783333552° 50′ N, 009° 47′ O  
3740 Oberhode !552.7666675509.783333552° 46′ N, 009° 47′ O  
3869 Krelingen !552.8038895509.661944552° 48′ N, 009° 40′ O  
  Osterheide 177,99 !552.8500005509.733333552° 51′ N, 009° 44′ O  

Das Wohnplatzverzeichnis Niedersachsen zum Stand 1. November 2006 weist folgende 41 Wohnplätze und Wüstungen für die zehn Gemarkungen nach:

Becklinger Holz
Becklinger Holz
Fuhrhop
Fuhrhop
Hartem
Blocksberg
Boestlingen
Ettenbostel
Fahrenholz
Fallingbostel, Lager
Hartem
Im Katzhagen
Mengdorf
Ostenholz
Ostenholzer Moor
Pröbsten
Seyersbruch
Sieken
Soehnholz
Soelterbruch
Krelingen
Krelingen
Obereinzingen
Achterberg
Ahlbrock
Obereinzingen
Oberhode
Doevenhof
Hambruch
Heuersmuehlen
Hohenbrelingen
Meyerhof
Meyersbruch
Niederbrelingen
Oberhode
Ostsiedlung
Schnierhof
Oberndorfmark
Oberndorfmark
Oerbke
Oerbke
Oerbke, Lager
Rammelshorst, Forsthaus
Untereinzingen
Charlottenthal
Einzingen
Homannshof
Schaeferei
Untereinzingen
Wense
Wense

Einwohnerzahlen wurden zuletzt im Wohnplatzverzeichnis 1964 zum Volkszählungsstichtag 6. Juni 1961 nachgewiesen:[4]

f1  Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap

Wohnplatz Gemarkung Bevölkerung
1961-06-06
Koordinaten
Böstlingen 1) Hartem 136 !552.8283335509.706111552° 49′ 42,0″ N, 009° 42′ 22,0″ O
Blocksberg Hartem 23 ...
Fahrenholz Hartem 158 !552.8202785509.694722552° 49′ 13,0″ N, 009° 41′ 41,0″ O
Pröbsten Hartem 60 ...
Einzingen 1) Untereinzingen 20 ...
Charlottenthal Untereinzingen 21 ...
Hormannshof Untereinzingen 16 ...
Schäferei Untereinzingen 11 ...
Ettenbostel 1) Hartem 117 !552.7927785509.705833552° 47′ 34,0″ N, 009° 42′ 21,0″ O
Mengdorf Hartem 39 ...
Seyersbruch Hartem 12 ...
Oberhode 1) Oberhode 149 ...
Blöcken Oberhode? 5 ...
Dövenhof Oberhode 4 ...
Eitze Oberhode? 23 ...
Hambruch Oberhode? 19 ...
Heidkamp Oberhode? 13 ...
Hohenbrelingen Oberhode 21 ...
Meyerhof Oberhode 9 ...
Meyersbruch Oberhode 6 ...
Niederbrelingen Oberhode 15 ...
Ostsiedlung Oberhode 35 ...
Schnierhof Oberhode 9 ...
Örbke 1) Örbke 461 !552.8527785509.730000552° 51′ 10,0″ N, 009° 43′ 48,0″ O
Fallingbostel, Lager Hartem 288 ...
Ostenholz 1) Hartem 387 !552.7754395509.722289552° 46′ 31,6″ N, 009° 43′ 20,2″ O
Heuersmühlen Oberhode 19 ...
Im Katzhagen Hartem 95 ...
Ostenholzer Moor Hartem 20 !552.7258335509.708611552° 43′ 33,0″ N, 009° 42′ 31,0″ O
Sieken Hartem 37 ...
Söhnholz Hartem 19 ...
Sölterbruch Hartem 6 ...
Wense 1) Wense 96 !552.9197225509.816389552° 55′ 11,0″ N, 009° 48′ 59,0″ O
Osterheide   2349 !552.8500005509.733333552° 51′ 00,0″ N, 009° 44′ 00,0″ O

1) ehem. Gemeinden

GeschichteBearbeiten

Die heutigen Gemarkungen gehen zurück auf die früheren Gemeinden des Landkreises Fallingbostel im Regierungsbezirk Lüneburg der preußischen Provinz Hannover.[7]

1935 wurde von der deutschen Wehrmacht zwischen Bergen und Fallingbostel der Truppenübungsplatz Bergen angelegt. Dazu wurden insgesamt 24 Gemeinden aufgelöst und deren Bewohner umgesiedelt. 1938 wurde der den Truppenübungsplatz umfassende „Gutsbezirk Platz Bergen“ gebildet und dem Landkreis Fallingbostel zugeordnet. Der Gutsbezirk wurde 1945 in zwei selbständige Bereiche, nämlich in die Gutsbezirke Osterheide und Lohheide, geteilt. Osterheide blieb beim Landkreis Fallingbostel, während Lohheide wieder in den Landkreis Celle eingegliedert wurde. Die Osterheide umfasst heute den im Landkreis Heidekreis gelegenen Teil des 1958 entstandenen „NATO-Schießplatzes Bergen-Hohne“. Zum 1. Januar 2011 hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) den gemeindefreien Bezirk übernommen.

Rechtliche SituationBearbeiten

Nach § 23 Abs. 4 Satz 3 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) wird die Verwaltung gemeindefreier Gebiete durch eine Verordnung geregelt. Danach ist die „Erledigung der öffentlichen Aufgaben des eigenen und des übertragenen Wirkungskreises dem Grundeigentümer“, im Falle von Lohheide und Osterheide also dem Bund, übertragen. Die Verfassung eines gemeindefreien Bezirkes ist anders als die einer Gemeinde. Seine Organe sind der Bezirksvorsteher und die von den Einwohnern gewählte Einwohnervertretung. Der Bezirksvorsteher wird vom Grundeigentümer vorgeschlagen und dann von der Einwohnervertretung gewählt. Die Beteiligungsrechte der Einwohner beschränken sich auf die Wahl der Vertretung sowie auf die Möglichkeit der Einwohnerfragestunde und Einwohneranhörung während öffentlicher Sitzungen der Vertretung.

Kulturdenkmäler und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Zu den in und nahe der Osterheide befindlichen Kulturdenkmälern, Sehenswürdigkeiten und Gedenkorten gehören:

  • in Oerbke (im Westen):
  • in und nahe Ostenholz (im Südwesten):
    • Fachwerkkirche mit hölzernem Turm aus dem Jahre 1724
    • Hoher Stein, ein Gedenkstein zur Räumung der Gemeinden 1936 zwecks Anlegens eines Truppenübungsplatzes[8]
    • Sieben Steinhäuser, Großsteingräber der Jungsteinzeit im Süden des Truppenübungsplatzes
  • in Wense (im Nordwesten):
    • Gutskapelle als prachtvolle Kirche aus dem Jahr 1558

Baudenkmäler

WolfsvorkommenBearbeiten

Im April 2017 wurde ein residentes Wolfsrudel festgestellt. Schon im August 2016 waren in Fotofallen fünf Welpen registriert worden. Durch genetische Untersuchungen ist der Rüde als vom Ueckermünder Rudel stammend identifiziert worden.[9]

LiteraturBearbeiten

  • Hinrich Baumann: Die Heidmark – Wandel einer Landschaft: die Geschichte des Truppenübungsplatzes Bergen. Oerbke 2005, ISBN 3-00-017185-1.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. NLAHA Nds. 1241 Osterheide
  3. Gemarkungsverzeichnis Niedersachsen xls-datei
  4. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt - Statistik: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Wohnplätze in Niedersachsen 1964, Hannover 1964, S. 58
  5. Nessenius (1985): Der kulturlandschaftliche Wandel im nördlichen Teil des Truppenübungsplatzes Bergen. 140 Seiten (unveröffentlicht)
  6. Nessenius (1985): Der kulturlandschaftliche Wandel im nördlichen Teil des Truppenübungsplatzes Bergen. 140 Seiten (unveröffentlicht)
  7. Gemeindeverzeichnis 1900
  8. Inschrift des "Hohen Steins": Dem Andenken der opferwilligen Heidjer aus den ehemaligen Ortschaften Hörsten, Hoppenstedt, Hohne, Hasselhorst, Hohnerode, Manhorn, Lohe, Gudehausen, Ostenholz, Ettenbostel, Oberhode, Benhorn, Hartem, Fahrenholz, Böstlingen, Pröbsten, Kolk, Sudbostel, Nordbostel, Örbke, Obereinzingen, Untereinzingen, Achterberg, Wense.
  9. Bericht bei Wildtiermanagement der niedersächsischen Landesjägerschaft, abgerufen am 10. Juli 2017

WeblinksBearbeiten